mini|Logo des NDC Das 1951 gegründete NATO Defense College (NDC), NATO-Verteidigungskolleg, ist eine Militärakademie der NATO für Stabsoffiziere und Generale der Streitkräfteangehörigen des Bündnisses in Cecchignola, einem Stadtviertel im Süden Roms. Es untersteht direkt dem NATO-Militärausschuss, dessen Vorsitzender zugleich Vorsitzender des Academic Advisory Boards des NDC ist.Offizielle NATO Encyclopedia 2016 der NATO, abgerufen am 4. August 2018.

Allgemein Das College geht auf einen Vorschlag Dwight D. Eisenhowers zurück und hatte seinen ersten Sitz in Paris. Als Frankreich sich 1966 von der Militärstruktur der NATO trennte, verzog das College nach Rom (Viale della Civilta del Lavoro), bis es nach 1999 in ein neues Gebäude doppelter Größe in die Militärstadt (Città Militare) Cecchignolas wechselte. Der Kommandant des Colleges hat den Rang eines Generalleutnants. Seine Stellvertreter bzw. Direktoren sind Militärs im Generalsrang und Zivilisten.

Etwa 30 Dozenten halten hier zehn verschiedene, meist fünfeinhalbmonatige Kurse und Seminare ab. Etwa 100 Teilnehmer, davon 25 % Zivilisten (Diplomaten, Regierungsbeamte, Parlamentarier), sind jährlich an der Schule eingeschrieben. Kurszugang erhalten neben Delegierten der NATO-Länder auch Teilnehmerländer des Programms Partnerschaft für den Frieden (seit 1994) und des Mittelmeerdialoges. (englisch) Die bisher etwa 7.000 Absolventen dürfen die Buchstabenkombination NADC nach ihrem Namen führen (sog. post nominals).

Seit 1953 besteht die Annual Conference and Seminar of the Association of Anciens und seit 1971 eine Jahreskonferenz der Kommandanten der Militärakademien der NATO-Länder, zu der seit 1991 auch jene der OSZE eingeladen werden. Dabei werden Meinungen zu den nationalen Offiziersausbildungen zum Zweck der Vertrauensbildung ausgetauscht.

Kommandeure mini|300px|Banner des NDC 1951–1953: André Lemonnier, Frankreich 1953–1955: Sir Lawrence Darvall, Großbritannien 1955–1957: Clovis E. Byers, USA 1957–1958: Edmondo de Renzi, Italien 1958: Edward Noel Keith Estcourt, Großbritannien 1958–1959: Tekin Arıburun, Türkei 1959–1961: O. Harteon, Belgien 1961–1963: Umberto de Martino, Italien 1963–1965: Wolf von Baudissin, Bundesrepublik Deutschland 1965–1966: Sergio Duilio Fanali, Italien 1966–1968: Einar Tufte-Johnsen, Norwegen 1968–1970: Şefik Erensü, Türkei 1970–1974: John O’Brien, Kanada 1974–1976: E.H. Wolff, Dänemark 1976–1979: R.J.W. Heslinga, Niederlande 1979–1981: Sir Lancelot Bell-Davies, Großbritannien 1981–1984: J.G. Kotsolakis, Griechenland 1984–1987: Franz Uhle-Wettler, Bundesrepublik Deutschland 1987–1989: A. Everaert, Belgien 1989–1993: P.M.A. Castelo Branco, Portugal 1993–1996: Richard J. Evraire, Kanada 1996–1999: Lecea Dezcallar, Spanien 1999–2002: Hartmut Olboeter, Deutschland 2002–2005: Jean-Paul Raffene, Frankreich 2005–2008: Marc Vankeirsbilck, Belgien 2008–2011: Wolf-Dieter Löser, Deutschland 2011–2014: Arne Bård Dalhaug, Norwegen 2014–2016: Janusz Bojarski, Polen 2016–2020: Christine "Chris" Whitecross, Kanada 2020–2023: Olivier Rittimann, Frankreich seit 2023: Max A.L.T. Nielsen, Dänemark

Literatur Mario Masdea, Valerie Kasseckert (Red.): NATO Defense College 60th Anniversary Chronicle Book. NDC Public Affairs Office, Rom 2011. Christian Papsthart: Bundesakademie für Sicherheitspolitik und NATO Defense College – zwei sicherheitspolitische Kaderschmieden im Vergleich. In: Sicherheit und Frieden, Jg. 31 (2013) 4, S. 232–235.

Weblinks Offizielle Seite des NATO Defense College (englisch)

Einzelnachweise

Defence College Kategorie:Militärische Ausbildungsstätte Kategorie:Bildungseinrichtung in Rom Kategorie:Bildungseinrichtung in Paris Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1951 Kategorie:Internationale Organisation (Rom) Kategorie:Internationale Organisation (Paris) Kategorie:Historische Organisation (Paris) Kategorie:Municipio IX