mini|hochkant|Fernando de Santiago y Díaz de Mendívil Fernando de Santiago y Díaz de Mendívil (* 23. Juli 1910 in Madrid; † 6. November 1994 ebenda) war ein spanischer Militär und Politiker. Er war Vizepräsident der ersten Regierung unter König Juan Carlos I. Vom 1. bis zum 3. Juli 1976 amtierte er kommissarisch als Ministerpräsident Spaniens.
Leben De Santiago entstammte einer Familie mit langer Militärtradition. Er besuchte zunächst die Allgemeine Militärakademie in Saragossa, die ab 1928 von General Francisco Franco geleitet wurde und setzte seine militärische Ausbildung an der Spezialakademie für Kavallerie fort.
Er nahm 1927 an den Gefechten im Kolonialkrieg in Spanisch-Marokko teil und kämpfte anschließend auf nationalistischer Seite im Spanischen Bürgerkrieg. 1928 wurde er Leutnant, 1931 Oberleutnant, 1932 Major, 1945 Oberst, 1960 Brigadegeneral, 1969 Generalmajor und 1972 schließlich Generalleutnant. Nach dem Erwerb seines Stabsoffiziersdiploms war er ab 1941 in der Generaldirektion für Militärausbildung eingesetzt und unterrichtete an der Stabsakademie und der Unteroffiziersakademie, diente an der Marinekriegsakademie, im Generalstab des Kommandos Melilla und im Oberkommando.
1971 bis 1974 wurde er Nachfolger des Generals José María Pérez de Lema als Generalgouverneur Spanisch-Saharas und erkannte in dieser Zeit unter anderem die gesetzgebende Befugnis der einheimischen Djemaa (politische Versammlung) an, die bisher nur als Berater geduldet wurden, um dadurch das nach dem Massaker von Zamla im Juli 1970 verlorene Vertrauen der Einheimischen in die spanischen Kolonialbehörden zurückzugewinnen.
1974 wurde er abgelöst und wechselte in das Institut für Verteidigungsfragen. Am 12. Dezember 1975 wurde Santiago, der sowohl überzeugter Anhänger des Franco-Regimes als auch loyal gegenüber dem König war, nach Francos Tod als erster Vizepräsident für Verteidigungsangelegenheiten und Minister ohne Geschäftsbereich in das Kabinett von Ministerpräsident Carlos Arias Navarro berufen. Er amtierte in dieser Funktion nach der Ablösung von Navarro 1976 bis zum Amtsantritt von Adolfo Suárez drei Tage lang als Interimsministerpräsident. Sein Amt als erster Vizeministerpräsident behielt er ab dem 8. Juli 1976 zunächst auch unter Suárez, trat jedoch im September 1976 zurück, nachdem Suárez seine politischen Reformpläne vorgestellt hatte. Bereits zuvor hatte er die Wiederzulassung von Gewerkschaften kritisiert.
Im September 1977 war er der Anführer einer Gruppe hochrangiger Heeresvertreter, die sich heimlich trafen, um über die kritische Lage des Landes und über Maßnahmen gegen den neuen politischen Kurs zu beraten. Dabei sollen sie unter anderem die Möglichkeit eines Staatsstreichs zur Neuausrichtung der Lage erörtert haben. Sein Name wurde mehrfach als Kandidat für die Leitung einer neuen Regierung gehandelt, falls ein Putsch erfolgreich durchgeführt werden könnte. Daher wurde er auch mit den Aktivitäten im Umfeld des fehlgeschlagenen Putschversuchs vom 23. Februar 1981 bei der Amtseinführung von Leopoldo Calvo-Sotelo als Nachfolger von Suárez in Verbindung gebracht. Am 8. Februar 1981 veröffentlichte er auf der Titelseite der rechtsextremen Zeitung El Alcázar einen Artikel mit dem Titel . Zwei Wochen später stürmte Oberstleutnant Antonio Tejero das Parlament um einen Umsturz einzuleiten.Fernando López Mora: Fernando de Santiago y Díaz de Mendívil. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es).
Familie De Santiago war seit dem 6. Januar 1934 mit María Ignacia (geborene Morales de los Ríos y de Palacio; 1913 – 3. April 2006) verheiratet und hatte neun Kinder darunter: María del Dulce Nombre de Santiago y Morales de Los Ríos (19. Mai 1935 – 22. April 2026) Jaime de Santiago y Morales de Los Ríos (um 1943 – 18. September 1967)
Auszeichnungen (Auswahl) 12. Juni 1969: Großkreuz des Ordens des heiligen HermenegildDecreto 1303/1969, de 12 de junio (spanisch, boe.es). 5. Januar 1972: Großkreuz des Mérito Militar con distintivo blancoDecreto 23/1972, de 5 de enero (spanisch, boe.es). 1. April 1972: Großoffizier Ordens de África (Afrika-Orden) 1975: Großkreuz des Ordens de Cisneros 1975: Großkreuz des Ordens del Mérito CivilCondecoraciones de Fernando de Santiago y Díaz de Mendívil agend.as (spanisch). 22. September 1976: Großkreuz des Ordens Karls III.Real Decreto 2219/1976, de 22 de septiembre (spanisch, boe.es).
Literatur
Weblinks Fernando López Mora: Fernando de Santiago y Díaz de Mendívil. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es).
Einzelnachweise
Kategorie:Ministerpräsident (Spanien) Kategorie:Generalleutnant (Spanien) Kategorie:Putschist im Spanischen Bürgerkrieg Kategorie:Mitglied der Cortes Franquistas Kategorie:Träger des Ordens Karls III. Kategorie:Spanier Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 1994 Kategorie:Mann