mini|Dante Alighieri mit Lorbeerkranz, Porträt von Sandro Botticelli, 1495 mini|Napoleon Bonaparte im Krönungsornat mit goldenem Lorbeerkranz, Gemälde von Marie-Victoire Jaquotot
Ein Lorbeerkranz ist ein aus Zweigen und Blättern des Lorbeers (lateinisch laurus) geformter Kranz. Der Lorbeerkranz ist ein Symbol und ein Insigne für eine besondere Ehre oder Auszeichnung, insbesondere für einen Sieg oder einen besonderen Erfolg. Daher wird er auch als Siegerkranz bezeichnet. Lorbeerkränze sind häufig golden dargestellt.
Antike Antikes Griechenland mini|Antike griechische Münze mit Olivenblätter umkränzter Eule, als weise geltendes Begleittier der mit Helm abgebildeten Göttin Athene, um 152/151 v. Chr. mini|Victoriatus aus einer sizilianischen Münzstätte. 211-208 v. Chr. Avers: Jupiterkopf mit Lorbeerkranz; Revers: Victoria ein Tropaeum bekränzend mit einem Olivenkranz;Michael H. Crawford: Roman Republican Coinage. Cambridge 1974, no. 71/1a. Der immergrüne Lorbeerstrauch bzw. Lorbeerbaum galt in der Mythologie des antiken Griechenlands als Symbol der gesundheitlichen und moralischen Reinigung sowie der Sühne.
In den kultischen Handlungen um den griechischen Gott Apollon übernahm der Lorbeer eine bestimmte Aufgabe, indem er ihn an die geliebte Nymphe Daphne erinnerte, die vor seinen Nachstellungen gerettet wurde, indem sie von ihrem Vater in einen Lorbeerstrauch verwandelt wurde: So entstand der erste Lorbeerbaum. Für Apollon wurde der Strauch durch die Verwandlung heilig, daher trug er als Ausdruck seines Kummers und Schmerzes über die nicht erwiderte Liebe einen Lorbeerkranz auf dem Kopf. Der Überlieferung zufolge wurde ein erstes Orakel des Apollons „durch das Rauschen des Lorbeers“ verkündet. Tempel und Heiligtümer zu Ehren des Apollons wurden mit Lorbeer geschmückt und mit Besen aus zusammengebundenen Lorbeerzweigen gereinigt.Michael Pettersson: Cults of Apollo at Sparta. The Hyakinthia, the Gymnopaidia and the Karneia (= Svenska Institutet i Athen. Skrifter 8°, Bd. 12). Åström, Stockholm 1992, ISBN 91-7916-027-1 (Zugleich: Göteborg, Univ., Diss., 1992). Das Orakel von Delphi sprach mit einem Lorbeerblatt im Mund.Joseph Fontenrose: Didyma. Apollo's Oracle, Cult, and Companions. University of California Press, Berkeley CA 1988, ISBN 0-520-05845-3.Jean Gagé: Apollon Romain. Essai sur le culte d’Apollon et le développement du „ritus graecus“ à Rome des origines à Auguste (Bibliothèque des Écoles françaises d'Athènes et de Rome. Fasc. 182, ). Boccard, Paris 1955.
Bei den Anhängern von Hippokrates stand der Lorbeer im Ruf, als Heilmittel gegen Frauenleiden zu wirken.
Bei den Olympischen Spielen wurde ein Kotinos überreicht, also ein Olivenkranz, der Olivenöl als Siegerprämie ersetzte.Dirk Husemann: Spiele, Siege und Skandale Campus Verlag, 2007, S. 95. Viele Darstellungen von vermeintlichen Lorbeerkränzen düften Olivenkränze sein.
Antikes Rom mini|Antike römische Münze mit lorbeerbekränztem Gaius Iulius Caesar aus dem Jahr 44 v. Chr. Auch in der römischen Mythologie spielte der Lorbeerkranz eine bedeutende Rolle. Im Kult um den Gott Jupiter war er Zeichen des Siegers, der mit Lorbeer bekränzt wurde. Daher war der Lorbeerkranz bei der Rückkehr von Feldherren nach Rom Zeichen des militärischen Siegers (siehe Corona triumphalis), während die Führer von Heeren, die einen weniger bedeutenden Erfolg erlangt hatten, sich bei einer ovatio mit einem Myrtenkranz begnügen mussten. Die Kränze wurden dabei nicht nur vom Triumphator, sondern von allen Teilnehmern des Triumphzuges getragen, mit Ausnahme der Sklaven. Später trugen auch die Kaiser Roms den Lorbeerkranz als Zeichen ihres Ruhmes. In deren Fall hielt allerdings ein hinter dem Kaiser stehender Sklave dem Triumphator zusätzlich einen Goldkranz (lat. corona ex auro Etrusca) über den Kopf.Birgit Bergmann: Der Kranz des Kaisers. Genese und Bedeutung einer römischen Insignie auf: uni-muenchen.de (PDF-Datei; 102 Kilobyte; 100 kB)
Die Römer verbrannten Lorbeerblätter mit Salbei, Thymian, Verbene und Wacholder, um böse Geister zu vertreiben.Hendrik Simon Versnel: Triumph. An Inquiry Into the Origin, Development and Meaning of the Roman Triumph. Brill, Leiden 1970 (Zugleich: Leiden, Univ., Diss., 1970).
Gestalt mini|Artefakt mit Lorbeerkranz im Museum für Kunst der Antike, Mailand
Form Der Lorbeerkranz erscheint in unterschiedlicher Ausprägung. Es gibt sowohl Darstellungen eines einzelnen Lorbeerzweiges, der als Kranz um das Haupt gewunden wird, als auch solche, bei denen zwei einzelne Lorbeerzweige am unteren Teil miteinander verflochten und zu einem Kranz gewunden werden. Bei dieser zweiten Variante werden die beiden Zweige so miteinander verbunden, dass die Blattspitzen jeweils in Gegenrichtung der Flechtstelle zeigen. Dementsprechend wird ein Lorbeerkranz so auf dem Kopf positioniert, dass die Blattspitzen gleichzeitig nach vorn und schräg nach oben zeigen. Dies steht für das positive Element, ein Voranstreben oder lebensbejahenden Elan. Die zweite Variante wird an der Flechtstelle häufig mit Zierbändern versehen, zum Beispiel in den Landesfarben.
Der Lorbeerkranz bildet nicht zwingend eine geschlossene Form, er kann ähnlich einem Hufeisen geöffnet sein. Beim Tragen weist die Öffnung stets nach vorn, der vordere Teil des Kopfes bzw. die Stirn bleibt also weitgehend frei. Bei zweidimensionalen Darstellungen zeigt die Öffnung des Lorbeerkranzes fast ausnahmslos nach oben.
Material In ihrer gegenständlichen Form bilden die Zweige des Lorbeers das ursprüngliche und natürliche Material des Lorbeerkranzes, später je nach Gelegenheit auch durch vom Menschen verarbeitete Materialien wie Metall, Natur- oder Kunstfasern ersetzt. In der Bildenden Kunst und der Architektur werden darüber hinaus weitere Materialien wie Glas, Holz, Edelmetalle, Natur- und Kunststein oder Putz verwendet. In der Medaillen-, Plaketten- und Münzprägung werden überwiegend Edelmetalle bzw. Legierungen aus Edelmetallen und anderen Metallen eingesetzt.
Symbolik mini|Siegessäule in Berlin-Tiergarten: Victoria mit erhobenem Lorbeerkranz. Der stilisierte Speer zeigt das preußische Eiserne Kreuz im Eichenlaubkranz. Antike Symbolik
Der Lorbeerkranz ist vom Grundsatz her ein friedliches Symbol. Die runde Form steht für Vollkommenheit, die immergrüne Erscheinungsform des Lorbeerstrauches bzw. des Lorbeerbaumes für Beständigkeit bzw. Unsterblichkeit. Schon bei den alten Griechen und Römern stand er für Erfolg, Leistung, Sieg, Ruhm und Weihe.
Im Gegensatz zu einer königlichen oder kaiserlichen Krone versinnbildlicht der Lorbeerkranz eine Bürgerkrone (lat. corona civica, im Römischen Reich allerdings aus Eichenlaub), die demzufolge von Feldherren, Wissenschaftlern, Dichtern und Sportlern errungen werden kann.
Symbol für Sieg und Patriotismus Im Deutschen Reich wurden nach militärischen Siegen Ehrenmale mit dem meist figürlichen Motiv der Göttin Victoria (lat. für Sieg) errichtet. Dabei wird diese oft mit erhobenem rechten Arm dargestellt, einen Lorbeerkranz haltend. In der anderen, nach unten gerichteten Hand, hält sie meist einen Palmzweig, der – wie die Taube – symbolisch für den Frieden steht. In Berlin erhebt die Victoria auf der Siegessäule einen Lorbeerkranz, während das Eiserne Kreuz an ihrem Speer von Eichenlaub umkränzt ist.
Auch am Niederwalddenkmal in Rüdesheim am Rhein braucht man nicht lange nach Lorbeerkränzen zu suchen. Sie sind an den Ecken des Denkmalsockels zu finden und an der Kaiserkrone des Deutschen Reiches, die von der Germania emporgehalten wird. Auch um das von ihr gesenkt gehaltene Schwert winden sich Lorbeerzweige; durch den Lorbeer ist das Schwert seiner eigentlichen Funktion enthoben und erhält damit einen eher wehrhaften als aggressiven Charakter.Reinhard Alings: Monument und Nation. de Gruyter, Berlin u. a. 1998, ISBN 3-11-014985-0, S. 526, auf: books.google.de
Auf dem Cromwelltaler von 1658 aus der kurzen Zeit der englischen Republik wird Oliver Cromwell als römischer Kaiser, drapiert und mit einem Lorbeerkranz geschmückt dargestellt. Der Lorbeerkranz ist hier das Symbol für die Beendigung des Bürgerkrieges und den erlangten Frieden.
Verwendung des Symbols in verschiedenen Bereichen Architektur mini|Lorbeerbekränztes Eingangstor Schloss Nymphenburg, München Lorbeerkränze und -zweige werden in der Architektur sehr häufig als Schmuck-Element an Außenfassaden und in der Innenausstattung verwendet, vor allem in früheren Jahrhunderten. So sind beispielsweise Eingangstore des Schlosses Nymphenburg in München lorbeerumkränzt. Sehenswert sind auch die Lorbeerkränze und Akanthusblätter an den barocken Stuckdecken des Schlosses Köpenick in Berlin.Im Schloss Köpenick müssen die Restauratoren die Farbe von den Stuckdecken kratzen: Das Blattgold verschwindet berliner-zeitung.de, 5. Mai 2001
Kunst In der Bildenden und Darstellenden Kunst finden sich seit der Antike Lorbeerkränze, so auf zahlreichen Gemälden, Mosaiken und Skulpturen, natürlich auch im Schauspiel. In der Basilika von Aquileia findet sich die Victoria christiana, das Symbol für das siegreiche Christentum. Dargestellt ist ein blondes Mädchen, das mit seiner Rechten einen Lorbeerkranz reicht. In seiner Linken trägt es einen Palmenzweig als Symbol für den Frieden. Es handelt sich dabei um eine christliche Interpretation der antiken Vorbilder Nike und Victoria.
Wappen und Flaggen Der Lorbeerkranz bzw. Lorbeerzweige sind auf vielen Wappen und Flaggen zu finden. Auf Staatswappen und -flaggen nutzen beispielsweise El Salvador, Kolumbien, Mexiko und Zypern einen Lorbeerkranz bzw. einen Lorbeerzweig. Beim Tiroler Wappen wird von Ehrenkränzlein gesprochen. In der italienischen Heraldik sind insbesondere Kommunalwappen fast immer umkränzt. Auch Wappen und Flagge des US-Bundesstaates New Hampshire zeigen einen Lorbeerkranz.Flagge und Wappen Mexiko auf: britannica.comFlagge und Wappen Paraguay auf: britannica.comFlagge und Wappen Peru auf: britannica.comFlagge und Wappen Zypern auf: britannica.comFlagge und Wappen New Hampshire auf: britannica.com Auf deutschen Gemeindewappen findet sich der Lorbeerkranz beispielsweise in Aldenhoven (Kreis Jülich) bzw. im Ortsteil Siersdorf sowie in Alperstedt (Landkreis Sömmerda). Im Frankfurter Stadtteil Heddernheim trägt ihn Kaiser Hadrian.
Militär mini|links|Uniformkäppi für den General der Schweizer Armee mit lorbeerumkränztem Spiegel mini|Französischer Nationalorden der Ehrenlegion mit Lorbeerkranz Zahlreiche Abbildungen, Abzeichen auf: vtg.admin.ch (PDF-Datei, 1,57 MegaByte; 1,6 MB)Uniformen und Abzeichen des Österreichischen Bundesheers auf: bmlv.gv.atBrosch_INTERNET_neu.pdf Uniformen der Bundeswehr auf: bundeswehr.de (PDF-Datei, 1,5 MegaByte), OrdenDistinguished Service Order auf: britannica.com wie zum Beispiel der Nationalorden der französischen Ehrenlegion (franz. ordre national de la Légion d’honneur), Rüstungen und andere Militaria zeigen Lorbeerkränze, so beispielsweise die U-Boot-Frontspange der reichsdeutschen Kriegsmarine.
Münzen Eine Goldmünze des beginnenden 17. Jahrhunderts wurde dezidiert als (englisch für Lorbeer) bezeichnet, da sie erstmals einen englischen König (Jacob I.), den Sohn von Maria Stuart, mit Lorbeerkranz darstellte. Im deutschsprachigen Raum wurde sie damals unter Bezug auf Jacob I. als Jacobus bzw. Jakobiner bezeichnet. Gegenwärtig (Stand: 2026) sind beispielsweise Münzen des Schweizer Frankens bekränzt.
mini|Stadtsiegel von New York City mit umlaufendem Lorbeerkranz
Siegel Auf Siegeln von Urkunden findet sich ebenfalls der Lorbeerkranz, insbesondere auf Gemeinde- und Stadtsiegeln, wenn in deren Stadtwappen ein Lorbeerkranz dargestellt wird.Beispiel: Majestätssiegel Kaiserin Maria Theresia 1745–1765, 130 mm, rotes Wachs, mit umlaufendem Lorbeerkranz numismatik-cafe.at
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mini|hochkant|links|Das Logo der Firma Benz