Die MVG-Baureihe C1, ursprünglich als Baureihe C bezeichnet, ist die dritte Fahrzeuggeneration von Elektrotriebwagen für das 750-Volt-Gleichspannungs-Netz der Münchener U-Bahn. Die ab dem Jahr 2000 gebauten Fahrzeuge weichen von dem bisherigen Prinzip des Doppeltriebwagens (MVG-Baureihe A bzw. Baureihe B) ab und bilden erstmals eine durchgehende Sechswageneinheit. Dadurch ist der Zug durchgängig begeh- und einsehbar, was neben dem erhöhten Platzangebot auch ein Gefühl der subjektiven Sicherheit geben soll. Die 18 Einheiten vom Typ C1 sind seit 2002 im Betriebseinsatz. Ab 2013 wurde der neu entwickelte Typ C2 ausgeliefert.

Entwicklung und Beschaffung Typ Nummern Baujahre C1.9 601–610 2000–2001 C1.10 611–618 2005

Durch das nahenden Ende der betriebswirtschaftlich sinnvollen Nutzbarkeit der ersten Fahrzeuge vom Typ A Ende der 1990er Jahre nach 30 Jahren und den steigenden Fahrzeugbedarf für die Streckenverlängerungen der U1 und U3 nach Moosach Beschaffung eines Typs C begonnen. Ähnlich wie in Berlin kam in München 1997 zunächst die Frage auf, ob ein drei- oder ein sechsteiliger Zug die nächste Generation an Fahrzeugen stellen sollte. Schließlich fiel die Entscheidung für einen durchgehenden Langzug. Als Hersteller wurden Adtranz für den wagenbaulichen sowie Siemens für den elektrischen Teil bestimmt.

Die neuen Wagen unterscheiden sich grundlegend von ihren Vorgängern, nicht nur optisch, sondern auch durch die durchgehende Begehbarkeit der Fahrzeuge. Die Kapazität wird durch den Entfall der mittleren Führerstände höher und die Züge werden im Preis günstiger. Allerdings können die Fahrzeuge in ihrer Länge nicht mehr den jeweiligen Verkehrsaufkommen angepasst werden, ein Verkürzen/Verlängern ist nur in der Werkstatt möglich. Daher werden sie fast ausnahmslos auf Linien eingesetzt, auf denen Langzüge verkehren.

Die Übergangsmöglichkeit bietet Fahrgästen die Möglichkeit, sich innerhalb des gesamten Zuges zu verteilen. Weiterhin erhöht die Übergangsmöglichkeit die Sicherheit der Fahrgäste, da man im Notfall durch den ganzen Zug bis zum Führerstand gehen kann. Bei schwacher Besetzung kann der Fahrer durch den ganzen Zug schauen. mini|C-Wagen 601 kurz vor dem Bahnhof Garching-Hochbrück. Das Ziel des Zugs ist Garching-Forschungszentrum Der Zug 610 trug das Garchinger Stadtwappen, da er von der Stadt Garching für die Verlängerung der U6 zum Forschungszentrum finanziert wurde.

Nach einem Unfall in der Wendeanlage Feldmoching am 7. Mai 2015 wurde der Zug 618 ca. im Juli 2020 endgültig außer Betrieb genommen.

Von 2013 bis 2026 wurde die Baureihe C2 ausgeliefert, die äußerlich und konzeptionell weitestgehend dem C1 entsprechen.

Aufbau und Technik

mini|links|Innenansicht Die Baureihe C1 ist allachsangetrieben und in je sechs Wagen, zwei Kopf- und vier Mittelwagen unterteilt. Der Wagenkasten der Fahrzeuge wurde in Aluminium-Integral- als auch Differentialbauweise erstellt und ist, wie bei den beiden Vorgängertypen A und B, 2,90 m breit. Der gesamte Zug hat eine Länge von ca. 114 m, davon sind die Kopfwagen 19,78 m und die Mittelwagen 18,82 m lang.

Wegen Problemen mit den Achsen mussten die 10 Wagen vom Typ C1.9 zwischen Dezember 2006 und April 2007 vorübergehend stillgelegt werden. Nach eingehenden Untersuchungen konnten die Züge jedoch wieder in Betrieb genommen werden.

Design Das Fahrzeugdesign wurde von Alexander Neumeister entworfen. Neben den großzügig verglasten Führerstandscheiben sieht das umgesetzte Modell auch großzügige Durchgänge zwischen den Wagen und besondere Abstellplätze für Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Fahrräder vor. Auffallend sind die tief nach unten gezogenen Seitenfenster und die geschwungenen Haltestangen im Inneren des Wagens.

Sitzplatzangebot mini|Hölzerne Längssitze In den Mittelwagen sind abwechselnd Vis-à-vis-Plätze mit blauen Stoffpolstern sowie hölzerne Längssitze angebracht. Die Endwagen sind zum Zwecke eines größeren Platzangebots ausschließlich mit Längssitzen ausgestattet. Die Eingangsbereiche verfügen über gepolsterte Stehhilfen und neue, zusätzliche Haltemöglichkeiten. Der C1-Zug bietet im Vergleich zu einem Langzug der Typen A und B ca. 5 % mehr Fahrgästen Platz.

Türen Der Fahrgastwechsel geht dank breiterer Türen schneller als bei den Vorgängern vonstatten. Außerdem können alle Türen vom Führerstand aus geöffnet werden. Wenn Gegenstände oder Personen eingeklemmt werden, wird die Tür nicht geschlossen. Allerdings kann die Tür bei mutwilliger Blockade auch sofort geschlossen werden. Das Schließen der Türen wird durch optische und akustische Signale angekündigt.

Weblinks

Einzelnachweise

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