Der Haldensee ist ein hoch gelegener, 73 Hektar großer See im Tannheimer Tal zwischen Grän und Nesselwängle im österreichischen Bundesland Tirol.
Geographie Der Haldensee liegt rund 1 km westlich der Talwasserscheide zwischen Vils und Lech und nimmt die gesamte Breite des Talbodens ein. Dementsprechend fallen die Ufer im Norden und Süden steil ab, während sie im Osten und Westen relativ flach sind. Abfluss ist im Westen die Berger Ache zur Vils, Hauptzuflüsse sind der Gessenbach im Südosten und der Strindenbach im Südwesten. Nahe dem Westufer liegt das gleichnamige Dorf Haldensee (Gemeinde Grän), am nordöstlichen Ende das zur Gemeinde Nesselwängle gehörende Dorf Haller. Am Nordufer führt die Tannheimer Straße (B 199) entlang.
Hydrologie Das natürliche Einzugsgebiet des Haldensees beträgt 12 km². Es besteht überwiegend aus Wäldern und naturnahen Flächen (89,5 %). 3,7 % werden landwirtschaftlich genutzt und 6,8 % sind Wasserflächen.Bundesministerium für Gesundheit und Amt der Tiroler Landesregierung (Hrsg.): Badegewässerprofil Haldensee, Strandbad. Wien 2015 (PDF; 1,2 MB) Der mittlere Abfluss beträgt 0,46 m³/s, die (theoretische) Wassererneuerungszeit 0,7 Jahre. Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt im Jänner 1,2 °C, im Juli 18,5 °C, sie kann im Sommer bis auf 26 °C steigen.Amt der Tiroler Landesregierung (Hrsg.): Statistisches Handbuch Bundesland Tirol 2014, S. 22 (PDF; 13,1 MB) Von Jänner bis März ist der See regelmäßig vereist.Armin Landmann: Zur Bedeutung der Gewässer Nordtirols als Rast- und Überwinterungsstätten für Wasservögel (Gaviidae, Podicipedidae, Anatidae, Rallidae und Laridae). Ergebnisse der Wasservogelzählungen von 1969/70 bis 1980/81. In: Egretta – Vogelkundliche Nachrichten aus Österreich 24/1 (1981), S. 1–40 ().
Ökologie Der Haldensee ist ein nährstoffarmes Gewässer in einem stabilen oligotrophen Grundzustand. Die Sichttiefe beträgt im Mittel 4,6 m (1992–2009). Der ökologische Gesamtzustand wird als sehr gut, die Badewasserqualität wurde 2014 als ausgezeichnet bewertet.
Die flachen Uferzonen sind mit Wasserpflanzen wie Armleuchteralgen, Laichkräutern oder Tannenwedel bedeckt.Yoichi Machino, Leopold Füreder: Der Steinkrebs Austropotamobius torrentium (SCHRANK, 1803) im Haldensee (Tirol, Österreich) und weitere Nachweise von Flußkrebsen in hochgelegenen Gewässern. In: Berichte des naturwissenschaftlich-medizinischen Vereins in Innsbruck, Band 85 (1998), S. 223–229 (). Im Südosten um die Mündung des Gessenbachs hat sich eine Verlandungszone mit Schilfgürtel gebildet.
Zu den im Haldensee vorkommenden Fischarten zählen Aitel, Flussbarsch, Hecht, Karpfen, Renken, Rotauge und Schleie.Bundesamt für Wasserwirtschaft, Institut für Gewässerökologie, Fischereibiologie und Seenkunde (Hrsg.): Die Fischartengemeinschaften der großen österreichischen Seen. Vergleich zwischen historischer und aktueller Situation. Fischökologische Seentypen. Schriftenreihe des Bundesamtes für Wasserwirtschaft, Band 18, Wien 2003, S. 101 () Am Südufer des Haldensees findet sich eines von nur zwei Steinkrebs-Vorkommen Tirols, das aber möglicherweise nicht natürlichen Ursprungs, sondern auf einen künstlichen Besatz zurückzuführen ist.Leopold Füreder, Yoichi Machino: Historische und rezente Verbreitung von Flußkrebsen in Tirol, Südtirol und Vorarlberg. In: Stapfia. Band 58, Linz 1998, S. 77–88 (). Insbesondere der Schilfgürtel im Südosten dient als Rast- und Überwinterungsstätte für Wasservögel wie Blessralle, Zwergtaucher und Haubentaucher. Von den genannten Arten sowie von Stockente, Gänsesäger und Schwarzhalstaucher sind auch Brutvorkommen bekannt.
Nutzung Der See ist ein beliebtes Ziel für Erholung und Freizeitgestaltung und wird unter anderem zum Baden und Angeln genutzt. An seinem Ufer befinden sich zwei Hotels sowie ein Strandbad mit Campingplatz. Während der See in den Wintermonaten vereist ist, kann er in West-Ost-Richtung auf einem markierten und gespurten Weg zu Fuß oder auf Skiern überquert werden.
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Weblinks
Land Tirol - Gewässergüte
Einzelnachweise
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