mini|hochkant=1.2|Dieter Meichsner Dieter Meichsner (* 14. Februar 1928 in Berlin; † 1. Februar 2010 in Lenggries) war ein deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Drehbuchautor und Produzent.

Biografie Dieter Meichsner wurde während des Besuchs eines Berliner Gymnasiums 1944 als 16-jähriger Oberschüler zum Wehrdienst eingezogen. Er studierte 1946 von bis 1948 Germanistik, Geschichte und Anglistik an der Berliner Universität.Dieter Lattmann: Kindlers Literaturgeschichte der Gegenwart. Kindler, München 1973, ISBN 3-463-22001-6, S. 498. 1948 bis 1950 setzte er sein Studium in West-Berlin an der Freien Universität fort. Während seines Studiums lernte er Kurt W. Marek (C. W. Ceram) und Ernst von Salomon kennen, die ihn zum Schreiben ermunterten. Er arbeitete anschließend als freier Schriftsteller, in zunehmendem Maße für den Rundfunk. 1957 heiratete er die promovierte Dramaturgin Edith Neise (1931–2009), das Paar hatte zwei Kinder. 1966 holte ihn Egon Monk als Chefdramaturgen zum Norddeutschen Rundfunk nach Hamburg. Von 1968 bis 1991 war er Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel beim NDR mit der Verpflichtung, weiterhin Drehbücher zu schreiben. In den Jahrzehnten seiner Tätigkeit beim NDR war Dieter Meichsner verantwortlich für etwa 700 Fernsehspiel-Produktionen (auch Theater-Aufzeichnungen).

An der Reihe Die Unverbesserlichen nach einem Drehbuch von Robert Stromberger war er als Dramaturg beteiligt. Inge Meysel wurde durch ihre Rolle zur „Mutter der Nation“. Die ersten Filme der Reihe Tatort entstanden nach Drehbüchern von Friedhelm Werremeier unter der Dramaturgie von Dieter Meichsner.

1968/69 drehte er in der Freien Universität Berlin, er war einer der Gründungsstudenten, zusammen mit Rolf Hädrich das Dokumentarspiel Alma Mater mit Originalaufnahmen aus den chaotischen „Vollversammlungen“. Es zeigte anschaulich die Gewaltbereitschaft maßgeblicher Führungskader der Revolte und löste bei der ersten Aufführung bundesweit heftige Diskussionen aus. Es folgte das Fernsehspiel Kennen Sie Georg Linke? (1971) über den bei der Baader-Befreiung gezielt niedergeschossenen und schwer verletzten Institutsangestellten in Berlin. Die größten Erfolge hatte Dieter Meichsner mit den Drehbüchern zur Fernsehserie Schwarz Rot Gold des NDR. In der Reihe wurden komplizierte Wirtschaftsstraftaten im Bereich der Zollfahndung dargestellt. Uwe Friedrichsen spielte darin die Rolle des Zollfahnders Zaluskowski.

Seit 1973 war er Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg und gehörte dem P.E.N.-Zentrum Deutschland an. September 1991 beendete Dieter Meichsner seine Tätigkeit beim NDR.

Anfang der 2000er Jahre zog Meichsner mit seiner Frau von Hamburg in das bayrische Lenggries. Er verstarb dort, wenige Wochen nach seiner Frau, überraschend nach kurzer Krankheit am 1. Februar 2010 an einer Lungenentzündung. Er wurde auf dem dortigen Friedhof beigesetzt. Sein Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.Dieter-Meichsner-Archiv Bestandsübersicht bei der Akademie der Künste in Berlin.

Werke Romane Versucht’s noch mal mit uns. Rowohlt, Hamburg 1948. Weißt du, warum? rororo, Band 54, Rowohlt, Hamburg 1952. Die Studenten von Berlin. Rowohlt, Hamburg 1954; (Neuere Ausgabe: Schöffling, Frankfurt am Main und Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main, 2003, ISBN 978-3-89561-146-9.) Abrechnung. Ullstein, Berlin 1998, ISBN 3-550-08257-6.

Hörspiele 1958: Auf der Strecke nach D. – Regie: Curt Goetz-Pflug (Hörspiel – SFB) 1958: Besuch aus der Zone

Drehbücher Nachruf auf Jürgen Trahnke (1962) Freundschaftsspiel (1963) Nach Ladenschluß (1964) Die Geschichte des Rittmeisters Schach von Wuthenow (1966) Preis der Freiheit (1966) Das Arrangement (1967) Gerhard Langhammer und die Freiheit (1967) Wie ein Hirschberger Dänisch lernte (1968) Novemberverbrecher (1968) Der große Tag der Berta Laube (1969) Alma Mater (1969) Kennen Sie Georg Linke (1971) Seltsamer Tod eines Filialleiters (1971) Eintausend Milliarden (1974) Eiger – 2 Teile (1974) Der Stechlin – 3 Teile (1975) Das Rentenspiel (1977) Schwarz-Rot-Gold – 18 Teile (1982–1996) Imken, Anna und Maria oder Besuch aus der Zone (1994) Die 8. Todsünde: Gespensterjagd (2001) Die 8. Todsünde: Das Toskana-Karussell (2002)

Regie Der große Tag der Berta Laube (1969)

Produktion 1968: Heiligabend auf St. Pauli, Dokumentarfilm 1968: Die Kartenlegerin 1969: Die Unverbesserlichen und ihre Menschenkenntnis 1970: Die Unverbesserlichen und die Liebe 1970–1984: Tatort (Fernsehserie, 13 Folgen) 1971: Sparks in Neu-Grönland 1971: Die Unverbesserlichen und ihr Stolz 1972: Hoopers letzte Jagd 1972: Brekkukotsannál 1974: Bismarck von hinten oder Wir schließen nie 1975: Die Liebe zum Land – 2 Teile 1976: Im Norden das Meer, im Westen der Fluß, im Süden das Moor, im Osten Vorurteile 1977: In freier Landschaft 1979: Hiob (Fernsehfilm) 1982–1994: Schwarz-Rot-Gold (Fernsehserie, 2 Folgen) 1984: Ein Kriegsende 1989: Peter Strohm (Fernsehserie, 2 Folgen) 1990: Die Piefke-Saga

Auszeichnungen 1960: Ernst-Reuter-Preis 1967: Adolf-Grimme-Preis mit Silber für Preis der Freiheit, gemeinsam mit Egon Monk 1968: Ehrende Anerkennung der Pressejury beim Adolf-Grimme-Preis für Das Arrangement 1969: DAG-Fernsehpreis für das Dokumentarspiel NovemberverbrecherRupprecht Dittmar, Peter Stüber, Fritz Weise: Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft DAG, Buchreihe Mensch und Gesellschaft, Hamburg 1971, S. 224 1970: Alexander-Zinn-Preis 1980: Goldene Kamera 1985: Goldener Gong für Schwarz-Rot-Gold, gemeinsam mit Dieter Wedel 1994: Besondere Ehrung beim Adolf-Grimme-Preis 1993: Bundesverdienstkreuz am Bande 1967, 1968: Jakob-Kaiser-Preis 1975, 1991 und 1993: Ernst-Schneider-Preis Schillerpreis des Landes Baden-Württemberg Telestar

Weblinks

Internetseite von Dieter Meichsner NDR trauert um Dieter Meichsner. Website des Norddeutschen Rundfunks vom 3. Februar 2010 Dieter-Meichsner-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin

Einzelnachweise

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