mini|August von Witzleben Karl August Friedrich von Witzleben (* 19. März,lt. Geburtsbescheinigung des Pfarrers von Niedersynderstedt vom 14. August 1786, in: A 35, W LXVIII Nr. 68, Bl. 66. 23. Märzlt. Neue Jenaische allgemeine Literatur-Zeitung, 5. April 1844, S. 330 (Digitalisat bei Google Books). oder 27. Märzlt. ADB, Goedeke 1881, Nekrolog 1839 (siehe „Literatur“) und Die Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Band U – Z (A22444 – A24991). S. 283 (Buchvorschau bei Google Books); den 17. März 1772 (!) als Geburtsdatum nennt lediglich die Encyclopädie der deutschen Nationalliteratur oder biographisch-kritisches Lexicon der deutschen Dichter und Prosaisten seit den frühesten Zeiten, Band 7, Leipzig 1842, S. 607 (Digitalisat bei Google Books). 1773 auf Gut Tromlitz; † 5. Junilt. ADB, Goedeke 1881, Nekrolog 1839 etc. oder 9. Julilt. Encyclopädie der deutschen Nationalliteratur … (vgl. Anm. 3) und Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände, Band 14, 2. Teil, 1853, S. 1076 (Digitalisat bei Google Books). 1839 in Dresden; auch Carl August Friedrich von Witzleben), Herr auf dem Roten Hofe zu Wohlmirstedt, war ein preußischer Oberst und deutscher Schriftsteller, bekannt unter dem Pseudonym A. von Tromlitz.
Herkunft Karl August Friedrich von Witzleben stammte aus dem thüringischen Uradelsgeschlecht von Witzleben und war das elfte Kind des kursächsischen Oberstleutnants Dietrich Gottlieb von Witzleben (1723–1785) auf Wohlmirstedt und der Henriette Elisabeth von Stecher (ca. 1735–1803). Sein Großvater mütterlicherseits war der Salinenbesitzer Johann Christoph von Stecher.
Leben und Wirken Er erhielt seine schulische Bildung auf dem Gymnasium in Halle. 1782 kam er als Page an den Hof nach Weimar. Dort waren Johann Karl August Musäus und Johann Gottfried Herder seine Lehrer. Aber 1786 ging er in preußische Dienste und nahm am Ersten Koalitionskrieg teil. Er stieg auf und wurde 1803 als Oberstleutnant in das neuerrichtete Infanterie-Regiment Nr. 59 versetzt. Im Vierten Koalitionskrieges befand er sich während der Schlacht bei Jena im Hauptquartier des Herzogs von Braunschweig und machte danach den Rückzug mit Hohenlohe mit, bei Prenzlau geriet er dann in Gefangenschaft. Dort traf er auch den französischen Marschall Murat (Großherzog von Berg). Nach dem Frieden von Tilsit mussten alle Ausländer die preußische Armee verlassen, so auch Witzleben. Er wechselte in bergische Dienste und wurde zunächst Hauptmann der Infanterie. Er wurde danach aber bald Eskadronschef im bergischen Lancier-Regiment. 1809 wurde er Großmajor und bildete als Chef der Depotschwadron in Münster den Nachwuchs des Regiments aus, einschließlich der Bildung eines sog. zweiten Regiments Lanciers für den Russlandfeldzug Napoleons. 1811 wurde er Kommandeur des ersten Regiments, mit dem er am Napoleons Spanienfeldzug teilnahm. Das Regiment stand bei Burgos und kehrte 1812 nach Berg zurück. Als aber Preußen 1813 Frankreich den Krieg erklärte, wechselte er in russische Dienste und kommandierte zuletzt die hanseatische Legion unter dem Grafen Wallmoden als Oberst. Nach dem Frieden von Paris lebte er als Landwirt auf den Rittergütern seiner Ehefrau in Beuchlitz bei Halle, siedelte 1821 nach Berlin und 1826 nach Dresden über.gesamter Absatz lt. Schmidt 1840, ergänzt nach Ardenne: Bergische Lanziers – Westfälische Husaren Nr. 11
1831 erwarb er vor den Toren Dresdens in Zitzschewig (heute Stadtteil von Radebeul) das Weingut Kynast, um seinen Lebensabend als Schriftsteller zu verbringen. Als Verfasser von unterhaltsamen Novellen mit historischem Hintergrund war er sehr erfolgreich. Seine meist in der Dresdner Abendzeitung und dem Taschenbuch Vielliebchen veröffentlichten Erzählungen, darunter auch über Dyveke, Geliebte des Christians II. von Dänemark, erschienen als Sämmtliche Schriften in drei Sammlungen (Dresden 1829–1843, 108 Bde., mehrere Auflagen).
mini|A. von Tromlitz’ Grab auf dem Neustädter Friedhof in Dresden
Familie Karl August von Witzleben war insgesamt viermal verheiratet. Die erste Ehe schloss er am 12. November 1799 mit Antoinette Freiin von Heine (1780–1809). Im Jahr nach deren Tod heiratete er Angelie von Diest (* 1791; † März 1814) und ein Jahr nach deren Tod (am 11. März 1815) in dritter Ehe Charlotte von Billerbeck, geb. von Möllendorf (* 15. September 1782; † 22. Juli 1844), die Witwe seines Vetters; diese Ehe wurde 1820 geschieden. Zuletzt heiratete er am 16. Mai 1825 Auguste Albanus (* 31. Oktober 1805; † 13. September 1842). Somit waren alle seine Ehefrauen, deren Vorname mit einem A beginnt, zum Zeitpunkt der Eheschließung etwa 19 Jahre alt, was insbesondere hinsichtlich der um mehr als 32 Jahre jüngeren Auguste nicht immer auf Verständnis stieß:
Die Ehe mit Auguste scheint ungeachtet des großen Altersunterschiedes sehr harmonisch gewesen sein. So schreibt Tromlitz kurz vor seinem Tod: An Auguste …… bei Ueberreichung einer Sammlung Gedichte […] Nun so nimm, Du Engel meines Lebens, Du mein Stab und Trost am Ziele meiner Bahn, Nimm die Lieder freundlich von mir an, Und die Phantasie schuf sie dann nicht vergebens. Denn in Deiner treuen, zarten Hand – Wenn auch Thrän’ und Seufzer Dir entquellen – Werden sie für Dich ein Kranz von Immortellen, Der an Deiner treuen Brust sein stilles Eden fand.Aus: Vielliebchen. Historisch-Romantisches Taschenbuch für 1841. Baumgärtner, Leipzig 1841, S. VIII (Digitalisat bei Google Books).
Unter seinen vier Kindern waren (aus erster Ehe) die späteren preußischen Generäle Ferdinand von Witzleben (1800–1859) und August von Witzleben (1808–1880):
sowie (aus dritter Ehe) der spätere Kammerherr Hermann von Witzleben.
Werke Nahezu vollständige Werkliste mit Links zu Digitalisaten bei Wikisource: 101 meist „historisch-romantische“ Erzählungen und Novellen (Umfang: zwischen 16 und 956 Seiten) drei Schauspiele Gedichte (größtenteils als Lieder in die Prosawerke integriert)
Herausgeberschaft eigener Werke Vielliebchen. Historisch-romantisches Taschenbuch. Baumgärtner, Leipzig 1828–1839 (fortgesetzt von Theodor Mügge)
Literatur
Karl August Fr. v. Witzleben (ps. Aug. v. Tromlitz). In: Karl Goedeke: Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen. 3. Band, 2. Abteilung. Ehlermann, Dresden 1881, S. 677–681 (Digitalisat bei Google Books). Karl August Friedrich v. Witzleben. In: Neuer Nekrolog der Deutschen. 17. Jg., 1839. Band 1. Voigt, Weimar 1841, S. 566–568 (Digitalisat bei Google Books). von Tromlitz, August. In: Andreas Gottfried Schmidt: Gallerie deutscher pseudonymer Schriftsteller vorzüglich des letzten Jahrzehents. Ein Beitrag zur neuesten Literargeschichte. Verlags-Comptoir, Grimma 1840, S. 203–206 (mit genauer Übersicht über die militärische Laufbahn; Digitalisat bei Google Books).
Weblinks
A. von Tromlitz im CERL-Thesaurus Werke von A. von Tromlitz im Projekt Historischer Roman (Datenbank der Universität Innsbruck) mit Informationen zu Erstveröffentlichungen, Links zu Rezensionen, Schlagwortregister etc. Porträt (Bruststück) des Autors von Cäcilie Brand im Digitalen Portraitindex Der erste Romanfabrikant der Lößnitz. In: Sächsische Zeitung. 13. Juni 2014 (mit Porträtbild)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Hansestädte) Kategorie:Angehöriger der Hanseatischen Legion Kategorie:Schriftsteller (Radebeul) Karl August Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1773 Kategorie:Gestorben 1839 Kategorie:Mann