Esico (auch Esiko oder Esichos; * um 990/1000; † nach 1059, vermutlich 1060) war Graf im Schwaben-, Harz- und Hardagau. Er ist der früheste namentlich bekannte Vorfahre der Askanier.

Leben Esico war ein Sohn eines namentlich nicht bekannten Vaters (Adalbert), der Vogt der Klöster Nienburg und Hagenrode war, und einer namentlich nicht bekannten Tochter (Hidda) des Markgrafen Hodo I. der Ostmark. Ob Uta, Ehefrau von Markgraf Ekkehard II. von Meißen und Hazecha, Äbtissin des Stifts Gernrode seine Schwestern waren, ist unsicher. Die als Uta von Naumburg bezeichnete Statue im Naumburger Dom soll Uta von Ballenstedt darstellen.

Er wurde 1036 erstmals in einer Urkunde König Konrads II. erwähnt.Codex diplomaticus Anhaltinus (CDA) I, Nr. 111, DD K II Nr. 234. Darin wurde er wie in allen weiteren Urkunden nur als Graf (comes Hesicho) ohne weiteren Zusatz bezeichnet. Nur der Annalista Saxo im 13. Jahrhundert bezeichnete ihn als Esicus de Ballenstide.für das Jahr 1025 (!). In: , S. 337, auch , S. 676. Wahrscheinlich um 1043 gründete er ein Kollegiatstift St. Pancratius und Abundus auf der Burg Ballenstedt.

Das Gebiet seiner Grafschaft ist nur ungefähr bekannt. Es lag im Schwaben-, Harz- und Hardagau. Esico hatte wahrscheinlich über seine Mutter Allodien in verschiedenen Gebieten geerbt, die Grafenrechte in diesen Gebieten gingen jedoch nicht vollständig auf ihn über.vgl. Partenheimer: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt, 2001, mit Vermutungen über weitere Besitzungen. Teilweise werden Besitzungen im slawischen Gebiet östlich der Elbe angenommen.Partenheimer: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt, 2001, S. 20.Assing: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften, 1997.

Esico wurde insgesamt neunmal in Urkunden seiner Zeit genannt, zuletzt 1059.1036: Codex diplomaticus Anhaltinus. (CDA). I, Nr. 111; 1041: CDA I, Nr. 112; 1043: CDA I, Nr. 115; 1043: CDA I, Nr. 116; 1043: CDA V, Nr. 116a; 1043: CDA I, Nr. 117; 1046: CDA I, Nr. 122; 1051: CDA I, Nr. 129; 1059: CDA I, Nr. 16, dort nur als Esicho ohne eindeutige Zuordnung zu seiner Person. Da die letzte urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1059 datiert ist, ist davon auszugehen, dass Esico kurz darauf verstarb, vermutlich im Jahre 1060.Partenheimer: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau, 2001, S. 22.

Ehe und Nachkommen Esiko war wahrscheinlich mit Mathilde, Tochter von Herzog Hermann II. von Schwaben, verheiratet., ISBN 3-7752-5537-0. S. 363, 592, 658: Mathilde von Werl Lutz Partenheimer: Albrecht der Bär und seine Vorfahren. Ursprung und Aufstieg der Askanier. In: Eckardt Opitz (Hrsg.): Kolloquium XVI Askanier-Studien der Lauenburgischen Akademie, Winkler, Bochum 2010, ISBN 978-3-89911-132-3, S. 21–48, 28–29 entgegen Annalista Saxo heute wohl Forschungsmeinung, ein Irrtum war möglich, weil Mathildes Mutter Gerberga von Burgund in erster Ehe einen 985/6 gestorbenen Grafen Hermann von Werl geheiratet hatte vor ihrer Ehe mit Herzog Hermann II von Schwaben Kinder waren Otto Adalbert II., Graf von Ballenstedt Adelheid ⚭ Thiemo, Edler von Schraplau (nähere Angaben zu beiden nicht bekannt)

Literatur Helmut Assing: Die frühen Askanier und ihre Frauen. Kulturstiftung Bernburg 2002, S. 6 f. Lutz Partenheimer: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2001, ISBN 3-412-06301-0, S. 15–22.

Anmerkungen

Kategorie:Graf (HRR) Kategorie:Familienmitglied der Askanier Kategorie:Geboren im 10. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 11. Jahrhundert Kategorie:Mann