mini|Schopfheim im Dreiländereck Schopfheim (alemannisch Schopfe) ist eine Stadt im baden-württembergischen Landkreis Lörrach. Mit gut 20.000 Einwohnern ist Schopfheim viertgrößte Stadt im Landkreis. Mit drei anderen Gemeinden bildet Schopfheim die Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Schopfheim. Im Stadtgebiet befinden sich sechs Museen.

Geographie mini|Blick von Norden über Schopfheim-Fahrnau mit Fernsicht auf die Alpen Geographische Lage Schopfheim liegt zwischen Schwarzwald und Dinkelberg im Tal der Wiese, einem rechten Nebenfluss des Rheins, der am Feldberg entspringt. Westlich der Kernstadt, noch auf Schopfheimer Stadtgebiet, mündet die Kleine Wiese in die (große) Wiese. Höchster Gipfel ist der Rohrenkopf über dem Ortsteil Gersbach (). Weitere Aussichtspunkte sind die Hohe Möhr (), ebenfalls zum Schwarzwald gehörig, und die Hohe Flum (), der höchste Punkt des Dinkelbergs. Regional gehört Schopfheim zum Markgräflerland.

Geologie mini|Blick auf Schopfheim und Fahrnau von der Hohen Möhr. Rechts der Stadt der Bergrücken Entegast Die sich südlich von Kandern stark nach Osten verbreiternde Schwarzwaldvorbergzone wird als Schopfheimer Bucht bezeichnet. Sie umfasst das Weitenauer Bergland, den Talraum der Wiese und den Dinkelberg. In ihr haben sich beim Aufsteigen des Schwarzwaldes in geschützter Tieflage Gesteine des Deckgebirges erhalten, die auf dem Schwarzwald weitgehend der Abtragung anheimgefallen sind. Es sind dies von unten nach oben Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper und in Resten Unterjura – die beiden letzteren nicht auf Schopfheimer Gemarkung.

Dieses Schichtpaket steigt leicht zum Schwarzwald hin an, ist in sich zerbrochen und in unterschiedlicher Intensität von der Abtragung angegriffen. Nördlich der Wiese ist auf den Buntsandsteintafeln der Erhebungen Entegast und Scheinberg der Muschelkalk vollständig abgeräumt, aus dem der tektonisch tiefer lagernde, deswegen besser geschützte Dinkelberg aufgebaut ist. Auf Schopfheimer Gemarkung fehlt auf dem Dinkelberg der Keuper, der weiter südlich und westlich noch flächenhaft oder, in schmale NS-streichende Gräben versenkt, erhalten ist.

Die Buntsandsteintafeln des Entegast und des Scheinbergs lagern auf den bereits aus dem Erdaltertum stammenden Sedimenten des Rotliegenden und des Zechsteins, die teils aus feldspatreichen Sandsteinen und Brekzien, teils aus tonig-schluffigem Material bestehen (um Weitenau).

Gewissermaßen als abgesenkte Fortsetzung von Scheinberg und Entegast tritt südlich des Wiesentals am Nordrand des Muschelkalkplateaus des Dinkelbergs zwischen Maulburg und Eichen ein Sockel aus Buntsandstein zutage. Auf diesem befinden sich das Wiechser Kreisaltersheim, das Sengele und ein Teil des Wohngebiets Altig. In den Talnischen, in denen die alten Ortskerne von Wiechs und Eichen liegen, steht Unterer Muschelkalk an. Darüber folgt der auf der Gemarkung nirgends aufgeschlossene Mittlere, dann der Obere Muschelkalk, der die östliche Dinkelberglandschaft prägt und in aufgelassenen Steinbrüchen zu sehen ist. Er besteht aus teils gebankten, teils plattigen Kalken, oben auch aus dolomitischen Schichten, die Silexknollen führen, die da und dort auf den Feldern des Plateaus anzutreffen sind.

Im rissig-klüftigen Oberen Muschelkalk versinken die Niederschläge, sodass auf der Höhe des östlichen Dinkelbergs keine dauerhaften Fließgewässer vorhanden sind. Hier beherrschen auf Schopfheims Gemarkung Trockentäler und Dolinen das Landschaftsbild. Es handelt sich also um eine ausgeprägte Karstlandschaft, die allerdings stellenweise durch (Löss)lehmdecken abgedichtet wird. So auch in der Mulde (einer Karstwanne) des episodischen Eichener Sees, für dessen Auftauchen wohl ein Zusammenspiel von Grundwasseraustritt und Karstwasserspiegel verantwortlich ist.

Wiese und Kleine Wiese haben in der Würm-Kaltzeit Talebenen aufgeschottert und, sich nacheiszeitlich eintiefend, teilweise wieder abgeräumt. Sie sind weithin von jungem Auelehm überzogen. Stark verwitterte Schotter aus der vorletzten Kaltzeit finden sich etwa 20 bis 30 m über der heutigen Talsohle auf dem Buntsandsteinsockel von der Dossenbacher Straße bis zum Fahrnauer Kirchrain.

Eine von Kandern über Enkenstein und Hausen Richtung Hasel ziehende Verwerfung grenzt die Schopfheimer Bucht nach Norden hin gegen den kristallinen Grundgebirgsschwarzwald ab. Der Hang über der Straße Enkenstein-Wieslet besteht bereits aus Granit (Malsburg-Granit). Über dem Raitbacher Oberdorf steht dieser ebenfalls an. Dann biegt die Verwerfung nach SW ab ins Schollenfeld von Hasel, wo sie auf die NS streichende Wehratalstörung trifft. Hier ist die Sedimentdecke besonders stark zerstückelt. Im nordöstlichen Gemarkungsteil um Gersbach besteht der Untergrund überwiegend aus Gneis.

Nachbargemeinden Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend) grenzen an Schopfheim: Kleines Wiesental, Zell im Wiesental, Hausen im Wiesental, Häg-Ehrsberg, Todtmoos, Herrischried, Wehr, Hasel, Schwörstadt, Rheinfelden (Baden), Maulburg und Steinen.

Stadtgliederung Die Stadt gliedert sich in neun Stadtteile. + Die neun Stadtteile der Stadt Schopfheim Name Einwohner(31. Dezember 2023)Statistischer Jahresbericht 2023 der Stadt Schopfheim. Einwohnerzahlen/Stand 31.12.2023 Fläche (in km2)Statistischer Jahresbericht 2023 der Stadt Schopfheim. Gebiet der Stadt Schopfheim. Urkundliche Ersterwähnung Zugehörige Wohnplätze Schopfheim 10892 11,36 807 Villa Scofheim Schopfheim, Gündenhausen, Höfen, Ehner-Fahrnau Eichen 615 4,25 807 Eihheim Dörfer: Eichen, Enkenstein 232 3,66 1392 am Eingestein Dörfer: Enkenstein Höfe: Brodenloch, Bürgelehof Fahrnau 4108 3,77ohne Kürnberg 1086–1108 VarnowMarlies Jung-Knoblich: Fahrnau hat kein Jubiläum. Badische Zeitung 12. April 2013. Dörfer: Fahrnau Gersbach 615 24,07 1166 Gerisbac Dörfer: Gersbach Weiler: Schlechtbach Zinken: Fetzenbach, Neuhaus, Hof und Haus Lochmühle Höfe: Mettlen(hof) und das Haus Neusäge Kürnberg 221 1,84In der Stadtstatistik wird diese Fläche zur Gemarkung Fahrnau gerechnet. 1344 Kurnberg Dörfer: Kürnberg Langenau 1546 4,3 1278 Au Dörfer: Langenau Raitbach 548 8,23 1113 Raitenbuch Dörfer: Raitbach Weiler: Sattelhof, Schweigmatt Zinken: Kehrengraben, Scheuermatt Höfe: Blumberg, Steinighof, Häuser Bahnstation Hausen-Raitbach Wiechs 1863 6,51 807 Wechsa Dörfer: Wiechs Häuser: Im Kirchhölzle TOTAL 20640 67,99

mini|hochkant=2|Schopfheim mit seinen Ortsteilen Unter den zugehörigen Wohnplätzen sind auch aufgegangene Orte aufgeführt, d. h. Orte die inzwischen voll in die übergeordneten Dörfer/Städte integriert sind und nicht mehr als eigenständige Siedlungen wahrgenommen werden (z. B. Gündenhausen (1841 eingemeindet) und Höfen auf der Gemarkung der Kernstadt Schopfheim). Neben den aufgegangenen Orten gibt es abgegangene Orte (= Wüstungen), d. h. ehemalige Wohnplätze die physisch nicht mehr vorhanden sind und teilweise auch nicht mehr genau lokalisiert werden können.

Auf dem Gebiet der Stadt Schopfheim sind folgende Wüstungen nachgewiesen oder werden dort vermutet:Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Bd. 6: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 882–887. Rothenhäuser (Gemarkung Langenau) Eichenbrunnen (Gemarkung Raitbach) Steineck (Gemarkung Raitbach) Burgstall Spitzenberg (Gemarkung Raitbach) Burgrest der Burg Burgholz (Gemarkung Raitbach) Ansoldowilare (Gemarkung Wiechs) Badlikon (Gemarkung Wiechs) Enningen (Gemarkung Wiechs)

Klima

Geschichte

Frühe Geschichte Auf Schopfheimer Flur befinden sich vier römische Fundstellen, so dass für diese Periode gegebenenfalls von einer ländlichen Streusiedlung ausgegangen werden kann. Ab 650 ließen sich die Alemannen nieder. Der Name Schopfheim wurde erstmals im Jahre 807 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erwähnt. Der freie Bauer Himini mit seinen Söhnen schenkte seine Güter in „Villa Scofheim“ dem Kloster. Im Mittelalter und bis zur Umgestaltung Deutschlands durch Napoleon gehörte Schopfheim zuerst den Herren von Rötteln, danach durch Erbfall (1316) den Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, um schließlich wiederum durch Erbfall (1503) an die Herren von Baden (Markgrafschaft Baden beziehungsweise Markgrafschaft Baden-Durlach) zu gelangen; danach zum erweiterten Großherzogtum Baden. Die Reformation wurde 1556 vom benachbarten Basel aus unterstützt. Im Jahre 1250 erhielt Schopfheim durch Konrad I. von Rötteln das Stadtrecht (die Stadterhebung ist im Zusammenhang mit dem versuchten Röttelnschen Landesausbau zu sehen) und ist somit die älteste Stadt im Markgräflerland, konnte sich aber wegen seiner ungünstigen Lage, kriegerischer Ereignisse (fast vollständige Entsiedlung im Dreißigjährigen Krieg) sowie wegen der benachbarten Metropole Basel nicht richtig fortentwickeln. Es sind Teile der Stadtbefestigung erhalten.

19. und 20. Jahrhundert mini|Altstadt Schopfheim von Süden Ab 1835 erfolgte, ähnlich dem restlichen Wiesental, eine gewisse Industrialisierung. Grund dafür war der nahe Fluss Wiese, welcher begradigt wurde und so den Bau von Gewerbekanälen für Großindustrien ermöglichte, sowie günstige Arbeitskraft aus dem Schwarzwald. Im Revolutionsjahr 1848 war Schopfheim Nebenschauplatz des Heckeraufstands. 1862 erhielt Schopfheim mit der Eröffnung der Wiesentalbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Im Schloss Ehner-Fahrnau wohnte der damalige badische Außenminister Franz von Roggenbach. Nach 1945 siedelten sich zahlreiche Heimatvertriebene an.

Auf der Gemarkung des Ortsteils Raitbach befindet sich die Reste der mittelalterlichen Burgen Burgholz, Steineck und Turmhölzle.

Am 27. Juni 1971 fuhr die Tour de France 1971 durch Schopfheim und war Teil der Etappe von Basel nach Freiburg.

Eingemeindungen Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende Gemeinden nach Schopfheim eingemeindet:

1. Juli 1971: Fahrnau 1. Juli 1972: Langenau 1. Januar 1973: Raitbach 1. Juni 1974: Enkenstein 1. Oktober 1974: Gersbach 1. Januar 1975: Eichen und Wiechs

Wappen der Stadtteile

Bevölkerung Einwohnerentwicklung

JahrEinwohnerJahrEinwohnerJahrEinwohner 1698 574 1961* 7.485 2023 20.640 1708 480 1970* 8.463 1780 987 1987* 15.857 1786 1.080 1990 16.647 1862 2.200 1995 18.187 1890 3.133 2000 19.038 1919* 3.846 2005 19.319 1939* 4.557 2010 18.940 1946* 4.649 2015 19.498 1950* 5.576 2020 19.763 *=Volkszählung

Religion Seit der Einführung der Reformation im Markgräflerland 1556 war Schopfheim Sitz eines Aufsichtsbezirks (zunächst Diözese Schopfheim, ab 1810 Dekanat Schopfheim, später Kirchenbezirk Schopfheim). 2010 fusionierten die Kirchenbezirke Lörrach und Schopfheim zum neuen Kirchenbezirk Markgräflerland, der zur Evangelischen Landeskirche in Baden gehört.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Bernhard ist Teil der Seelsorgeeinheit Mittleres Wiesental. Diese gehört zum Dekanat Wiesental des Erzbistums Freiburg. Neben drei evangelischen Freikirchen befindet sich im Wohngebiet Oberfeld eine Neuapostolische Kirche, die zum Kirchenbezirk Lörrach gehört.Homepage des Kirchenbezirks Lörrach Des Weiteren gibt es zwei Versammlungen der Zeugen Jehovas.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Schopfheim besteht aus den 22 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart

Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 FW Freie Wähler 34,73 8 24,2 5 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,19 5 22,0 5 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 20,81 5 26,3 6 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,27 4 17,5 4 Unabhängige Die Unabhängigen – – 10,0 2 gesamt 100,0 22 100,0 22 Wahlbeteiligung 58,23 % 54,7 %

Stadtoberhäupter Statthalter