The Youngbloods waren eine US-amerikanische Folk-Rock-Band.
Geschichte Der gebürtige New Yorker Perry Miller alias Jesse Colin Young hatte als Folksänger bereits zwei Soloalben (davon eines mit dem Titel „Youngbloods“) veröffentlicht, ehe er 1964 Jerry Corbitt traf. Im Frühjahr 1965 begannen die beiden, als Duo unter dem Namen The Youngbloods aufzutreten, Young spielte Bass und Corbitt Gitarre. Lowell Levinger (Spitzname: Banana), ein Freund Corbitts, stieß als zweiter Gitarrist zur Band und stellte den anderen Joe Bauer, einen Jazz-Schlagzeuger, vor, der das Quartett komplettierte.
Erste Auftritte der Gruppe waren erfolgreich. Sie wurde zur Hausband des Cafe Au Go Go, einem der bekanntesten Nachtclubs im New Yorker Stadtteil Greenwich Village, und schloss einen Plattenvertrag mit RCA Records. Die Single Grizzly Bear schaffte Platz 52 der US-Charts. Bald darauf siedelten die Youngbloods von der Ostküste in den Marin County bei San Francisco um und erwarben sich dort einen Ruf als Festival- und Open-Air-Gruppe.
Das Album The Youngbloods, später Get Together umbenannt, erschien 1967 und wurde von der Kritik hochgelobt. Der daraus als Single ausgekoppelte Song Get Together von Chet Powers alias Dino Valenti verkaufte sich zunächst jedoch schleppend. Als der National Council of Christians and Jews 1969 das Lied zur Hintergrundmusik seiner Werbespots machte, wurde die Single neu veröffentlicht. Sie kam bis auf Platz 5 der US-ChartsJoel Whitburn: The Billboard Book of Top 40 Hits. 7. Auflage. Billboard Books, New York 2000, ISBN 0-8230-7690-3, S. 692. und verkaufte sich über eine Million Mal. Noch 1967 erschien das zweite Album Earth Music, 1969 dann Elephant Mountain. Jerry Corbitt verließ 1969 die Youngbloods und wurde durch Michael Kane ersetzt. 1971 startete die Band ihr eigenes Label „Racoon“.
Bis 1972 wurden fünf weitere Alben veröffentlicht: Sunlight (1971), Rock Festival (1971), Ride the Wind (1971), Good and Dusty (1972) und High in a Ridgetop (1972). Danach löste sich die Band auf. Young startete eine Solokarriere und war bis in die Mitte der 1980er Jahre erfolgreich. Banana, Bauer und Kane gründeten die Band Banana & The Bunch, Bauer veröffentlichte mit Moonset zudem ein eigenes Album.
Mit dem Auseinandergehen der Gruppe endete auch das Label Raccoon. Die deutsche Zeitschrift Sounds meldete im Mai 1973, es bestehe nicht mehr, Jesse Colin Youngs neue Gruppe und Banana and the Bunch suchten nach eigenen, wahrscheinlich getrennten Vertriebspartnern. Beide Formationen planten für Mai und Juni 1973 Auftritte in Europa.
Jerry Corbitt veröffentlichte zwei eigene Platten und trat als Produzent, unter anderem für Charlie Daniels und Don McLean, in Erscheinung. Am 9. März 2014 starb er an Lungenkrebs.
Am 16. März 2025 verstarb Jesse Colin Young in Aiken.Jesse Colin Young, Sänger der Youngbloods, im Alter von 83 Jahren verstorben Rolling Stone, 18. März 2025.
Diskografie Studioalben
Weitere Studioalben 1967: Earth Music
Kompilationen
Weitere Kompilationen 1970: Two Trips
Livealben
Singles
Weitere Singles 1966: Rider 1967: Merry-Go-Round 1967: Euphoria 1967: Fool Me 1968: Quicksand 1969: Sunlight 1970: Hippie from Olema 1971: Sugar Babe 1971: It’s a Lovely Day 1972: Light Shine 1972: Dreamboat 1972: Running Bear 2009: All My Dreams Blue
Trivia 1970 steuerte die Gruppe den Song Sugar Babe zum Soundtrack zu Zabriskie Point bei. Den Refrain von Get Together nutzten Nirvana als erste Zeilen im Lied Territorial Pissings. Get Together ist auch auf dem Soundtrack von Fear and Loathing in Las Vegas zu finden. Let's Get Together ist im Soundtrack des Films Forrest Gump enthalten. Da der Titel Darkness, Darkness nicht als Single veröffentlicht wurde, kam die LP Elephant Mountain wegen seiner Verkaufszahlen in die österreichische Single-Hitparade 1969/70. Lowell Levinger („Banana“) wurde als „Electrical Banana“ von Donovan in dessen Lied Mellow Yellow verewigt. Get Together wurde 2025 von Belinda Carlisle gecovert.https://www.youtube.com/watch?v=iTN4V5-1KjE
Literatur Stambler, Irwin: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3., überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, ISBN 0-312-02573-4, S. 761 f.
Weblinks Offizielle Website von Jesse Colin Young Offizielle Website von Jerry Corbitt Offizielle Website von Lowell Levinger („Banana“)
Einzelnachweise
Kategorie:Folk-Rock-Band Kategorie:US-amerikanische Band