mini|Sitz der Deutschen Krebshilfe in Bonn (2011) Die Stiftung Deutsche Krebshilfe ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Bonn, die sich die Bekämpfung des Krebs zur Aufgabe gemacht hat. Die rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts ging im Jahr 2014 aus dem Verein Deutsche Krebshilfe hervor, der 1974 von der Ärztin Mildred Scheel (1932–1985), der Frau des damaligen deutschen Bundespräsidenten Walter Scheel, ins Leben gerufen wurde. Die amtierende Präsidentin ist Rita Schmutzler und die Vorsitzende des Stiftungsrats Charlotte Niemeyer.

Die Stiftung klärt die Bevölkerung über die Möglichkeit und den Nutzen von Maßnahmen zur Früherkennung auf. Sie unterstützt Kliniken und andere Einrichtungen zur Krebsbekämpfung. An Krebs erkrankten Personen wird Beratung und Hilfe angeboten. Das Motto ihres Wirkens ist: „Helfen. Forschen. Informieren.“

Geschichte mini|Gründungsgespräche im Bundespräsidialamt 1974 mini|Konstituierung der Deutschen Krebshilfe (1975)

Der Verein konstituierte sich als Deutsche Krebshilfe e. V. am 25. September 1974 auf Initiative von Mildred Scheel, der Frau des damaligen deutschen Bundespräsidenten, in Bonn im Bundespräsidialamt (Villa Hammerschmidt), wo die acht Gründungsmitglieder die Vereinssatzung beschlossen. Die Röntgenärztin betonte bereits im Gründungsjahr, dass vor allem das Tabu, über Brust- und Unterleibskrebs bei Frauen öffentlich zu sprechen, rasch gebrochen werden müsse. Auf Grund ihrer ärztlichen Bewertung sehe sie in Krebs eine sehr bedrohliche Volkskrankheit.Interview mit Associated Press, Oktober 1974

Nach der Gründung der Deutschen Krebshilfe im Jahre 1974 wurde offenkundig, dass sich viele Menschen der Organisation persönlich verbunden fühlen und dies auch dokumentieren möchten. Aufgrund dessen wurde der Förderverein Mildred-Scheel-Kreis (MSK) ins Leben gerufen. Der zunächst lose Zusammenschluss gleichgesinnter Bürger erhielt am 7. November 1977 den Status eines eingetragenen Vereins. Zu diesem Zeitpunkt gehörten diesem Kreis bereits mehr als 50.000 Bürger an. Mildred Scheel selbst betreute die Mitglieder persönlich und traf sie zu regelmäßigen Teestunden.

Die Aufgaben des Vereins definierte die Satzung mit den Worten: „Zweck des Vereins ist es, die Krebskrankheiten in all ihren Erscheinungsformen durch geeignete Maßnahmen insbesondere der Information und Aufklärung, Vorsorge, Gesundheitserziehung, Prävention, Früherkennung, Diagnostik, Therapie, Nachsorge und Forschung zu bekämpfen.“ In den ersten fünfzehn Monaten nach ihrer Gründung konnte die Deutsche Krebshilfe Einnahmen von mehr als 4,6 Millionen Euro verzeichnen, im Jahr 1984 zum zehnjährigen Bestehen – waren es 18,9 Millionen, 1995 wurde die 50-Millionen-Grenze überschritten. Zur Jahrtausendwende erhielt die Deutsche Krebshilfe rund 71,5 Millionen Euro, und im Jahr 2007 lagen die Einnahmen bei 100,4 Millionen Euro. In: krebshilfe.de, abgerufen am 26. Februar 2019. (PDF; 494 kB)

Im Jahr 1999, und somit 25 Jahre nach der Gründung, hatte der Verein rund 1600 Projekte unterstützt – mit dem Ziel, die Prävention, Früherkennung, Therapie und Nachsorge bei Krebs zu verbessern und die Forschung voranzutreiben. 4000 Einzelspender und 6600 Erbschaften und Vermächtnisse hatten zu einem großen Spendenaufkommen beigetragen; das lag 1998 bei 130 Millionen D-Mark. Die Organisation hatte bis dahin bei dem Aufbau der Kapazitäten zur Knochenmarktransplantation geholfen. Gezielte Förderung galt dem Aufbau von Spenderdateien, um im eigenen Land geeignete Stammzellspender für die Patienten zu finden. Als größte private Organisation zur Krebsbekämpfung spielte sie eine wichtige Rolle bei der Vergabe von Fördermitteln für die Forschung. Vor allem über ihre Tochterorganisation, die Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung, hat die Deutsche Krebshilfe seit ihrer Gründung zahlreiche Vorhaben und Therapiestudien unterstützt sowie den internationalen Erfahrungsaustausch gefördert. „Das Engagement der Krebshilfe hat das öffentliche Bewusstsein und die medizinische Wirklichkeit verändert“, würdigte Bundespräsident Johannes Rau während des Festaktes in Bonn am 1. Oktober 1999 anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Deutschen Krebshilfe.

Die Umwandlung des Vereins in eine Stiftung wurde 2014 auf der Mitgliederversammlung in Bonn beschlossen.Beschluss der DKH-Mitgliederversammlung vom 4. Juli 2014. Die durch Stiftungsgeschäft nebst Satzung vom 12. Dezember 2014 als Stiftung bürgerlichen Rechts errichtete Stiftung Deutsche Krebshilfe mit Sitz in Bonn wurde von der Bezirksregierung Köln als rechtsfähig anerkannt.

Ab dem 27. März 2018 spendeten Benutzer des deutschen Imageboards pr0gramm in einer humoristischen Protestaktion unter dem Tag „Krebs ist scheiße“ gegen den investigativen US-Journalisten Brian Krebs Geld an krebsbekämpfende Organisationen wie die Deutsche Krebshilfe, wodurch es teilweise zu einer Überlastung der Spendenserver kam.Lars Wienand: Hass-Aktion bewirkt Gutes: Spenden gegen Herrn Krebs setzen Krebshilfe matt, t-online.de, 28. März 2018. Abgerufen am 28. März 2018 Laut Stellungnahme von Gerd Nettekoven, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Deutsche Krebshilfe, gingen bis zum Nachmittag des 30. März rund 8.300 Spenden mit insgesamt 207.500 Euro ein. Aufgrund der positiven Resonanz der Aktion, wiederholte die Community des Imageboards die Aktion einfach am 27. März 2019. Bei der zweiten Aktion kamen insgesamt 277.000 € zusammen, wovon 94.600 € Euro an die Deutsche Krebshilfe gingen. Weitere Adressaten der Aktion waren beide Male: Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), Deutsche Kinderkrebsstiftung, das Deutsche Krebsforschungszentrum, die Österreichische Spenderorganisation, die Schweizer Spenderorganisation und diverse andere Organisationen zum Thema.

Finanzierung Die Stiftung finanziert Leistungen ausschließlich durch Spenden. Sie erhält keine öffentlichen Mittel. Gelder aus der pharmazeutischen Industrie werden nicht angenommen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1974 hat die Deutsche Krebshilfe über zwei Milliarden Euro an Spenden und sonstigen Zuwendungen aus der Bevölkerung erhalten.. Nach aktueller Aufstellung 2017 haben die Einnahmen im Geschäftsjahr 2016 durch Spenden die Summe von 249,2 Millionen Euro erreicht. Den größten Posten stellten Erbschaften und Vermächtnisse mit rund 200 Millionen Euro dar.Geschäftsbericht 2016 In: krebshilfe.de, abgerufen am 29. März 2018. Im Gesamtbetrag 2016 enthalten sind 380.000 Einzelspenden von Privatpersonen und Firmen in Höhe von insgesamt 28,6 Millionen Euro. Die Organisation hat im Geschäftsjahr 2016 insgesamt 127 Projekte und Initiativen mit den Jahreseinnahmen gefördert, um die Versorgung krebskranker Menschen weiter zu verbessern. Im Geschäftsbericht 2017 hatte die Krebshilfe über Einnahmen und Aktivitäten eine positive Bilanz gezogen. Die Gesamteinnahmen betrugen 122,4 Millionen Euro, gab Vorstandsvorsitzender Gerd Nettekoven mit Dank für die Spendenbereitschaft der Bürger bekannt.50 Millionen Euro für junge Krebsforscher, Deutsche Krebshilfe, 4. Juli 2018, abgerufen am 5. Juli 2018.

Im Jahr 2018 hat sich die Solidarität der Spender mit der Deutschen Krebshilfe fortgesetzt. Über 135 Millionen Euro hat die Krebshilfe an Einnahmen verzeichnen könne, wie aus dem auf einer internationalen Pressekonferenz im Juli 2019 in Berlin vorgelegten Geschäftsbericht hervorgeht.Geschäftsbericht 2019; abgerufen am 8. Juli 2019. Allein 85,2 Millionen Euro stammten dabei aus Erbschaften und Vermächtnissen. Damit stellen die Erbschaften und Vermächtnisse auch 2018 erneut den größten Einzelposten unter den Einnahmen dar. Krebshilfe-Vorstandsvorsitzender Gerd Nettekoven würdigte die Spenden-Treue der Bürger, „die uns mit ihren Zuwendungen die Möglichkeit geben, die Krebsbekämpfung weiter voranzubringen“. Zu den Einnahmen der Hilfsorganisation kamen fast 400.000 Einzelspenden von Privatpersonen, aus dem Mildred-Scheel-Förderkreis sowie von Firmen mit insgesamt 28,5 Millionen Euro, Erlöse aus Aktionen und Veranstaltungen, Kondolenzspenden sowie Zuweisungen aus Geldauflagen. Insgesamt 128 Projekte sowie weitere Programme und Initiativen hat die Deutsche Krebshilfe mit den Einnahmen aus 2018 gefördert oder auf den Weg gebracht, um die Versorgung krebskranker Menschen zu verbessern. Im Jahr 2019 nahm die Deutsche Krebshilfe 127,6 Millionen Euro ein. Mit den Spenden der Bevölkerung sowie Erlösen aus Erbschaften und Vermächtnissen konnte die Organisation 116 neue Projekte fördern und zahlreiche Initiativen im Kampf gegen die Volkskrankheit auf den Weg bringen.

Organisation Präsidenten Mildred Scheel (1974 bis 1985), Gründerin Helmut Geiger (1985 bis 1999), Ehrenpräsident ab 2000Nachruf Dr. Helmut Geiger. In: Krebshilfe.de, abgerufen am 15. Januar 2020. Dagmar Schipanski (2000 bis 2009), Ehrenpräsidentin ab 2010 Harald zur Hausen (Januar bis Mai 2010) Fritz Pleitgen (2010–2021) Anne-Sophie Mutter (April 2021 bis Juni 2025)Anne-Sophie Mutter wird neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. WDR, 12. April 2021. Rita Schmutzler (seit Februar 2026)

Stiftungsrat Hans-Peter Krämer, Vorsitzender (2014 bis 2019) Joachim Faber, Vorsitzender (2020 bis 2024) Michael Rüdiger, Vorsitzender (Dezember 2024 bis Februar 2025) Charlotte Niemeyer, Vorsitzende (seit Februar 2025)

Vorstand Stiftung Deutsche Krebshilfe Lutz M. Heitmüller, Franz Kohlhuber, Gerd Nettekoven

Tochterorganisationen mini|Silbermedaille der Deutschen Krebshilfe (Stiftung für Krebsforschung), die Claus Spahn von Mildred Scheel als Auszeichnung 1978 überreicht bekam.

Der Verein unterhält eine Geschäftsstelle in Bonn, die auch die laufenden Geschäfte der Tochterorganisationen führt. Diese sind: Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung, gegründet am 16. Februar 1976

Die Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung ist eine deutsche Wissenschaftsstiftung. Ihr vorrangiges Ziel ist es, vorwiegend durch Langzeitförderung wissenschaftlicher, kliniknaher Krebsforschungsprojekte die Krebsbekämpfung voranzutreiben und intensiv zu unterstützen. Die Organisation ist eine selbstständige rechtsfähige Stiftung.DKH-Geschäftsbericht 2013; abgerufen am 4. April 2015. Die Stiftung unterstützt unter anderem auch qualifizierte Nachwuchswissenschaftler, um den Forschungsstandort Deutschland im Fachbereich Onkologie sichern zu helfen. Der internationalen Begegnung und Zusammenarbeit dienen Tagungen, die von der Stiftung von Anfang an organisiert wurden. Seit Jahren findet in den Sommermonaten regelmäßig die „Mildred Scheel Cancer Conference“ im Gästehaus Petersberg bei Bonn statt. In: bsbb.de, abgerufen am 26. Februar 2019.

Mildred Scheel Kreis e. V., Förderverein, gegründet am 7. November 1977 Mildred Scheel Akademie für Forschung und Bildung GmbH (Köln), gegründet am 30. April 1992 Stiftung Deutsche KinderKrebshilfe, gegründete 1996

Informationsarbeit Die Organisation klärt die Bevölkerung über die Krankheit Krebs auf, insbesondere über die Möglichkeit und den Nutzen von Maßnahmen zur Prävention und Früherkennung. Zur Informationsarbeit gehören kostenlose Filme und Broschüren, u. a. die Reihe Die Blauen Ratgeber. Sie umfassen Wegweiser zu sozialen Leistungen, zur Vorbeugung gegen Krebs und zum Umgang mit der Krankheit.

Das TV-Magazin in vivo wird seit 2006 produziert und von Annika de Buhr sowie Silvia Laubenbacher moderiert. Das vierteljährlich erscheinende Magazin der Deutschen Krebshilfe berichtet über bundesweite Aktivitäten der Organisation, Spendenaktionen der Bürger und neue Erkenntnisse in der Krebsbekämpfung.

Leitlinien