mini|hochkant=0.9|Gerhard Vinnai, 2009 Gerhard Vinnai (* 1940 in Stuttgart) ist ein deutscher Sozialpsychologe. Er war bis zu seiner Emeritierung 2005 Professor an der Universität Bremen.

Leben und Wirken Vinnai ist durch eine Reihe wichtiger Arbeiten zur Kritik des Sports, der Männlichkeit sowie der akademischen Psychologie hervorgetreten. Er ist stark von der kritischen Theorie beeinflusst.

Vinnai gehört zur Schule der neomarxistischen Sportsoziologie.Kurt Salamun: Zur neomarxistischen Ideologisierung des Sports. In: Kurt Salamun: Ideologie und Aufklärung. Weltanschauungstheorie und Politik. Wien 1988, S. 116ff. Vor allem in den frühen 1970er Jahren deutete er in der Spur Theodor W. AdornosAdorno schrieb: Der moderne Sport Theodor W. Adorno: Prismen. Kulturkritik und Gesellschaft. München 1963, S. 80. den Sport als Verdoppelung der kapitalistischen Arbeitswelt. Das Geschehen auf dem Fußballplatz funktioniere nach der Logik „kapitalistischer Arbeitsorganisation“.Gerhard Vinnai: Fußballsport als Ideologie. Frankfurt am Main 1970, S. 35. Zur Kritik an Vinnais These vgl. z. B. Christoph Bausenwein: Geheimnis Fußball. Auf den Spuren eines Phänomens. Göttingen 1995, S. 343 f. Beim Vergleich zwischen Fußball und Fließbandarbeit übersehe Vinnai Wesentliches: Der Fußballsport besitze außerdem eine starke ideologische Funktion:

Aufsehen erregte auch Vinnais These: Vinnai ist auch als Kritiker des Christentums bekannt. So schrieb er 1984:

Im Zusammenhang mit Forschungen zur Entstehung von Gewaltpotential publizierte Vinnai mehrere Arbeiten zu Adolf Hitler und zur „Genese des faschistischen Täters“.Gerhard Vinnai: Hitler – Scheitern und Vernichtungswut. Zur Genese des faschistischen Täters. Psychosozialverlag, Gießen 2004. Er wies darauf hin, dass Hitlers Gerhard Vinnai: Kriegstraumata und Faschismus – Zur Genese von Hitlers Vernichtungsantisemitismus. In: Psychosozial 29, 2006, Heft 105, S. 125–134 (PDF, 101 kB). Denn Hitler sei vor dem Ersten Weltkrieg

Der bedeutende Hitler-Biograph Ian Kershaw lobte Vgl. das Kershaw-Zitat auf Vinnais Homepage zum Buch Hitler – Scheitern und Vernichtungswut. Zur Genese des faschistischen Täters.

Veröffentlichungen (Auswahl) Die Tücken des Privateigentums. Der Einfluss auf die Psyche und notwendige Alternativen. VSA-Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-89965-787-6. Wunschwelten und Opfer-Zusammenhänge – Zur analytischen Sozialpsychologie der westlichen Kultur. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2011. Fußballsport als Ideologie. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1970 (Onlineveröffentlichung mit neuem Vorwort 2006). Sportliche Verhaltensmuster und kapitalistische Rationalität. Dissertation, Universität Hannover 1972. Sozialpsychologie der Arbeiterklasse. Identitätszerstörung im Erziehungsprozess. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1973. Das Elend der Männlichkeit. Heterosexualität, Homosexualität und ökonomische Struktur. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1977. Die Austreibung der Kritik aus der Wissenschaft. Psychologie im Universitätsbetrieb. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 1993. Jesus und Ödipus. Reihe 'Geist und Psyche', Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-14478-7.( auf psydok.psycharchives.de). Hitler – Scheitern und Vernichtungswut. Zur Genese des faschistischen Täters. Psychosozial-Verlag, Gießen 2004, ISBN 3-89806-341-0.

Literatur Uwe Timm: Sport in der Klassengesellschaft. In: Kürbiskern 1971, S. 608 ff. Kerstin Kirsch: Zeitgenössische Sportphilosophie als „Kritische Sporttheorie“ der „Neuen Linken“. Ansätze zu einer „Kritik der Kritik“. Frankfurt am Main [u. a.] 1986.

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Einzelnachweise

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