mini|Irisierende Oberfläche von Seifenblasen
Irisieren (Substantiv: Irideszenz) (von altgriechisch ĩris ‚Regenbogen‘) ist ein optisches Phänomen, bei dem eine Oberfläche je nach Perspektive, bzw. Betrachtungswinkel in anderen Farben erscheint.
Grundlagen Durch Brechung und Interferenz des Lichts an dünnen Oberflächenschichten eines Gegenstandes (Dünnschichtinterferenz), scheint dieser Gegenstand in den Farben des Regenbogens zu schillern. Die Interferenzfarben hängen vom Betrachtungswinkel ab; sie entstehen als Überlagerungseffekt durch an den Schichtgrenzen reflektiertes Licht. mini | rechts|Konstruktive oder destruktive Interferenz von Lichtstrahlen in einer dünnen Schicht: Je nach Verhältnis des Weglängen-Unterschieds der Strahlen zur Lichtwellenlänge λ, d. h. der Farbe des Lichtes, ergibt sich eine Abschwächung oder Verstärkung.
Irisieren ist nicht nur bei Perlmuscheln und Seifenblasen bekannt.
Kennzeichnend für ein Irisieren ist neben den verschiedenen Farben die Veränderung des Farbenspiels schon bei kleinen Änderungen des Betrachtungswinkels: ein Schillern bei Bewegungen des Betrachters, des betrachteten Objekts oder der Lichtquelle. Dieses Phänomen lässt sich photographisch mit einem Einzelbild nicht wiedergeben.
Biologie In der Biologie ist Irisieren bei Pflanzen und Tieren weit verbreitet. Das Phänomen wird durch Nässe verstärkt. Auch Vogeleier können irisieren.
Perlenglanz, Lüster Eine spezielle Form des Irisierens ist der Perlmutterglanz oder Perlenglanz, benannt nach dem seidigen, regenbogenfarbigen Glanz der Perlen. Hier ist die regelmäßige, konzentrische Schichtung des Perlmutts der Grund für das Irisieren.
Dessen Nachahmung als stark glänzender, in verschiedenen Farben schillernder Überzug auf Oberflächen von Glas, Porzellan oder Keramik wird Lüster genannt (siehe auch Lüsterfarbe).
Schmucksteine Schmucksteine, deren Irisieren gut ausgeprägt ist, sind sehr begehrt. Durch Sprünge, Risse oder Zwillingsbildung entsteht eine mehr oder weniger regelmäßige Schichtung des Materials, an denen sich die einfallenden Lichtstrahlen brechen und überlagern. Besonders ausgeprägtes, irisierenes Farbenspiel in metallischem Glanz zeigt der Labradorit, bei dem dieser optische Effekt auch als „Labradorisieren“ bezeichnet wird.
Meteorologie In der Meteorologie spricht man von irisierenden Wolken und Perlmuttwolken, wenn Wolken in Perlmuttfarben erleuchten. Das Irisieren geschieht hier durch Interferenz. Die Farben sind abhängig von der Größe der Tropfen bzw. der Eiskristalle und der Art, wie das Licht einfällt.
Farben und Lacke Synthetisch hergestellte irisierende Farben, denen Perlglanzpigmente beigemengt wurden, finden unter anderem als Druckfarben zur Herstellung effektvoller Aufkleber sowie als Effektlack in der Automobilbranche Verwendung.
Metaphorisch In Texten mit gehobenem Sprachgebrauch wird der Ausdruck „irisierend“ gelegentlich verwendet, um schnell sich ändernde, fluktuierende, schillernde Eigenschaften von Dingen oder Personen zu beschreiben. Beispiele: „irisierend-schwebende Musik“, „irisierende Persönlichkeit“, „irisierende Sprache“.
Beispiele
Siehe auch Körperfarbe Anlauffarbe Newtonsche Ringe Interferenz (Physik) Regenbogen
Literatur
Weblinks
Irisierende Farbe
Einzelnachweise
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