mini|upright=0.8|Wera Paintner (2010) Wera Paintner (* 2. März 1933 in Leipzig) ist eine deutsche Schauspielerin und Esperantistin, die zur Esperanto-Terminologie gearbeitet und publiziert hat.

Leben Wera Paintner wurde als Tochter des Schauspielerehepaares Martin Paintner-Flörchinger (1909–2004) und Ruth Trumpp (1899–1986) 1933 in Leipzig geboren. Im Alter von sechs Jahren hatte sie ihr Debüt als Kinderdarstellerin auf der Theaterbühne in Bochum, ehe sie nach Königsberg und München kam. Nach bestandenem Abitur arbeitete sie zunächst in der Filmtechnik bei der Bavaria in München-Geiselgasteig und der AFIFA in Berlin-Tempelhof, bevor sie sich 1956 für ein Schauspielstudium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin in Berlin-Schöneweide bewarb.

Schon während ihres Studiums wirkte sie als Darstellerin an der Volksbühne Berlin (Theater im 3. Stock) mit, bevor ab 1958 Theaterengagements am Theater der Jungen Welt in Leipzig, am Landestheater Altenburg und am Nationaltheater Weimar folgten. Nebenbei arbeitete sie auch als Filmschauspielerin in Fernsehproduktionen des DFF mit, wie Das Wagnis der Maria Diehl (1957), einige Episoden von Polizeiruf 110 und Der Staatsanwalt hat das Wort. Obwohl Wera Paintner in einer Vielzahl von Filmen mitwirkte, verkörperte sie fast ausschließlich eher kleinere Rollen.

Ganz besondere Erfahrungen machte sie, als sie 1967, dem Aufruf des Bitterfelder Weges folgend, in die LPG Am Buchenwald in Hottelstedt bei Weimar ging, um dort als Hühnerpflegerin zu arbeiten. Sie führte in dieser Zeit ein Tagebuch, das als Manuskript in wenigen Exemplaren unter dem Titel Von Hühnern und Menschen erschien.Erinnerungsbibliothek DDR e. V., Sammlung und Aufbewahrung von DDR-Biografien – Paintner, Wera

Um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, arbeitete sie von 1967 bis 1971 als Dozentin an der Staatlichen Schauspielschule Berlin (heute Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch) und anschließend als Arbeits- und Gestaltungstherapeutin im Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus in Berlin.

Seit Anfang der 1980er Jahre wirkte sie auch in Hörspielen mit.Die ARD.Hörspieldatenbank zeigt 26 Hörspiele aus den Jahren 1983–1990 an.

Wera Paintner hat drei Kinder aus erster Ehe mit dem Schauspieler Wolfgang Dehler (1936–2003). Der gemeinsame Sohn Thomas Dehler ist ebenfalls Schauspieler. In zweiter Ehe war sie seit 1986 verheiratet mit dem Interlinguisten Detlev Blanke (1941–2016).

Filmografie (Auswahl) 1957: Das Wagnis der Maria Diehl 1962: Aufruhr in der Scymore-Street 1964: Das Doppelzimmer 1967: Das Mädchen an der Orga Privat 1968: Der Kristallspiegel 1968: Das Vertrauen 1969: Hans Beimler, Kamerad 1970–1990: Der Staatsanwalt hat das Wort (TV-Reihe) 1970: Außenseiter 1971: Zwei Promille 1984: Ein Kartenhaus 1985: Ich geh’ zur Oma 1986: Ein feiner Dreh 1989: Millionenerben 1990: Im Regen tanzen 1970: Ich – Axel Cäsar Springer (TV- 5-Teiler) Teil 5 Der Königsmacher 1971: Salut Germain (TV-Reihe) 1972: Täter unbekannt (TV-Reihe), Teil 2 Wer war am Panzerschrank? 1972: Meine Schwester Tilli 1972: Fernseh-Pitaval (Krimi-Reihe), Weimarer Pitaval: Um den Tod eines Justizobersekretärs 1972: Die Bilder des Zeugen Schattmann (TV-Vierteiler) 1973: Aller Liebe Anfang (TV-Dreiteiler) 1973: Zement (TV-Zweiteiler) 1974: Spätsaison (TV-Dreiteiler) 1976: Requiem für Hans Grundig 1984: Mit 40 hat man noch Träume 1984–1988 Polizeiruf 110 (TV-Reihe) 1984: Im Sog 1984: Das vergessene Labor 1984: Draußen am See 1986: Mit List und Tücke 1988: Flüssige Waffe 1986: Rund um die Uhr (TV-Reihe) Giftige Kirschen Jackenklau und Alkohol 1987: Kiezgeschichten (TV-Reihe), Episode: Ein ganz besonderer Tag 1988: Der Vogel 1988: Zahn um Zahn. (TV-Reihe), 3. Staffel: Die Praktiken des Dr. Wittkugel, Folge: Heimlichkeiten 1988: Ein besserer Herr 1988: Fallada – Letztes Kapitel 1990 Silberdistel 1990 Alter Schwede 1990: Das Double (Fernsehfilm) 1991: Feuerwache 09 (TV-Serie) 1991: Mit Herz und Robe (TV-Serie) 1991: Agentur Herz 1993: Fraktur(ursprünglich als Folge für Der Staatsanwalt hat das Wort geplant)

Esperanto Seit 1976 befasst sie sich mit Esperanto und hat sich auf Terminologiefragen spezialisiert. Im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Gestaltungstherapeutin begann sie, sich für die Esperanto-Fachterminologie in diesem Bereich zu interessieren. Gemeinsam mit ihrem zweiten Mann Detlev Blanke intensivierte sie ihre Arbeiten zur fachlichen Verwendung des Esperanto.

Mit ihren 1982 veröffentlichten 6 Thesen zur terminologischen Arbeit,Wera Dehler: 6 Tezoj pri terminologia laboro. In: der esperantist 18, Berlin 1982, S. 38. ihrem Beitrag von 1985 zu den Prinzipien der Esperanto-TerminologieWera Dehler: Terminologiaj principoj de Esperanto. In: der esperantist 21, Berlin 1985, S. 83–89. und weiteren Arbeiten gab sie wichtige Impulse in diesem Bereich. Sie initiierte 1985 das Terminologische Esperanto-Zentrum (TEC) des Esperanto-Weltbundes (UEA), das 1987 in Warschau offiziell gegründet wurde.

Speziell arbeitete sie zu den plansprachlichen Wurzeln der Terminologielehre, unter anderem zu Eugen Wüster (1898–1977), Ernest Drezen (1892–1937) und Alfred Warner (1931–2018), hielt Vorträge und publizierte dazu.

Sie engagiert sich als Mitglied der Gesellschaft für Interlinguistik.

Der Vorlass bzw. Nachlass Detlev und Wera Blanke befindet sich im Bundesarchiv – Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO) in Berlin-Lichterfelde unter der Signatur NY 4604.Vorlass Wera und Detlev Blanke im Bundesarchiv

Schriften Wera Paintner-Dehler:

Esperanto-Theater. In Theater der Zeit 10/1978.

Wera Dehler:

6 Tezoj pri terminologia laboro. In der esperantist 18, Berlin 1982, S. 38.

Terminologiaj principoj de Esperanto. In: der esperantist 21, Berlin 1985, S. 83–89. Faka apliko kaj terminologio en Esperanto. In: Esperanto 79, Rotterdam 1986, S. 83–85.

Wera Blanke:

Multlingva mondo kaj fakvorta normigado. In: Esperanto 79, Rotterdam 1986, S. 207–208.

Plánovojazykové korene medzinárodnej terminologickej normalizácie a jej vplyv na esperanto//Planlingvaj radikoj de intemacia terminologia normigo kaj ties reefiko sur Esperanton. In: Košecký, Stanislav (ed.). Problemy Interlingvistiky. Bratislava: Jazykovedný ústav Ľ. Štúra Slovenskej akadémie vied. Slovenský esperantský zväz, Český esperantský svaz, Bratislava 1987, S. 130–139.

Terminologia Esperanto-Centro. Efforts for Terminological Standardization in the Planned Language. In: Maxwell, Dan & Schubert, Klaus & Witkam Toon (1988. Red.): New Directions in Machine Translation. Conference Proceedings. Budapest 18/19-8-1988 Dordrecht-Providence: Foris Publishers, S. 183–194.

Terminological standardization – its roots and fruits in planned languages. In: Schubert, Klaus (1989, Red.): Interlinguistics. Aspects of the Science of Planned Languages. (Trends in Linguistics. Studies and Monographs 42) Berlin-New York: Mouton de Gruyter, S. 277–292.

Fakvortoj en Esperanto - Kion fari, se la vortaro ne plu helpas ? In: Esperanto-Dokumente 2, Deutsches Esperanto-Institut, Osnabrück 1995, S. 22–33.

Terminologiaj principoj kaj ilia normigo - kelkaj aspektoj. In memoriam Paul Neergaard. In: Koutny, Ilona/Kovács, Márta (Red. 1997): Struktura kaj Socilingvistika Esploro de Esperanto. Steleto & ILEI,S. 117–125, Budapest 1997.

La Terminologia Esperanto-Centro: Spertoj, problemoj, perspektivoj. In: Malovec, Miroslav (red.): Modernaj rimedoj de komunikado. KAVA-PECH, p. 140–147, Dobřichovice 1999.

Berlin – Esperanto – Terminologienormung. In: Fritz Wollenberg (Red.): Esperanto, Sprache und Kultur in Berlin. Jubiläumsbuch 1903–2003. Mondial, New York/Berlin 2006, S. 215–220.

Prapioniroj de nia faka lingvo. In: Pluhař, Zdeněk (Hrsg.) Lingvo kaj interreto kaj aliaj studoj. KAVA-PECH, Dobřichovice 2007, S. 67–74.

Esperanto-Terminologie und Terminologiearbeit. Mondial, New York 2008, 153 Seiten.

mit Detlev Blanke: Fachsprachliche Kommunikation in Esperanto. In: Interlinguistische Informationen, Beiheft 19 Fachkommunikation – Interlinguistische Aspekte. Cyrill Brosch und Sabine Fiedler (Hrsgl.), Gesellschaft für Interlinguistik, Berlin 2012, S. 9–28.

Pri terminologia laboro en Esperanto. Elektitaj publikaĵoj. Mondial, New York 2013, 332 Seiten.

Ehrungen

Eugen-Wüster-Sonderpreis (2006 zusammen mit Detlev Blanke), gestiftet vom Internationalen Informationszentrum für Terminologie Infoterm in Wien Ehrenmitglied des Deutschen Esperanto-Bundes seit 2018

Literatur Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8. Sabine Fiedler: Vorwort. In: Wera Blanke: Esperanto-Terminologie und Terminologiearbeit. Mondial, New York 2008, S. 7–9.

Weblinks

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Einzelnachweise

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