Hilmar Baumann (* 7. Januar 1939 in Ludwigsfelde, Landkreis Teltow; † 27. Januar 2018Georg Kasch, Christian Rakow: Schauspieler Hilmar Baumann verstorben: Urgestein des Maxim Gorki Theaters. nachtkritik.de, 1. Februar 2018, abgerufen am 3. Februar 2018. in Berlin) war ein deutscher Film- und Theaterschauspieler, der in über 80 Filmproduktionen der DEFA und des DFF mitgewirkt hat.

Leben Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sein Vater mitsamt seiner Familie von der Roten Armee in die Sowjetunion verschleppt. Nachdem die Familie 1953 wieder nach Deutschland zurückkehren durfte, holte Baumann sein Abitur nach und arbeitete ein paar Monate in einem Motorenwerk in Roßlau, ehe er sich 1958 für ein Schauspielstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam entschied. Das Studium beendete er 1961 mit Auszeichnung, es folgten Theaterengagements in Bautzen, Halle und ab 1968 am Maxim-Gorki-Theater zu Berlin, wo er bis zu seiner Verrentung als Schauspieler arbeitete.

Neben der Bühnenarbeit war er auch bei ostdeutschen Filmproduktionen der DEFA und des DFF tätig. Zu seinen bekanntesten Rollen gehörten die Goethe-Verfilmungen der 1970er Jahre des Filmregisseurs Egon Günther, wie Die Leiden des jungen Werthers (1977).

Filmografie (Auswahl) 1960: Begegnung im Zwielicht (Spotkania w mroku) 1961: Das Rabauken-Kabarett 1964: Der geteilte Himmel 1964: Das Lied vom Trompeter 1971: Zeit der Störche 1973: Die Taube auf dem Dach 1973: Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow 1973: Der Wüstenkönig von Brandenburg 1974: Warum kann ich nicht artig sein 1975: Jenny 1975: Lotte in Weimar 1976: Unser stiller Mann 1976: Die Leiden des jungen Werthers 1977: Unterwegs nach Atlantis 1977: Dantons Tod (TV-Studioaufzeichnung) 1978: Jörg Ratgeb, Maler 1978: Clavigo (TV-Studioaufzeichnung) 1977/1979: Feuer unter Deck 1978: Über sieben Brücken mußt du gehn 1978: Sieben Sommersprossen 1979: Ich - dann eine Weile nichts 1979: Hochzeit in Weltzow (Fernsehfilm) 1979: P.S. 1980: Don Juan – Karl-Liebknecht-Str. 78 1980: Die Schmuggler von Rajgrod 1980: Levins Mühle 1981: Die Stunde der Töchter 1981: Spuk im Hochhaus 1981: Kippenberg (Fernsehfilm) 1982: Das Fahrrad 1982: Märkische Forschungen 1983: Martin Luther 1984: Drei Schwestern (Fernsehfilm) 1984: Kaskade rückwärts 1984: Hälfte des Lebens 1985: Unternehmen Geigenkasten 1986: Fahrschule 1987: Zwei leere Stühle (TV) 1988: Polizeiruf 110: Der Mann im Baum (TV-Reihe) 1988: Ich liebe dich – April! April! 1990: Pause für Wanzka (Fernsehfilm) 1990: Alter Schwede 1990: Die Übergangsgesellschaft (TV-Aufzeichnung 1990) 1991: Der Tangospieler 1992: Tandem (Fernsehfilm) 1999: Move On Up 2001: Der Hauptmann von Köpenick 2001: Toter Mann

Theater 1968: Seán O’Casey: Der Stern wird rot (Arbeiter) – Regie: Kurt Veth (Maxim-Gorki-Theater Berlin) 1969: Michail Schatrow: Bolschewiki (Volkskommissar) – Regie: Fritz Bornemann (Maxim-Gorki-Theater Berlin) 1969: Nikolai Gogol: Der Revisor (Falscher Revisor) – Regie: Hans-Georg Simmgen (Maxim-Gorki-Theater Berlin) 1970: Ernst Ottwalt: Kalifornische Ballade (mehrere Rollen) – Regie: Fritz Bornemann (Maxim-Gorki-Theater Berlin) 1970: Klaus Wolf: Lagerfeuer (Neuerer) – Regie: Achim Hübner/Fritz Bornemann (Maxim-Gorki-Theater Berlin) 1971: Jewgeni Schwarz: Der Schatten (Gelehrter) – Regie: Fritz Bornemann (Maxim-Gorki-Theater Berlin) 1972: Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm (Leutnant Riccaud) – Regie: Albert Hetterle (Maxim-Gorki-Theater Berlin) 1972: William Congreve: Liebe für Liebe (Valentine) – Regie: Karl Gassauer (Maxim-Gorki-Theater Berlin) 1974: Michail Schatrow: Das Wetter für morgen (Komsomolgruppenorganisator) – Regie: Albert Hetterle (Maxim-Gorki-Theater Berlin) 1977: Rudi Strahl: Arno Prinz von Wolkenstein oder Kader entscheiden alles – Regie: Karl Gassauer (Maxim-Gorki-Theater Berlin) 1983: Molière: Die gelehrten Frauen (Trissotin) – Regie: Karl Gassauer (Maxim-Gorki-Theater Berlin)

Hörspiele 1970: Stephan Hermlin: Scardanelli (Waiblinger) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1970: Armand Lanoux: Der Hüter der Bienen (Puig) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1971: Heinrich Mann: Die Jugend des Königs Henri Quatre – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1971: Heinrich Mann: Die Vollendung des Königs Henri Quatre – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1973: Bertolt Brecht: Leben des Galilei – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1990: Valerie Radtke: Mein großer Brief – Regie: Horst Liepach (Hörspiel – Funkhaus Berlin)

Literatur Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8.

Weblinks

Hilmar Baumann auf Ost-Film

Einzelnachweise

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