Mönninghausen ist ein etwa 840 Einwohner zählendes, 6,74 km² großes Dorf, das seit der Gebietsreform 1975 zur Stadt Geseke im Kreis Soest, Nordrhein-Westfalen, gehört. Die Bevölkerungsdichte beträgt 124 Einwohner/km². Ein ortsbildprägendes Gebäude ist die St. Vituskirche.So nicht anders angegeben, basieren die Angaben des Artikels auf Franz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017 und den anderen unter Literatur angeführten Titeln.Zur Kirche: Wilfried Hansmann, Kunstreiseführer Westfalen, Bindlach 1988, S. 197.Zur Eingemeindung: .Für die Einwohnerzahl: , abgerufen am 7. Januar 2018.

Ortsname Zum Zeitpunkt der Ersterwähnung wird der Ort 1120 „Munichuson“ genannt. Aus dem Mittelalter sind die Varianten „Monnickhusen“ (1184), „Munckehosen“ (1277), „Monikehusen“ (1293), „Munechusen“ (1297) und „Munchusen“ (1308–1510) überliefert. In der Frühen Neuzeit ist dann 1543 von „Monninghaußen“ und 1577 von „Mönninckhausen“ die Rede. Damit gehört der Ort ursprünglich zu den „-hausen“-Orten. Der erste Namensbestandteil ist das altsächsische Wort munik, mittelhochdeutsch mönek mit der Bedeutung des neuhochdeutschen Mönchs. Damit kann der Name als „bei den Mönchshäusern“ gedeutet werden und auf den dortigen Villikationshaupthof des Klosters Corvey zurückgeführt werden. Es wird diskutiert, ob dieser Name die Umbenennung eines älteren Ortes darstellt.Franz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 15 ff. Michael Flöer, Claudia Maria Korsmeier: Die Ortsnamen des Kreises Soest. Bielefeld 2009, S. 80 f, S. 328 f.

Geographie Geographische Lage Mönninghausen liegt im Übergang von der Lippeniederung zum Hellwegraum. Laut der heute meist benutzten Einteilung im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands liegt der Norden des Ortes in der Untereinheit 540.20 Obere Lippetalung, die in der Teileinheit 540.2 Ostmünsterländer Sande, der Haupteinheit 540 Ostmünsterland und der Haupteinheitengruppe 54 Westfälische Bucht liegt. Der Süden des Ortes zählt demnach zur Untereinheit 542.13 Geseker Unterbörde, die zu der Teileinheit 542.1 Unterer Hellweg, der Haupteinheit 542 Hellwegbörden und der Haupteinheitengruppe 54 Westfälische Bucht gehört. Die Grenze verläuft etwa auf Höhe des Ehrenmals bei der Kirche.Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1959. Online-Karte (PDF; 5,4 MB)

Ortsgebiet Feldflur und Siedlung des Dorfes umfassen eine Fläche von 6,74 km² mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von 2,7 km und einer West-Ost-Ausdehnung von 3,4 km. Sie liegen auf einer Höhe von 82 bis 95,1 m über NN. Für den Kirchhof wird die Höhe mit 84,8 m über NN angegeben.

Im Süden wird der Rand des Hellwegraums überwiegend als Ackerland genutzt, während im Norden mit Feuchtwiesen das Grünland überwiegt und durch Baumreihen und einzelne Bäume, vorwiegend Pappeln und Kopfweiden, eine Parklandschaft gebildet wird. Die früher häufigen Überschwemmungen sind dort durch Entwässerungsmaßnahmen des 19. und 20. Jahrhunderts seltener geworden. Von den Eichenwäldern im Norden und Osten des Ortsgebiets haben sich einige Bauernwälder erhalten. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts prägte auch die Plaggenwirtschaft die Landschaft. Die Siedlung selbst bildet ein aufgelockertes Haufendorf im Übergang zur Streusiedlung des Münsterlandes.Franz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 9–14.

Gewässer Der Störmeder Bach bildet aus Störmede kommend zunächst die Grenze zwischen Bönninghausen und der Kernstadt Geseke, bevor er die Ostgrenze Mönninghausens markiert. Nach dem Zusammenfluss mit dem Geseker Bach kurz vor der Brandenbaumer Mühle verlässt er Mönninghausen, um bei Garfeln in die Lippe zu münden.

Zur Gewinnung von Baulehm wurden sogenannte Lehmkuhlen angelegt, die sich nach dieser Nutzung häufig mit Wasser füllten und z. B. eine Zweitnutzung als Löschwasserteich fanden. Der Mönninghäuser Dorfteich ist diesen Ursprungs und trägt daher auch den Namen Lehmkuhle. Der Erhalt des künstlichen Gewässers erfordert Pflege, die von einer Anliegergemeinschaft geleistet wird.

Eine Spring genannte Quelle mit ihrem Quellteich Springlake speist im Nordteil der Ortssiedlung mehrere erhaltene Röthekuhlen, in der plattdeutschen Ortsmundart „Raute“ genannt. Quelle und Quellteich wurden Ende des 19. Jahrhunderts als Waschstelle gestaltet und 1990 in dieser Form restauriert.Franz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 10–13, 676–678.Die Raute und der Spring in Mönninghausen – Ehemals wichtige Einrichtungen der früheren Gemeinde Mönninghausen und Der alte Dorfteich auf der Seite der Ortschaft Mönninghausen, abgerufen am 23. Januar 2018.

Nachbarorte

Beginnend im Osten grenzt Mönninghausen im Uhrzeigersinn an die Kernstadt Geseke, die Geseker Ortsteile Bönninghausen und Ehringhausen, sowie die Lippstädter Ortsteile Hörste mit Öchtringhausen und Garfeln. Die Orte gehören alle zum Kreis Soest. Der Salzkottener Ortsteil Verlar im Kreis Paderborn wird nur durch einen schmalen Streifen Landes von Mönninghausen getrennt.Geographische Kommission für Westfalen (Hg.): Geographisch-Landeskundlicher Atlas von Westfalen, Themenbereich X Administration und Verwaltung, Doppelblatt staatliche und kommunale Verwaltungsgliederung. Münster 1990.Vgl. Kreis Soest (Hrsg.): Unser Kreis Soest – Ein Sachbuch für die Grundschule. Soest 1990, Kartenbeilage.

Geologie Im Bereich von Hellwegraum und Lippeniederung entstand in der Kreidezeit Kalkstein als Sediment in Meeren. In der Eiszeit entstanden dann unter Gletschern und Inlandeis Grundmoränen, die hier über den genannten Gesteinen als Geschiebemergel und Kies erscheinen Auch die hier auftretenden Findlinge aus Granit oder Gneis geht darauf zurück.

Nachfolgend lagerte der Wind im Hellwegraum an verschiedenen Stellen hierüber Löss und Sand ab. Der Südteil der Mönninghäuser Böden gehört zur fruchtbaren Hellwegbörde, wo die Braunerde stellenweise unterschiedlich aus Sand, Sandlöss, Verwitterungslehmen von Kalkschotter und Geschiebemergel zusammengesetzt ist. In Mönninghausen überwiegen hier Löss und Sandlöss.

In der Lippeniederung, zu der der Nordteil des Ortes zählt, wurden durch die Lippe zusätzlich Sand und Kies aus der Senne herangeführt. Im Bereich von Flüssen und Bächen kam es auch zu alluvialen Ablagerungen.Franz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 9–13.Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 19–24, 59 f, 65.

Klima Mönninghausen gehört wie die Westfälische Bucht insgesamt zum ozeanischen Klimabereich Nordwestdeutschlands, dem es geringe Temperaturgegensätze und milde Winter verdankt. Allerdings sind schon kontinentale Einflüsse wirksam. So liegt die Temperatur im Sommer höher und die Nächte sind kühler als in größerer Nähe zur Küste. An der Abmilderung der Niederschlagsmenge und der höheren Zahl an Sonnentagen sind allerdings auch die umliegenden Mittelgebirge beteiligt.

Die mittlere Jahresniederschlagsmenge beträgt 801 mm, die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,3 °C.Franz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 9.Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren, Paderborn 1974, S. 24 f.

Geschichte Erste urkundliche Erwähnungen des Ortes gehen auf das Jahr 1120 zurück, als „curtis Munichuson“, eines Haupthofes des Klosters Corvey. Seit 1843 bildete Mönninghausen mit anderen Orten der Umgebung das Amt Störmede.Die Geschichte von Mönninghausen (abgerufen am 16. Juni 2011)

Eingemeindung

+Ortsvorsteher seit der Kommunalen NeugliederungFranz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 619, 625.1975–1989Franz Ludwig1994–2012Josef Gillejohannseit 2012Irene Struwe-Pieper

Am 1. Januar 1975 wurde Mönninghausen aufgrund des Münster/Hamm-Gesetzes vom 26. Juli 1974 nach Geseke eingemeindet.

Das Amt Störmede wurde bei der Kommunalen Neugliederung aufgelöst, da die Städte und Gemeinden jetzt den Kreisen direkt untergeordnet sind. Mönninghausen ist ein Stadtteil Gesekes und der von den Bürgern gewählte Stadtrat wählt für die Stadtteile Ortsvorsteher. Rechtsnachfolgerin des Amtes Störmede und der Gemeinde Mönninghausen ist die Stadt Geseke.Vgl. Franz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 619.

Einwohnerentwicklung + Einwohnerentwicklung im 19. JahrhundertFranz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 631. Jahr18181831183918431852185518581867187118851895Einwohner483536523581520524510508538531544

+ Einwohnerentwicklung im 20. JahrhundertFranz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 631. Die Angaben für 2017 erfolgen nach der , abgerufen am 7. Januar 2018. Jahr190519251933193919461949195019561961196519751982199419972002200720152017Einwohner550598601561805786771731693687668706651700778814823860

Religion Der Ort ist traditionell katholisch und auch heute ist die Mehrheit der Mönninghäuser Bevölkerung römisch-katholisch und gehört zur Pfarrgemeinde Sankt Vitus Mönninghausen im Pastoralverbund Geseke, der zum Dekanat Lippstadt-Rüthen im Erzbistum Paderborn gehört. Im Gemeindeleben spielen Vereine eine wichtige Rolle. Zu nennen sind die Katholische Frauengemeinschaft Mönninghausen, der Schützenverein Mönninghausen-Bönninghausen und der Jugendclub St. Vitus. Die Interessengemeinschaft Kreuzkirche kümmert sich um den Erhalt der alten St.-Vitus-Kirche.

Die evangelischen Christen gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Geseke im Evangelischen Kirchenkreis Soest, der zur Evangelischen Kirche von Westfalen gehört.Franz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 660–666, 671 f., abgerufen am 23. Januar 2018.Seite der Evangelischen Kirche von Westfalen zur räumlichen Einteilung, abgerufen am 23. Januar 2018.Seite des Erzbistums Paderborn mit Karten der Dekanate und der Gemeinden, abgerufen am 23. Januar 2018.

Politik Stadtratswahl Mönninghausen bildet zusammen mit Bönninghausen einen gemeinsamen Wahlkreis. Bei der letzten Ratswahl erreichten die Parteien dort folgende Ergebnisse:

+ Ergebnisse der Wahl zum Geseker Ratin Mönninghausen am 25. Mai 2014, abgerufen am 7. Januar 2018. ParteiCDUSPDFDPBG Stimmenzahl271112698 Prozentpunkte55,6523,001,2320,12

Politische Vertreter der Ortschaft Ortsvorsteherin ist seit 2012 Irene Struwe-Pieper (CDU). Berthold Sprick (BG) vertritt als weiteres Ratsmitglied den Ortsteil Mönninghausen im Rat der Stadt Geseke.

Wappen Das am 17. September 1937 vom Oberpräsidenten der Provinz Westfalen genehmigte Mönninghäuser Ortswappen zeigt „von Rot und Gold geteilt oben ein rotes fünfspeichiges Rad“. Das rot-gold geteilte Schild war Wappen des Stifts Corvey und verweist auf die ursprüngliche Zugehörigkeit des Vitsamt Mönninghausen zu diesem Reichskloster. Das Vitsamt wurde an die Herren von Hörde verlehnt. Auf diese verweist das fünfspeichige Hörder Rad.Siehe zum Mönninghäuser Wappen. Franz Jakob: Mönninghausen 1120–2017 – Ein westfälisches Dorf im Spiegel der Geschichte. Geseke 2017, S. 431. mini|120px|links|Wappen des Stifts Corvey

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft In Mönninghausen arbeiten rund 180 Voll- und Teilzeitbeschäftigte vor allem im Bereich der Elektrotechnik, Industrieelektronik, Metalltechnik sowie im Segment Kunststoffe. Sie fertigen Produkte für den heimischen Bedarf, den europäischen Markt und für den weltweiten Export.Bernd Müller, Wirtschaftsbetriebe in Mönninghausen auf der Seite , abgerufen am 18. Januar 2018.

Primärer Sektor