Deivid de Souza (* 22. Oktober 1979 in Nova Iguaçu) ist ein ehemaliger brasilianischer Fußballspieler, -trainer, -direktor und aktueller Spielerberater. Er ist bekannt durch seine fußballerischen Leistungen als mehrfacher Finaltorschütze bzw. entscheidender Torschütze und mannschaftsinterner Torschützenkönig in Teilen seiner Vereinsstationen im Fußball Brasiliens und der Türkei.

Leben Deivid de Souza kam 1979 als Sohn und als das Jüngstes von gesamt sieben Kindern seiner damaligen über 40-jährigen Mutter in der Großstadt Nova Iguaçu des brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro zur Welt. Er ist nach der fiktiven Person David Banner benannt worden, Bill Bixbys Rolle in der Fernsehserie „O Incrível Hulk“ () von 1978. Mit neun Monaten verlor de Souza seinen Vater an einem Herzinfarkt und wuchs als Halbwaise auf. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und musste aus familiären-finanziellen Gründen bereits im jungen Alter als Straßenverkäufer von Speisen seiner Familie mithelfen. Seine Familie lebte mit der Zeit in Nova Iguaçu und im Vorort Marechal Hermes von Rio de Janeiro.

Vor dem Vereinsfußball begann de Souza bereits mit sieben Jahren Futsal zu spielen. Er besuchte die Frutos-da-Terra-Schule in Nova Iguaçu nur bis zur ersten Klasse, trotz der Umstände unterstützte seine Mutter Maria die Fußballkarriere von ihm und sie lieh sich teilweise Geld von anderen, um ihn finanziell bei seinen Fahrtkosten zu unterstützen. Während seiner Profifußballkarriere verstarben seine Schwester Magda mit 33 Jahren (2001) und später seine Mutter Maria im Alter von 73 Jahren (2008). Deivid ist verheiratet und hat drei Kinder.

Karriere Als Spieler Deivid de Souza ist ein ehemaliger 1,80 Meter großer und offensiv ausgerichteter Fußballspieler. Er spielte primär im Sturm als hängende Spitze und Halbstürmer bzw. Mittelstürmer. Er wurde auch auf den offensiven Flügeln als Außenstürmer und unterstützend als Außenmittelfeldspieler eingesetzt. Während seiner ersten Zeit bei FC Santos erhielt er den Beinamen „O incrível Deivid“ () und „Hulk da Baixada“ (). Später erhielt Deivid marketingtechnisch 2001 auch den Beinamen „Hulk da Fiel“.

Anfänge in Brasilien Mit dem Vereinsfußball begann Deivid in seiner Kindheit, mit neun Jahren in der Metropolregion Rio de Janeiro bei Botafogo FR, wo er zwei Monate verbrachte. Danach nahm ihn sein Fußballtrainer zu Nova Iguaçu FC mit. Von 1994 bis 1998 spielte er in seiner Jugend bei den Junioren seines Geburtsortes und wurde 1998 in die Erstmannschaft befördert. Dort spielte er in der zweiten Klasse der Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro mit und überzeugte als Torschütze. Anschließend wechselte er 1999 auf Leihbasis zu den Junioren von Joinville EC und überzeugte im brasilianischen Juniorenturnier Copa-São-Paulo-Junior, wo er sich mit seiner Mannschaft als Gruppensieger für das Turnier-Achtelfinale qualifizierten im Januar 1999. Nach dem Juniorenturnier wurde Deivid in die Profimannschaft des Zweitligisten befördert. Er nahm mit Joinville EC an der Staatsmeisterschaft von Santa Catarina 1999 teil, dort erzielte er weitere Tore und war in der Staatsmeisterschaft mannschaftsintern der Torschützenkönig.

Nach seinen torreichen Leistungen weckte Deivid das Interesse des Erstligisten FC Santos und er wollte in Joinville für die Campeonato Brasileiro Série B 1999 nicht verbleiben. Die Leihe zu Joinville EC wurde mit allen Parteien einvernehmlich frühzeitig aufgelöst und der Offensivtalent de Souza wechselte anschließend auf Leihbasis anfänglich zu den Junioren von FC Santos. In einem Freundschaftsspiel gegen Jaraguá EC erhielt er im Südfrühling 1999 seinen ersten Einsatz in der Santos-Profimannschaft. Er überzeugte dabei als Einwechselspieler und erzielte die letzten zwei Tore seiner Mannschaft nach einem 1:2-Rückstand zum 3:3-Remis. Danach wurde de Souza fest in den Profikader gefördert und stand eine Woche später schon erstmals im Spieltagskader der Profimannschaft in der brasilianischen Série A.

In der Série A 1999 kam er im November 1999 gegen Ende der Ligasaison-Vorrunde zu seinen ersten Série-A-Einsätzen. Bei seinem ersten Santos-Ligaprofieinsatz kam de Souza als Einwechselspieler zum Einsatz gegen seinen Traumverein Flamengo Rio de Janeiro im Maracanã-Stadion und gab die entscheidende Torvorlage zum 1:0-Auswärtssieg. Am letzten Spieltag der Ligasaison-Vorrunde gab er gegen Cruzeiro Belo Horizonte im Alter von 20 Jahren mit erzielten zwei Toren seine Série-A-Torpremiere und sein -Startelfdebüt. Anfang 2000 nahm er mit FC-Santos-Junioren am Copa-São-Paulo-Junior 2000 teil und wurde mit seiner Mannschaft Turniervierter. Ab 2000 gehörte de Souza unter den Profi-Trainern Carlos Alberto Silva und Carlos Alberto Parreira fest zum Profikader an. Unter dem Profi-Trainer Geninho entwickelte sich de Souza in der Staatsmeisterschaft von São Paulo 2001 zum Stammspieler seiner Mannschaft.

Rekorde und erste Titelgewinne Aufgrund eines Arbeitsrechtsstreits mit FC Santos unter anderem wegen den 50%igen-Transferrechten und verzögerten Gehaltszahlungen wechselte Deivid anschließend im Südwinter 2001 innerhalb der Liga zum Lokalrivalen Corinthians São Paulo. Damit wurde Deivid damals der teuerste Rekord-Neuzugang mit einer Ablöse von 5,5 Millionen Brasilianischer Real – umgerechnet zirka 2,5–2,8 Millionen Euro für einen Teil der Transferrechte – der Corinthians-Vereinsgeschichte. Bei Copa Mercosur 2001 trug er in der K.-o.-Runde mit einem erzielten Tor im Viertelfinal-Rückspiel auch zum Halbfinaleinzug seiner Mannschaft bei, dies war der größte internationale Erfolg von Deivids Fußballkarriere. Des Weiteren trug er im Finale des Torneio Rio-São Paulo 2002 mit einem Tor auch zum 4:3-Gesamtsieg des Turnierfinals bei.

In den nationalen Wettbewerben hatte Deivid maßgeblichen Anteil am Gewinn des brasilianischen Pokals 2002, indem er ab dem Halbfinale alle Tore seiner Mannschaft erzielte, jeweils drei in den Halbfinal- und Pokalfinalspielen. Mit erzielten 13 Pokalsaison-Toren wurde Deivid damals der Rekord-Torschützenkönig des brasilianischen Pokalwettbewerbs. In Campeonato Brasileiro Série A 2002 trug er, mit seinem Mannschaftskollegen Guilherme, als offensive Leistungsträger die Nationalmeisterschaftsfinalspiele bei zu erreichen. Er gehörte mit erzielten 13 Ligameisterschaftstoren zu den zehnt-erfolgreichsten Torschützen der Nationalmeisterschaftssaison an und wurde am Saisonende 2002 mit seiner Mannschaft Vizemeister hinter FC Santos. Gemäß der brasilianischen Sportzeitschrift Placar gehörte Deivid 2002 mit 62 Wertungspunkten bei „Chuteira de Ouro“ () zu den brasilianischen Top-5-Torschützen des Jahres. Danach verlangte er im Januar 2003 eine Gehaltserhöhung vom Corinthians-Vorstand und beide Parteien zerstritten sich dabei.

Gegen Ende Januar 2003 wechselte Deivid auf Leihbasis zum Erstligisten Cruzeiro Belo Horizonte. Er gab Mitte Februar 2003 gleich sein Pflichtspieldebüt im Clássico Mineiro in der Staatsmeisterschaft von Minas Gerais 2003 und trug mit einem erzielten Tor zum 4:2-Derbysieg bei. Im weiteren Saisonverlauf trug er als einer der offensiven Leistungsträgern im Südherbst 2003 zum unbesiegten Gewinn der Staatsmeisterschaft von Minas Gerais und des brasilianischen Pokals bei. In Campeonato Brasileiro Série A 2003 trug Deivid mit erzielten 15 Ligatoren zu mehreren Punktgewinnen zum erfolgreichen Gewinn der Nationalmeisterschaft 2003, wobei er während der Ligameisterschaft im Juli 2003 den Verein frühzeitig verließ und gehörte trotz der Umstände am Saisonende 2003 immer noch zu den zehnt-erfolgreichsten Torschützen der brasilianischen Erstligasaison an. Damit gehörte Deivid zu den offensiven Schlüsselspielern für den Erfolg „Tríplice Coroa“ (), aus Staatsmeisterschaft, nationalen Pokal und Nationalmeisterschaft.

Wechsel nach Europa und Santos-Rückkehr Aufgrund einer Ausstiegsklausel verblieb er kein ganzes Jahr bei Cruzeiro Belo Horizonte und wechselte als führender Erstliga-Torschütze während der brasilianischen Nationalmeisterschaft im Juli 2003 nach Europa zum französischen Erstligisten und Europapokalteilnehmer Girondins Bordeaux. Dort sollte er den abgewanderten Pauleta ersetzen, den er auch anfänglich gemäß der portugiesischen Sportzeitung Record an den ersten fünf Spieltagen mit erzielten zwei Toren gut vertrat. Im weiteren Saisonverlauf der Ligue 1 2003/04 konnte Deivid nicht weiter an seine torreiche Form aus Brasilien anknüpfen, wobei er mit seinen erzielten wenigen Saisontoren für vereinzelte Punktgewinne und für den Achtelfinaleinzug des Coupe de la Ligue besorgte. Vor dem französischen Saisonende 2003/04 verließ Deivid bereits nach Anfang Mai 2004 auf Leihbasis bis in den Juni 2005 die Bordelais und kehrte temporär zu FC Santos zurück, um ihn auch rechtzeitig für die Spieler-Meldefrist des Copa Libertadores zu registrieren.

Mit FC Santos erreichte Deivid das Viertelfinale des Copa Libertadores 2004 und schied dort mit seiner Mannschaft gegen den späteren Copa-Libertadores-Gewinner Once Caldas knapp aus. In Campeonato Brasileiro Série A 2004 trug er als zweiterfolgreichster Ligatorschütze und mannschaftsinterner Torschützenkönig mit erzielten 22 Ligatoren zum Gewinn der Nationalmeisterschaft 2004 bei. In der Staatsmeisterschaft von São Paulo 2005 wurde Deivid zweiterfolgreichster Torschütze und mannschaftsinterner Torschützenkönig. Bis zu seinem vertraglichen Leihende im Juni 2005 führte er seine torreichen Leistungen fort und trug in Copa Libertadores 2005 die K.-o.-Runde zu erreichen und in Campeonato Brasileiro Série A 2005 mit, um die Führung der Nationalmeisterschaft mitzuspielen. Für Santos erzielte er in den vergangenen 13 Monaten 26 Tore in 48 Erstligaspieleinsätzen. Nach Leihende bemühte sich der FC-Santos-Vorstand im Juli 2005 ihn im Verein zu halten, aber die Bordelais lehnten die Transferangebote von FC Santos ab.

Er kehrte zu Girondins Bordeaux zurück und wurde anschließend im Juli 2005 zum portugiesischen Erstligisten und Europapokalteilnehmer Sporting Lissabon transferiert, für eine Ablösesumme in Höhe von drei Millionen Euro. In seiner ersten Saison für die Lissabonner kam Deivid in der Saison 2005/06 in 43 Pflichtspielen zu 33 Einsätzen, davon kam er in über 20 Spielen in der Startelf zum Einsatz und erzielte acht Tore. Mit seiner Mannschaft scheiterte Deivid zweimal an FC Porto, indem sie gegen die Portuenser im Pokal-Halbfinale im Elfmeterschießen ausschieden und in der Ligameisterschaft hinter denen Vizemeister wurden. In der Folgesaison startete er in der Primeira Liga 2006/07 erfolgreich, indem Deivid am 1. Spieltag seine Mannschaft zum 3:2-Auftaktsieg führte und an allen Toren beteiligt war. Trotz der Umstände entschied er sich nach nur einem Jahr überraschend gegen einen Verbleib in Portugal.

Mit Fenerbahçe weitere Titelgewinne Kurz vor Transferschluss im Nordsommer 2006 wechselte Deivid für einen Vierjahresvertrag in die Süper Lig zum türkischen Traditionsclub Fenerbahçe Istanbul, auf Wunsch des neuen Fenerbahçe-Cheftrainer Zico. In seiner ersten Saison für Fenerbahçe sorgte er mit seinen offensiven Leistungen in der Gruppenphase des türkischen Pokalwettbewerbs 2006/07 für den unbesiegten Gruppensieg und daraus folgendem Viertelfinaleinzug, am Ende der Pokalsaison gehörte Deivid zu den Top-3-Torschützen. In der Süper Lig 2006/07 trug Deivid maßgeblich mit seinen erzielten Toren zum vorzeitigen Gewinn der Süper-Lig-Meisterschaft bei, indem er während der Ligasaison unter anderem gegen den Meisterkonkurrenten der Hinrunde Vestel Manisaspor einen Hat-trick zum 3:2-Auswärtssieg und am drittletzten Spieltag gegen Trabzonspor den meisterschaftsentscheidenden Ausgleich und den 2:2-Endstand erzielte. Womit sein Verein in seinem 100-jährigen Vereinsbestehen vorzeitig die 26. Nationalmeisterschaft bzw. 17. Süper-Lig-Meisterschaft erlangte und wurden damit damals alleiniger Süper-Lig-Rekordmeister.