Die Intersnack Group GmbH & Co. KG ist ein internationaler tätiger Hersteller von salzigen Snacks mit Sitz in Düsseldorf. Der Konzern ist vollständig im Besitz von Pfeifer & Langen; die Zentrale der Intersnack Deutschland SE befindet sich in Köln. Zu den im deutschen Markt bekannten Marken gehören funny-frisch, Chio, Pom-Bär, Estrella, Vico, Hula Hoops, McCoy’s.
Geschichte
Vorgeschichte von 1962 bis 1995 1962 begann die Unternehmerfamilie von Opel mit der Produktion von Kartoffelchips in Petersau. Die Marke Chio ist ein Akronym aus den Namen der Gründer, Carlo, Heinz und Irmgard von Opel.Hermann Gerdes: Intersnack macht die Türen zu. In: Nordwest-Zeitung (Ausgabe: Der Münsterländer). 25. November 2017. 1968 gründete das Kölner Zuckerunternehmen Pfeifer & Langen die Firma Chipsfrisch. Dieses Tochterunternehmen fusionierte 1972 mit dem Teilbereich für salzige Snacks des Münchener Lebensmittelproduzenten Pfanni.Intersnack. In: Rheinische Post. 19. September 2009. Für das gemeinsame Sortiment wurde die Marke funny-frisch kreiert. Durch Fusion entstand 1977 das Unternehmen Convent Knabbergebäck GmbH & Co., das die Marken Chio und funny-frisch führte.
Das Unternehmen Josef Wolf GmbH & Co. KG,Unterrichtung durch die Präsidentin des Deutschen Bundestages. Bekanntmachung von Rechenschaftsberichten der politischen Parteien für das Kalenderjahr 1994 (1. Teil). In: Deutscher Bundestag. 13. Wahlperiode, (Drucksache 13/3390) vom 21. Dezember 1995. Abgerufen am 20. August 2020. (Wolf Bergstraße) wurde 1905 in Darmstadt-Eberstadt als Bäckerei gegründet.Ein Wolf, viele Bären, Millionen Fische. In: Darmstädter Echo. 9. Juli 2005. 1967 etablierte dieses südhessische Unternehmen die Marke goldfischli durch Kauf einer Lizenz und anschließend der Markenrechte von Kambly, einem Schweizer Anbieter; 20 Jahre später kreierte es die Marke Pom-Bär.
1995 übernahm die Convent-Gruppe die Josef Wolf GmbH & Co. KG und gründete die Intersnack Knabber-Gebäck GmbH & Co. KG.Die Lust am Knabbern wecken (Interview von Karen Weißhaar mit Hilmar Schmidt und Jens Koziol). In: Horizont. 5. Februar 2001.
Intersnack Knabbergebäck GmbH & Co. ab 1995 Nach dem Zusammenschluss zur Intersnack Knabbergebäck GmbH baute das Unternehmen die Auslandsaktivitäten aus.Mars-Chef Werner Wolf wechselt zu Intersnack. In: Horizont. 6. März 1997. Zu diesem Zeitpunkt verfügte Intersnack bereits über Produktionsstätten und Vertriebsgesellschaften im Ausland. Dazu zählten Werke in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Polen und Großbritannien. Zudem existierten Absatzniederlassungen in Österreich, der Schweiz, Frankreich und Slowenien. In weiteren europäischen Ländern wurden die Intersnack-Produkte über rechtlich unabhängige Händler vertrieben.Intersnack zeigt sich gut gerüstet. In: Lebensmittel Zeitung. 29. August 1997. 1998 vereinbarte Intersnack eine Kooperation mit Vico, dem Marktführer für Kartoffelchips in Frankreich.Intersnack kauft sich bei Vico ein. In: Ernährungsdienst. 21. Oktober 1998.
Im August 1997 schätzte die Fachzeitschrift Lebensmittel Zeitung den Umsatz der Intersnack-Gruppe auf eine Milliarde DM; den Umsatz im Inland taxierte sie auf 70 Prozent. Damals organisierten Convent und Wolf unter dem Dach der Holding Intersnack Knabber-Gebäck GmbH & Co. KG ihre Inlandsgeschäfte separat.Intersnack zeigt sich gut gerüstet. In: Lebensmittel Zeitung. 29. August 1997. Zum 1. Januar 2000 wurden Convent und Wolf operativ zusammengelegt.Wolf und Convent nun gemeinsam. In: Darmstädter Echo. 29. August 1999.Andreas Chwallek: Geschäft mit Knabberartikeln brummt. In: Lebensmittel Zeitung. 11. Februar 2000.
Ende 2002 und Anfang 2003 litten die Anbieter von Kartoffelchips in Deutschland unter der Debatte über Acrylamid in Lebensmitteln. Auch Intersnack büßte Umsätze ein,Andreas Chwallek: Deftige Einbußen für Kartoffelchips. In: Lebensmittel Zeitung. 22. August 2003. erholte sich davon jedoch rasch.Andreas Chwallek: Chipsbranche übersteht Durststrecke. In: Lebensmittel Zeitung. 16. Juli 2004. Die Einführung von Ofenchips (2003) verstand Intersnack unter anderem als eine Antwort auf die Acrylamid-Debatte.Kölner Intersnack-Gruppe baut auf Innovationen. In: Lebensmittel Zeitung. 29. August 2003.
2008 fusionierte die Intersnack-Gruppe mit der Nut-Company, zu der auch die Marke ültje gehörte. Mit dem Zusammenschluss gingen die von der Nut-Company betriebenen Nussmarken und -sortimente in die Unternehmensstruktur von Intersnack über, wodurch das bestehende Produktangebot um ein Nusssegment erweitert wurde.
Ab 2005 verfügte Intersnack über Werke in Rumänien und Bulgarien.Andreas Chwallek: Heißkalte Duschen für Intersnack. In: Lebensmittel Zeitung, 2. September 2005. Ein Jahr später vereinbarten Intersnack und Lorenz Snack-World einen Austausch ihrer Aktivitäten in Frankreich und Polen. Dabei übernahm Lorenz das zuvor zu Intersnack gehörende polnische Unternehmen Polsnack, während Lorenz Snack-World France in die Intersnack-Gruppe integriert wurde. Die bestehenden Marken beider Unternehmen wurden in beiden Ländern weiterhin auf Grundlage von Markenlizenzverträgen produziert und vermarktet.Andreas Chwallek: Europas Snack-Markt heiß umkämpft. In: Lebensmittel Zeitung, 12. Mai 2006.Intersnack: Tauscht mit Lorenz Snacks. In: Lebensmittel_Zeitung. 27. April 2006. Den österreichischen Marktführer Kelly erwarb die Gruppe 2007.Übernahme: Deutscher Snackhersteller schluckt österreichischen Marktleader. Kelly geht an den Hauptrivalen Intersnack. In: Wirtschaftsblatt, 6. Juli 2007. Im März des Folgejahres genehmigte die Bundeswettbewerbsbehörde den Kauf.Intersnack darf Kelly's schlucken. In: Wiener Zeitung, 21. März 2008. 2007 erwarb Intersnack ebenfalls einen Minderheitsanteil von Largo (heute Tayto), einem Anbieter auf dem irischen Markt. Der Anteil wurde später auf 51 Prozent erhöhtIris Tietze: Intersnack-Deal auf dem Prüfstand. In: Lebensmittel Zeitung, 28. März 2013. und 2015 wurden schließlich 100 Prozent der Anteile übernommen.
Gründung der Intersnack Group GmbH & Co. KG 2008 wurde aus der Interimsgesellschaft Atrium Knabber-Gebäck GmbH & Co. KGSie wurde 1995 in Köln als GmbH & Co. KG gegründet. 2001 erfolgte die Umwandlung in eine KG, 2004 eine weitere Umwandlung in eine GmbH & Co. KG. Siehe hierzu den Eintrag zur Intersnack Group GmbH & Co. KG in der Datenbank Creditreform (Unternehmensinfo Kompakt, Crefonummer 5050627701) vom 7. Juni 2019. durch Umfirmierung die Intersnack Group GmbH & Co. KG. Zugleich wurde der Sitz dieser Gesellschaft von Köln nach Düsseldorf verlegt.Intersnack Group GmbH & Co. KG: Handelsregister-Bekanntmachungen vom 18. November 2008.
Im Dezember 2012 übernahm die Intersnack Group das britische Unternehmen KP Snacks von United Biscuits für geschätzte 500 Millionen Pfund.Katharina Slodczyk: Chipshersteller Intersnack expandiert in England. In: Handelsblatt, 6. Dezember 2012. Dieser Kauf war nach Eigenangaben die bis dahin bedeutendste Akquisition in der bisherigen Unternehmensgeschichte.Intersnack Group GmbH & Co. KG: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2013 bis zum 31.12.2013. Publiziert am 12. Mai 2015 im Bundesanzeiger. Der Erwerb von Estrella Maarud folgte 2014. Damit verstärkte die Gruppe ihre Tätigkeit in Skandinavien und im Baltikum. Den britischen Chips-Hersteller Tyrrells übernahm die Gruppe 2018.Manuela Ohs, Hendrik Varnholt: Intersnack kauft Konkurrent Tyrrells. In: Lebensmittel Zeitung, 25. Mai 2018.
2012 erwarb die Intersnack-Gruppe die Spreeback GmbH.Peggy Kompalla: Besuch bei den Knabber-Profis von Krieschow. In: Lausitzer Rundschau. 30. Juli 2014, abgerufen am 1. Juli 2019. 2019 gab Intersnack seinen Standort in Cloppenburg auf. Über die britische Tochtergesellschaft KP Snacks übernahm die Intersnack-Gruppe 2024 das Unternehmen Whole Earth Foods. Whole Earth galt zum Zeitpunkt der Übernahme als marktführende Marke für Erdnussbutter in Großbritannien.
2025 begann der Ausbau mehrerer Standorte der Intersnack Deutschland SE. Am Werk in Alsbach-Hähnlein entsteht eine rund 10.000 Quadratmeter große Produktionshalle mit Logistikbereich. Am Standort Wevelinghoven werden mehrere Anbauten errichtet, um die Werksfläche zu vergrößern und so eine zusätzliche Produktionslinie für Chips zu schaffen.
Im Juli 2026 vereinbarte Intersnack die Übernahme von 50 % der Aktien des US-amerikanischen Snackherstellers Utz Brands für 2,9 Milliarden US-Dollar. Die anderen 50 % halten die Familien Rice und Lissette.
Unternehmensstruktur
Intersnack Group GmbH & Co. KG Die Gruppe agiert überwiegend auf europäischer Ebene sowohl im Marken- als auch im Eigenmarkengeschäft. Über Tochterunternehmen ist die Gruppe europaweit sowie in Asien, Australien und Neuseeland vertreten. Stand Dezember 2023 gehören 75 Tochterunternehmen zur Intersnack-Gruppe sowie 31 Produktionsstandorte in Europa, fünf Standorte in Asien und weitere sieben Standorte verteilt auf Australien und Neuseeland.
Intersnack Deutschland SE Sitz der Zentrale der Intersnack Deutschland SE ist Köln. Produziert wird in Deutschland an fünf Standorten: Alsbach, Petersau bei Frankenthal, Olsberg, Schwerte und Wevelinghoven (Grevenbroich).
Produkte und Marken
International Intersnack und ihre Tochtergesellschaften produzieren Chips, Nussprodukte, Extruder- und Pelletprodukte, Laugengebäck, Cracker, Erdnussbutter, Popcorn und ähnliche Produkte für die Lebensmittelbranche.Intersnack Group GmbH & Co. KG: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017. Publiziert am 13. Dezember 2018 im Bundesanzeiger. Im europäischen Markt für salzige Snacks gilt Intersnack nach PepsiCo als Nummer zwei.Dicker Happen. In: Darmstädter Echo, 3. November 2012.
Zu den Marken gehören Erstmarken wie funny-frisch, Chio, Estrella, Hula Hoops, Pom-Bär, McCoy’s, ültje, Vico, Tayto, Maarud, Tyrrells, Popchips und Whole Earth sowie Handelsmarken bzw. Eigenmarken des europäischen Einzelhandels.Andreas Chwallek: Intersnack zückt den Rotstift. In: Lebensmittel Zeitung, 1. April 2011.
Deutschland Die wichtigsten Marken in Deutschland sind funny-frisch, Chio, Pom-Bär, Tyrrells, Whole Earth sowie ültje. Beispielhaft für die Herstellung von Handelsmarken in Deutschland ist das 1896 von Harry Trüller gegründete Unternehmen Trüller, später The Snack & Nut Company GmbH, das zur Intersnack Deutschland SE gehört.
Zu den wichtigsten Wettbewerbern im deutschen Markt zählen The Lorenz Bahlsen Snack-World und PepsiCo.Jan Mende, Iris Tietze: Snackmarkt sortiert sich neu. In: Lebensmittel Zeitung, 3. Juni 2016.
Sponsoring Die Intersnack Deutschland SE engagiert sich in Deutschland über ihre Marken im Sport-Sponsoring, vor allem im Bereich Fußball. Die Marke funny-frisch war in den Spielzeiten 2003/04 und 2004/05 Trikotsponsor des 1. FC Köln und ist seit 2024 offizieller Partner der Bundesliga und der 2. Bundesliga. Darüber hinaus ist die Marke Chio seit 2022 offizieller Partner der NFL in Deutschland. Im Bereich E‑Sport unterstützt Intersnack das Team Fokus Clan seit 2018.
Bastian Schweinsteiger fungierte von 2011 bis 2022Funny-frisch bildet Match mit der DFL. In: Lebensmittel Zeitung. 24. Januar 2025, S. 55. als Testimonial für funny-frisch. 2017 trat Lukas Podolski an seine Seite.Fabian Müller: Die Chips-Weltmeister. In: Horizont. 26. Januar 2017.
Weblinks Intersnack Group Intersnack
Einzelnachweise
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