Hohensachsen ist ein Stadtteil von Weinheim, der 17 Kilometer von Mannheim und 13 Kilometer von Heidelberg entfernt an der Bergstraße in Baden-Württemberg liegt. Der Stadtteil hat die Postleitzahl 69469 und 2684 Einwohner (Stand 31. Dezember 2020).
Von Weinheim aus fährt man in den alten Ortskern von Hohensachsen hinein. Nördlich und westlich des alten Ortskerns entstanden im Verlauf der letzten Jahre Neubaugebiete. Hohensachsen besitzt eine Grundschule, zwei Kindergärten sowie ein Sportzentrum und eine Sporthalle mit Hallenschwimmbad.
Geographie
Lage Hohensachsen liegt an der Bergstraße im Rhein-Neckar-Dreieck und stößt auf den Westrand des Odenwaldes. Der Ort erstreckt sich vom Gebirgsrand und einer Höhe von 97 m NN bis in den kristallinen Odenwald auf 340 m NN. Der hügelige Teil der Ortschaft wird durch einen Bach von Osten nach Westen durchzogen. Die Westgrenze der kleinen Gemarkung von Hohensachsen bildet eine alte Neckarschlinge, an der sich Ackerland und Wiesen befinden. Am Ausgang des Baches aus dem Odenwald liegt der Ortskern. Südlich grenzt Hohensachsen an Großsachsen (Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße).
Durch die Rheinebene und die Lage an der Bergstraße herrscht in Hohensachsen ein mildes Klima. Milde Winter und warme Sommer sind für die Region charakteristisch. Die Niederschlagsmenge beträgt durchschnittlich 600–700 mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt ca. 10,5 °C. So ist die Gegend um Hohensachsen ein beliebtes Weinanbaugebiet. zentriert|mini|Blickrichtung in die Ebene
Ortsgliederung Im Zentrum des Dorfes liegt der alte Ortskern. Hier befindet sich unter anderem das Rathaus und die katholische sowie die evangelische Kirche. Das Siedlungsbild von Hohensachsen ist durch den alten Ortskern und die unterschiedlichen Neubauzonen hauptsächlich nördlich und westlich davon, gekennzeichnet. Der Grundriss des alten Dorfes wird durch den Verlauf der Hauptstraße, welche von Großsachsen durch Hohensachsen nach Weinheim führt, und die von ihr abzweigende Talstraße, sowie ein Bündel kleinerer Seitenstraßen gekennzeichnet. Die Ortserweiterungen liegen im Westen im Bereich der Schulstraße, die eine Verbindung zur OEG-Haltestelle herstellt.
Geschichte
Bis zum 19. Jahrhundert Ursprünglich gehörte Hohensachsen zu der Gruppe Siedlungen, die als Sachsenheim bezeichnet wurden. Der Name „Sahsenheim“ wird erstmals in einer im Lorscher Codex enthaltenen Urkunde vom 30. Juni 770 erwähnt. Der Name Sahsenheim bezeichnete wahrscheinlich die Siedlungen im Bereich der drei Sachsenorte. In dieser Urkunde vermacht Uoda, eine Gottgeweihte, ihren Besitz, Weinberge, Wohnhäuser, Scheunen und Stallungen in Sachsenheim, dem Lorscher Kloster. Uodas Vater war Teutacar und ihre Mutter Freihada, adlige Grundherren, die an der Bergstraße Besitz und Macht besaßen. Es wird angenommen, dass die alten Grundmauern, die heute noch den Friedhof von Hohensachsen umgeben, zu diesem Anwesen gehörten.
Sahsenheim stand seit der Gründung des Reichsklosters Lorsch im Jahre 763 in engem Zusammenhang mit dessen Einfluss und Macht. Durch diverse Lehen und Schenkungen entstanden zwischen dem Lorscher Kloster und Sahsenheim ständig sich ändernde Machtbeziehungen. So waren vom 9. bis 11. Jahrhundert durch Lehen oder Schenkungen der Graf Liuther von Leutershausen, der Bischof Albero, das Kloster von Altenmünster sowie das Stephanskloster bei Dossenheim in Hohensachsen begütert. Von größerer Bedeutung ist eine Urkunde aus dem Jahr 989, als eine Adelige namens Geriniu „zwei Anteile an der Basilika in Sahsenheimer marcun“ dem Kloster Lorsch betrug. Die Kirche stand innerhalb der Mauern des alten Friedhofes von Hohensachsen. Sie war dem heiligen Apostel Jakobus dem Älteren geweiht und war für längere Zeit der religiöse Mittelpunkt der drei Sachsenorte. Die Kirche lag erhöht und abseits vom Ort und war vermutlich von Anfang an als Pfarrkirche für alle drei Sachsenorte gedacht. In einem alten Grundbuch der Gemeinde ist heute noch eine einfache Skizze des Gotteshauses enthalten. Im 12. Jahrhundert ist Hohensachsen, mit seinen Nachbarorten aufgrund der Lorscher Vogtei unter pfälzische Oberhoheit gekommen. Ab dem Jahr 1548 ist die Gemeinde Hohensachsen urkundlich zu fassen. An ihrer Spitze, ein Schultheiß und 6 Gerichtsschöffen. Schon damals enthält das Siegel der Gemeinde eine Darstellung des Gemeindewappens. Später werden diesem die wittelsbachischen Farben zugrunde gelegt. Das Rathaus von Hohensachsen weist in seinem Erdgeschoss die Jahreszahl 1538 aus. Allerdings ist das heutige Rathaus nicht mehr das von 1538, da dieses durch die Franzosen 1674 niedergebrannt wurde. Das heutige Rathaus befindet sich aber auf den Fundamenten des alten Rathauses. Eine Schule kann in Hohensachsen seit dem Jahr 1578 nachgewiesen werden. Im Jahr 1707 übernahmen die Katholiken das Schulhaus, welches sich damals beim Pfarrhaus befand. 1790 wurde ein neues Schulhaus bezogen. Da die Reformierten nun keine eigene Schule mehr besaßen, führten sie zeitweilig den Unterricht in der Kirche fort. Bis sie schließlich ebenfalls um 1790 ein eigenes Pfarr- und Schulhaus errichteten. Im Jahr 1829 wurde es renoviert. Beide Schulhäuser dienten allerdings ab 1876 auch der Simultanschule, worauf die Gemeinde schließlich 1905 das noch heute benutzte Schulhaus erbaute.
20. Jahrhundert Ebenfalls um die Jahrhundertwende wurde eine zentrale Wasserversorgung in Hohensachsen geschaffen. Im Jahr 1936 wurde ein Hochbehälter erstellt und durch neue Quellfassungen in Ritschweier erweitert. Außerdem wurde im Jahr 1907 die elektrische Stromversorgung in Hohensachsen eingeführt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Hohensachsen über 350 Heimatvertriebene auf, dadurch entstand im Ort eine große Wohnungsnot. Dieser konnte jedoch durch den Bau von neuen Einfamilienhäusern und Behelfsheimen entgegengewirkt werden. Anschließend wurden in den nächsten Jahren Neubaugebiete westlich und nördlich des alten Ortskerns erschlossen. Damit war der Zustand der Wohnungsnot endgültig behoben. Im Jahr 1960 wurde in Hohensachsen der Bau des neuen Friedhofs mit Kapelle und Leichenhalle abgeschlossen. In dieser Zeit wurde ebenfalls mit dem Bau der Ortskanalisation begonnen. Der größte Investition der Gemeinde war jedoch, neben dem Ausbau aller Ortsstraßen, der Neubau der Sporthalle mit Hallenschwimmbad. Diese wurde am 10. März 1970 eingeweiht. Am 1. Januar 1973 wurde Hohensachsen in die Stadt Weinheim eingegliedert. Dies geschah im Rahmen der damaligen Gemeindereform in Baden-Württemberg. zentriert|mini|400x400px|Kaiserstraße im April 1932 auf Höhe des heutigen ev. Kindergartens, Blickrichtung Westen
Name Hohensachsen gehörte zu der Gruppe Siedlungen, die als Sachsenheim bezeichnet wurden. Der Name „Sachsenheim“ kommt ursprünglich von einem adligen Herren namens „Sahst“ oder „Sachso“ der sich in der Gegend von Hohensachsen niederließ. In vielerlei älteren Urkunden ist ebenfalls von „Sahsenheim“ die Rede. Die drei Sachsenorte Hohensachsen, Lützelsachsen und Großsachsen, werden erstmals ab dem Jahre 877 namentlich in Urkunden unterschieden: In Sahsenheim minor (Lützelsachsen), Sahsenheim superior (Hohensachsen) und Sahsenheim major (Großsachsen).
Bevölkerungsentwicklung mini|Bevölkerungsentwicklung Hohensachsen
Bis ins 18. Jahrhundert hatte Hohensachsen, aufgrund der Gemarkungs- und Siedlungsverhältnisse, eine entsprechend geringe Bevölkerung. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfuhr die Bevölkerung einen raschen Anstieg. Der Anstieg erfolgte bis Mitte des 19. Jahrhunderts, ab dort blieb die Bevölkerungsanzahl etwa gleich, abgesehen von kleinen Schwankungen. Die Stagnation der Bevölkerung hängt mit einer Auswanderungswelle um das Jahr 1850 zusammen. In diesen Jahren sind 111 Auswanderer aus Hohensachsen verzeichnet. Um 1875 wurde das Wachstum der Bevölkerungskurve wieder verstärkt. Allerdings war der Bevölkerungsgewinn mit ca. 40 v.H. in den Jahren von 1875 bis 1939 nicht besonders groß. Bis zum Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich wie fast überall in Deutschland die Bevölkerung. Bis zum Jahr 1950 wurden in der Gemeinde Hohensachsen 315 deutsche Heimatvertriebene aufgenommen. Davon kamen 133 aus dem Sudetenland, 63 aus Rumänien, 44 aus Ungarn, 29 aus Jugoslawien und 31 aus den deutschen Ostgebieten darunter 20 aus Schlesien. Da die Wohnverhältnisse in Hohensachsen immer enger wurden und die industrielle Entwicklung der in der Nähe liegenden Städte rasch voranschritt, wurden neue Wohngebiete erschlossen. Dadurch stieg die Bevölkerung weiter an. Seit den 1990er Jahren setzte sich aufgrund der Erschließung weiterer Wohngebiete im Nordwesten und Westen des Stadtteils der Aufwärtstrend bis heute weiter fort.
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner 1439 170 1946 1352 1988 2224 2007 2472 1577 255 1950 1422 1990 2215 2008 2487 1727 219 1955 1474 1992 2237 2009 2510 1778 258 1963 1685 1994 2267 2010 2519 1818 550 1968 1821 1996 2347 2011 2539 1852 677 1972 2411 1998 2344 2012 2548 1854 650 1978 2454 2000 2297 2013 2573 1875 677 1979 2397 2002 2325 2014 2586 1905 820 1985 2184 2004 2267 1925 881 1986 2194 2005 2292 1939 941 1987 2209 2006 2344
Politik mini|Hohensachsener Rathaus
Ortschaftsrat Mitglieder des Ortschaftsrates und deren Parteienzugehörigkeit: FW: 3 Sitze (Freie Wählervereinigung Hohensachsen, FWV) CDU: 2 Sitze SPD: 2 Sitze
Bürgermeister Schultheißen, Bürgermeister und seit der Eingliederung, Ortsvorsteher von Hohensachsen:
Derzeitige Ortsvorsteherin ist Monika Springer (FW). 1700–1732: Stöhr, Sebastian 1732–1803: Wolbert, Lorentz 1803–1810: Wolbert, Lorentz 1836–1845: Schneider 1845–1859: Kramm 1859–1867: Reinhardt 1867–1887: Hauck, Georg 1887–1917: Stöhr, Nikolaus 1917–1919: Reinhardt, Philipp 1919–1936: Rohr, Johann 1936–1945: Glock, Peter 1945: Keller, Hermann 1945–1946: Leonard, Josef 1946–1956: Schwöbel, Georg 1956–1963: Pfrang, Karl 1963–1972: Bock, Lothar 1972–1983: Bock, Lothar 1983–1994: Müller, Rudolf 1994–1999: Meerwein, Martin 1999–2001: Mörke, Udo 2001–2004: Ramdohr, Otfried seit 2004: Springer, Monika
Wappen Das Wappen von Hohensachsen zeigt, ein in ein Kreuz auslaufendes silbernes (weißes) Dreieck, welches auf einem goldenen (gelben) Dreiberg mit blauem Hintergrund steht.
Über das Wappen von Hohensachsen sind zwei verschiedene Deutungen bekannt, wovon allerdings keine der beiden falsch sein muss. Es gibt sowohl eine örtliche als auch eine eher überörtliche Deutung des Wappens. Aus Urkunden überlieferte Deutungen besagen, dass das in ein Kreuz auslaufende Dreieck die ehemalige Hohensachsener Jakobskirche symbolisiert. Die Berge über den Sachsenorten (Hohensachsen, Lützelsachsen, Großsachsen) werden durch die drei gelben Bogen dargestellt. Eine weitere, nicht ortsbezogene Deutung besagt, dass das silberne Dreieck mit dem Kreuz das päpstliche Oberwappen sei. Es symbolisiert die Tiara, die spitzzulaufende Krone des Papstes. Ursprünglich war die Krone des Papstes unten von einem Edelstein besetzten Reif umgeben. Im 13. Jahrhundert hat sich dieser Reif zu einer mit Blumenornamenten geschmückten Krone gewandelt. Das Wappen von Hohensachsen stellt eines dieser dreibogigen goldenen Blumenornamente dar. Aus einer Urkunde aus dem Jahr 779 geht hervor, dass Hohensachsen damals zum Reichskloster Lorsch gehörte, was diese Deutung bestärkt.
Partnerschaft Hohensachsen unterhält seit 1974 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Anet in Frankreich.
Bildung, soziale Einrichtungen und Sport