mini|hochkant|zentriert|Margaret Atwood Margaret Atwood wird mit dem Trillium Book Award 1995 ausgezeichnet.mini|hochkant|zentriert|Durs Grünbein bei der Laudatio zur Verleihung des Max-Beckmann-Preises an Barbara Klemm, 2010Durs Grünbein erhält den Georg-Büchner-Preis, 1995.mini|zentriert|Andreï Makine, 2010Der Prix Goncourt geht 1995 an Andreï Makine
Ereignisse Die Vergabe des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die renommierte Islamwissenschaftlerin Bonner Orientalistin Annemarie Schimmel löste in der Literaturszene und PresseSkandal um Friedenspreisträgerin. In: Emma. September/Oktober 1995. Abgerufen am 8. März 2012Arno Widmann: Ein Friedenspreis für die Zensur? In: Die Zeit. 15. September 1995.Ludger Lütkerhaus: Zum Weinen. Eine Antwort auf Annemarie Schimmels Rushdie-Schelte. In: Süddeutsche Zeitung. 11. Mai 1995.Wolfgang Frühwald: Es riecht nach Hexenjagd. In: Rheinischer Merkur. 9. Juni 1995.Peter Scholl-Latour: Die dritte Heimsuchung des Islam. In: Rheinischer Merkur. 23. September 1995. Unruhe aus, da sie in aus dem Zusammenhang gerissenen kritischen Worten zu Salman Rushdie vermeintlich die Fatwa nachvollziehen konnte und auch die Schriftstellerin Taslima Nasrin angriff.Friedenspreis. Schwarze Komödie? In: Der Spiegel. 2. Oktober 1995. Abgerufen am 8. März 1995.Burghard Müller-Ullrich: Eine falsche Märtyrerin. In: Süddeutsche Zeitung. 23. September 1995. Mit seinem Roman Die satanischen Verse habe er auf eine „sehr üble Art die Gefühle“ gläubiger Muslime verletzt.Ariane Müller: Unglücklich über dieses Buch – Friedenspreisträgerin Schimmel präzisiert im Fall Rushdie. In: Frankfurter Rundschau. 11. Mai 1995. In den folgenden Monaten wurde sie unter anderem von ihrem ehemaligen Schüler Gernot RotterGernot Rotter: Das Weinen der Muslime. In: Die Zeit. 11. Mai 1995. heftig angegriffen.Der Friedenspreis. Ein verdeckter Angriff. Annemarie Schimmel und Gernot Rotter über den Friedenspreis, Salman Rushdie und Taslima Nasrin In: Der Spiegel. 22. Mai 1995. Abgerufen am 8. März 2012. Etliche Autoren, Prominente, Verlage und Buchhändler wandten sich in einem Offenen Brief an Bundespräsident Roman Herzog,Im Wortlaut: „Friedenspreis nicht übergeben“ – Appell an Roman Herzog. In: Frankfurter Rundschau. 6. September 1995.Erwin Wickert: Ein törichter Brief. In: Die Welt. 7. September 1995.Frank Schirnacher: Europa kann sich keinen Krieg der Kulturen leisten. Ein Gespräch mit Roman Herzog. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. Juli 1995.Hubert Spiegel: Die Widersacher – Wer hinter dem Protest gegen Annmarie Schimmel steht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 19. September 1995. um die Preisübergabe zu verhindern.Arno Widmann: Hochgelobet. Amen. Schimmels Friedenspreisrede und Herzogs Laudatio. In: Die Zeit. 20. Oktober 1995. Daraufhin fand sich die Jury erneut zusammen, vollzog jedoch die Preisvergabe, während sich Annemarie Schimmel damit entschuldigte, „absolut unpolitisch“Annemarie Schimmel: Der unverstandende Islam – Antwort an meine Kritiker. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 24. Mai 1995.Tilman Spengler: „Sagen Sie Rushdie, ich entschuldige mich“ Annemarie Schimmel revidiert ihre Äußerungen. In: Die Woche. 19. Mai 1995. zu sein.Ehrungen. Trance in Bonn. Der Streit um den Friedenspreis für Annemarie Schimmel eskaliert. Autoren und Verlage protestieren, die Preis-Jury muß nachsitzen. In: Der Spiegel. 11. September 1995. Abgerufen am 8. März 2012.Henryk M. Broder: Absolut unpolitisch? Henryk M. Broder über die Ausfälle der Friedenspreisträgerin Annemarie Schimmel gegen Salman Rushdie. In: Der Spiegel. 18. September 2012.Nachruf. Annemarie Schimmel. In: Der Spiegel. 3. Februar 2003. Abgerufen am 8. März 2012.Stefan Wild: Der Friedenspreis und Annemarie Schimmel: Eine Nachlese. In: Die Welt des Islams. New Series, Vol. 36, Issue 1. März 1996. S. 107–122.Anne Hofmann: Islam in den Medien. Der publizistische Konflikt um Annemarie Schimmel. LIT, Münster 2004, insb. S. 82ff. Jimmy Carter eröffnete das Dylan Thomas Centre zu Ehren des walisischen Schriftstellers Dylan Thomas in Swansea. Der Verlag Simon & Schuster zahlte Autor Richard Paul Evans 4,2 Millionen US-Dollar für die Hardcoverrechte seines Kinderbuchs The Christmas, nachdem das im Selbstverlag erscheinende Buch auf der Bestsellerliste der New York Times stand.http://articles.latimes.com/2011/oct/13/local/la-me-margaret-burk-20111013 Beim gesamtdeutschen Buchmarkt zeigt sich selbst nach fünf Jahren der Eindruck, dass eine Einigung nicht stattgefunden habe: „die Verhältnisse beim Bestseller-Küren sind - wie seit langem in den alten Bundesländern - unverändert erhalten geblieben, und ein wiedervereinter deutscher Buchmarkt mit der gleichberechtigten Integration (...) liegt im Bestseller-Geschäft noch weit entfernt“.Klaus Ziermann: Bestseller-Erfahrungen in West und Ost: Ein Vergleich der Spiegel- und Neues Deutschland-Bestsellerlisten. In: Berliner LeseZeichen, Ausgabe 03/97. Die Schweizer Literaturszene wird erst ab 1998 mit der Veröffentlichung Binjamin Wilkomirskis Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939–1948Binjamin Wilkomirski: Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939–1948. Jüdischer Verlag, Frankfurt 1995, ISBN 3-633-54100-4. aus dem Jahr 1995 einen Skandal erleben, da sich die angeblichen Erinnerungen eines Holocaust-Opfers des Konzentrationslagers Majdanek als Fälschung erweisen. Von der Kritik gefeiert und in neun Sprachen übersetzt sowie mit diversen Preisen ausgezeichnet, wie beispielsweise dem National Jewish Book Award, bezichtigt schließlich Daniel Ganzfried, Historiker und selbst Sohn eines Auschwitz-Überlebenden, Wilkomirski in einem Artikel der Weltwoche der literarischen Fälschung. Dessen Literaturagentur Liepman beauftragte den Historiker Stefan Mächler mit einem Gutachten, das 2000 mit dem Titel Der Fall Wilkomirski. Über die Wahrheit einer Biographie herauskam. Darin belegte er, dass der Fälscher eigentlich Bruno Grosjean heißt und womöglich seine eigenen Traumata als Heimkind und Waise mit dem Werk verarbeitete.Torben Fischer/Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Lexikon der "Vergangenheitsbewältigung" in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945 transcript, Bielefeld 2007, S. 303.Irene Diekmann und Julius H. Schoeps (Hrsg.): Das Wilkomirski-Syndrom. Eingebildete Erinnerungen oder Von der Sehnsucht, Opfer zu sein. Pendo, Zürich 2002.Daniel Ganzfried: Die Holocaust-Travestie. Erzählung. In: Sebastian Hefti (Hrsg.): ... alias Wilkomirski. Die Holocaust-Travestie. Jüdische Verlagsanstalt, Berlin 2002, S. 17–154. In Deutschland erhitzten sich hingegen die Gemüter zu Günter Grass’ Ein weites Feld.Günter Grass: Ein weites Feld, Göttingen: Steidl Verlag 1995, ISBN 3-88243-366-3.Spiegel: „Ich muss Sie noch einmal belehren“Walter Famler / Günter Kaindlstorfer: Günter Grass über Botho Strauß, das Böse am Kapitalismus und seine „Vernunftbeziehung“ zur SPD. 1996 An seiner zum Schlagwort gewordenen Phrase zur Deutschen Demokratischen Republik, „Wir lebten in einer kommoden Diktatur“, rieben sich die Literaturkritiker im Westen wie im Osten der vereinten Republik. Aufgrund der starken Diskussion in der Öffentlichkeit erlebte das Werk trotz des offenen Verrisses durch Marcel Reich-Ranicki bereits nach acht Wochen seine fünfte Auflage.
Auszeichnungen und Ehrungen
mini|150px|Marie und Seamus Heaney, 1996 Literaturnobelpreis: Seamus Heaneyhttp://www.nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/1994/
Phantastik
Nebula Award Robert J. Sawyer, The Terminal Experiment, Die dritte Simulation, Kategorie: Bester Roman Elizabeth Hand, Last Summer at Mars Hill, Der letzte Sommer in Mars Hill, Kategorie: Bester Kurzroman Ursula K. Le Guin, Solitude, Kategorie: Beste Erzählung Esther M. Friesner, Death and the Librarian, Der Tod und die Bibliothekarin, Kategorie: Bester Kurzgeschichte
Hugo Award Lois McMaster Bujold, Mirror Dance, Spiegeltanz, Kategorie: Bester Roman Mike Resnick, Seven Views of Olduvai Gorge, Sieben Blicke in die Olduvai-Schlucht, Kategorie: Bester Kurzroman David Gerrold, The Martian Child, Kategorie: Beste Erzählung Joe Haldeman, None So Blind, Das zweite Gesicht, Kategorie: Bester Kurzgeschichte
Locus Award Lois McMaster Bujold, Mirror Dance, Spiegeltanz, Kategorie: Bester SF-Roman Michael Bishop, Brittle Innings, Brüchige Siege, Kategorie: Bester Fantasy-Roman Dan Simmons, Fires of Eden, Die Feuer von Eden, Kategorie: Bester Dark Fantasy/Horror-Roman Jonathan Lethem, Gun, With Occasional Music, Knarre mit Begleitmusik, Kategorie: Bester Erstlingsroman Ursula K. Le Guin, Forgiveness Day, Das Fest der Vergebung, Kategorie: Bester Kurzroman David Gerrold, The Martian Child, Kategorie: Beste Erzählung Joe Haldeman, None So Blind, Kategorie: Bester Kurzgeschichte David Brin, Otherness, Kategorie: Beste Sammlung Gardner Dozois, The Year's Best Science Fiction: Eleventh Annual Collection, Kategorie: Beste Anthologie
Kurd-Laßwitz-Preis Hans Joachim Alpers, Das zerrissene Land, Kategorie: Bester Roman Erik Simon, Angela und Karlheinz Steinmüller unter dem Pseudonym Simon Zwystein, Leichter als Vakuum, Kategorie: Beste Erzählung Peter Schattschneider, Brief aus dem Jenseits, Kategorie: Bester Kurzgeschichte Ian McDonald, Schere schneidet Papier wickelt Stein, Kategorie: Bestes ausländisches Werk Ralph Tegtmeier, Kategorie: Bester Übersetzer Das Team von ALIEN CONTACT, Sonderpreis
Philip K. Dick Award Bruce Bethke, Headcrash
James Tiptree, Jr. Award Theodore Roszak, The Memoirs of Elizabeth Frankenstein
Australien Miles Franklin Award: Helen Demidenko, The Hand That Signed the Paper
Brasilien Prêmio Jabuti de Literatura: Jorge Amado, João Silvério Trevisan und José Roberto Torero (Roman) Ivan Junqueira, Bruno Tolentino und Paulo Leminski (Lyrik) Fulvia Moretto, Eric Nepomuceno und Augusto de Campos (Übersetzung) Mirna Pinsky, Angela Lago und Sérgio Capparelli (Kinder- und Jugendliteratur) Prêmio Juca Pato: Marcos Rey Prêmio Machado de Assis: Leodegário A. de Azevedo Filho
Deutschland mini|150px|Katja Lange-Müller, Trägerin des Alfred-Döblin-Preises 1995 mini|150px|Annemarie Schimmel, Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1995 – Glasplatte in der Bonngasse (Bonn) mini|150px|Siegfried Lenz, Jean-Paul-Preis und Literaturpreis der Stadt München 1995 mini|150px|Wilhelm Genazino, Preis der LiteraTour Nord 1995 mini|150px|Walter Kempowski, Gewinner des Uwe-Johnson-Preises 1995 Adelbert-von-Chamisso-Preis: György Dalos; László Csiba (Förderpreis) Alfred-Döblin-Preis: Katja Lange-Müller, Förderpreis an Ingo Schulze aspekte-Literaturpreis: Ingo Schulze, 33 Augenblicke des Glücks Bertolt-Brecht-Literaturpreis: Franz Xaver Kroetz Calwer Hermann-Hesse-Stipendium: Volker Braun, Ragni Maria Gschwend Carl-Zuckmayer-Medaille: Grete Weil Clemens-Brentano-Preis: Gabriele Kögl, Das Mensch Deutscher Jugendliteraturpreis (Auswahl): Bilderbuch: Yvan Pommaux, Detektiv John Chatterton Kinderbuch: Mirjam Pressler, Wenn das Glück kommt, muß man ihm einen Stuhl hinstellen Jugendbuch: Peter Pohl/Kinna Gieth, Du fehlst mir, du fehlst mir! Sachbuch: Klaus Kordon, Die Zeit ist kaputt Sonderpreis: Illustration Klaus Ensikat Evangelischer Buchpreis: Monika Maron, Stille Zeile Sechs Friedenspreis des deutschen Buchhandels: Annemarie Schimmel Friedrich-Gundolf-Preis: Philippe Lacoue-Labarthe Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg: Ernst Jandl, Förderpreis: Sabine Küchler Friedrich-Hölderlin-Preis der Universität und der Universitätsstadt Tübingen: Dieter Henrich Fritz-Reuter-Preis (Hamburg): Bolko Bullerdiek Georg-Büchner-Preis: Durs Grünbein Geschwister-Scholl-Preis: Victor Klemperer, Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933–1945 (postume Verleihung) Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher: Eric Silver, Sie waren stille Helden – Frauen und Männer, die Juden vor den Nazis retteten Heinrich-Mann-Preis: Hans Mayer Hermann-Kesten-Preis: Günter Grass