Das Kernkraftwerk Kalinin ( [], Kürzel КАЭС, KAES) liegt in Russland, etwa 260 Kilometer nordwestlich von Moskau in der Oblast Twer, in der Nähe der Stadt Udomlja. Eigentümer und Betreiber des Kraftwerkes ist das staatliche Unternehmen Rosenergoatom. Das Kernkraftwerk deckt einen Großteil des Strombedarfs der Twer-Region und speist auch in die Stromnetze der Städte Moskau, Sankt Petersburg und Wladimir ein. Im Jahr 2006 speiste das Kernkraftwerk 20,1 Milliarden Kilowattstunden in das öffentliche Netz ein. Die zwei weithin sichtbaren jeweils 85 Meter hohen Kühltürme wurden in je 96 Betonierabschnitten hergestellt.

Geschichte miniatur|links|Zentrum für öffentliche Information in Udomlja Mit dem Bau des ersten Kernreaktors wurde am 1. Februar 1977 begonnen, und am 1. Februar 1982 startete der Bau des zweiten Reaktorblocks. Am 9. Mai 1984 wurde der erste Reaktorblock (Kalinin-1) in Betrieb genommen und am 3. Dezember 1984 der zweite. Mit dem Bau von Kalinin-3 wurde am 1. Oktober 1985 begonnen, der dann am 16. Dezember 2004 in Betrieb ging.Power Reactor Information System der IAEA: „Russian Federation: Nuclear Power Reactors“ (englisch) Die Bauarbeiten für Kalinin-4 begannen am 1. August 1986; am 12. Dezember 2011 wurde er in Beisein von Ministerpräsident Putin in Betrieb genommen.RBC.ru, 12. Dezember 2011 Es gab Pläne, den ersten Reaktorblock 2014 vom Netz zu nehmen; zwischenzeitlich wurde die Betriebsgenehmigung bis 2044 verlängert.

Die vier Reaktoren sind Druckwasserreaktoren der russischen Bauart WWER. Sie haben eine Nettoleistung von je 950 Megawatt (MW), eine Bruttoleistung von je 1.000 MW und eine thermische Leistung von je 3.200 MW. Die Reaktorblöcke eins und zwei sind Typ WWER-1000/338 und die Blöcke drei und vier WWER-1000/320.

Sicherheit miniatur|links|Maschinenraum des KKW Kalinin Die ersten beiden Blöcke des AKW gehören der zweiten, Block 3 und 4 der dritten WWER-Generation an. Letztere verfügen damit im Gegensatz zu den anderen über ein Containment.

Anfang der 1990er Jahre kam es im Kraftwerk oft zu Betriebsstörungen. Zwischen 1990 und 1994 wurden innerhalb von vier Jahren 120 solche Störungen gemeldet, was auf Fahrlässigkeit seitens der Belegschaft hindeutet, aber auch auf schlechte Materialwartungen, vor allem im nichtnuklearen Bereich der Anlage. Daraufhin untersagte die staatliche Inspektionsbehörde Gosatomnadzor 1994 den vollen Leistungsbetrieb der Reaktoren. Später konnte die Anzahl der Betriebsstörungen nach einigen Veränderungen der Anlage wieder auf ein normales Niveau reduziert werden. Der Reaktor durfte wieder auf Nennleistung hochgefahren werden.Das KKW auf einer Website über Tschernobyl

Daten der Reaktorblöcke Das Kernkraftwerk Kalinin hat vier Blöcke:

Reaktor-block Reaktortyp Netto-leistung Brutto-leistung Baubeginn Netzsyn-chronisation Kommer-zieller Betrieb Abschal-tung Kalinin 1 WWER-1000/338 950 MW 1.000 MW01.02.1977 09.05.1984 12.06.1985 (2044 geplant) Kalinin 2 WWER-1000/338 950 MW 1.000 MW 01.02.1982 03.12.1986 03.03.1987 (2038 geplant) Kalinin 3 WWER-1000/320 950 MW 1.000 MW 01.10.1985 16.12.2004 08.11.2005 (2034 geplant) Kalinin 4 WWER-1000/320 950 MW 1.000 MW 01.08.1986 24.11.2011 25.12.2012 (2041 geplant)

Siehe auch Liste der Kernkraftwerke Liste der WWER Liste der kerntechnischen Anlagen in Russland Kernenergie nach Ländern#Russland

Weblinks

Kernkraftwerk Kalinin (russisch)

Quellen

Kalinin Kalinin Kategorie:Bauwerk in der Oblast Twer Kategorie:Wirtschaft (Oblast Twer)