Gudermes (; ) ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand ) in der Teilrepublik Tschetschenien im Süden Russlands. Sie liegt am Fluss Güms (russisch Gums, auch Belka), einem rechten Nebenfluss der Sunscha, etwa 36 km östlich der Republikhauptstadt Grosny.
Geschichte Der Ortsname stammt von einem alternativen Namen des Flusses Güms ab. Möglicherweise ist Gudermes den Turksprachen entnommen und bedeutet so viel wie „unbrennbarer Ort“. Die erste Erwähnung des Dorfes unter diesem Namen stammt aus Urkunden des 19. Jahrhunderts.
Am 14. Januar 1929 wurde bei diesem Dorf eine „Arbeitersiedlung“ anerkannt, die am 5. April 1941 zur Stadt erhoben wurde.Kratkaja istoritscheskaja sprawka ob administratiwno-territorijalnom delenii Tschetscheno-Inguschskoi ASSR (1785 – 1946 g.g.), hg. vom Zentralen Staatsarchiv der Tschetschenisch-Inguschetischen ASSR Die ländliche Gemeinde, die seit 1930 Sitz einer Rajon-Verwaltung war, war infolge der Industrialisierung der Sowjetunion zu einem Eisenbahn-Knotenpunkt an den Strecken nach Rostow am Don, Baku, Astrachan und Mosdok geworden. Im Ersten Tschetschenienkrieg in den 1990er Jahren wurde die Stadt fast völlig zerstört. Heute ist Gudermes außerdem Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons. Ein wichtiger Industriezweig in Gudermes ist die Erdölförderung.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Bemerkung 1939 10.737 sowie Dorf Gudermes 4.926 (1941 eingemeindet) 1959 18.553 1970 32.445 1979 34.012 1989 38.089 2002 33.756 2010 45.631 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Infrastruktur Im Ersten Tschetschenienkrieg war die Stadt stark umkämpft und trug erhebliche Zerstörungen davon, die bis heute nicht vollständig beseitigt werden konnten, obgleich die Stadt zu Beginn des Zweiten Tschetschenienkriegs kampflos der russischen Seite übergeben wurde. Die Stadt liegt unweit der Grenze zur Teilrepublik Dagestan und hat Anschluss an die Fernstraße M29, die bis nach Machatschkala führt, sowie einen Bahnhof.
Ausbildungseinrichtungen In der Stadt befindet sich ein militärisches Ausbildungszentrum, in dem laut „Politico“ russische Spezialeinheiten ausgebildet werden. Laut der Zeitung „Kyiv Independent“ besuchte der russische Präsident Wladimir Putin im August 2024 die Einrichtung. Laut Kreml „inspizierte der russische Präsident den Trainingskomplex, beobachtete Kurse, sprach mit Kommandeuren der Spezialkräfte, Ausbildern und Freiwilligen, die dort trainierten“. Kadyrow präsentierte die Universität als multifunktionalen Komplex, der moderne Methoden und Techniken von Spezialeinheiten vereine. Im Oktober 2024 wurde das Hauptgebäude des Ausbildungszentrums durch den ersten ukrainischen Drohnenangriff auf Tschetschenien im Rahmen des Russisch-Ukrainischen Krieges erheblich beschädigt.Erster Angriff auf Tschetschenien: Ukrainische Drohne beschießt Ausbildungszentrum für Putins Spezialeinheiten bei Focus Online, 29. Oktober 2024
Söhne und Töchter der Stadt
Ruslan Jamadajew (1961–2008), Politiker Salman Radujew (1967–2002), Separatistenführer Sulim Jamadajew (1973–2009), Militär im ersten und zweiten Tschetschenienkrieg Letschi Kurbanow (* 1978), Kampfsportler Alwi Adilchanow (* 2003), Fußballspieler
Einzelnachweise
Weblinks Gudermes auf mojgorod.ru (russisch)
Kategorie:Ort in Tschetschenien Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1941