Die Kleine Ohe, auch Grafenauer Ohe genannt, ist ein auf dem Hauptstrang etwa 27 km langer Fluss im Bayerischen Wald, der sich nahe bei Eberhardsreuth mit der von rechts kommenden Großen Ohe zur dort teils auch Schönberger Ohe genannten Ilz zusammenfließt.
mini|Oberlauf der Kleinen Ohe
Geographie Verlauf Die Kleine Ohe entsteht aus dem Zusammenfluss ihrer am West- und Südhang des Lusen () entspringenden Quellbäche in den Hochlagen des Bayerischen Waldes. Der längste Strang beginnt mit dem südwestlich des Lusengipfels auf etwa entspringenden Filzbach, der nach zwei Kilometern westlichen, dann nordwestlichen Laufs sich mit den anderen Quellbächen nordöstlich der Gemeindeexklave Waldhäuser von Neuschönau im Triftsee Martinsklause auf zur Kleinen Ohe vereint.
Diese fließt ihre ersten knapp zwei Kilometer westlich bis zur Fredenbrücke, wo ihr vom Plattenhausenriegel im Norden her der Schreyerbach zumündet. Dort knickt sie auf ihren nun langen Mittellauf nach Süden. Auf wenig über verlässt sie dabei das geschlossene Waldgebiet und ist kurz Grenzbach zwischen der Gemeinde Sankt Oswald-Riedlhütte im Westen und der Gemeinde Neuschönau im Osten. An der Grenze von dieser zum Stadtgebiet von Grafenau entlang wird sie dann von zuletzt Osten her vom Sägwasser verstärkt, ihrem größten Nebenfluss.
Danach fließt sie in westlichen bis südlichen Richtungen durch dessen Stadtgebiet auf Grafenau zu, das mit seinen älteren Teilen am rechten Ufer liegt. Nach der Bebauungsgrenze knickt sie an der zugehörigen Dimpflmühle nach Süden ab. Nach über fünf Kilometern weiteren südlichen Laufs fließt sie bei der Ettlmühle der Stadt und unter dem Kirchdorf Eberhardsreuth auf dem Gegenhang auf etwa mit deren größerem Oberlauf Große Ohe, die wenig zuvor noch die Mitternacher Ohe aufgenommen hat, zur anfangs auch Schönberger Ohe genannten Ilz zusammen.
Seit 1976 wird die Kleine Ohe in Grafenau zum Grafenauer See angestaut.
Einzugsgebiet Die Kleine Ohe hat ein 105,3 km² großes Einzugsgebiet, das naturräumlich gesehen im Oberpfälzisch-Bayerischen Wald liegt mit den höheren, nördlichen Anteilen im Unterraum Hinterer Bayerischer Wald, mit den mündungsnaheren im Unterraum Passauer Abteiland und Neuburger Wald. Im Norden liegt deshalb auch die prominenteste Wasserscheide, welcher ungefähr die deutsch-tschechische Grenze folgt, nämlich zur Vydra, die jenseits ihr Wasser letztlich über Moldau und Elbe in die Nordsee führt; diese Einzugsgebietsgrenze its deshalb Teil der Europäischen Hauptwasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer.
An der Ostseite grenzt lange das Einzugsgebiet des Reschbachs an, des rechten Oberlaufs der Wolfsteiner Ohe, die von der Südostseite her zwei kürzere Bäche aufnimmt und ebenfalls in die Ilz entwässert. Südlich der Einzugsgebietsgrenze konkurrieren der Biberbach und weiter aufwärts der noch kürzere Reitbachgraben zur Itz. Jenseits der westlichen Wasserscheide liegt überall Einzugsgebiet des rechten Ilz-Oberlaufs Große Ohe.
Die größten Höhen werden am Nordrand auf der Kammhöhe des Bayerischen Waldes erreicht. Von West nach Ost sind die größten Erhebungen: der Plattenhausenriegel mit , der Lusen mit und der Hohe Filzberg mit .
Zuflüsse und Seen Liste der Zuflüsse und 10px Seen von der Quelle zur Mündung. Teils mit Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhen. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt. Auswahl.
Ursprung der Kleinen Ohe auf am Auslauf der 10px etwa 0,5 ha großen Martinsklause etwa 1,4 km nordöstlich der Gemeindeexklave Waldhäuser von Neuschönau.
Filzbach, linker und ostsüdöstlicher Hauptstrang-Oberlauf, ca. 1,9 km und ca. 1,3 km². Entsteht auf etwa am Südwesthang des Lusen. Hochauseige, rechter östlicher Nebenstrang-Oberlauf, ca. 0,9 km und ca. 0,9 km². Ein den Hochauseige-Oberlauf übertreffender rechter Ast durch das Teufelsloch entsteht auf etwa am Stangenfilz. Brücklaubach, von rechts und Norden auf etwa , 1,6 km mit dem längsten Strang und 1,4 km². Entsteht auf etwa am Kleinen Spitzberg. Tiefe Seige, von rechts und Nordosten Kleine Triftseige, von rechts und Nordnordosten Schreyerbach, von rechts und Nordnordwesten auf etwa an der Fredenbrücke, 2,3 km und 2,2 km². Entsteht auf etwa am Südhang des Plattenhausenriegels. Waldhäuserbach, von links und Osten auf etwa Westlich von Waldhäuser, 1,5 km und 0,8 km². Entsteht auf etwa am Nordostrand von Waldhäuser. Kohlstattseige, von links und Nordosten nach der Graupsäge von Sankt Oswald-Riedlhütte Langbruckgraben, von rechts und Nordwesten auf etwa bei MÜNDUNGSORT, 1,7 km und 2,0 km². Entsteht auf etwa am Südrand des Dorfs Guglöd vonankt Oswald-Riedlhütte. Rothbach, von links und Nordnordosten Stadtschneiderseige, von rechts und Nordwesten Knottenbach, von links und Nordnordosten auf etwa vor der Schönauer Mühle von Neuschönau-Forstwald, 4,9 km mit Oberlauf Dilauer Seige und 9,0 km². Die Dilauer Seige entsteht auf etwa am Südwesthang des Waldhäuserriegels. Gaisbach, von links und Westnordwesten über einen vom untersten Knottenbach abgezweigten Nebengraben an der Schönauer Mühle auf etwa , 2,2 km mit dem längsten Oberlauf und dem durchlaufenen Stücks des Mühlgrabens sowie 1,6 km². Entsteht auf etwa am Nordrand von Neuschönau. Haslacher Bach, von rechts und Westnordwesten auf etwa Glasbach, von links und Nordosten auf etwa am Nordrand des Neuschönauer Dorfs Schönanger, 3,2 km< und 2,7 km². Entsteht auf etwa am Ostrand von Neuschönau. Sagwasser, am Unterlauf Sägwasser, links und Nordosten auf etwa am Südrand von Schönanger, 12,7 km und 29,7 km². Entsteht auf etwa am Südwesthang des Lusen. Kleinwaldbach, v von rechts und Nordwesten auf etwa nach den letzten Häusern von Schönanger, 2,5 km und 2,8 km². Entsteht auf etwa am Südostrand des Dorfes Draxlschlag von Sankt Oswald-Riedlhütte. (Bach aus dem Geföhret), von links und Südsüdosten auf vor der Kleblmühle von Grafenau, 2,2 km und 0,7 km². Entsteht auf etwa östlich des Dorfes Neudorf der Stadt Grafenau. 10px Durchfließt auf etwa den Grafenauer See an der Promenade in Grafenau, etwa 2,9 ha. Grüberbach, von rechts und Nordnordosten auf etwa im westlichen Grafenau, 5,9 km mit linkem Oberlauf Einbergbach und 11,6 km². Der Einbergbach entsteht auf etwa am Kloster von Draxlschlag. Sparrerbach, von links und Nordosten auf etwa vor dem Dorf Gehmannsberg von Grafenau, 1,1 km und 1,0 km². Entsteht auf etwa nördlich des Grafenauer Weilers Jägerreith. Steckenbach oder vielleicht auch Streckenbach, von links und Nordosten auf etwa in Gehmannsberg, 8,0 km mit dem rechten Oberlauf Haselbach und 9,4 km². Der Haselbach entsteht auf etwa östlich von Neudorf. (Hangbach), von links und Osten auf etwa am Südrand von Gehmannsberg, 1,0 km und 0,9 km². Entsteht auf etwa wenig westlich des Grafenauer Weilers Harschetsreuth.
Zusammenfluss der Kleinen Ohe von links und zuletzt Norden mit der Großen Ohe auf etwa bei der Ettlmühle von Grafenau und unter dem Kirchdorf Eberhardsreuth von Markt Schönberg auf dem Gegenhang zur zunächst auch Schönberger Ohe genannten Ilz. Die Kleine Ohe ist zusammen mit dem Quellbach Filzbach 26,8 km lang und hat ein 105,3 km² großes Einzugsgebiet.
Geschichte 1558 bemühte sich die Stadt Grafenau um das Triftrecht auf der Kleinen Ohe. So wurde der Fluss seit Mitte des 16. Jahrhunderts bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg für die Holztrift genutzt. Auf diesem Weg wurden die Bürger mit Brenn- und Bauholz aus den nördlich gelegenen Wäldern um den Lusen versorgt. Am 28. Januar 1581 wurde der Stadt Grafenau das Renn- und Triftgeld auf der Kleinen Ohe durch Herzog Wilhelm erlassen. In den folgenden Jahrhunderten kam es wegen der Holztrift immer wieder zu Streitigkeiten zwischen der Stadt Grafenau und dem Kloster St. Oswald, die erst durch die Säkularisation der ehemaligen Propstei im Jahr 1803 beendet wurden.
Pegel Bei Flusskilometer 6,00 befindet sich eine Pegelmessstelle des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf für den NID Bayern.
Einzelnachweise BayernAtlas („BA“) Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet der Kleinen Ohe Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Höhe: Höhe abgefragt (mit Rechtsklick) auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte. Höhe nach blauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte. Höhe nach schwarzer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte. Länge: Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte. EZG: Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte. Seefläche: Seefläche abgemessen auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte.
Gewässerverzeichnis Bayern („GV“) Länge: Länge nach: EZG: Einzugsgebiet nach:
Sonstige Willi Czajka, Udo Bodemüller: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 175 Passau. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1971. → Online-Karte (PDF; 4,7 MB) HM, Bärnstein, GL Nr. 1 Scharwerksbuch 1576 u. 1598 Fol. 82–84. Datenquelle: NID - Bayerisches Landesamt für Umwelt Pegel Grafenau nach:
Weblinks Karte von Lauf und Einzugsgebiet der Kleinen Ohe auf: Aktueller Pegel der Kleinen Ohe in Grafenau Datenquelle: NID - Bayerisches Landesamt für Umwelt Naturfotografien von der Kleinen Ohe Bild der 'Kleinen Ohe'
Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Freyung-Grafenau Kategorie:Fließgewässer im Bayerischen Wald