mini|Michael Schade als Tamino in Der Zauberflöte zweyter Theil. Das Labyrinth, Salzburger Festspiele 2012
Michael Schade (* 23. Januar 1965 in Genf) ist ein kanadisch-deutscher Opern-, Konzert- und Liedersänger.
Er galt als ein führender Mozart-Tenor der 1990er Jahre und hat sein Repertoire mittlerweile in dramatische Regionen bis hin zum Walter von Stolzing in Wagners Meistersingern erweitert. Es umfasst auch Werke von Richard Strauss, Strawinsky, Rossini, Donizetti und Beethoven.
Leben Schades Eltern stammen aus Gelsenkirchen in Deutschland. Sein Vater Hans arbeitete als Ingenieur in Genf, wo seine drei Kinder, Johannes (Hans), Michael und Isabelle, geboren wurden. Nachdem Hans Schade vom kanadischen Nickelkonzern Vale Inco angestellt worden war, zog die Familie 1977 nach Toronto.
Michaels Eltern waren beide musikalisch: Sie sangen in Kirchen- und halbprofessionellen Chören. Michael ging in die St. Michael’s Choir School in Toronto. Während eines Zoologiestudiums trat er dem Universitätschor bei, wo sein Gesangstalent auffiel und gefördert wurde. Er bekam ein Stipendium für eine Musikerausbildung.
Nach dem Abschluss 1988 besuchte Michael Schade das Master’s Program am Curtis Institute of Music in Philadelphia/USA. Noch im selben Jahr wurde er von der Pacific Opera Victoria (British Columbia) eingeladen, die Rolle des Jacquino in Beethovens „Fidelio“ zu singen. 1990, noch Student am Curtis, gewann er den New-York-Oratorien-Wettbewerb und bekam die Chance, in Händels Messiah in der Carnegie Hall zu singen. Das war der Start seiner Karriere.
Michael Schade war mit der Mezzosopranistin Norine Burgess verheiratet.Norine Burgess: Biographie bei Klassik Heute, abgerufen am 27. Februar 2015. Er ist in zweiter Ehe mit Dee McKee verheiratet.Schade und McKee: „Nicht nur zuschauen!“ Interview-Artikel in Die Presse vom 17. Mai 2012, abgerufen am 27. Februar 2015.
Laufbahn Die ersten Engagements führten Michael Schade nach Pesaro, Bologna, Toronto, Calgary und Vancouver. Helmuth Rilling engagierte ihn 1991 für eine Europatournee als Evangelist in Bachs Johannes-Passion.
1992 wurde Schade von der kanadischen Regierung mit dem mit 27.000 Dollar dotierten Virginia-P.-Moore-Preis ausgezeichnet. Das Preisgeld ermöglichte Fortbildung und Reisen zu Vorsingen. 1992 wurde Schade Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, die auch heute noch sein „Haupthaus“ ist. Außerdem singt Schade an der Metropolitan Opera in New York, der Mailänder Scala, der San Francisco Opera, der Los Angeles Opera, der Lyric Opera of Chicago, der Canadian Opera Company, der Hamburger Staatsoper und der Pariser Oper.
Eine besonders innige Zusammenarbeit verbindet Schade mit den Salzburger Festspielen, wo er seit 1994 regelmäßig auftritt. Schade sang in Salzburg drei wichtige Mozart-Tenor-Rollen (Tamino, Don Ottavio, Titus), aber auch Hauptrollen in Cherubinis Médée (2000), Purcells King Arthur (2004), Haydns Armida (2007 und 2009), sowie in Peter von Winters Labyrinth (2012). Schade bestritt im Rahmen der Salzburger Festspiele auch mehrere Liederabende und zahlreiche Orchesterkonzerte und Oratorien, zuletzt 2013 Die Schöpfung und Die Jahreszeiten unter Leitung von Nikolaus Harnoncourt.
Michael Schade tritt regelmäßig als Konzert- und Liedersänger auf. So ist er kontinuierlich Gast beim Lieder- und Kammermusik-Festival Schubertiade Schwarzenberg. Von Dezember 2011 bis Oktober 2013 war Michael Schade Mitglied des Vorstands der Europäischen Musiktheater-Akademie. Er übernahm 2013 die Künstlerische Leitung der Internationalen Barocktage Stift Melk und war von Pfingsten 2014 bis Pfingsten 2019 für das künstlerische Programm des Festivals verantwortlich. Sein Vertrag in Melk wurde im Jahr 2020 bis 2027 verlängert.
Michael Schade bekleidet eine Professur für Gesang am Institut für Alte Musik der mdw-Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Diskographie – Auswahl mini|Michael Schade mit Angelika Kirchschlager, Eröffnung der Wiener Festwochen 2013
Bach, Johannes-Passion (Rilling) Hänssler Bach, Matthäus-Passion (Harnoncourt) Teldec Beethoven, Fidelio (Davis) BMG Händel, Messiah (Harnoncourt) DHM Haydn, Die Schöpfung (Gardiner) DGG/Archiv Haydn, Theresienmesse (Pinnock) DGG/Archiv Mahler, Das Lied von der Erde (Boulez) DGG Mendelssohn Bartholdy, Elias (Rilling) Hänssler Mozart, Die Zauberflöte (Gardiner) DGG Archiv Mozart, Requiem (Abbado) DGG Verdi, Otello (Chung) DGG Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg (Sawallisch) EMI Of Ladies and Love, Lieder von Schubert, Fauré u. a., Hyperion
Auszeichnungen 2007 zum österreichischen Kammersänger ernannt 2009 Rolf-Mares-Preis für seine Darstellung in Death in Venice an der Hamburgischen Staatsoper 2017 Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich 2017 Officer to the Order of Canada (OC) 2019 Feinschmecker des Jahres, Auszeichnung des Gault&Millau Österreich
Weblinks Website von Michael Schade abgerufen am 26. Februar 2015 Vorstand der Europäischen Musiktheater-Akademie
Einzelnachweise
Kategorie:Opernsänger Kategorie:Tenor Kategorie:Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper Kategorie:Österreichischer Kammersänger Kategorie:Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich Kategorie:Deutscher Kategorie:Kanadier Kategorie:Geboren 1965 Kategorie:Mann