Der Heilbronner Beobachter war eine von 1930 bis 1945 in Heilbronn erscheinende antisemitische regionale Wochenzeitung, die als Sprachrohr der Nationalsozialisten diente.Hans Franke: Geschichte der Juden in Heilbronn. S. 112.

Geschichte Der Heilbronner Beobachter erschien mit dem Untertitel Kampfblatt für Recht und Freiheit und ähnelte stilistisch dem Stürmer, Angriff und der Stuttgarter Zeitung, dem Flammenzeichen. Ihr Herausgeber Wilhelm Kuhlmann und sein Schriftleiter Jakob Mayer griffen den katholischen Pfarrer Anton Stegmann (1885–1974) an, einen Widersacher der NS-Diktatur,Die Pfarrer an St. Peter und Paul seit 1806, abgerufen am 22. Mai 2025. die örtlichen Kommunisten und Sozialisten sowie die Mitglieder der israelitischen Religionsgemeinschaft in Heilbronn.

In einem Auszug des Artikels Jude Bacharach und Der Jude Levi aus dem Fenster gestürzt, von der Ausgabe des Blattes vom 17. Mai 1930, wird die antisemitische Einstellung der Wochenzeitung deutlich:

Julius Bacharach, Arzt aus Heilbronn und Mitglied der israelit. Religionsgemeinschaft Heilbronn, arbeitete als Arzt für den Arbeiter-Samariter-Bund und war in dieser Funktion auch bei dieser Übung anwesend. Weiterhin wird der Arbeiter-Samariter-Bund verurteilt, weil sie ihn beschäftigten.

Neben Jakob Levi und Julius Bachrach war auch Max Rosengart Gegenstand der Artikel des Wochenblatts. Daraufhin verklagte Rosengart Jakob Mayer wegen Beleidigung. Jakob Mayer wurde in dem folgenden Rechtsstreit durch Rechtsanwalt Hans Frank vertreten, welcher später zum Generalgouverneur von Polen avancierte.

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