mini|Claude Duret: Histoire admirable des plantes et herbes esmerueillables et miraculeuses en nature, 1605 mini|hochkant|Darstellung aus dem Buch The Vegetable Lamb of Tartary, 1887 mini|„Das Boramez, oder Scythische Lamm“ im Bilderbuch für Kinder von Friedrich Johann Justin Bertuch Das Skythische Lamm (Agnus scythicus),Denis Diderot: Agnus Skythicus In: L’Encyclopédie. 1. Ausgabe, 1751, S. 179–180 Pflanzliche Lamm (Agnus vegetabilis) oder Baumlamm, auch BorametzJohann Philipp Breyne: Dissertatiuncula de agno vegetabili scythico, borametz vulgo dicto. In: Philosophical Transactions. Band 33, Nr. 390, 31. Oktober 1725, S. 353–360 (doi:10.1098/rstl.1724.0068, ). genannt, ist ein mythologisches Fabelwesen, das sowohl tierische als auch pflanzliche Eigenschaften besitzt. In der Renaissance war das Skythische Lamm das Objekt zahlreicher philosophischer und botanischer Texte, die es als Heuristik nutzen, um die Natur besser zu verstehen.
Mythologie Das Skythische Lamm wächst/lebt im Land der Skythen und Tataren.
Der Stamm der Pflanze, die das Lamm am Nabel angewachsen trägt, ist sehr biegsam, damit das Lamm hin und her pendeln kann, um an die umliegenden Gräser zu kommen. Ist die Umgebung kahl gefressen, muss das Pflanzliche Lamm verhungern. Neben dem Hungertod hat das Skythische Lamm wegen seines zarten Fleisches den Wolf zum natürlichen Feind. Auch hat es den Menschen zu fürchten, da dieser sein prachtvolles goldenes Fell sowie sein magisches Blut (Paleae Cibotii) begehrt.
Botanik Es gibt eine Pflanze, die an das Baumlamm erinnert: Der Chinesische Schatullenfarn (Cibotium barometz) aus Farn-Unterfamilie Dicksoniaceae in der Familie der Cyatheaceen wächst auf den Sundainseln, in Südchina und Indien besitzt einen niederliegenden Stamm, der mit goldbraunen Haaren dicht besetzt ist. Der Beiname barometz bezieht sich auf das tatarische baranetz, was „Lämmchen“ bedeutet. Im Mittelalter wurden über Stammstücke dieses Farns, welche zufällig die Gestalt eines vierbeinigen Tiers hatten und Skythisches Lamm (Agnus scythicus) genannt wurden, allerlei Fabeln erzählt.
Cibotium barometz wird vor allem in China auch als Medizin verwendet. Angeblich soll es Leber und Nieren aufbauen, Knochen und Muskeln stärken. Haare des Rhizoms gelten zudem in China und Malaysia als blutstillendes Mittel. Aufgrund dieses Gebrauchs wird die Species immer seltener.
Literatur Judith J. Ho: Legend of the Lamb-Plant. In: Probe. Band 2, Nr. 3, 1992, S. 19–22 (PDF). Henry Lee: The vegetable lamb of Tartary. A curious fable of the cotton plant, to which is added a sketch of the history of cotton and the cotton trade. Sampson Low, Marston, Searle & Rivington, London 1887 (Digitalisat).
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