Hake (auch: Hacke, Hagke, Haacke o. ä.) ist der Name mehrerer Adelsgeschlechter: der zum Uradel gehörenden Hake bzw. Hacke aus der Mark Brandenburg, inkl. einer 1924 adelsrechtlich anerkannten briefadeligen Familie Hake, die von einem unehelichen Sohn der adeligen Hake abstammt der zum Uradel gehörenden Hake aus Niedersachsen der zum westfälischen Uradel gehörenden Hake im Tecklenburgischen, Osnabrückschen und Ravensbergischen der zum westfälischen Uradel gehörenden Hake im Münsterschen der zum westfälischen Uradel gehörenden Hake in den Grafschaften Mark und Arnsberg der zum thüringischen Uradel zählenden Hagke
Einen ähnlichen Namen führen ferner: die zum kurpfälzischen Adel zählenden Haacke (früher Hacke)
Eine Verwandtschaft der Geschlechter ist urkundlich nicht nachweisbar. Die Geschlechter werden daher im Gothaischen Genealogischen Taschenbuch, im Genealogischen Handbuch des Adels bzw. im Gothaischen Genealogischen Handbuch getrennt geführt. Es besteht jedoch seit 1901 ein gemeinsamer Familienverband (siehe unten).
Die hier genannten Geschlechter sind von den mittelalterlichen nichtverwandten schwäbischen Hacken zu Hoheneck aus Hoheneck zu unterscheiden.
Die märkischen Hake mini|hochkant|Wappen derer von Hake (Mark).
Geschichte Die märkischen Hake (auch: Hacke, Hack, Haack, Hagken u. a.) gehören zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern der Mark Brandenburg. Sie gehen auf einen Ritter Hake aus Lebus zurück, der am 15. Juli 1325 zuerst urkundlich belegt ist.Adolph Friedrich Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis, (Teil) I, Band 23, Nr. XXVII, hakone de Lebus milite, Berlin 1862, S. 22.
Sie traten ursprünglich in drei Stämmen aufPersonen der Zeitgeschichte: Die märkischen von Hake, deren Stammväter die Brüder Hans von Hake auf Machnow (Schwarze Linie) und Achim von Hake auf Bornim (bei Potsdam) und Dallgow im Havelland (Weiße Linie) waren.Lehensbrief vom 17. Februar 1435: LXXI. Markgraf Johann beleiht Otto und Heinrich Hake mit Machenow, Stansdorf, der Nedlitzer Fähre und mit Antheilen an Sputendorf ...., in: Riedel, Codex Dipl. Brandenb. I, 11, Berlin 1856, S. 339. Der dritte Stamm (Rote Linie) zu Berge, Karpzow und später Groß Kreutz, ist 1801 ausgestorben. Als Stammvater der roten Linie gilt Otto II. von Hake (gest. nach 1441), Herr auf Buchow-Karpzow, der 1440 Dorf und Gut Berge (bei Nauen) erwarb und dessen Nachfahren 1579 die Anwartschaft auf das kurbrandenburgische Erbschenkenamt erhielten. Aufgrund dessen kam dann 1616 das Erbschenkenamt der Kurmark Brandenburg an die Rote Linie, das nach deren Erlöschen auf das Haus Genshagen (Weiße Linie) überging, welche es bis 1918 innehatte.
Besitzungen Um 1435 erwarben die Hake von der Familie von Quast den dann jahrhundertelangen Stammsitz der schwarzen Linie, das Rittergut Machnow (heute Kleinmachnow südlich von Berlin, siehe auch: Gutshof Machnow und Geschichte Kleinmachnows; Hake’sche Grabmäler befinden sich in der Dorfkirche Kleinmachnow). Die später so genannte „Alte Hakeburg“ war der spätmittelalterliche Nachfolgebau einer Burg, die dort bereits seit dem 12. Jahrhundert den Bäkeübergang und die alte Handelsstraße von Leipzig nach Spandau gesichert hatte. Zum Machnower Besitz gehörte auch das nahegelegene Stahnsdorf, die Dorfkirche Stahnsdorf war bis 1597 Grablege der Machnower Hake. Unmittelbar neben der Burg Machnow ließen die Hakes 1803 durch David Gilly ein neues Herrenhaus im klassizistischen Barockstil erbauen, welches ebenso wie die Alte Hakeburg 1943 ausgebrannt ist und 1950 abgerissen wurde. Nach einer Besitzteilung ließ Dietloff von Hake im Jahr 1908 auf dem Seeberg am gegenüberliegenden Nordufer des Machnower Sees die sogenannte Neue Hakeburg durch Bodo Ebhardt errichten. Sie blieb bis 1936, das Hauptgut bis zur Enteignung 1945 in der Familie.
Von 1412 bis 1572 war Dallgow und von 1475 bis 1660 Bornim im Besitz der weißen Hake. Um 1440 erwarb Otto von Hake Heinersdorf, kurzzeitig ging der Ort danach wieder in markgräflichen Besitz zurück und wurde dem Kloster Lehnin unterstellt, bevor ihn 1485 Otto von Hakes Söhne erneut erwarben, worauf er dann bis 1816 im Familienbesitz blieb. Berge (Nauen) kam 1440 an die roten Hake und blieb bis 1720 deren Stammsitz. An der Dorfkirche Berge befanden sich mehrere Epitaphe der Familie. Geltow befand sich von 1441 bis 1663 in Hake’schem Besitz, Stülpe ebenfalls ab Mitte des 15. Jahrhunderts bis 1648 (danach im Tausch mit den Rochows von 1648 bis 1663 Neuendorf am See). Das Gut Uetz kam um 1460 an die Hakes, in deren Besitz es bis 1832 verblieb, als König Friedrich Wilhelm III. es erwarb und als königliches Schatullgut seinem Landsitz Paretz angliederte. In Sachsen besaßen die Hake von 1589 bis 1728 das Rittergut Krumpa. Ende des 16. Jahrhunderts bis 1652 besaßen sie Jühnsdorf, von 1591 bis 1644 Briesen (Spreewald), im Dreißigjährigen Krieg kamen Kremmen und das benachbarte Flatow an die Hake, nach dem Krieg Görlsdorf (bis 1720). Von 1780 bis 1838 war das Gut Genshagen im Besitz der weißen Linie.
Einzelne Angehörige verschiedener Zweige der Hakes schrieben sich auch von Hacke (ausgesprochen aber ebenfalls mit langem a). Hans Christoph von Hacke († 1649), Offizier im Dreißigjährigen Krieg, hatte sich 1634 in Staßfurt niedergelassen und in Salzquellen eingekauft; er amtierte dort auch als Stadtvogt, erwarb sich Grundbesitz und nannte sich Erbherr auf Staßfurt. Dort wurde 1699 auch sein Urenkel Hans Christoph geboren, der „lange Hacke“ des Soldatenkönigs, der sein Geburtshaus 1737 durch ein neues Stadtpalais ersetzen ließ.
1604 erwarb der kaiserliche Feldmarschall Wulf Dietrich von Hacke, Herr auf Berge und zeitweiliger Pfandbesitzer des Vorgängerbaues des Potsdamer Stadtschlosses, das Gut Groß Kreutz bei Potsdam. Das heutige Gutshaus wurde 1765 im friderizianischen Rokokostil durch Carl Botho Gottfried von Hacke (1733–1801), auf Groß Kreutz, Hackenhausen, Blinsdorf und Mittelbusch, errichtet, den letzten Erbschenken der Roten Linie, mit dem diese erlosch. Seine Vorfahren auf Groß Kreutz gingen wie er selbst auf die Ritterakademie am Dom zu Brandenburg.Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. 1705–1913. Hrsg. Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., Schüler- und Alumnatsverzeichnis, Band I von IV, Nummer: Zögling-RA-No. 2, 434, 452, Selbstverlag. Gedruckt in der Buchdruckerei P. Riemann, Belzig / Ludwigslust 1913, S. 1–79.
mini|hochkant|Wappen der Grafen von Hacke. 1740 wurde der preußische General und Berliner Stadtkommandant Hans Christoph Friedrich von Hacke, der „lange Hacke“, in den erblichen Grafenstand erhoben; zu seinen Ehren ließ König Friedrich II. im Jahre 1750 den Hacke’schen Markt in Berlin benennen, in dessen Nähe er 1754 beigesetzt wurde. Seine Frau Sophie Albertine, die Erbtochter des Staatsministers Ehrenreich Bogislaus von Creutz, brachte dessen Güter in der Uckermark (Petershagen, Damitzow usw.) in die Familie, als deren Zentrum sie 1756 das Schloss Penkun erwarb (1817 verkauft). Einer ihrer Enkel, Wilhelm Georg Werner (1785–1841), erwarb 1820 das alte Gut in Altranft (bis 1916 im Besitz der Familie). Der gräfliche Zweig Penkun erlosch Anfang des 20. Jahrhunderts. Vom gräflichen Zweig Altranft fehlen jüngere Nachrichten. Zwei Vertreter wanderten mit ihren Familien in die USA aus, Wilhelm Graf von Hacke (1906–1967) und sein älterer Bruder Egon Graf von Hacke (1901–1966), der bis zur Enteignung ein um 1918 neugebildetes Fischerei-Rittergut in Bugk bei Berlin bewirtschaftete.Siegfried von Boehn, Wolfgang von Loebell, Karl von Oppen: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. Zweite Fortsetzung und Ergänzung 1914–1945. Hrsg. u. a. Otto Graf Lambsdorff, Selbstverlag des Vereins ehemaliger Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., Verlag Fa. Gerhard Heinrig, Köln 1969/1970, , S. 88 f. Nr. 1922, S. 105, Nr. 1949. Der 1943 auf dem schlesischen Gut seiner Großmutter Erica geb. Gräfin von Merveldt zu Alt-Warthau geborene Hans Graf von Hacke war luth. Pfarrer in den USA, seine ältere Schwester, die Kunstlehrerin Astrid führte wieder den Geburtsnamen.
Österreichischer Zweig Hack Ein Zweig der (weißen) Linie Bornim wurde in Oberösterreich ansässigGenealogie zum österreichischen Besitz: Genealogia Der Herrn Hacken Erblassen zu Bornimb, in: Die Löblichen Herren Stände deß Erz-Herzogthums Oesterreich ... , Verlag Gabriel Mangold, Passau 1727, S. 212 f.: Ernst Georg Hack von Bornimb († 1575) begab sich mit Georg von Starhemberg um 1550 in dessen Heimat und heiratete dort Maria Salome von Hoheneck zu Hagenberg, mit der er vier Söhne hatte. Er erwarb im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts den Freisitz Schloss Tannbach, wo er ein Renaissanceschloss errichtete, das aber sein Sohn Erasmus Hack von Bornimb zu Tambach und Stain 1595 wieder verkaufte. (Von 1756 bis 1787 kam es jedoch erneut in den Besitz des Zweiges Hack.) Erasmus erwarb 1590 Schloss Außenstein, das seine Nachfahren 1665 verkauften, dessen Bruder Gregor erwarb 1604 Schloss Mistelbach, das bis 1697 in der Familie blieb. Von 1650 bis 1700 kam auch Schloss Grünau an die Hack. Die Brüder Georg Ferdinand, Joachim Friedrich und Hans Ehrenreich von Hack (Urenkel des Ernst Georg) wurden 1678 der Niederösterreichischen Ritterschaft einverleibt. Wenzel Alexander von Hack wurde 1698 von Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Aus einem anderen Zweig der nach Österreich übergesiedelten Linie wurden die Brüder Marquard Johann Friedrich und Adam Gottlieb von Hack 1702 ebenfalls in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Ihre Nachkommenschaft im Mannesstamm ist aber gleichfalls erloschen.
Die briefadeligen Hake (1924) Stammvater der briefadeligen Hake ist Johann Friedrich von Hake (1747–1815), ein natürlicher Sohn des Hans von Hake aus dem märkischen Uradelsgeschlecht mit Katharina Schweleken, der mit seinen Nachkommen in Preußen unbeanstandet, jedoch ohne Erhebung in den AdelsstandSogenannte Bastardlinien bedurften einer ausdrücklichen Nobilitierung, siehe Adelsrecht., den Nachnamen von Hake führte. Eine offizielle „Nichtbestandung“ wurde durch die Abteilung für Adelsrechtliche Fragen der Deutschen Adelsgenossenschaft aber erst am 21. Juni 1924 in Berlin ausgesprochen. Einige wenige Nachfahren leben heute in den USA.
Wappen Blasonierung des Wappens der märkischen Hake/Hacke und der briefadligen Hake von 1924: „In Silber drei (2:1) schwarze Mauerhaken, der hintere linksgewendet. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein silberner Nagel mit hutförmigem Kopf, beseitet von zwei gestürzten, abgewendeten schwarzen Haken.“ Die Grafen von Hacke führten trotz ihrer Zugehörigkeit zu den märkischen Hake seit ihrer Erhebung in den Grafenstand ein von diesen verschiedenes Wappen, ein der Länge nach gespaltenes Schild: Die rechte silberne Hälfte stellt einen halben schwarzen preußischen Adler vor, doch so, dass die Brust und der gekrönte Kopf sichtbar bleibt, die linke Hälfte ist oben rot, unten Silber. In der oberen roten Hälfte steht ein goldener, nach der rechten Seite aufspringender Löwe, der untere Teil ist von zwei blauen Balken durchzogen, von denen der obere mit drei, der untere mit zwei silbernen Kugeln belegt ist. Auf dem Schilde ruht zwischen zwei Helmen eine goldene Krone. Der rechte Helm trägt zwei gegeneinander sich wendende schwarze Adlerflügel, die mit goldenen Kleestängeln belegt sind, der zur Linken aber ein rot und goldenes Polster mit sechs roten Fähnlein, deren drei nach der rechten, und drei nach der linken Seite flattern. Die Stangen sind rot und golden. Die Helmdecken rechts silbern und schwarz, links rot, golden und blau. Zu Schildhaltern sind zwei goldene Löwen gewählt. (Auszug aus dem Grafenpatent.)Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten, Band 2 E-H, Gebrüder Reichenbach Leipzig 1836, S. 310.
Persönlichkeiten mini|Hans Christoph Friedrich Graf von Hacke (1699–1754), preußischer General, der „lange Hacke“