mini|Bad Schwalbach – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655 mini|alt=langenschwalbach-um-1900-jarhundert.|Bad Langenschwalbach um 1900, Blick von Osten mini|Bad Langenschwalbach um 1900, Blick von Süden alt=naturdenkmal-bad-schwalbach.|mini|Naturdenkmal die Steinerne Bank in Bad Schwalbach
Bad Schwalbach (bis 21. April 1927 Langenschwalbach) ist die Kreisstadt im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Die Stadt ist eines der ältesten hessischen Heilbäder, zugleich ist sie seit 2014 ein anerkannter Kneippkurort.
Geografie Geografische Lage Bad Schwalbach ist ein Kurort etwa 20 Kilometer nordwestlich der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Kernstadt liegt in 289 bis 465 Meter Höhe im westlichen Hintertaunus sehr langgestreckt auf 2,5 Kilometer Länge in einem linken Seitental der Aar, das vom Nesselbach durchflossen wird. Über 56 Prozent der Gemarkungsfläche besteht aus Wald.
Nachbargemeinden und -kreise Bad Schwalbach grenzt im Norden an die Gemeinde Hohenstein, im Osten an die Stadt Taunusstein, im Süden an die Gemeinde Schlangenbad sowie im Westen an die Gemeinde Heidenrod.
Stadtgliederung Die Stadt besteht aus den Stadtteilen Adolfseck, der Kernstadt Bad Schwalbach, Fischbach, Heimbach, Hettenhain, Langenseifen, Lindschied und Ramschied.
Für die sieben außerhalb der Kernstadt Bad Schwalbach liegenden Stadtteile wurde je ein Ortsbezirk gebildet. Jeder Ortsbezirk hat einen Ortsbeirat aus sieben Mitgliedern unter dem Vorsitz eines Ortsvorstehers.
Geschichte Zur römischen Vergangenheit siehe den Hauptartikel Kleinkastell Adolfseck.
Mittelalter Bad Schwalbach wurde als Langinswalbach im Jahre 1352 erstmals urkundlich erwähnt und war seit 1364 als Pfarrei bekannt. Weitere historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortsnamens sind Swalbach 1360 und Langenschwalbach Anfang des 16. Jahrhunderts. Erste zuverlässige Berichte über die Mineralquellen gibt es ab 1568 durch den Wormser Arzt Tabernaemontanus, der den Ort auch in seinem 1581 erschienenen Werk Neuw Wasserschatz bekannt machte. Der Speyerer Weihbischof Heinrich Fabricius hielt sich bereits 1583 zur Kur am Sauerbrunnen von Bad Schwalbach auf.Franz Xaver Remling: Geschichte der Bischöfe zu Speyer. Band 2, S. 410 Obwohl Langenschwalbach im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört wurde, wurde es schnell wieder aufgebaut, der Handel mit dem Heilwasser begann zu blühen. Zunächst wurde das Wasser im Versandhandel in Krügen und Fässern in ganz Europa verkauft. Nur wenige Heilungsuchende nahmen den beschwerlichen Weg in den Taunus auf sich.
Langenschwalbach war im Mittelalter eines der 15 überhöhischen Dörfer, die zu Kurmainz gehörten. Im Laufe der Zeit gewann die Grafschaft Katzenelnbogen immer mehr Einfluss auf die Orte außerhalb des Rheingauer Gebücks, die schließlich zu einem Teil der Niedergrafschaft Katzenelnbogen wurden und dem Amt Hohenstein unterstellt waren. Nach dem Aussterben des Grafengeschlechts 1479 im Mannesstamme ging die Herrschaft über die Niedergrafschaft Katzenelnbogen an die Landgrafen von Hessen.
Frühe Neuzeit Nach der Teilung der Landgrafschaft im Jahr 1567 fiel das Gebiet an Hessen-Rheinfels, nach dem Aussterben dieser Linie wechselte das Gebiet mehrmals zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel aufgrund von Erbstreitigkeiten (Hessenkrieg), ab 1648 (Westfälischer Friede) verblieb es bei Hessen-Kassel, das es der teilsouveränen Linie Hessen-Rotenburg zuordnete. Im Jahre 1729 wurde Langenschwalbach Sitz des Amtes Hohenstein, das seinen Namen aber beibehielt. Nach der französischen Besetzung des Linken Rheinufers im Jahr 1794 wurde die Verwaltung der ganzen Niedergrafschaft von Sankt Goar nach Langenschwalbach verlegt.
Neuzeit Da Hessen-Kassel 1806 neutral bleiben wollte und nicht dem Rheinbund beitrat, besetzte Napoleon Bonaparte die komplette Landgrafschaft. Deshalb verwaltete seit 1806 der Kaiserliche Präfekturrat Balthasar Pietsch von Langenschwalbach aus im Namen Napoleons das Territorium des Pays réservé de Catzenellenbogen. Als schlussendlich am 17. Oktober 1816 das Herzogtum Nassau von diesem Gebiet Besitz ergriff, bestimmte es Langenschwalbach zum Sitz eines herzoglichen Amtes.
mini|alt=kurhaus-von-bad-schwalbach.|Kurhaus (fertiggestellt 1879)im angedeuteten Renaissance-Stil Erst mit der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse durch den Straßenbau setzte zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Kurbetrieb ein. Nachdem Francis Head 1830 Bubbles from the BrunnenFrancis Head: Bubbles from the brunnen of Nassau (Auflage 1866) veröffentlicht hatte, wurden die Taunusbäder unter Briten populär. Zahlreiche gekrönte Häupter, Fürsten und Grafen kamen nun zur Kur und besuchten die Spielbank, wo auch weniger seriöse Herrschaften verkehrten.Henry Lohner: Nur wer tot ist, geht kein Risiko mehr ein. Books on Demand, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8448-0977-0, S. 87. Während der Zeit des Aufschwungs nach der nassauischen Erwerbung und der Veröffentlichung der „Bubbles“ hatten Schlangenbad und Schwalbach keinen Standortnachteil gegenüber Bad Ems bzw. Wiesbaden. Mit der Errichtung vom Cursaal Bau bis 1879 (heutiges Kurhaus im renaissanceverwandten Baustil) wurde dem Anspruch auf verbesserte Kurbedingungen Rechnung getragen. Parallel zu den Verbesserungen der örtlichen Einrichtungen wurde das Reisen mit Postkutsche (bis um 1845) durch die schnellere, bequemere und günstigere Eisenbahn überholt. Die 1889 fertiggestellte Aartalbahn von Wiesbaden nach Langenschwalbach trug auch wesentlich zum Aufschwung bei. Nach Ende des Ersten Weltkriegs verlor der Zuspruch des Adels als Kurklientel schnell an Bedeutung, und es begann der langwierige und teilweise mit gravierenden wirtschaftlichen Einschnitten verbundene Wandel vom Luxusbad zu einem für die Allgemeinheit offenen Kurbad mit einer Anpassung an andere gesellschaftliche Verhältnisse und Ansprüche, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg vollendet wurde.
In einem Wald bei Langenschwalbach soll Katharina Pfeiffer aus Langenhain im Taunus Ende 1800 oder Anfang 1801 dem Räuber Schinderhannes ein Kind geboren haben.Peter Bayerlein: Schinderhannes-Ortslexikon. Wiesbaden 2013, S. 214.
Lord Carnarvon verunglückte 1901 bei einer Autofahrt auf der Bäderstraße schwer und hatte bis zu seinem Lebensende unter den Unfallfolgen zu leiden. Aus gesundheitlichen Gründen hielt er sich fortan in den Wintermonaten gern in Ägypten auf und lernte hier Howard Carter, den Mitentdecker des Königsgrabes von Tut-Ench-Amun, kennen, dessen Ausgrabungen im Tal der Könige er fortan finanzierte. Lord Carnarvon starb am 6. April 1923.
Hessische Gebietsreform Am 31. Dezember 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bisher selbständigen Gemeinden Adolfseck, Fischbach, Heimbach, Hettenhain, Langenseifen und Ramschied auf freiwilliger Basis eingemeindet. Lindschied wurde am 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz in die Stadt eingegliedert. Für alle eingemeindeten Stadtteile wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Bad Schwalbach angehört(e):
1530 und später: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Niedergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Hohenstein ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Hessen-Rheinfels, Niedergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Hohenstein ab 1583: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Niedergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Hohenstein ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niedergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Hohenstein 1806–1813: Kaiserreich Frankreich, Niedergrafschaft Katzenelnbogen (Pays réservé de Catzenellenbogen) ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Langen-Schwalbach ab 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisamt Langen-SchwalbachAbtrennung der Justiz (Justizamt Langenschwalbach) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, UntertaunuskreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Langenschwalbach) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Untertaunuskreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Untertaunuskreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Bad Schwalbach 10.394 Einwohner. Darunter waren 1082 (10,4 %) Ausländer, von denen 402 aus dem EU-Ausland, 501 aus anderen europäischen Ländern und 178 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 20,0 % einen Migrationshintergrund. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 21,1 %.) Nach dem Lebensalter waren 1749 Einwohner unter 18 Jahren, 3549 zwischen 18 und 49, 2364 zwischen 50 und 64 und 2268 Einwohner waren älter.
Die Einwohner lebten in 4734 Haushalten. Davon waren 1617 Singlehaushalte, 1428 Paare ohne Kinder und 1176 Paare mit Kindern, sowie 381 Alleinerziehende und 132 Wohngemeinschaften. In 1098 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 3138 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.
Einwohnerentwicklung 1587: 107 Hausgesesse 1809: 1455 Einwohner (darunter 80 Juden)
Religionszugehörigkeit • 1885: 1637 evangelische (= 61,56 %), 826 katholische (= 31,08 %), 5 anderes christliche-konfessionelle (= 0,19 %), 190 jüdische (= 7,15 %) Einwohner • 1961: 3362 evangelische (= 58,08 %), 2210 katholische (= 38,18 %) Einwohner • 1987: 4789 evangelische (= 47,96 %), 3323 katholische (= 33,38 %), 1874 sonstige (= 18,77 %) Einwohner • 2011: 3780 evangelische (= 36,37 %), 2590 katholische (= 24,92 %), 4020 sonstige (= 38,78 %) Einwohner
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bad Schwalbach erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen: in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 40,6 13 21,1 7 31,6 12 26,5 10 34,1 13 33,0 12 21,7 7 26,0 8 16,8 6 19,0 7 11,1 4 9,3 4 16,9 5 18,6 6 20,8 8 24,5 9 30,8 11 32,8 12 SWA SWA – Unser Bad Schwalbach 11,3 3 – – – – 18,1 7 – – – – BLF Bürgerlich Liberaler Fortschritt 9,5 3 10,3 3 8,6 3 – – – – – – SWA & BSB Wählergemeinschaft SWA & BSB – – 24,1 7 22,2 8 – – – – – – BSB Bad Schwalbacher Bürgerblock – – – – – – 7,9 3 15,8 6 11,2 4 – – – – – – 4,2 1 4,0 1 3,9 1 – – – – – – – – 4,1 2 9,8 4 Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 50,7 49,2 48,6 49,0 46,6 52,4
Bürgermeister