Der Flughafen Bahrain (, ) ist der einzige Verkehrsflughafen des Königreichs Bahrain und ein wichtiger Luftverkehrsknotenpunkt für den Transitverkehr von Europa in die Nahostregion sowie nach Asien. Der Verkehrsflughafen mit internationalem Rang befindet sich auf der Insel Muharraq, sechs Kilometer nordöstlich der bahrainischen Hauptstadt Manama. Der Flughafen ist 24 Stunden am Tag in Betrieb.

Geschichte Anfangsjahre miniatur|Ein Flugzeug vom Typ Handley Page H.P.42, wie es in der Anfangszeit eingesetzt wurde. Ein Flughafen an der heutigen Stelle des Bahrain International Airport wurde 1932 im damals noch britischen Bahrain eröffnet. Der erste kommerzielle Flug fand im Oktober 1932 statt. Es handelte sich dabei um eine vom BOAC-Vorläufer Imperial Airways durchgeführte Flugverbindung von London nach Delhi, die unter anderem in Bahrain für einen Zwischenstopp landete. Die Verbindung wurde anfangs mit einer 24-sitzigen Handley Page H.P.42 durchgeführt. Das Flugzeug flog mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde und benötigte daher für die Strecke mehrere Tage. Der Eröffnungsflug wurde mit einer Maschine mit dem Namen Hannibal durchgeführt. Durch diese Flugverbindung war der Flughafen von Bahrain der erste internationale Passagierflughafen der Golfregion.

Im Jahr 1936 stockte Imperial Airways die Frequenz der Strecke auf, sodass sie nun zwei statt bisher einmal wöchentlich bedient wurde.

Im Jahr 1937 wurde die Verbindung auf den Verkehr mit Wasserflugzeugen des Typs Short Empire umgestellt. Diese konnten nicht auf Land landen, so dass man an der Stelle, wo heute der Marina Club liegt, einen Wasserflughafen errichtete, der den Namen Bahrain Marine Airport trug. Die Stelle liegt ungefähr fünf Kilometer Luftlinie vom Flughafen entfernt. Der Flughafen geriet durch diesen Schritt aus dem Fokus des Interesses und wurde nur noch eingeschränkt genutzt. Die Flugbootverbindung hielt sich bis Anfang der 1950er Jahre. Das Netzwerk wurde ausgebaut, so dass neben London zum Beispiel auch Karatschi, Singapur, Hongkong oder Sydney angeflogen wurden.Geschichte des Flughafens auf der Seite des Flughafens

Nutzung durch die Royal Air Force Wegen des Zweiten Weltkrieges wurde der Flughafen von Bahrain von der Royal Air Force zum Militärflugplatz umgebaut. Nach zahlreichen Investitionen konnte er am 22. Mai 1943 in Betrieb gehen. Einige Flugzeuge waren jedoch schon vorher am Flughafen stationiert worden. Im Jahr 1963 wurde die RAF-Basis in Royal Air Force Station Muharraq, kurz RAF Muharraq, umbenannt. Muharraq war der letzte britische Luftstützpunkt am Persischen Golf. Er wurde bis 1971 genutzt.aerofield.co.uk über die RAF Muharraq Die Basis ist noch heute, wenn auch eingeschränkt, in Betrieb und wird durch die Streitkräfte Bahrains und die US Navy genutzt.radfanhunters.co.uk über die RAF MuharraqRAF Muharraq bei globalsecurity.org

Rückkehr des Zivilluftverkehres Im Jahr 1950 wurde der in den Hintergrund geratene Zivilluftverkehr wiederbelebt. Gleich zwei Ereignisse fachten in diesem Jahr den Zivilluftverkehr wieder an. Einerseits bediente der Nachfolger der Imperial Airways, die BOAC, Bahrain wieder mit Zivilflügen. Zunächst wurde eine Flugstrecke von Bahrain über etliche Zwischenstopps nach London dreimal wöchentlich bedient. Auf der Strecke kamen Flugzeuge des Typs Canadair North Star zum Einsatz, welche 60 Passagieren Platz boten. Ein weiteres wichtiges Ereignis des Jahres 1950 war die Gründung der Gulf Aviation Company, der heutigen Gulf Air, am 24. März. Die Fluggesellschaft, die damals ausschließlich die Golfregion bediente, hatte seit 1951 die BOAC als Hauptaktionär, welche auch die Strecke Bahrain-London bediente. Diese Rolle nahm die BOAC bis 1970 ein. abgerufen am 23. Mai 2023 Gulf Aviation Company besaß zur Gründung ein gebrauchtes Flugzeug, doch nur zwei Jahre später verfügte Gulf Aviation Company über eine Flotte von vier Flugzeugen des Herstellers De Havilland und vier Douglas DC-3.

Nach der Betriebsaufnahme 1950 stieg in den Folgejahren das Flugangebot ab Bahrain steil an, dessen Flughafen weiterhin auch durch die Royal Air Force genutzt wurde. Die Royal Air Force hatte den Flughafen während des Krieges und danach erheblich ausgebaut, auch in die Passagieranlagen hatten andere Organe Geld fließen lassen. Deshalb war der Flughafen in dieser Zeit der modernste und am besten ausgebaute Flughafen in der gesamten Region, der über Landebahnbefeuerung, eine gute Start- und Landebahn, gute Passagieranlagen und Funkanlagen verfügte. Anfang der fünfziger Jahre kamen so auch neue Verbindungen unter anderem von Middle East Airlines (MEA), Air India, Air Ceylon und Iran Airways zu Stande. Bahrain begann sich zu einem wichtigen Knotenpunkt in Nahost zu entwickeln.

Im Jahr 1954 wurde Bahrain, das zu dieser Zeit der wichtigste Knotenpunkt in der Golfregion und ein wichtiger Zwischenstopp auf Langstreckenflügen war, wobei diese Umstände bei der Wahl Bedeutung hatten, zur Zentrale der Luftraumüberwachung des Golfes ausgewählt, weshalb in neue Navigationssysteme investiert wurde. Kurz darauf brach in Bahrain das Jetzeitalter an. Erste Düsenverkehrsflugzeuge in Bahrain waren etwa die De Havilland DH.106 Comet aus britischer Produktion oder die Boeing 707. Diese neuen und modernen Flugzeuge benötigten für einen längeren Flug weniger Zwischenstopps als die zuvor eingesetzten Propellerflugzeuge, woraufhin Zwischenlandungen bei Langstreckenflügen mit der Umstellung radikal gekürzt wurden. Bahrain aber konnte weiterhin als Zwischenstopp fungieren und fiel nicht den Kürzungen zum Opfer.

Die Lage am Flughafen Bahrain war so gut, dass der Flughafen weiter expandierte, um weiterhin die Attraktivität für Fluggesellschaften mit Langstreckenflügen zu bewahren, die in Bahrain weiterhin eher auch aus technischen Gründen landeten. Im Dezember 1961 ging deshalb ein neues Passagierterminal in Betrieb.

Im Jahr 1970 nahm die Gulf Aviation Company für das immer größere Geschäft für Kunden mit dem Flugziel Bahrain eine Strecke nach London auf, die mit Vickers VC10 durchgeführt wurden. abgerufen am 23. Mai 2023 Trotz dieser Investitionen wurde kurz darauf erneut ausgebaut, um die Stellung zu behalten und die Attraktivität für Stop-Over-Gesellschaften weiter zu gewähren. So wurde im Dezember 1971, gerade einmal zehn Jahre nachdem man ein neues Terminal eröffnet hatte, ein weiteres Terminal am Flughafen mit den zugehörigen Vorfeldern eröffnet. Die Vorfelder waren dafür ausgelegt, auch vier Boeing 747 aufzunehmen, die zunehmend auch auf den Langstreckenflügen nach Fernasien und Australien Einzug hielten und somit auch den Flughafen Bahrains bevölkerten, an dessen Nutzung weiterhin viele Fluggesellschaften festhielten. Die Passagieranlagen und das Vorfeld verschlangen einen Großteil des bahrainischen Staatshaushaltes, die Investition rentierte sich wegen guter Auslastung jedoch schnell. Mit der Zeit hatte sich der Verkehr mehr auf das Ziel Bahrain fokussiert und entwickelt, womit die Funktion als Zwischenstopp in der Gesamtbilanz stark nachließ und Bahrain selbst ein sehr wichtiges Flugziel wurde.

Dennoch waren diese Zwischenstopps für den Flughafen von großer Bedeutung. Da jedoch die Flugzeiten der Verbindungen meist ähnlich angesetzt waren, kam es zu einer stark konzentrierten Spitzenverkehrszeit, bei der gleich mehrere Langstreckenflugzeuge, darunter auch einige Jumbojets, auf dem Flughafen Bahrain einen Zwischenstopp einlegten. Deshalb wurde nochmals erweitert. Die Erweiterungen gingen 1976 in Betrieb.

Ein weiterer Schritt der Entwicklung Bahrains als Luftverkehrsdrehkreuz war die Multinationalisierung der Gulf Aviation Company. Nachdem die Regierungen der Staaten Abu Dhabi, Bahrain, Oman und Katar im Jahr 1973 Anteile an der BOAC, Muttergesellschaft der Gulf Aviation Company, erworben hatten, folgte 1974 ein Besitzerwechsel der Gulf Aviation Company. Die zuvor genannten Golfstaaten waren ab sofort gemeinsame Eigentümer der Gulf Aviation Company, die nach der Übernahme ihren Namen wechselte und seither als Gulf Air firmiert. Gulf Air war damit die gemeinsame Staatsfluggesellschaft mehrerer Staaten. Dies zog eine starke Expansion nach sich und eine Eröffnung von neuen Basen in den beteiligten Staaten. Bahrain würde jedoch seine Funktion als zentrales Drehkreuz beibehalten. abgerufen am 23. Mai 2023 abgerufen am 23. Mai 2023

Concorde-Verbindung und weiteres Wachstum Im Jahr 1976, inzwischen war das Flugziel Bahrain an sich wirtschaftlich interessant geworden, erfolgte sogar der Startschuss einer Überschall-Linienverbindung der British Airways mit einer Concorde von Bahrain nach London-Heathrow. Es war neben der Air-France-Verbindung von Paris über Dakar nach Rio de Janeiro die erste Linien-Concorde-Überschallverbindung und die erste British-Airways-Concorde-Verbindung überhaupt. Vorausgegangen war neben der Planung bereits am 14. Oktober 1975 der Start für die Buchungsmöglichkeiten. Der gemeinsame Aufnahmetag beider Verbindungen war schließlich der 21. Januar 1976. British Airways setzte ihre Concorde mit dem Kennzeichen G-BOAA ein. Der Flug benötigte für die gesamte Strecke beim Eröffnungsflug vier Stunden und sechs Minuten.Forum über die Bahrainverbindung mit zahlreichen Bildern von Schriftzeugnissen Dass British Airways und Air France ihre Concorde nicht auf den wirtschaftlich interessanten Strecken nach Amerika einsetzte, lag schlicht und einfach daran, dass die US-amerikanischen Behörden Concorde-Flüge vorerst nicht genehmigt hatten und die Betriebserlaubnis nach vielen Verhandlungen erst im Jahr 1977 vorlag. Somit mussten die beiden Fluggesellschaften andere Beschäftigungsmöglichkeiten für ihre Überschalljets finden, so dass Bahrain angeflogen wurde. Wären Flüge in die USA ab dem ersten Betriebstag der Concorde möglich gewesen, so wäre Bahrain wohl niemals Concorde-Ziel geworden.Am 26. Oktober 1977 gab Singapore Airlines bekannt, dass sie mit British Airways übereingekommen sei, die Concorde-Strecke London-Bahrain dreimal wöchentlich nach Singapur zu verlängern. Diese Flugplanänderung trat dann mit dem 9. Dezember desselben Jahres in Kraft. Diese Verbindung hatte jedoch nicht lange Bestand, denn schon am 13. Dezember verbot Malaysia der Concorde, seinen Luftraum zu durchfliegen. Wiederum lagen, wie bei vielen anderen Staaten, z. B. den Vereinigten Staaten, Sicherheitsbedenken vor. Die Singapurverbindung über Bahrain musste deshalb schon nach drei Hin- und Rückflügen eingestellt werden.

Nachdem man sich mit den malaysischen Behörden geeinigt hatte, wurde die Verbindung der British Airways von London über Bahrain nach Singapur am 24. Januar 1979 wieder aufgenommen, gut etwas mehr als ein Jahr nach der Einstellung.Geschichte der Concorde (siebziger Jahre)Jedoch stand es um die Wirtschaftlichkeit wie bei den anderen Concorde-Verbindungen auch bei der London-Bahrain-Singapur-Verbindung nicht gut. Wegen tiefroter Zahlen entschloss man sich, den Betrieb auf der Route einzustellen.British Airways über die ConcordeGeschichte der Concorde (siebziger Jahre)

miniatur|Eine Vickers VC10 der Gulf Air im Jahr 1977 Ebenfalls 1976 wurde die Gulf Air-Flotte erheblich aufgestockt. So schaffte die in Bahrain ansässige und auf Flüge nach Bahrain und auch teilweise auf Umsteiger ausgerichtete Gesellschaft Flugzeuge der Typen Lockheed L-1011 TriStar und Boeing 737 an. Parallel wurde die Angestelltenzahl auf 4000 gesteigert. Durch diese Kapazitätssteigerung war es Gulf Air nun möglich, neue Strecken ins Programm aufzunehmen. Somit eröffnete Gulf Air neue Flugverbindungen von Bahrain nach Amman, Amsterdam, Athen, Baghdad, Bangkok, Beirut, Kairo, Colombo, Delhi, Dhaka, Hongkong, Dschidda, Khartum, Larnaca, Manila, Paris, Ras Al Khaimah im gleichnamigen Emirat sowie nach Sanaa. abgerufen am 23. Mai 2023