mini|Ideengeber der Sendung und Gegner der herausfordernden Spieler: Stefan Raab Schlag den Raab (kurz SdR) ist eine deutsche Spielshow, die von 2006 bis 2015 von Raab TV produziert wurde und erstmals am 23. September 2006 auf ProSieben lief. Die letzte Sendung wurde am 19. Dezember 2015 ausgestrahlt, ehe Stefan Raab sich bis 2024 aus dem TV-Geschäft zurückzog.

Die Show wurde live übertragen und fand in den Brainpool-Studios in Köln-Mülheim statt. Pro Sendung trat ein Kandidat in verschiedenen Disziplinen bzw. Spielen gegen den Entertainer Stefan Raab an. Der Kandidat konnte mindestens 500.000 Euro gewinnen, sofern er Raab in maximal 16 Spielen besiegt hatte. Nach jedem von Raab gewonnenen Wettkampf erhöhte sich die Summe um jeweils weitere 500.000 Euro. In der letzten Sendung wurde mit veränderten Regeln gespielt; Raab trat gegen insgesamt 15 verschiedene Kandidaten aus dem Publikum an.

Mit Schlag den Star (seit 2009), Schlag den Henssler (2017–2018), Schlag den Besten (2019–2020, 2022, seit 2024) und Stefan & Bully gegen irgendson Schnulli (seit 2024) erschienen mehrere Neuauflagen und Ableger der Show. Bei letzterer trat Raab erstmals wieder selbst als Teilnehmer an.

Ablauf der Show und Regeln Die Live-Sendungen begannen mit der Vorstellung von fünf Kandidaten, aus denen Raabs Gegner ausgewählt wurde. Die Kontrahenten traten dann in maximal sechzehn Spielen gegeneinander an, bis ein Sieger feststand. Am Ende gewann der Kandidat das Preisgeld oder der Jackpot stieg um eine halbe Million Euro. In jeder Show gab es außerdem maximal vier Musikacts.

Vorstellung der Kandidaten und Auswahl des Gegners Von den Zuschauern, die sich über ein Formular im Internet anmelden konnten, wurden für jede Show rund 50 bis 70 Bewerber zu einem Casting nach Frechen eingeladen. Dort mussten sie Wissensfragen korrekt beantworten, ihre Fitness bei einem Zirkeltraining beweisen und sich in 30 Sekunden überzeugend selbst vorstellen. Aus den besten Teilnehmern wurden fünf Kandidaten für die Sendung ausgewählt.

Zu Beginn der Show wurden die fünf Kandidaten mit einem Videoclip, der vorher gedreht wurde, kurz vorgestellt. In dem Video war der Kandidat in seinem Beruf, beim Sport und im privaten Umfeld zu sehen; Familienmitglieder oder Freunde stellten die Stärken des Kandidaten heraus. Die Fernsehzuschauer entschieden dann per kostenpflichtigem Televoting, welcher der Kandidaten gegen Raab spielt. Ab der 45. Folge dauerte jeder Videoclip nur noch eine statt wie vorher drei Minuten; außerdem wurde in dieser Ausgabe beim Televoting ein Zeitlimit von drei Minuten eingeführt, um die Zeit bis zum ersten Spiel zu verkürzen.

Spiele Raab und sein Gegner duellierten sich in verschiedenen Spielen aus Bereichen wie Sport, Wissen, Geschicklichkeit, Taktik oder Glück. Oft wurden in Deutschland noch unbekannte Randsportarten oder Geschicklichkeitsspiele verwendet. Das aus TV total bekannte Quiz Blamieren oder Kassieren sowie einige weitere Spiele kamen in mehreren Ausgaben vor, während andere Spiele nur einmal verwendet wurden.

Manche Spiele wurden auf einem Außengelände direkt vor dem Studio ausgetragen. Dabei handelte es sich meistens um Spiele, die komplexe Konstruktionen (Sprungschanze, Turm), große Spielfelder (Fußball, Eishockey), Wasserbassins, Renn-, Gelände- und Wettkampfstrecken für Autos, Bagger und andere exotische Fahrzeuge erforderten. In den ersten Jahren fanden Spiele auch im Kölner Stadtgebiet statt, wie etwa im Waldbad Dünnwald, am Deutzer Hafen, im Radstadion Köln oder im Lentpark.

Wertungssystem Insgesamt waren im Normalfall bis zu 15 Spiele vorgesehen. Die aufsteigende Nummer des Spiels entsprach dabei der Anzahl der zu gewinnenden Punkte im jeweiligen Spiel. Der jeweilige Sieger erhielt einen Punkt im ersten Spiel, zwei Punkte im zweiten Spiel usw. Ziel war es, mehr als die Hälfte der 120 Gesamtpunkte, also mindestens 61 Punkte zu erreichen. Hatten der Kandidat und Raab nach 15 Spielen jeweils genau 60 Punkte, gab es mit dem so genannten „Stechen“ ein Entscheidungsspiel. Hierzu kam es zweimal.

Gewann ein Kandidat die ersten zehn Spiele, reichten die dafür erhaltenen 55 Punkte noch nicht zum Gesamtsieg, die erforderliche Zahl von 61 Punkten war frühestens mit dem elften Spiel möglich.

Gewinnsumme In der ersten Ausgabe waren 500.000 Euro zu gewinnen. Bei einem Sieg von Raab erhöhte sich der Jackpot für die nächste Show jeweils um 500.000 Euro. Wenn ein Kandidat den Jackpot gewann, wurde in der folgenden Ausgabe wieder um 500.000 Euro gespielt. Der größte Jackpot in Höhe von 3,5 Millionen Euro wurde in der 38. Ausgabe ausgespielt.

Moderatoren, Kommentatoren und Schiedsrichter mini|x200px|Frank Buschmann, Kommentator der Staffeln 2–10

Beteiligter Sendungen Moderatoren Matthias Opdenhövel 1–28 Steven Gätjen 29–55 Kommentatoren Tobias Drews 1–4 Frank Buschmann 5, 7–48, 50–55 Hansi Küpper 6 Ron Ringguth 49

Die Ausgaben 1 bis 28 von Schlag den Raab moderierte Matthias Opdenhövel. Danach übernahm Steven Gätjen bis zur letzten Show die Moderation.

Elton trat fast in jeder Folge auf, da er bei Blamieren oder Kassieren als Quizmaster fungierte. Er trug dabei traditionell stets einen roten Anzug. In der Folge 10 wurden die Fragen von Matthias Opdenhövel vertretungsweise vorgelesen, da Elton krankheitsbedingt verhindert war. In den Folgen 4, 7, 12 und 32 kam Elton jedoch nicht mehr zum Einsatz, weil der Kandidat oder Raab selbst das Matchballspiel vorzeitig gewann.

In der Anfangszeit der Sendung wechselten die Kommentatoren: Die ersten vier Ausgaben wurden von Tobias Drews, die fünfte Ausgabe von Frank Buschmann und die sechste Ausgabe von Hansi Küpper kommentiert. Seit der siebten Sendung kommentierte Buschmann als fester Kommentator die meisten Wettkämpfe. Bei einigen Spielen war seine Stimme nur für die TV-Zuschauer zu hören, um die Kontrahenten im Studio nicht zu beeinflussen. Bei der kurzfristig verschobenen Ausgabe 49 war Buschmann verhindert und wurde durch Ron Ringguth ersetzt.

Bei sportlichen Wettkämpfen wurden Schiedsrichter aus der jeweiligen Sportart oder einer verwandten Disziplin eingesetzt. Die anderen Spiele leitete der Moderator. Im Hintergrund überwachte der Notar Richard Böhr (zuvor Stefan Klein) den korrekten Ablauf des Duells; er konnte bei Bedarf eingreifen, was jedoch in der Praxis selten geschah.

Übersicht der Shows Ausstrahlung Schlag den Raab wurde samstags zur Hauptsendezeit ab 20:15 Uhr live auf ProSieben ausgestrahlt. Wiederholungen wurden am darauffolgenden Sonntag vormittags bei ProSieben sowie am frühen Abend bei ProSieben Fun und ProSieben Maxx gezeigt. Seit der siebten Ausgabe vom 3. November 2007 wurde die Sendung im 16:9-Format ausgestrahlt.

Insgesamt wurden 55 Ausgaben gesendet. Da eine Show elf bis 15 Spiele und ein finales Stechen umfassen konnte, war die Länge der Sendungen flexibel. Die kürzeste Ausgabe war die Premierensendung, die bereits um 0:01 Uhr endete. Die nach einer Terminverschiebung am 15. November 2014 ausgestrahlte Show endete erst nachts um 2:26 Uhr und war damit die längste Ausgabe.

Zweimal konnte die Sendung nicht zum geplanten Termin stattfinden. Die eigentlich für den 1. November 2014 angesetzte 49. Ausgabe wurde am Vorabend kurzfristig abgesagt, da Raab wegen eines grippalen Infekts nicht antreten konnte. Erstmals in seiner Tätigkeit bei ProSieben musste er damit eine Show ausfallen lassen. Diese Ausgabe wurde zwei Wochen später nachgeholt. Die für den 28. März 2015 vorgesehene 52. Ausgabe wurde ebenfalls abgesagt, nach Angaben von ProSieben aus „produktionstechnischen Gründen“. Die Show fand rund einen Monat später am 25. April statt.

Seit März 2026 sind die Ausgaben von Schlag den Raab in der Mediathek von RTL+ abrufbar.

Ergebnisse Raab gewann in 54 Sendungen 38 Duelle (70 %), während seine Gegner sich in 16 Ausgaben durchsetzen konnten. Zweimal fiel die Entscheidung im Stechen, einmal folgte nach dem 15. Spiel ein Ersatzspiel, weil die beiden Kontrahenten die Aufgabe nicht lösen konnten. Deaon Maxwell setzte sich am 15. Januar 2011 nach zwölf Spielen mit 61:17 Punkten durch und schaffte damit den deutlichsten Sieg eines Kandidaten. Raab hingegen gewann dreimal nach der minimal nötigen Anzahl von elf Spielen die Sendung, in zwei Fällen blieb sein Gegner dabei ohne Punktgewinn. Da in der 55. Sendung verschiedene Kandidaten gegen Raab antraten, wird diese nicht in der Statistik berücksichtigt.

Die erste Niederlage erlitt Raab in der dritten Ausstrahlung gegen Matthias Göbel. Die längste Erfolgsserie gelang ihm von Dezember 2011 bis November 2012 mit sechs Siegen in Folge. Deshalb wurde in der 38. Ausgabe der Rekordjackpot in Höhe von 3,5 Millionen Euro ausgespielt, der die weltweit höchste Gewinnsumme in einer Gameshow darstellteLÄNGSTES »SCHLAG DEN RAAB« VERPASST WELTREKORD auf rekord-institut.org, abgerufen am 15. Juli 2017. und an Bernd Stadelmann ging. Viermal kassierte Raab zwei Niederlagen nacheinander (in den Ausgaben 5/6, 17/18, 26/27 und 30/31).

Außer Jan May (damals 44 Jahre alt) in der zwölften Ausgabe waren alle Kandidaten jünger als Raab (* 20. Oktober 1966), der insgesamt gegen 44 Männer und 10 Frauen spielte. Als einziger Frau gelang es Maria Kleinebrahm, in der 52. Ausgabe am 25. April 2015, Raab zu schlagen.

Übersicht der einzelnen Ausgaben