Sentosa ist eine kleine singapurische Insel, die von Singapur aus leicht erreicht werden kann. Durch Landgewinnung ist Sentosa auf fünf Quadratkilometer (Stand 2006) angewachsen. Die ehemals als britischer Militärstützpunkt genutzte Insel stellt heute mit vielen Gärten und zahlreichen Vergnügungsmöglichkeiten ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung Singapurs und vor allem eine Haupttouristenattraktion dar: Im Jahre 2005 konnte Sentosa zum ersten Mal über 5 Millionen Besucher zählen. mini|Die Insel Sentosa in Singapur

Herkunft des Namens Von den malaiischen Einwohnern wurde die Insel „Pulau Belakang Mati“ genannt, was so viel wie „die Insel der Toten“ oder „die Insel des Todes“ heißt. Verschiedene Theorien bezüglich des Ursprungs dieses Namens existieren: Eine vermutet, dass Mordfälle oder Piraterie in der Vergangenheit der Insel zu ihm führten. Eine zweite Theorie besagt, dass eine Malaria-Epidemie in den späten 1840er Jahren, welche fast die gesamte Bevölkerung der Insel auslöschte, der Ursprung ist. Eine dritte Theorie bezieht den Namen auf den unfruchtbaren Boden der Insel.

1972 wurde von dem Singapore Tourist Promotion Board im Rahmen eines Wettbewerbes die Insel in Sentosa umbenannt. Der Name kommt aus der malaiischen Sprache und heißt so viel wie „Ruhe“ bzw. „Frieden“.

Geschichte Vor 1945 Im 19. Jahrhundert wurde die Insel strategisch wichtig, da sie den Eingang zu Keppel Harbour kontrollierte. Pläne zur Befestigung der Insel als Teil der Verteidigungsmaßnahmen Singapurs wurden bereits 1827 erstellt, jedoch erst um 1880 umgesetzt, als das rasche Wachstum des Hafens zu Befürchtungen bezüglich eines feindlichen Angriffes führten. Insgesamt wurden vier Forts auf der Insel errichtet: Fort Siloso, Fort Serapong, Fort Connaught sowie die Mount-Imbiah-Geschützstellung.

In den 1920er Jahren entwickelte sich Japan zu der wichtigsten Bedrohung für die britischen Interessen in Fernost. Im Jahre 1921 wurde daher vom britischen Overseas Defence Committee entschieden, Singapur aufgrund der strategischen Lage als Marinestützpunkt auszubauen. Die Hauptflotte wurde in Europa stationiert und sollte im Fall einer Bedrohung nach Singapur auslaufen.

mini|Die Überreste der Geschützstellung auf Mt. Imbiah Der Erfolg dieser Strategie war davon abhängig, dass sich Singapur bis zum Eintreffen der Flotte selbst verteidigen konnte. Da man einen Angriff entweder von See oder von Johore aus erwartete, wurde die Verteidigungsstrategie entsprechend ausgerichtet. Bis zum Jahre 1939 wurden insgesamt 12 Artillerie-Stellungen entlang der Küste errichtet. Dazu gehörten auch die vier Forts auf Sentosa, die entsprechend verstärkt wurden. So wurden Mount Imbiah und später Fort Connaught mit BL 9,2 inch-Geschützen ausgestattet. Fort Serapong und Fort Siloso erhielten jeweils zwei BL 6 inch Mk VII-Geschütze. Entgegen einer weitläufig verbreiteten Meinung konnten 10 der 12 Stellungen sowohl seewärts als auch landwärts feuern.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Insel von den Briten zur Festung ausgebaut. Da man einen Angriff der Japaner von See erwartete, wurden zusätzliche, nach Süden ausgerichtete Geschütze in Fort Siloso aufgestellt. Diese erwiesen sich jedoch als nutzlos, da der Angriff der Japaner von Norden über die Malaiische Halbinsel erfolgte. Die Geschütze wurden jedoch dazu verwendet, die eigenen Ölanlagen zu zerstören, um diese nicht den anrückenden Japanern in die Hände fallen zu lassen. Nach der Kapitulation der Alliierten in Singapur wurde die Insel von den Japanern als Gefangenenlager genutzt, in dem vor allem britische und australische Soldaten interniert waren. Während der japanischen Besetzung kam es immer wieder zu Übergriffen auf die chinesische Bevölkerung: Zum Teil wurden wahllos Einzelpersonen beschuldigt, am anti-japanischen Widerstand beteiligt zu sein, und u. a. am Strand von Sentosa hingerichtet.

1945–1972 Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte die britische Marine aufgrund von Kürzungen im Verteidigungsbudget ihre permanente Präsenz in der Region nicht aufrechterhalten. Die Flotte wurde daher in Singapur konzentriert, um von dort aus die verbleibenden britischen Kolonien im Fernen Osten und Australien zu schützen.

Im Jahre 1947 wurde Sentosa die Basis des „First Singapore Regiment of the Royal Artillery“ (1st SRRA). Zudem wurden auf der Insel Rekruten für den Dienst der in Singapur stationierten Britischen Armee ausgebildet. 1957 wurde die 1st SRRA aufgelöst und die Geschütze in den Forts abgebaut. An ihre Stelle traten Infanterie-Einheiten der Gurkha: Zunächst die „2/7th Duke of Edinburgh's own Gurkha Rifles“ sowie später die „2/10th Princess Mary, Princess Royal and Countess of Harewood's own Gurkha Rifles“. Fort Siloso wurde in ein katholisches Zentrum, Fort Serapong in eine protestantische Kirche umgewandelt. Fort Connaught verkam zur Ruine.

Während der Konfrontasi, einem Konflikt zwischen Malaysia und Indonesien Anfang der 1960er-Jahre verteidigten die 2/10th Gurkha Rifles die Insel gegen Saboteure. Nach dem Ende des Konfliktes und dem Abzug der Gurkhas wurde die Insel 1967 von den Briten den Singapore Armed Forces des neu gegründeten Staates Singapur übergeben. Die Insel wurde nun zur Basis der Singapore Naval Volunteer Force. Des Weiteren wurde die School of Maritime Training sowie ein Marinekrankenhaus (Naval Medical Centre) errichtet.

Seit 1972 mini|Die Großbaustelle „Resort World at Sentosa“ im Dezember 2007 Anfang der 1970er Jahre entschied die Regierung von Singapur, die Insel in ein Naherholungsgebiet umzuwandeln. Der Name wurde in Sentosa geändert. Am 1. September 1972 wurde zudem die Sentosa Development Corporation gegründet, die zukünftig die Entwicklung der Insel steuern und überwachen sollte. Seitdem wurden über S$420 Millionen an privatem und weitere S$500 Millionen an staatlichem Kapital in die Insel investiert.

Auch für die Zukunft ist ein weiter Ausbau der Insel vorgesehen: Die Regierung von Singapur plant, Sentosa zu einem der weltweit luxuriösesten Ferienresorts zu entwickeln. Dazu wurde ein bis in das Jahr 2012 reichender Masterplan erstellt, der Investitionen in Höhe von S$10 Milliarden beinhaltet. Der Masterplan sieht u. a. die Errichtung von Luxusappartements in Sentosa Cove im Osten der Insel, eine teilweise Renovierung von Siloso Beach, die Eröffnung der ersten Tourismus-Akademie in Asien sowie den Aufbau des „Resort World at Sentosa“ vor, einem gigantischen Familien- und Vergnügungsresort mit einem Konferenzzentrum, einem Spielcasino, einem weiteren, acht Hektar großen Meerwasseraquarium sowie einem Universal Studio Theme Park.

Geographie Die Insel besitzt eine Fläche von fünf Quadratkilometern und liegt einen halben Kilometer südlich der Hauptinsel Pulau Ujong. Sie ist die viertgrößte Insel (ohne die Hauptinsel) Singapurs. 70 % der Fläche sind mit Regenwald bedeckt, in dem u. a. Affen, Echsen sowie zahlreiche Vogelarten wie Pfauen und Papageien zu finden sind. Die Insel besitzt an der Südseite einen 3,2 Kilometer langen weißen Sandstrand.

Sentosa ist in vier Regionen eingeteilt: Im Westen befindet sich die Region „Siloso Point“, in der Mitte „Imbiah“, im Süden „Beach“. Die größte Region „Serapong“ nimmt den gesamten Osten ein. Durch Landgewinnung an der Ostseite der Insel wird sie momentan erheblich vergrößert. Dort sollen in der „Sentosa Cove“ zum ersten Mal Wohnanlagen auf der Insel entstehen.

Attraktionen Sentosa bietet sowohl der einheimischen Bevölkerung als auch Touristen eine Reihe von interessanten Attraktionen wie Museen, Shows, Casinos und Naturerlebnisse.

Fort Siloso

Fort Siloso ist das einzig erhaltene Artilleriefort auf Sentosa. Es wurde ab 1880 zusammen mit zwei weiteren Forts (Fort Serapong und Fort Connaught) sowie der Geschützstellung auf Mount Imbiah von den Engländern im Westen der Insel als Teil der Verteidigungsanlagen Singapurs errichtet. 1942 wurde das Fort mit zwei 6-Inch-BL-MK-VII-Geschützen ausgestattet.

Der Name kommt von dem philippinischen Wort „Sesloso“, was so viel wie „Eifersüchtiger“ heißt. Heute ist Fort Siloso ein Museum, in dem neben umfangreichen Bunkeranlagen verschiedene historische Geschütze gezeigt werden. Dazu gehören:

Das 9,2-Inch-BL-Geschütz, eines der schwersten Geschütze, die England für den Ersten Weltkrieg entwickelte. Nach dem Krieg wurde es meist zur Verteidigung von Küstenanlagen eingesetzt, so auch in Mount Imbiah auf Sentosa. Ein 13-Inch-Mörser Ein 6-Inch-BL-MK-VII-Geschütz Ein 64-Pfund-RML-Geschütz Ein 7-Inch-RML-Geschütz Ein 12-Pfund-Schnellfeuergeschütz zur Flugabwehr

In einer umfangreichen Ausstellung wird zudem das Leben unter der japanischen Besatzung gezeigt. In der „Surrender Chamber“ wird die Kapitulation Singapurs vor den Japanern 1942 sowie die der Japaner vor den Alliierten 1945 dargestellt.

Tiger Sky Tower mini|hochkant|Der Tiger Sky Tower Der Tiger Sky Tower wurde (als Carlsberg Sky Tower) am 7. Februar 2004 eröffnet und befindet sich in der Region Imbiah im Zentrum von Sentosa. Mit seiner Höhe von 110 m über Grund und 131 m über dem Meeresspiegel ist es der höchste freistehende Beobachtungsturm in Asien und bietet Besuchern einen Panoramablick über Sentosa, Singapur sowie den Singapur vorgelagerten Southern Islands. Bei klarem Himmel reicht der Blick bis Malaysia im Norden und Indonesien im Süden. Um den Turm herum befindet sich eine große, klimatisierte und mit Panoramafenstern ausgestattete Kabine, die den Turm auf- und abfährt. Die Kabine hat 72 Sitzplätze und rotiert langsam, um allen Besuchern einen Rundumblick zu ermöglichen. Der Tiger Sky Tower wurde am 28. Dezember 2018 geschlossen.

Butterfly Park and Insect Kingdom Im Butterfly Park sind über 15.000 Schmetterlinge von mehr als 50 Arten zu sehen. Das Insect Kingdom beherbergt etwa 3.000 Insektenarten aus der ganzen Welt, darunter den 160 mm großen Herkuleskäfer. Nahezu alle Exemplare werden als Präparate gezeigt.

Sentosa 4D Magix Dieses für S$3,5 Millionen errichtete Kino bietet eine Kombination von 3D-Effekten, bewegten Sitzen und Zusatzeffekten wie Nebel oder Sprühregen. Zusätzlich sind Schauspieler in das Programm integriert. Das Kino ist das größte seiner Art in Südostasien.

Underwater World and Dolphin Lagoon mini|Underwater World Underwater World ist ein Meerwasseraquarium im westlichen Teil von Sentosa. Es wurde 1991 eröffnet und zeigt Besuchern 250 Meeres-Tierarten aus aller Welt, darunter Korallen, Rochen, Muränen, Schildkröten, Haie und eine Vielzahl von Fischen. Die insgesamt 2.500 Tiere können von einem 83 m langen, unterirdischen Tunnel durch das Ozeaneum aus beobachtet werden. Am 6. Dezember 2006 wurden drei weitere Attraktionen in Underwater World eröffnet:

Ein Becken, in dem Rochen berührt und gefüttert werden können Eine Ausstellung von Rifftieren Das „Fish Reflexology“ Spa, in der bestimmte Fischarten die tote Haut an den Füßen der Spa-Gäste abknabbern.

Zum Ozeaneum gehört auch eine Delphin-Lagune am Palawan Beach, in der Buckeldelphine zu sehen sind. Mehrmals täglich kann eine begrenzte Anzahl von Besuchern in die hüfttiefe Lagune steigen und mit den Delphinen schwimmen.

Songs of the Sea Diese Show wurde am 26. März 2007 eröffnet und ersetzte die 25 Jahre alten Wasserspiele (Musical Fountain Show). Als Kulisse wurde ein Pfahldorf direkt im Meer erbaut. Die Show wird von professionellen Schauspielern durchgeführt und bietet u. a. spektakuläre Feuerwerke. Insgesamt 2.500 Zuschauer können auf der Tribune das Schauspiel genießen.

Cineblast Dieses 3D-Bewegungskino wurde im Juni 2007 eröffnet und bietet Besuchern modernste Simulationstechnik. Gezeigt werden u. a. Fahrten durch Tunnel oder Stürze aus großer Höhe.

Merlion and Merlion Walk mini|hochkant|Singapurs Wahrzeichen, der Merlion auf Sentosa