Salder ist einer der insgesamt 31 Stadtteile der kreisfreien Stadt Salzgitter in Niedersachsen, gelegen in der Ortschaft Nord. Salder gehörte bis zum 31. März 1942 zum Landkreis Wolfenbüttel und wurde durch einen Verwaltungsakt am 1. April 1942 ein Teil der Großstadt Watenstedt-Salzgitter. Am 23. Januar 1951 wurde diese amtlich in Salzgitter umbenannt.

Geographie Lage Salder liegt nördlich der Lichtenberge, dem Nordwestteil des langgestreckten Salzgitter-Höhenzugs, der wiederum zum nördlichen Harzvorland gehört. Im Nordwesten geht die Ortschaft fast fließend in Lebenstedt über, den größten Stadtteil Salzgitters.

Geologie

Geschichte Ortsname Salder wurde zum ersten Mal 1161 schriftlich erwähnt, als in einer Urkunde der Name Thidericus de Saldere genannt wird.Koken: Geschichte der Grafschaft Dassel, in: Vaterländisches Archiv des Historischen Vereins fur Niedersachsen, Hannover 1841, S. 139–252, n. III, S. 238–242, hier: S. 242. Ein anderer Thidericus de Saldere erscheint in einer Urkunde aus dem Jahr 1299 (Urkunden der Bischöfe von Hildesheim, Hannover 1846, Urkunde 42, S. 45 f.). Die Schreibweise des Ortsnamens variierte in der Vergangenheit wenig und es gibt nur seltene Abweichungen, so wird z. B. in einer Urkunde von 1428 ein Edverd von Zaldere genannt, 1569 wird der Ort als Saller genannt und 1623 ist von einem Bürger Christoff Gerd von Gr. Salter die Rede.

Zur Deutung des Ortsnamens gibt es unterschiedliche Meinungen, von denen sich aber keine durchsetzen konnte. Eine mögliche Deutung leitet den Namen vom althochdeutschen salhâ oder salaha für Salweide ab, einem Baum, der oft außerhalb von Feuchtgebieten wächst. Eine weitere Erklärung hält das lateinische Wort saltus, das für gebirgiges, waldiges Landstück oder Waldgebirge steht, für wahrscheinlich, was mit der Lage Salders auf einer leichten Anhöhe an der Fuhse erklärt werden kann.

Entstehung des Ortes Der Ort liegt auf einer Anhöhe an der Fuhse und an einer im Mittelalter wichtigen Heerstraße. Dies war der „Magdeburger Königsweg“ (Deitweg), ein Abschnitt des Rhein-Elbe-Weges, der von Hildesheim kommend an Lichtenberg und Salder vorbei über die Okerfurt bei Ohrum und weiter nach Halberstadt und Magdeburg führte. Das Tal der Fuhse ist bei Salder durch die herantretenden Berge verengt, so dass hier ein Übergang über den Fluss entstand, der neben dem Königsweg auch von vielen anderen Wegen benutzt wurde. Nahe dem Ort wurde schon um das Jahr 1000 eine kleine Burg angelegt, die dem Schutz und auch der Kontrolle dieses Überweges diente. Diese Burg, die in alten Karten von Salder als „Alter Hof“ oder „Kleiner Hof“ bezeichnet wird, war auch der erste Sitz des Geschlechtes von Saldern, das bereits im 12. Jahrhundert erwähnt wurde.Jörg Leuschner, Annemarie Mühe: Das mittelalterliche Dorf Salder – Adelssitz und Bauerndorf. In: Salder – Die Geschichte eines Dorfes in Salzgitter. S. 39.

Der Ort war aber mit Sicherheit schon früher bewohnt. Dies belegen Grabungsfunde im Gebiet der heutigen Siedlung „Teichkamp“, die auf die frühe Römische Kaiserzeit datiert werden und die auf eine kontinuierliche Besiedlung zwischen dem 1. und 6. Jahrhundert hinweisen. Hierbei handelte es sich um eine kleinere germanische Anlage, die aus einigen verstreut stehenden Einzelgehöften bestand. Eine zweite Siedlung aus der frührömischen Kaiserzeit lag im Westen Salders, etwa auf dem Gelände des heutigen Friedhofs, eine weitere wird an der Grenze zum Stadtteil Heerte vermutet. Aus der Zeit nach dem 6. Jahrhundert liegen keine weiteren Funde vor, so dass nicht geklärt werden kann, ob der um 1000 angelegte Ort Salder sich aus diesen Siedlungen entwickelt hat oder ob es sich um eine Neuansiedlung handelte.Jörg Leuschner, Annemarie Mühe: Das mittelalterliche Dorf Salder – Adelssitz und Bauerndorf. In: Salder – Die Geschichte eines Dorfes in Salzgitter. S. 40.

Der oberhalb der Fuhse liegende Ort war von einem Schutzwall umgeben, die Kirche stand in der Mitte des Ortes. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts verlegten die Bewohner der umliegenden Dörfer Dutzum (1022 „Dusunhem“ genannt, nördlich des Weges zwischen Salder und Watenstedt) und Klein-Lebenstedt (am Weg vom alten Dorf Lebenstedt nach Hallendorf) ihren Wohnsitz nach Salder, da ihnen die befestigte Lage des Ortes mehr Sicherheit bieten konnte. Die beiden Dörfer wurden damit aufgegeben und fielen wüst.Jörg Leuschner, Annemarie Mühe: Das mittelalterliche Dorf Salder – Adelssitz und Bauerndorf. In: Salder – Die Geschichte eines Dorfes in Salzgitter. S. 43.

Zugehörigkeit des Ortes Die Burg Lichtenberg und die umliegenden Orte wie auch Salder gehörten seit der Zeit Heinrichs des Löwen zum Herrschaftsbereich der Welfen. Aus diesem ging 1235 das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg hervor, nach dessen Teilung im Jahr 1269 fiel der Ort an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel.

Salder gehörte zum Amt Lichtenberg, das in der Mitte des 15. Jahrhunderts seine größte Ausdehnung erreichte. Nachdem zwischen 1539 und 1542 das Amt Lichtenberg verkleinert wurde und ein Teil des Amtes in das neue Amt Gebhardshagen ausgegliedert worden war, blieb Salder bei Lichtenberg. Als 1714 Herzog August Wilhelm die Nachfolge seines Vaters antrat, wurde Salder zusammen mit Watenstedt zu einem eigenständigen Amts- und Gerichtsbezirk. Herzog Karl I. legte 1774 die Ämter Lichtenberg, Gebhardshagen und Salder zum Amt Salder zusammen, ab 1795 war das Schloss Salder Sitz des Amtes.

Das Königreich Westphalen bestand zwischen dem Frieden von Tilsit 1807 und der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. In dieser Zeit gehörte der Kanton Salder zum Distrikt Braunschweig des Oker-Departments. Zum Kanton Salder gehörten aus dem heutigen Salzgitter die Orte Watenstedt, Heerte, Barum, Hallendorf, Lewensiedt (Lebenstedt), Engelnstedt, Bleckenstedt, Sauingen, Üfingen sowie Alvesse mit Wierthe (beide heute Landkreis Peine). Nach dem Wiener Kongress 1814/15 wurde das alte Herzogtum wiederhergestellt und in fünf Distrikte aufgeteilt. Die ehemaligen Kantone Gebhardshagen, Salder und Lesse wurden zum Kreisgericht Salder (später Kreisamt Salder) zusammengefasst und dem Distrikt Wolfenbüttel zugeteilt, der 1832 zur Kreisdirektion Wolfenbüttel wurde.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde der Freistaat Braunschweig zum Nachfolger des Herzogtums Braunschweig – ab 1933 als „Land Braunschweig“ – und Salder wurde ein Teil des Kreises Wolfenbüttel. Seit dem 1. April 1942 gehört Salder der neugegründeten Stadt Watenstedt-Salzgitter an – dem heutigen Salzgitter.

Adelsgeschlecht von Saldern

In Salder beheimatet war das Adelsgeschlecht von Saldern. Mitglieder dieser Familie wurden bereits in der ersten Urkunden von 1161 (Thidericus bzw. Dietrich von Saldern als Zeuge) und 1181 (vier Brüder von Saldern als Zeugen) genannt. Laut Familienbuch stammt die Familie von Sieghard de Rossis ab, der 718 mit Bonifatius nach Germanien gekommen war.Jörg Leuschner, Annemarie Mühe: Das mittelalterliche Dorf Salder – Adelssitz und Bauerndorf. In: Salder – Die Geschichte eines Dorfes in Salzgitter. S. 61. Ein Nachfahre sei 870 mit Salder belehnt worden, später benannte die Familie sich dann nach dem Ort. Sitz der Familie war die Burg am Übergang über die Fuhse. Mitglieder der Familie dienten sowohl dem Herzogtum Braunschweig als auch dem Hochstift Hildesheim. Bis ins 14. Jahrhundert entwickelte sich die Familie zu einem der begütertsten Geschlechter in Bereich von Braunschweig-Hildesheim, ihre Besitztümer lagen im gesamten Harzvorland und sie hatten Anteile am Goslarer (Rammelsberg) und Oberharzer Bergbau. Mehrere Mitglieder waren Amtsherren der Burg Lichtenberg, zu dessen Bereich der Ort damals gehörte. 1695 verkaufte die Familie ihren Besitz in Salder an August Wilhelm, den Erbprinzen des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel.

Eisenbahn mini|Ehemaliges Bahnhofsgebäude Die von Braunschweig über Thiede und Salder nach Derneburg führende Bahnstrecke der Braunschweigischen Landes-Eisenbahn-Gesellschaft wurde am 18. Juli 1886 in Betrieb genommen. Größere Bedeutung erhielten die Bahnstrecke und besonders der Bahnhof Salder ab 1937/38 durch den Bau der Reichswerke Hermann Göring, denn die für die Reichswerke bestimmten Güter wurden in Salder über eine eigens eingerichtete Kopframpe für den Weitertransport auf die Straße umgesetzt. Als Lebenstedt 1954 mit der Bahnstrecke Salzgitter-Drütte–Derneburg einen eigenen Bahnanschluss erhielt, wurde der Bahnbetrieb auf der Teilstrecke über Salder eingestellt. Das historische Bahnhofsgebäude wurde verkauft, es wurde zuletzt 2009/10 durch den heutigen Besitzer, die ortsansässige Firma Möhlenhoff GmbH, restauriert und dient der Firma als Firmenzentrale.

Bevölkerungsentwicklung Einen ersten Bericht über die Größe Salders findet man in einem Mitte des 16. Jahrhunderts angelegten Erbregister des Amtes Lichtenberg. Zum Ort gehörten in dieser Zeit drei Ackerhöfe, sechs Halbspännerhöfe und 53 Kothöfe, damit zählte Salder damals zu den großen Dörfern. Die ersten Einwohnerliste von 1774 berichtet von 552 Einwohnern, 25 Jahre später hatte der Ort 616 Einwohner.Jörg Leuschner, Annemarie Mühe: Das mittelalterliche Dorf Salder – Adelssitz und Bauerndorf. In: Salder – Die Geschichte eines Dorfes in Salzgitter. S. 101. Bis 1900 erhöhte sich die Zahl auf etwa 1000 Bewohner und veränderte sich dann bis zur Mitte der 1930er Jahre nur wenig. Durch den Aufbau des Erzbergbaus und der Reichswerke Hermann Göring stieg die Einwohnerzahl bis 1939 auf über 1200 an. Größere Änderungen ergaben sich nach dem Zweiten Weltkrieg, als durch den Zuzug vieler Flüchtlinge und Heimatvertriebener die Einwohnerzahl bis 1946 um etwa 50 % auf 1822 stieg, das Maximum wurde 1960 mit 2188 Einwohnern erreicht. Seit 2010 sinkt die Zahl der Einwohner und liegt heute bei etwa 1400 Einwohnern.

Salzgitter-Salder – Bevölkerungsentwicklung seit 1821 Jahr Einwohner 1821 707 1848 832 1871 851 1910 1014 1925 1023 1933 1023 1939 1222 1946 1852 1950 1986 Jahr Einwohner 1960 2188 1970 2114 1980 1744 1990 1981 2000 1838 2006 1578 2010 1455 2012 1447 2014 1458 Jahr Einwohner 2016 1447 2018 1428 2019 1407 2020 1395 2021 1398 2022 1390 2023 1371 2024 1382 Quellen:Die Bevölkerungszahlen von 1821 bis 2000 basieren auf dem Statistischen Jahrbuch des Referats für Wirtschaft und Statistik der Stadt Salzgitter.Die Bevölkerungsstatistik ab 2001 basiert auf den statistischen Monatsberichten der Stadt Salzgitter (Einwohner mit Hauptwohnsitz) gemäß Melderegister zum Monatsende Dezember.

Religion mini|hochkant|Schlosskirche Salder

Die erste Kirche von Salder ist auf einem Merian-Stich von 1654 dargestellt. Der romanische Kirchturm stammt vermutlich aus dem 11. oder 12. Jahrhundert, das gotische Kirchenschiff wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert angebaut. Die Reformation wurde 1568 durch Herzog Julius eingeführt, Salder gehörte danach zur Spezialsuperintendentur Barum. Seit 1953 gehört Salder zur Propstei Lebenstedt und bildet zusammen mit der Kirche von Bruchmachtersen einen Pfarrverband.

Die heutige Schlosskirche wurde zwischen 1713 und 1717 durch den Erbprinzen August Wilhelm, der in den Jahren zuvor das Schloss umbauen ließ, an der gleichen Stelle wie die alte Kirche neu errichtet. Baumeister war der Braunschweiger Festungsbaudirektor Völcker, der zuvor schon die Andreaskirche in Seesen gebaut hatte. Die Kirche wurde als Quersaalkirche gebaut. Über der Mitte des Baus erhebt sich eine Vierungskuppel in Form einer Welschen Haube (Geschwungene Haube mit Laterne). Die Glocken wurden in einem provisorischen Gerüst neben der Kirche aufgehängt, das 1769 durch ein Glockenhaus ersetzt wurde. Das Kircheninnere ist streng symmetrisch gestaltet, der Altar steht in der Mitte des Längsarmes, dazu gehört ein Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert. Über dem Altar sind Kanzel und Orgel angebracht. Die Sitzplätze für die Gemeinde befinden sich in der Mehrzahl links und rechts vom Altar und den beiden darüber liegenden Emporen.

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