Leopold Rottmann (* 2. Oktober 1812 in Heidelberg; † 26. März 1881 in München) war ein deutscher Landschaftsmaler und Lithograf. Er war Hofmaler des Bayerischen Königs.
Leben Leopld Rottmann war ein Sohn des Universitätszeichenlehrers und Malers Christian Friedrich Karl Rottmann (1768–1816) und dessen Ehefrau Maria Anna Susanna, geb. Werner (1776–1844). Der Vater starb als Leopold erst vier Jahre war und so wurde er von Jakob Roux und von seinem älteren Bruder Carl Rottmann im Malen und Zeichnen ausgebildet. Am 30. Dezember 1831 schrieb er sich als Student im Fach Porträtmalerei an der Kunstakademie München ein.1843 Leopold Rottmann. In: Matrikelbuch der Akademie der Bildenden Künste. Band 1: 1809–1841. München (matrikel.adbk.de, digitale-sammlungen.de).
mini|Alm im Gebirge bei Gewitter
Durch seinen Lehrer Heinrich von Heß angeregt wechselte Rottmann jedoch bald zur Landschaftsmalerei und unternahm ausgedehnte Studienreisen durch das bayerische Hochland, das Salzkammergut und Tirol. Im Auftrag der Großherzogin Stephanie von Baden fertigte er ein Gemälde der Festung Salzburg und weitere Landschaften für private Auftraggeber. Einige seiner Werke kamen nach England und Russland. Trotz dieser Erfolge wandte er sich von der Malerei ab und wandte sich der Lithografie zu. 1840 erhielt er an der Kunstakademie einen Lehrauftrag für diese Technik.
Als Landschafter wird Leopold Rottmann, der sich besonders mit seinen Aquarellen auszeichnete, einerseits zu den Naturalisten und andererseits noch zu den klassisch-heroischen Malern, wie Joseph Anton Koch und Friedrich Preller d. Ä., gezählt. Für König Maximilian II. Joseph führte er 1854 mehrere Aquarellfolgen mit Darstellungen von dessen Jagdständen und Lieblingsplätzen im Hochgebirge aus.
Leopld Rottmann war der Zeichenlehrer der Kronprinzen Ludwig, dem künftigen König Ludwig II. von Bayern und dessen Bruder Otto und ihrer Cousine Prinzessin Therese und der Prinzessin Giesela. 1861 wurde er unter dem Eindruck der Richard-Wagner-Oper Lohengrin von Ludwig beauftragte, Kostüme, Szenerien und Gestalten zu malen. Julius Mařák, Landschaftsmaler und ab 1887 Professor für Landschaftsmalerei an der Kunstakademie Prag, gehörte zu seinen Schülern.
1872 bis 1873 war Leopold Rottmann mit der Restaurationsarbeiten an den Fresken seines Bruders Carl in den Arkaden des Münchener Hofgartens beschäftigt. Der Erfolg war jedoch nur gering. Er fertigte von diesen auch mehrere Kopien für den Freiherrn von Buseck für das Schloss Burgellern bei Bamberg an.
Leopold Rottmann starb 1881 im Alter von 68 Jahren.
Grabstätte mini|Grab von Leopold Rottmann auf dem Alten Südlichen Friedhof in München
Die Grabstätte von Leopold Rottmann befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 36 – Reihe 11 – Platz 18, ).
Familie Rottmann war der jüngere Bruder des Offiziers Anton Karl Josef Rottmann (1795–1840) und des Malers Karl Anton Josef Rottmann (1797–1850). Der Maler, Offizier und Schriftsteller Hermann Anton Leopold Rottmann (1824–1879) war sein Neffe. Seine Nichte Silvia Theresia Marie Rottmann (1828–1909) heiratete den Maler Anton Teichlein (1820–1879).
Seit dem Jahr 1847 war er mit Friederike, geb. Bührlen (1824–1900) verheiratet. Das Paar hatte keine Kinder und Rottmann war der letzte männliche Namensträger aus dieser Familie.
Stammbaum Die Stammbaumliste zeigt die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Künstlerfamilie Rottmann:
Werke (Auswahl) mini|Am Königssee mini|hochkant|Mozartdenkmal Salzburg 1834: Untersberg mit Berchtesgaden 1837: Der Altenauer See in Steiermark (Galerie Donaueschingen) Alm im Gebirge bei Gewitter Festung Salzburg Landschaft aus dem Salzkammergut Aus dem Tennengebirge bei Salzburg Wasserfall aus dem tiroler Gebirge Der Dachstein mit dem Donnerkogel am Gosausee, Salzkammergut Barmsee im bayrischen Gebirge
Aquarelle Gegend von Berchtesgaden Eibsee bei Partenkirchen Bucht von Korfu Heidelberg von der Hirschgasse Kirchhof in Hallstadt Jagdstandalbum (50 Blatt)
Lithografien Der Schwansee mit der Burg Hohenschwangau Märchenfiguren in sechs Bildern Ornamente aus den vorzüglichsten Bauwerken München’s. München 1845. Album von Tirol und Salzburg. München. Georg Pezolt: Salzburg und seine Angränzungen aus dem Bereiche der Natur, Kunst und Volksgebräuche. 3 Bände, Salzburg 1849. Ornamente an den Bauwerken München. 1845–1849
Literatur
Richard Graul: Einführung in die Kunstgeschichte. 1916. Rupert Hacker (Hrsg.): Ludwig II. König von Bayern in Augenzeugenberichten. 1966. Hadumod Bußmann: Prinzessin Therese von Bayern. Vortragsreihe Bayerischer Rundfunk.
Weblinks
Leopold Rottmann (deutsch, 1812–1881) artnet.de
Einzelnachweise
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