Durlinsdorf (deutsch Dürlinsdorf) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie ist Mitglied im Gemeindeverband Sundgau.
Geografie Durlinsdorf liegt im Sundgau, am Rande des Französischen Jura. Der Grumbach, ein Nebenfluss der Largue, tritt hier aus einem engen Gebirgstal aus, das von Höhen bis zu 640 m über dem Meer umgeben ist.
Geologie Durlinsdorf liegt am Südrand des lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügellandes und erstreckt sich im Osten auf die Oberwald-Bürgerwald-Kette des Faltenjuras, der hier aus Kalken und Mergeln des Mitteljura besteht.
Geschichte
Auf dem Kleeberg wurden jungsteinzeitliche Gräber entdeckt. Bei archäologischen Forschungen auf einer Baustelle im Jahr 1966 wurden ein großes Skelett, ein Schwert und ein Dolch gefunden.
Die Ortschaft erscheint in den Urkunden erstmals 1147 als Turlanstorf. Bis 1324 gehört der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an die Habsburger. Der Dreißigjährige Krieg hinterließ in Durlinsdorf Verwüstungen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam Dürlinsdorf im Westfälischen Frieden 1648 an die französische Krone. In das vom Krieg verwüstete Dorf wanderten jetzt angeworbene Eidgenossen ein.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Durlinsdorf als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch, Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg verlief die Front zwischen Dürlinsdorf und Pfetterhausen (Pfetterhouse). also in unmittelbarer Nähe. Beim Dorf waren deutsche Artilleriestellungen installiert. Am 11. Februar 1916 mussten die Einwohner unter Mitnahme nur des Nötigsten bei grimmiger Kälte das Dorf verlassen. Sie wurden sicherheitshalber nach Nordbaden evakuiert und kehrten erst nach Kriegsende wieder in ihre zum Teil beschädigten Häuser zurück. Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 die Naziherrschaft, von der sie am 20. November 1944 durch Truppen der französischen1. Armee unter General de Lattre de Tassigny befreit wurden.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017 Einwohner 471 411 437 431 440 462 493 477 566
Wirtschaft Es gibt mehrere Landwirtschaftsbetriebe in Durlinsdorf, die sich auf den Anbau von Getreide, vor allem Mais, und auf Fleisch- und Milchproduktion spezialisiert haben.
Ein Sägewerk beschäftigt mehr als 20 Mitarbeiter. Dort werden insbesondere Dachbalken und Bestandteile für Berghütten produziert.
Außerdem zählt das Dorf eine Metzgerei, ein Unternehmen, das Straßenbeläge produziert, eine Festzeltvermietung, einen Brennstoffhändler und einen Weinhändler.
Kulturerbe Peter-und-Paulkirche (Église St. Pierre Saint Paul) Chor und Schiff stammen aus dem 18. Jahrhundert. Der Turm ist noch mittelalterlich (wohl 11. Jahrhundert), Das Gotteshaus enthält eine beachtenswerte barocke Innenausstattung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Hochaltar mit Tabernakel (Altarbild: Verkündigungsszene), Seitenaltäre (Heilige Familie, St. Wendelin).- Muttergottes 1. Hälfte 16. Jahrhundert. Kreuzweg mit 14 Stationenen 19. Jahrhundert. Es wird vermutet, dass der hochgelegene Kirchhof einst befestigt war. Die Kirche St. Peter und Paul ist in der Base Mérimée als Baudenkmal eingetragen.Base Mérimée: Église paroissiale Saint-Pierre, Saint-Paul ()
Gut erhaltene Fachwerkhäuser: Das Haus Nr. 2 an der Rue de Lucelle noch in der altertümlichen Ständerbauweise mit traufwandhohen Wandständern, Langstreben, weitabständigem, nur partiell symmetrischem Fachwerk, altertümlich kleinen Fenstern und dekorativ verwendeten Andreaskreuzen, vermutlich aus der Wiederaufbauzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, wenn nicht sogar älter.
Das Schulhaus/Rathaus (École Mairie) ist ein schlichter spätklassizistischer Walmdachbau aus der Louis-Philippe-Zeit.
Die Ortsbezeichnung La Saboterie erinnert an das hier früher betriebene Holzschuhmachergewerbe.
Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 395–396.
Siehe auch Liste der Monuments historiques in Durlinsdorf
Weblinks
Einzelnachweise
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