Das Amt Kirchhundem war ein Amt im Kreis Olpe in der Provinz Westfalen und in Nordrhein-Westfalen.
Geschichte mini|Das ehemalige Amtshaus in Kirchhundem Das Amt Kirchhundem wurde 1843 aufgrund der Landgemeindeordnung für die preußische Provinz Westfalen vom 31. Oktober 1841 aus der in den 1820er Jahren eingerichteten Bürgermeisterei Kirchhundem gebildet.Zusammensetzung der Bürgermeisterei Kirchhundem, Stand 1839 Es hatte Bestand bis zur kommunalen Neugliederung vom 1. Juli 1969.
Dem Amt Kirchhundem gehörten zeit seines Bestehens die Gemeinden Heinsberg, Kirchhundem, Kohlhagen, Lenne, Oberhundem und Saalhausen an. An der Spitze der Amtsverwaltung stand der Amtmann (später Amtsbürgermeister), der auch die Amtsvertretung leitete. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine Trennung von Verwaltungsspitze und Vorsitz der Amtsvertretung durch Einführung des Amtsdirektors und Amtsbürgermeisters.
Verwaltungssitz war Kirchhundem und zeitweise das Gut Vasbach bei Kirchhundem. 1905 wurde das Gebäude der Amtsverwaltung fertiggestellt, in dem auch die Amtssparkasse untergebracht war. Das im Jugendstil errichtete und heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist jetzt Rathaus der Gemeinde Kirchhundem.
Das Amt Kirchhundem wurde zum 1. Juli 1969 durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Olpe aufgelöst:
Der größte Teil von Kirchhundem sowie die Gemeinden Kohlhagen, Heinsberg, Oberhundem kamen zur neuen Gemeinde Kirchhundem. Die Gemeinde Saalhausen sowie die im Lennetal liegenden Orte der Gemeinde Kirchhundem kamen zur neuen Stadt Lennestadt. Die Gemeinde Lenne blieb zunächst amtsfrei und bildete noch bis 1975 eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Kirchhundem. Durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz wurde sie am 1. Januar 1975 aufgelöst und zwischen Lennestadt und der Stadt Schmallenberg (Hochsauerlandkreis) aufgeteilt.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Quelle 1839 6.292 Einwohnerzahl der Bürgermeisterei Kirchhundem in Ortschafts- und Entfernungs-Tabelle des Regierungs-Bezirks Arnsberg, 1841 1871 7.084 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Westfalen 1871 1885 8.328 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1885 1895 8.474 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1895 1910 10.606 1933 13.070 1939 13.109 1950 16.565 Volkszählung 1950 1961 16.607 Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen)
Amtmänner, Amtsbürgermeister und Amtsdirektoren 1843–1851 Adam Engelbert Sommer (kommissarisch) 1851–1858 Carl Haverkamp 1858–1872 Engelbert Brüning 1872–1902 Friedrich Brüning 1902–1912 Clemens Statzner 1912–1931 Wilhelm Henken 1931–1934 Adolf Marx 1934–1942 Siegfried Hucke (1942 zum Wehrdienst einber.) 1942–1943 Wurm (Wenden) kommissarisch 1943–1945 Fritz Contzen (Attendorn) kommissarisch 1945 Josef Schmidt 1945–1947 Adolf Marx 1947–1961 Ernst Großheim 1961–1969 Franz-Josef Hackmann
Literatur Günther Becker und Martin Vormberg: Kirchhundem. Geschichte des Amtes und der Gemeinde., Kirchhundem, 1994. Ernst Henrichs (Red.): Die Protokollbücher des ehemaligen Amtes Kirchhundem, der zugehörigen Gemeinden und der früheren Gemeinde Rahrbach, Band 1: Die Protokollbücher von 1843–1869, Herausgeber: Verkehrs- und Verschönerungsverein Kirchhundem 1881, Kirchhundem 1988 Ernst Henrichs (Red.): Die Protokollbücher des ehemaligen Amtes Kirchhundem, der zugehörigen Gemeinden und der früheren Gemeinde Rahrbach, Band 2: Die Protokollbücher von 1870–1899, Herausgeber: Verkehrs- und Verschönerungsverein Kirchhundem 1881, Kirchhundem, 1989 Ernst Henrichs (Red.): Die Protokollbücher des ehemaligen Amtes Kirchhundem, der zugehörigen Gemeinden und der früheren Gemeinde Rahrbach, Band 3: Die Protokollbücher von 1900–1924, Herausgeber: Verkehrs- und Verschönerungsverein Kirchhundem 1881, Kirchhundem 1990 Martin Vormberg: 100 Jahre Rathaus Kirchhundem. Festschrift zum Tag des offenen Denkmals am 11. September 2005. Kirchhundem, 2005.
Einzelnachweise
Kirchhundem Kategorie:Geschichte (Kreis Olpe) Kirchhundem Kategorie:Aufgelöst 1969