mini|Video: Altarabische Gottheiten (u. a. mit Hubal, al-Lāt, Al-Manât und al-ʿUzzā) Hubal () war beim arabischen Stamm Quraisch, dem herrschenden Stamm von Mekka, eine wichtige astrale Gottheit, deren aus rotem Karneol gefertigtes Standbild in der Kaaba stand.Fahd: Hubal. In: Encyclopaedia of Islam, S. 536. Manche Wissenschaftler sind der Ansicht, dass Hubal als Mondgott fungiert habe und auch als Allah bezeichnet wurde.

Der Chuzāʿite ʿAmr ibn Luhaiy hat die Statue Berichten zufolge von einer seiner vielen Reisen mit nach Mekka gebracht. ʿAmr ibn Luhaiy habe in einer Quelle gebadet und sei danach von einer schweren Krankheit geheilt gewesen. Deshalb nahm er das Abbild Hubals mit nach Mekka. Der genaue Ort, von dem es stammt, ist nicht bekannt. Es gibt jedoch zwei Theorien: entweder Hīt im heutigen Irak oder Maʾāb in Jordanien. An seinem Ursprungsort war Hubal einer von mehreren Herren (arbāb), die dort verehrt wurden.Fahd: Hubal. In: Encyclopaedia of Islam, S. 536. Hubal wurde später „vermenschlicht“ und mit einem verkürzten rechten Arm dargestellt. Er war außerdem für seine Orakel berühmt. Bei wichtigen Anlässen wurden seine sieben Lospfeilorakel befragt. Darüber hinaus ging ein Mekkaner nach der Rückkehr von einer Reise zuerst zu Hubal, um ihm ein Opfer darzubringen.Fahd: Hubal. In: Encyclopaedia of Islam, S. 536.

Die islamische Geschichtsschreibung stellt den reichen ʿAmr ibn Luhaiy, der Hubal nach Mekka gebracht hatte, als denjenigen dar, unter dem der Kult um die Kaaba entartet ist. Tilman Nagel vermutet, dass die Quraisch schon vor Muhammads Auftreten als Prophet diese Auffassung vertraten.Nagel: Mohammed: Leben und Legende. München 2008, S. 26.

Nachdem Muhammad geboren war, ging laut Ibn Ishāq sein Großvater ʿAbd al-Muttalib ibn Hāschim mit dem Säugling in die Kaaba, um ihn dem Gott Hubal darzubieten. Andere islamische Quellen sprechen jedoch davon, dass ʿAbd al-Muttalib das Neugeborene Allāh widmete.Nagel: Mohammed: Leben und Legende. München 2008, S. 101. Dem Hanīfen Zaid ibn ʿAmr, einem Zeitgenossen Muhammads, der wegen seiner Ansichten aus Mekka verjagt worden war, wird ein Gedicht zugeschrieben, in welchem er unter anderem die Verehrung Hubals behandelt:

Muhammad weihte nach der Eroberung Mekkas die Kaaba allein Allāh und entfernte die Standbilder aus dem Heiligtum.

Literatur T. Fahd: Hubal. In: The Encyclopaedia of Islam. 2. Auflage, Bd. 3, Brill, Leiden 1986, S. 536. Tilman Nagel: Mohammed: Leben und Legende. R. Oldenbourg Verlag, München 2008.

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