298px|mini|Wurzbach Wurzbach ist eine Landstadt im thüringischen Saale-Orla-Kreis.

Geografie Lage Die Stadt Wurzbach liegt am Nordwestrand des Frankenwaldes an der Sormitz, ist 72,31 km² groß und befindet sich in einer Höhenlage von 500 bis .

Stadtgliederung Die Stadt Wurzbach besteht aus folgenden Ortsteilen: Wurzbach mit Dürrenbach, Haslersberg, Heinrichsort Grumbach (Ersterwähnung 1616) Heberndorf (Ersterwähnung 1413) Heinersdorf (Ersterwähnung 1250) mit Klettigshammer Oßla (Ersterwähnung 1250) mit Knauermühle Titschendorf (Ersterwähnung 1616) mit Heinrichshöhe und Rodacherbrunn Weitisberga (Ersterwähnung 1380)Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Band 5, verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl Verlag, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 321, 104, 114, 116, 214, 286, 309. Geschichte Der als Waldhufendorf angelegte Ort wurde am 23. Juni 1250 als Besitz der Herren von Lobdeburg erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte zur reußischen Herrschaft Ebersdorf, zeitweise zu den Linien Reuß-Lobenstein und Reuß-Ebersdorf.Johann Ernst Fabri: Geographie für alle Stände. Theil 1, Band 4: Welcher die Fortsetzung und den Beschluß vom Obersächsischen Kreise enthält. Schwickert Verlag, Leipzig 1793, S. 882. Von 1848 bis 1918 gehörte Wurzbach zum Fürstentum Reuß jüngerer Linie. 1930 wurde Wurzbach das Stadtrecht verliehen. Nachdem der FDGB-Feriendienst das Heim Frankenwald im Jahr 1984 in Betrieb genommen hatte, wurde Wurzbach zu einem Erholungsort der Werktätigen. Es fanden täglich Veranstaltungen wie geführte Wanderungen, Farbdiavorträge, Musikveranstaltungen, Zauberei- und Tanzabende und auch Fahrten in die nähere Umgebung statt.

Technikgeschichte Im 15. Jahrhundert wurde bereits das Handwerk der Hammerschmiede erwähnt. Es ist somit das älteste im Ort. Teller- und Löffelmacher kamen im 16. Jahrhundert hinzu; es entstanden die Hüttenwerke in Benignengrün und Solmsgrün. 1729 wurde die Heinrichshütte (zuletzt im Besitz der Familien Meier und Kämmerer, 1969 enteignet) gegründet, die als technisches Schaudenkmal erhalten geblieben ist.

Heute können Touristen im Technischen Schaudenkmal die größte Dampfmaschine ihrer Bauart Europas besichtigen und am Schaugießen teilnehmen.

Politische Geschichte Im Zweiten Weltkrieg mussten 18 Arbeitskräfte aus den besetzten Ländern Osteuropas Zwangsarbeit verrichten. Ein Zwangsarbeiter aus Polen wurde wegen „Selbstverstümmelung“ 1943 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 230.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1999 wurden die bisher selbstständigen Gemeinden Grumbach, Heberndorf, Heinersdorf, Oßla, Titschendorf und Weitisberga sowie die bisherige Stadt Wurzbach (alter Gemeindeschlüssel 16 0 75 126), welche die Verwaltungsgemeinschaft Region Wurzbach bildeten, aufgelöst und in die Stadt Wurzbach eingemeindet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994 jeweils Stand 31. Dezember): 1833: 1.454 1994: 2.461 1995: 2.406 1996: 2.378 1997: 2.338 1998: 2.275 1999: 4.079 2000: 4.039 2001: 4.008 2002: 3.953 2003: 3.909 2004: 3.871 2005: 3.798 2006: 3.673 2007: 3.612 2008: 3.515 2009: 3.429 2010: 3.378 2011: 3.265 2012: 3.291 2013: 3.225 2014: 3.208 2015: 3.212 2016: 3.215 2017: 3.159 2018: 3.098 2019: 3.081 2020: 3.036 2021: 2.956 2022: 2.930 2023: 2.874 2024: 2.864

Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Stadtrat Die letzten drei Stadtratswahlen in Wurzbach führten zu den in folgender Tabelle dargestellten Ergebnissen:

+Zusammenstellung der Wahlergebnisse der vergangenen drei Wahlen Parteien und Wählergemeinschaften Prozent2019Ergebnisse der Stadtratswahl 2019 in Wurzbach auf wahlen.thueringen.de, abgerufen am 26. März 2023. Sitze2019 Prozent2014Ergebnisse der Stadtratswahl 2014 in Wurzbach auf wahlen.thueringen.de, abgerufen am 26. März 2023. Sitze2014 Prozent2009Ergebnisse der Stadtratswahl 2009 in Wurzbach auf wahlen.thueringen.de, abgerufen am 26. März 2023. Sitze2009 CDU-BU Christlich Demokratische Union Deutschlands – Bürgerunion1 37,7 6 44,1 7 20,0 3 VWG Vereinswählergemeinschaft Wurzbach 27,9 5 38,6 6 42,9 7 UBV Unabhängige Bürgervertretung – Freie Wählergemeinschaft Saale-Orla-Kreis 14,9 2 – – – – WGH Wählergemeinschaft Heberndorf 10,7 2 – – – – Linke Die Linke 8,8 1 17,4 3 14,2 2 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands – – – – 22,9 4 Gesamt 100 16 100 16 100 16 Wahlbeteiligung 57,1 % 47,8 % 46,5 % 1 2009 als Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

Bürgermeister Zum hauptamtlichen Bürgermeister wurde am 11. Juni 2023 Guido Kant-von der Recke (parteilos) gewählt. Zuvor amtierten von 1999 bis 2011 Jürgen Fischer (parteilos) und von 2011 bis 2023 Jan Schübel (CDU/BU Wurzbach).

Wappen Blasonierung: „In Silber auf grünem Berg ein schreitender goldener Kranich.“Hartmut Ulle: Neues Thüringer Wappenbuch. Band 2: Ilmkreis, Jena, Kyffhäuserkreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt (Landkreis), Schmalkalden-Meiningen (Landkreis), Suhl. 2., veränderte, überarbeitete Auflage. Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen, Erfurt 1997, ISBN 3-9804487-2-X, S. 48.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kunst mini|hochkant|Trafohäuschen am Markt in Wurzbach Der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art gestaltete den alten Trafo-Turm am Markt neu. Die Initiative kam von Bärbel Müller, die eine Galerie am Markt direkt neben dem Turm betreibt. Das Projekt wurde durch Spenden finanziert. Im August 2008 wurde das Kunstwerk eingeweiht. Abgerufen am 16. Januar 2011.

Kirche

Museen Das technische Museum Heinrichshütte informiert über die Entwicklung der Gießereitechnik. Als besondere Sehenswürdigkeit gilt eine der größten erhaltenen Dampfmaschinen Europas. Das Museum Zschachenmühle zeigt als technisches Denkmal die Geschichte der Landwirtschaftstechnik in der Region. Es verfügt auch über eine Mineralien-Schausammlung und einen Kunst- und Skulpturenpark mit teils skurrilen Schrottfiguren und einem „Paradiesgarten“. Das Museum für Steindruck im Kunsthaus Müller besteht seit 2015 und zeigt in der ständigen Ausstellung Geschichte und Technik des Steindruckes sowie vierteljährlich Wechselausstellungen zum Steindruck.

Gedenkstätten Seit 1985 erinnert am Ortsausgang in Richtung Lobenstein eine Stele an den Todesmarsch von KZ-Häftlingen des Außenlagers Laura bei Lehesten im Frühjahr 1945.

Tourismus und Freizeit Das alte Rathaus am Markt (WurzBachHaus) ist ein alter Familienbesitz und wird auch heute noch bewohnt. Einzelne Räume werden als Naturparkinformationsstelle genutzt. Nur wenige Meter entfernt informieren Tafeln über die Stadtgeschichte. In der Nähe des Familienhotels Aparthotel Am Rennsteig befindet sich der 320 m lange Skilift mit Abfahrts-, Langlauf-Ski- und Rodel-Möglichkeiten. Wurzbach besitzt auch ein Kino und eine Bibliothek. Im angrenzenden Frankenwald gibt es ca. 120 km ausgeschilderte Wanderwege.

Persönlichkeiten

August Stiehler (1807–1896), deutscher Pfarrer und Politiker Fritz Spindler (1816–1905), Pianist und Komponist Heinrich Hertwig (1819–1889), Richter und Politiker Christian Neumeister (1824–1897), deutscher Beamter und Politiker Ferdinand Fischer (1840–1934), Gastwirt und Politiker, MdL Reuß Ernst Schmidt (1889–1985), Maler, Politiker und Bürgermeister von Garching Knut Herschel (1948–1999), Großmeister im Fernschach

Verkehr mini|Bahnhof Der Bahnhof Wurzbach (Thür) liegt an der Bahnstrecke Hockeroda–Unterlemnitz, die Saalfeld mit Blankenstein (über Wurzbach und Bad Lobenstein) miteinander verbindet. Die Station ist eine Spitzkehre.

Wurzbach ist angebunden an das Linienbusverkehrsnetz von KomBus mit Sitz in Bad Lobenstein, das den Linienbusverkehr im Saale-Orla-Kreis, im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und im Umland der Stadt Neuhaus am Rennweg (Landkreis Sonneberg) durchführt.

Bildung In Wurzbach befindet sich die staatliche Regelschule "Geschwister Scholl", die neben Schülern aus Wurzbach auch von Schülern aus Lehesten besucht wird. Außerdem befindet sich eine Grundschule am Ortsrand. Gleich dahinter liegt der Kindergarten.

Weblinks

Offizielle Website

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Saale-Orla-Kreis

Kategorie:Ersterwähnung 1250 Kategorie:Stadt in Thüringen Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1930