Eröffnung:4. Oktober 1968 (1. Teilabschnitt)Linien: Stationen:40 + 2 (auf D-Strecke angebunden)

Die U-Bahn-Strecke A oder A-Strecke ist die älteste und längste der drei Strecken der so genannten Frankfurter U-Bahn. Das Stadtbahnnetz von Frankfurt am Main besteht aus neun Linien, die sich im inneren Stadtbereich zu drei Grundstrecken bündeln und nur in den Außenbezirken verzweigen.

Die A-Strecke ist eine wichtige Nord-Süd-Achse und verläuft vom Südbahnhof über die Innenstadt und die Eschersheimer Landstraße nach Heddernheim. Dort und an einigen der folgenden Stationen verzweigt sie sich in schließlich vier Äste, die in die Nordweststadt, nach Oberursel, nach Bad Homburg und zum – offiziell zur D-Strecke gehörenden – Riedberg führen. Sie besitzt 40 Stationen, davon sind neun im Tunnel und vier nach Metro-Kriterien ausgebaute offene Bahnhöfe. Zwei weitere liegen auf der Riedberg-Spange. Die A-Strecke wird von den Linien U1, U2, U3 und U8 befahren. Kern der A-Strecke ist die am 4. Oktober 1968 eröffnete älteste Strecke der Frankfurter U-Bahn von der Hauptwache zum Nordwestzentrum.

Verlauf und Streckenbeschreibung Linienläufe: Die A-Strecke lässt sich in fünf Streckenabschnitte unterteilen, die von den vier Linien U1, U2, U3 und U8 befahren werden. Alle Linien beginnen am Südbahnhof und benutzen die gemeinsame innerstädtische Stammstrecke bis Heddernheim. Hier teilt sich die Strecke in vier Äste, die über die Nordweststadt nach Ginnheim (U1), über Bonames und Nieder-Eschbach nach Gonzenheim (U2), über Oberursel zur Hohemark (U3) und seit 2010 über eine Verbindungsspange zum Riedberg (U8) verkehren. Es handelt sich im Grunde also um eine einzige Strecke, die sich in den nördlichen Außenbezirken in drei Äste mit einer Verbindungsspange zwischen dem mittleren und dem östlichen Ast verzweigt.

Die Linie U1 verkehrt als älteste Frankfurter U-Bahn-Linie seit 1968, bis 1978 unter dem Namen „A1“. Die Linie U2 nach Bad Homburg trug von 1910 bis 1971 als Überlandstraßenbahn der Frankfurter Lokalbahn die Liniennummer 25, danach verkehrte sie bis 1978 als U-Bahn-Linie „A2“. Die Oberurseler Strecke, heute von Linie U3 befahren, verkehrte von 1910 bis 1971 als Straßenbahnlinie 24, danach bis 1978 als U-Bahn-Linie „A3“. Zusätzlich verkehrte von 1910 bis 1971 auf dem Homburger Ast eine Verstärkungslinie 23 von der Innenstadt bis Bonames, von 1971 bis 1978 als „A4“. Seit Ende 2010 verbindet die neue Linie U8 den Stadtteil Riedberg mit der Innenstadt.

Die Unterscheidungen der Linien nach Buchstaben resultieren zwar vorwiegend aus planerischen und baulichen Unterlagen, wurden aber – einmalig in Deutschland – in die ehemaligen Liniennummern A1 bis A4 übernommen, die auf der Strecke fuhren. Dies galt auch für die ehemalige B1 (heutige U5), die auf der U-Bahn-Strecke B verkehrte. Wie sehr die Affinität zu den Planungs- und Bauunterlagen in Frankfurt ging, wird daran deutlich, dass die Zwischenebene an der Station Hauptwache bis heute auch im Volksmund „B-Ebene“ heißt (A-Ebene = Erdboden, C-Ebene S-Bahn und U-Bahn C-Strecke mit U6 und U7, D-Ebene A-Strecke).

Innerhalb der Linien A1 bis A4 war die rote Farbe für die Linie A1 und die grüne Linie für die Linie A2 vorgesehen. In der originalen Gestaltung der Haltestellen von der Hauptwache bis Heddernheim waren beide Farbstreifen in Form unterschiedlich langer waagerechter Farbstreifen als Orientierungshilfe angebracht, während beispielsweise am Zeilweg, wo nur die U1 verkehrt, lediglich der rote Balken zu finden war. Die Farbgebung hatte zwar in der Stationsgestaltung mehr als 30 Jahre Bestand, wurde aber nicht weiter aufgegriffen und blieb daher ungenutzt.

Streckenabschnitte Offiziell wird die A-Strecke nicht nach den Linienführungen untergliedert, sondern nach Bauabschnitten. Die Abschnitte der Stammstrecke sind mit römischen Zahlen nummeriert. Die Anschlussstrecken haben arabische Nummern, wobei die Strecke zum Riedberg offiziell zur D-Strecke gehört.

Im Einzelnen gilt folgende Nummerierung (von Süd nach Nord sowie von West nach Ost): Teil der Stammstrecke A V Neu-Isenburg – Südbahnhof Realisierung nicht absehbar Teil der Stammstrecke A IV Südbahnhof – Untermainkai in Betrieb U1, U2, U3, U8 Teil der Stammstrecke A II Untermainkai – Willy-Brandt-Platz – Kaiserstraße in Betrieb U1, U2, U3, U8; das Baulos gehörte teilweise zu B I Teil der Stammstrecke A I (Rampe Große Gallusstraße –) Hauptwache – Rampe Humserstraße Rampe Große Gallusstraße stillgelegt; übrige Strecke in Betrieb U1, U2, U3, U8 Teil der Stammstrecke A III Rampe Humserstraße – Weißer Stein an der Oberfläche in Betrieb U1, U2, U3, U8; Tunnelführung nicht mehr angestrebt Teil der Stammstrecke und Anschlussstrecke A 1 Weißer Stein – Heddernheim – Nordwestzentrum – Ginnheim in Betrieb: bis Heddernheim U1, U2, U3, U8, Heddernheim bis Gleisdreieck Niederursel U1, U3, U8, ab Gleisdreieck Niederursel U1, U9 Anschlussstrecke A 3 Gleisdreieck Niederursel – Oberursel-Hohemark in Betrieb U3 (Teil der D-Strecke) Riedbergspange in Betrieb U8, U9 Anschlussstrecke A 2 Heddernheim – Gonzenheim – Bad Homburg Bahnhof bis Nieder-Eschbach in Betrieb U2, U9, bis Gonzenheim in Betrieb U2, ab Gonzenheim in Bau

Im Folgenden werden nun alle Teilabschnitte von Süd nach Nord geordnet betrachtet.

Stammstrecke Südbahnhof – Heddernheim Sachsenhausen mini|Kehr- und Abstellanlage am Südbahnhofmini|U-Bahn-Gleise im Südbahnhof mit historischen Fotosmini|U-Bahnhof Schweizer Platz

Die A-Strecke beginnt am Südbahnhof im Stadtbezirk Sachsenhausen. Der Südbahnhof ist ein wichtiger Knoten des Nah- und Regionalverkehrs. Hier halten Fernzüge, die Regionalzüge des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, die S-Bahn-Züge nach Langen und Darmstadt, Stadt- und Regionalbusse sowie die Straßenbahnlinien 15, 16, 18 und 19. Die Bahnsteighalle der U-Bahn liegt quer unter den Bahnsteigen der Eisenbahn und bietet kurze Umsteigewege zu den anderen Schienenverkehrsmitteln. Als Endstation der A-Strecke schließt sich an die Bahnsteiggleise nach Süden eine dreigleisige Wende- und Abstellanlage an, deren äußere Gleise für eine projektierte Weiterführung der Strecke in Richtung Sachsenhäuser Warte vorgesehen waren (siehe Neubauprojekte).

Der Südbahnhof liegt in einem lebendigen, gründerzeitlichen Innenstadtviertel, das neben Einzelhandels- und Gastronomie-Einrichtungen auch über zahlreiche begehrte Wohnungen verfügt. Der halbrunde Bahnhofsvorplatz, der Diesterwegplatz, ist Mittelpunkt dieses Stadtquartiers und dient mehrmals wöchentlich als Marktplatz.

Der Streckentunnel der U-Bahn verläuft vom Südbahnhof durch die Diesterwegstraße zum Schweizer Platz und unterquert dort die Schweizer Straße. Die nach dem Vorbild Pariser Boulevards angelegte Schweizer Straße ist mit ihren zahlreichen Geschäften und Kneipen die Hauptstraße von Sachsenhausen. Der U-Bahnhof Schweizer Platz liegt unter dem von Schweizer-, Schneckenhof-, Cranach- und Gartenstraße begrenzten Häuserblock. Die Station Schweizer Platz wurde als erste Station in Frankfurt vollständig bergmännisch errichtet, da die Bebauung des Schweizer Platzes die sonst übliche Baugrube ohne Gefährdung der Standfestigkeit benachbarter Bauten nicht zuließ. Durch die besondere Bauweise – erst die beiden Röhren, dann die Verbindung mittels einer dritten Röhre – vermittelt die dreischiffige, gewölbte Bahnsteighalle einen sakralen Raumeindruck und erinnert an eine romanische Krypta.

Nördlich davon unterfährt die U-Bahn drei weitere Häuserblocks, das Deutsche Architekturmuseum am Museumsufer und anschließend – etwas westlich der Untermainbrücke – den Main, dessen Unterquerung ebenfalls mit ganz besonderen Schwierigkeiten verbunden war (siehe Tunnelbau).

City mini|Schnellbahnknoten Hauptwache

Die U-Bahn unterquert – vom Main kommend – die Nizzaanlagen und das Jüdische Museum, um in Höhe der Städtischen Bühnen die Neue Mainzer Straße zu erreichen. Diese nordmainische Fortsetzung der Schweizer Straße ist die Hauptachse des Frankfurter Bankenviertels, eine sehenswerte Straßenschlucht. Unter der hier abzweigenden Friedensstraße liegt der U-Bahnhof Willy-Brandt-Platz (bis 1992 Theaterplatz). Sein südlicher Ausgang führt auf ebendiesen, der nördliche auf den Kaiserplatz. Am Willy-Brandt-Platz kann seit 1974 auf die Linien der B-Strecke umgestiegen werden; es handelt sich um den ältesten Umsteigebahnhof der Frankfurter U-Bahn. Von 1971 bis 1984 war er der südliche Endpunkt der A-Strecke. Ebenfalls kann hier auf die an der Oberfläche verkehrenden Straßenbahnlinien 11, 12 und 14 umgestiegen werden.

Die Strecke verläuft ab dem Kaiserplatz durch die Kaiserstraße und den Roßmarkt bis zur Hauptwache. Hier – im Stadtmittelpunkt des modernen Frankfurt – treffen A-Strecke, C-Strecke und der City-Tunnel der S-Bahn im Schnellbahnknoten Hauptwache zusammen. Unter dem Platz liegt ein ausgedehntes, im Frankfurter Sprachgebrauch als B-Ebene bezeichnetes, Einkaufs- und Verteilergeschoss. Darunter liegt der viergleisige Gemeinschaftsbahnhof der C-Strecke und der S-Bahn, noch tiefer quer dazu – im dritten Untergeschoss – schließlich der Bahnhof der A-Strecke. Nach Eröffnung der Frankfurter U-Bahn 1968 war er bis 1971 der südliche Endpunkt der ersten Frankfurter U-Bahn-Linie, der damaligen A1.

Von der Hauptwache führt ein relativ kurzer Streckentunnel durch die Große Eschenheimer Straße nach Norden zum Eschenheimer Tor. Beim Bau des U-Bahnhofs Eschenheimer Tor wollte man nicht nur den öffentlichen Nahverkehr, sondern auch die Fußgänger in den Untergrund verbannen, um an der Oberfläche maximalen Platz für den Kfz-Verkehr zu schaffen: der historische Platz – schon im frühen 20. Jahrhundert eine große Straßenkreuzung – sollte nach der Planung der 1960er Jahre von Passanten nur noch durch das Verteilergeschoss des Bahnhofs unterquert werden. Nach einigen Jahren wurden jedoch wieder ebenerdige Fußgängerquerungen eingerichtet.

Westend und Nordend mini|U-Bahnhof Holzhausenstraße

Am Eschenheimer Tor beginnt die Eschersheimer Landstraße, die wichtigste nördliche Ausfallstraße der Stadt. In ihrem ersten Abschnitt bildet sie die Grenze zwischen den gründerzeitlichen Innenstadtbezirken Westend und Nordend und ist vergleichsweise schmal und kurvenreich. Hier befinden sich drei baulich recht ähnliche U-Bahnhöfe, die Stationen Grüneburgweg, Holzhausenstraße und Miquel-/Adickesallee.

Der erstgenannte Bahnhof erschließt den Grüneburgweg, eine Einkaufsstraße im Westend, und die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Die Station Holzhausenstraße dient den Studenten der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main auf ihrem Weg zum neuen Campus Westend im ehemaligen I.G. Farben-Gebäude. Am Bahnhof Miquel-/Adickesallee liegt das neue Polizeipräsidium. Beim Bau dieses Bahnhofs wurde als Bauvorleistung ein Teilstück eines geplanten Autobahntunnels im Rahmen der heutigen A 66 („Alleentunnel“) inklusive unterirdischer Bushaltestelle miterrichtet. Diese Planung wurde später aufgegeben, ein Teil des bereits gebauten Stücks dient seitdem als Fußgängertunnel.

Die Station Miquel-/Adickesallee wurde als erste Station des Frankfurter U-Bahn-Netzes geplant und errichtet. Die Bahnsteiglänge ist mit 95 Metern um fünf Meter kürzer als die der übrigen Stationen, da sie auf die Länge eines Zuges aus vier Wagen des Prototyps U1 bemessen worden ist. Dieser ist mit 23 Metern etwa einen Meter kürzer als die nachfolgenden Baureihen. Auf eine Verlängerung des Bahnsteiges hat man aus Kostengründen verzichtet. Bei Zügen aus vier Triebwagen wird stattdessen die letzte Tür elektronisch verriegelt, da sie im Tunnel zum Stehen kommen kann. Die Fahrgäste werden darauf durch eine automatische Durchsage hingewiesen.

Dornbusch, Eschersheim und Heddernheim mini|Beginn der Trassierung auf dem Mittelstreifen an der Rampe „Humserstraße“mini|links|Dornbusch: Unterirdischer Zugang (mit Deckengemälde) zur Station an der Oberfläche