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Die Österreichische Beamtenversicherung, VVaG (ÖBV) ist ein unabhängiger, österreichischer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Sie bietet Lebens- und Unfallversicherungen, Amts-, Organ- und Dienstnehmerhaftpflichtversicherungen sowie Pensionsvorsorgelösungen an. Seit ihrer Gründung versichert die ÖBV die Bediensteten des öffentlichen Sektors. Die Angebote können heute von allen Privatpersonen genutzt werden, unabhängig vom Dienstverhältnis oder Dienstgeber. Auf Grund ihrer Rechtsform als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist die ÖBV einem solidarischen Prinzip verpflichtet. Sie verfolgt somit ausschließlich die Interessen ihrer Mitglieder und ist unabhängig von Aktionärsinteressen. Gewinne kommen den Versicherten zugute und werden wieder ins Unternehmen investiert.
Geschichte Die Entstehung der späteren Österreichischen Beamtenversicherung geht auf den 1885 gegründeten „Verein der k. k. Staatsbeamten zur Wahrung der Standesinteressen“ zurück. Dieser vertrat zunächst die beruflichen Interessen der Staatsbeamten und baute in den folgenden Jahren verschiedene Selbsthilfeeinrichtungen auf, darunter eine Spar- und Vorschussabteilung sowie eine Wirtschaftsabteilung.
Im Jahr 1894 wurde der Verein in „Verein der Staatsbeamten Österreichs in Wien“ umbenannt. Aus seinem organisatorischen Umfeld ging die „Unterstützungssozietät der Staatsbeamten Österreichs in Wien“ hervor, die am 1. September 1895 ihre Tätigkeit aufnahm. Dieses Datum gilt als der offizielle Gründungstag der späteren ÖBV. Die Eintragung in das Hilfskassenregister – und somit der offizielle Gründungsvorgang – erfolgte am 9. Oktober 1895.
Als maßgeblicher Initiator der Unterstützungssozietät gilt der Postbeamte Josef Carl Ohlhanns, der die weitere Entwicklung der Organisation nachhaltig prägte.
Zweck der Unterstützungssozietät war zunächst die Absicherung von Begräbniskosten ihrer Mitglieder. Mitglied konnten anfangs ausschließlich Angehörige des Staatsbeamtenvereins im niedrigrangingen Staatsdienst werden.
In den ersten Jahren nach ihrer Gründung konnte die Sozietät ein kontinuierliches Wachstum sowohl an Mitgliedern als auch an Prämien verzeichnen. Doch die beiden Weltkriege sowie die wirtschaftlichen Umbrüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hinterließen auch Spuren in der Sozietät, die 1939 in „Ostmärkische Beamtenversicherung“ umbenannt wurde.
Nach 1945 erfolgte der Wiederaufbau des Geschäftsbetriebs unter dem bis heute gültigen Unternehmensnamen „Österreichische Beamtenversicherung, VVaG“. Der wirtschaftliche Aufschwung gelang vor allem durch zwei Maßnahmen: Einerseits durch die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften des öffentlichen Sektors, andererseits durch die Erweiterung des Versichertenkreises über den öffentlichen Sektor hinaus.
Tochterunternehmen 1989 wurde die Gebäude- und Grundstücksverwaltung in die neu gegründete Tochter ÖBV Immobilien GmbH ausgelagert. Sie verwaltet mehr als 1.200 Objekte (Wohnungen, Büros und Lagerräume).
Die ÖBV Realitäten GmbH ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der ÖBV. Sie ist eine Immobilienbesitzgesellschaft. Derzeit sind 10 Liegenschaften im Besitz der Gesellschaft.
Die 100%ige Tochter ÖBV Selekt Versicherungsagentur GesmbH wurde 2005 gegründet. Sie vermittelt Kfz-, Kranken-, Rechtsschutz- & Haftpflichtversicherungen sowie den gesamten Sachversicherungsbereich.
Unternehmensform Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit Am 7. September 1921 wurde die Unterstützungssozietät in einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit umgewandelt. Damit unterstand sie der staatlichen Versicherungsaufsicht. Außerdem wurden durch diese Umbildung die Versicherten zu Mitgliedern des Vereins. Bis heute ist die ÖBV ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, deren Versicherte gleichzeitig Mitglieder und somit Eigentümerinnen und Eigentümer des Vereins sind.
Mitgliederzahlen Bereits in den ersten Jahren nach ihrer Gründung gab es einen kontinuierlichen Mitgliederzuwachs. 1903 konnte man schon das tausendste Mitglied verzeichnen. Durch die Eingliederung zahlreicher anderer kleiner Versicherungsvereine im Jahr 1939 erhöhte sich die Mitgliederzahl deutlich. Heute zählt die ÖBV über 300.000 Mitglieder.
Entwicklung des Unternehmensnamens Gegründet wurde die ÖBV 1895 unter der Bezeichnung „Unterstützungssozietät der Staatsbeamten Österreichs in Wien“. 1939 erfolgte die Umbenennung in „Ostmärkische Beamtenversicherung“. Ihren endgültigen Namen „Österreichische Beamtenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG)“ erhielt die ÖBV im August 1945.
Produkte Der ursprüngliche Geschäftszweck beschränkte sich auf die Auszahlung von Begräbnisgeldern. Doch schon wenige Jahre nach der Gründung gab es bereits Überlegungen, das Leistungsangebot zu erweitern. Ab 1930 konnten erstmals Gruppenversicherungen angeboten werden. 1955 umfasste das Angebot der ÖBV bereits Kapital-Vollversicherungen und Risikoversicherungen. Die Sparte Unfallversicherung zählt seit 1969 zur Produktpalette.
Heute umfasst die Produktpalette der ÖBV Lebensversicherungen und Unfallversicherungen, Pensionsvorsorgelösungen und – seit 2025 – eine Amts-, Organ- und Dienstnehmerhaftpflichtversicherung.
Die ÖBV heute Nach wie vor ist die ÖBV unabhängig, eigenständig und österreichisch. Heute sind die Versicherungs- und Vorsorgelösungen der ÖBV für alle da. Das Unternehmen ist in ganz Österreich vertreten, die Zentrale ist in Wien. Zahlreiche unabhängige Partner bieten die Produkte der ÖBV an, Bankenpartner ist die SPARDA-Bank (eine Marke der Volksbank Wien AG).
Die ÖBV ist familienfreundliche Arbeitgeberin und trägt das staatliche Gütesiegel „berufundfamilie“.
Die ÖBV ist nicht ident mit der „Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter“, der österreichischen Pflichtversicherung für öffentlich Bedienstete.
Weblinks Österreichische Beamtenversicherung
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