mini|Panel 6 aus La Corona beschreibt die Heirat im Jahr 520 von Ix Ekʼ Naah (rechts), Tochter des Herrschers von Dzibanche, Tuun K’ab Hix an den Herrscher von La Corona mini|La Corona – Relief eines Ballspielers

Der Ort La Corona, historisch möglicherweise Sak-Nikte (), ist eine präkolumbische Maya-Ruinenstätte am Río San Pedro in der mittelamerikanischen Republik Guatemala. Die in der Maya-Forschung zunächst als Site Q bezeichnete Stadt wurde im Jahr 1995 entdeckt und in den darauffolgenden Jahren archäologisch untersucht. Der Name La Corona ist spanisch und bedeutet auf Deutsch „die Krone“. Benannt wurde die Ruinenstadt von den ersten Archäologen, die eine Reihe von fünf Tempeln fanden, welche einer Krone ähnelten.

Lage Die Stadt La Corona war von weiteren Mayastädten umgeben: Calakmul (Nordosten), Tikal (Osten), Dos Pilas (Südosten), Yaxchilán und Piedras Negras (Südwesten) sowie Palenque und Toniná (Westen).

Forschungsgeschichte In den 1960er Jahren tauchten auf internationalen Antiquitäten-Märkten erstmals geplünderte Maya-Artefakte auf, die sich auf eine bis dahin unbekannte Stadt bezogen. Man vermutete lange Zeit, dass sich die darin enthaltenen Beschreibungen auf Calakmul bezogen, jedoch waren die künstlerischen Unterschiede zu den dort gefundenen Artefakten zu groß. Erst mit der Entdeckung von La Corona konnte das Rätsel gelöst werden. Ein Archäologe der Yale University und drei Studenten der Southern Methodist University in Dallas, Texas, untersuchten diese kleine Gruppe von Ruinen in der abgelegenen Petén-Region im Norden Guatemalas. Ihre Expedition wurde von der National Geographic Society, dem El-Peru-Waka-Forschungsprojekt und einheimischen Führern unterstützt.

La Corona war bei seiner Entdeckung stark verwüstet und viele der Gebäude befanden sich in äußerst schlechtem Zustand. Bisher konnten eine Hauptplaza sowie mehrere Tempel identifiziert werden. Ein bedeutender Fund ist eine 90 × 50 cm große Kalkstein-Platte, die mit 140 Maya Schriftzeichen versehen ist. Bislang ist jedoch nur ein kleiner Teil der gesamten Stätte archäologisch untersucht und dokumentiert.

Geschichte Zur Blütezeit der Stadt La Corona befanden sich die Mayastädte Calakmul im heutigen Campeche, Mexiko und Tikal in der Petén-Region des heutigen Guatemala in einem Krieg um die Vorherrschaft. Der Fürst von Calakmul baute auf Allianzen mit kleineren Städten, wie Dos Pilas, El Perú, La Corona und anderen, um den Rivalen Tikal einzukreisen und zu bezwingen. La Corona und El Perú lagen strategisch günstig in der Nähe des Río San Pedro. Um das Jahr 670 begann Tikal einen Angriff auf eine Gruppe kleinerer Städte, in der Hoffnung, Zugang zu Gebieten im Westen zu gewinnen und damit den Rivalen Calakmul vom lukrativen Handel mit dem südlichen Hochland zu verdrängen. Die Bewohner und Anführer der Stadt La Corona flohen nach diesem militärischen Angriff Tikals, bei dem die Stadt weitgehend zerstört wurde. Im weiteren Verlauf der Kämpfe besiegte Calakmul den Rivalen Tikal.

Siehe auch Liste der Maya-Ruinen

Einzelnachweise

Weblinks

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