hochkant=2|mini|Karte der Mitglieder der Eurozone. Die Farbe zeigt, wie viele verschiedene 2-Euro-Gedenkmünzen in den jeweiligen Ländern ausgegeben wurden. Stand 26. August 2026.
2-Euro-Gedenkmünzen sind 2-Euro-Umlaufmünzen mit Gedenkcharakter, mit denen man – im Gegensatz zu den Gedenkmünzen anderer Nominale, den Sammlermünzen – in allen Teilnehmerstaaten der Eurozone bezahlen kann. Die Bezeichnung der 2-Euro-Umlaufmünzen mit Gedenkcharakter als Gedenkmünzen entspricht dem Sprachgebrauch. Obwohl es sich formal um „normale“ Umlaufmünzen handelt, die wie alle anderen Umlaufmünzen in hoher Stückzahl in den Umlauf gebracht werden, lehnen sich die Veröffentlichungen zu diesen Münzen auf den einschlägigen Seiten des Bundesministeriums der Finanzen, der Verkaufsstelle für Sammlermünzen und der Europäischen Zentralbank der Einfachheit halber an den gängigen Sprachgebrauch an. Sie stellen somit eine Sonderausgabe oder auch Sonderedition einer gängigen Umlaufmünze dar.
Diese speziellen 2-Euro-Münzen gedenken historisch bedeutsamer Jahrestage oder Bauwerke bzw. lenken die Aufmerksamkeit auf besondere gegenwärtige Ereignisse. Gedenkmünzen sollten nur zur Erinnerung an sehr bedeutende Ereignisse oder Persönlichkeiten ausgegeben werden, da diese Münzen im gesamten Eurogebiet umlaufen. An weniger relevante Themen sollte vorzugsweise durch die Ausgabe von Sammlermünzen erinnert werden, die nicht für den Umlauf bestimmt sind und die leicht von den Umlaufmünzen zu unterscheiden sein müssen.
Gedenkmünzen auf einen einzigen Nennwert zu begrenzen, entspricht der zuvor bereits bestehenden Praxis in einer Reihe von Mitgliedstaaten und schafft einen geeigneten Rahmen für derartige Ausgaben. Die 2-Euro-Münze eignet sich hierfür – vor allem angesichts des großen Durchmessers der Münze und ihrer technischen Merkmale, die angemessenen Schutz gegen Fälschung bieten – am besten. Eine gewisse volumenmäßige Begrenzung der für den Umlauf bestimmten Gedenkmünzen erschien notwendig, um sicherzustellen, dass diese Münzen weiterhin nur einen geringen Prozentsatz aller Umlaufmünzen ausmachen. Gleichzeitig sollten die Obergrenzen die Ausgabe von hinreichend Münzen ermöglichen, damit gewährleistet ist, dass Gedenkmünzen wenigstens eine Zeitlang tatsächlich umlaufen können.Amtsblatt der Europäischen Union: .
Die ersten 2-Euro-Gedenkmünzen erschienen im Jahr 2004. Bis Ende 2022 wurden 394 verschiedene Prägungen von Gedenkmünzen vorgenommen, ohne die mittlerweile fünf Gemeinschaftsausgaben gerechnet. Die 2-Euro-Gedenkmünzen „50 Jahre Römische Verträge“, „Zehn Jahre Wirtschafts- und Währungsunion“, „Zehnter Jahrestag der Einführung des Euro“ (als Bargeld), „30 Jahre Europaflagge“ und „35 Jahre Erasmus-Programm“ wurden in 13, 16, 17 bzw. 2 × 19 verschiedenen Versionen geprägt.
Die 2-Euro-Gedenkmünzen sind inzwischen ein beliebtes Gebiet bei Münzsammlern.
Bestimmungen und Vorschriften Euro-Gedenkmünzen sind spezifische Umlaufmünzen, deren „normale“ nationale Vorderseite durch ein anderes nationales Münzbild ersetzt wird, „um an ein spezifisches Ereignis oder eine spezifische Persönlichkeit zu erinnern“. Alle Umlaufmünzen, also auch die Gedenkmünzen, haben dieselbe Wertseite.
Damit während der heiklen Phase der physischen Einführung der Euro-Münzen keine Verwirrung gestiftet wird, beschloss der Europäische Rat am 23. November 1998, dass „für die Ausgabe von zum Umlauf bestimmten Gedenkmünzen während der ersten Jahre des Umlaufs der neuen Banknoten und Münzen ein Moratorium gelten“ sollte. Ab 1. Januar 2004 dürfen Gedenkmünzen als 2-Euro-Nominale ausgegeben werden, sofern dezidierte Vorschriften zur Gesamtzahl der pro Gedenkmünzen-Ausgabe in Umlauf gebrachten Münzen beachtet werden. Wenn eines bedeutenden, symbolträchtigen Ereignisses von weltweiter Bedeutung gedacht wird, kann die Obergrenze überschritten werden; allerdings soll der Ausgabestaat dann in den vier Folgejahren auf eine ähnliche für den Umlauf bestimmte Gedenkmünze verzichten. Das war bei der ersten Gedenkmünze 2004 anlässlich der Olympischen Sommerspiele in Athen der Fall, die in sehr hoher Stückzahl von 35 Millionen geprägt wurde – Griechenlands zweite eigene Gedenkmünze folgte erst 2010 mit einer Auflage von 2,5 Millionen Stück.
Für die Gestaltung und Ausgabe der Münzen sind die einzelnen Euro-Länder zuständig. Beabsichtigt ein Land des Eurogebiets die Ausgabe einer 2-Euro-Gedenkmünze, so muss es die Europäische Kommission drei Monate vor dem geplanten Ausgabedatum über dieses Vorhaben in Kenntnis setzen. Jeder Mitgliedstaat, dessen Währung der Euro ist, kann binnen sieben Tagen nach Unterbreitung eines Gestaltungsentwurfs in einer an den Rat und die Kommission gerichteten, mit Gründen versehenen Stellungnahme Einwände gegen den von dem Ausgabemitgliedstaat vorgeschlagenen Gestaltungsentwurf erheben, wenn zu erwarten ist, dass dieser unter seinen Bürgern negative Reaktionen hervorruft..
Die Anzahl der möglichen Gedenkmünz-Ausgaben pro Land und Jahr wird durch Verordnungen geregelt. Zunächst sollte jeder Mitgliedstaat nur eine 2-Euro-Gedenkmünze im Jahr ausgeben. Mit der Verordnung vom 4. Juli 2012 wurde diese Zahl auf zwei erhöht.. Zusätzliche Gedenkmünzen sind möglich, wenn die Staaten der Eurozone eine gemeinsame Gedenkmünze zu „Themen von höchster europäischer Bedeutung“ ausgeben.
Drittstaaten, die ein Währungsabkommen mit der EU abgeschlossen haben (also Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt), sind von der Ausgabe einer gemeinsamen Gedenkmünze ausgeschlossen; allerdings kann das Design einer gemeinsamen Gedenkmünze durchaus als Design einer 2-Euro-Gedenkmünze eines der Drittstaaten verwendet werden (wie es z. B. San Marino 2012 praktizierte). Eine zusätzliche 2-Euro-Gedenkmünze ist für den Fall, dass die Position des Staatsoberhaupts vorübergehend nicht oder nur vorläufig besetzt ist, aber möglich. So prägte die Vatikanstadt 2013 eine Gedenkmünze zur Sedisvakanz.
Aufgabe der EZB ist es, den maximalen Ausgabeumfang der einzelnen Staaten im Hinblick auf Gedenk- und sonstige Euro-Münzen zu genehmigen.Europäische Zentralbank: 2-Euro-Umlaufmünzen mit Gedenkcharakter, abgerufen am 4. März 2014. Die gesamte Anzahl der Münzen, die in einem Jahr in Umlauf gegeben werden, soll die höhere der folgenden zwei Grenzen nicht übersteigen:
0,1 % der gesamten Anzahl der 2-Euro-Münzen im Umlauf in der Eurozone. Diese Grenze kann in Ausnahmefällen bis zu 2,0 % angehoben werden, falls das dargestellte Ereignis besonders bemerkenswert ist. In diesem Fall soll der betreffende Staat in den folgenden vier Jahren keine weiteren Gedenkmünzen ausgeben. 5,0 % der gesamten Zahl der 2-Euro-Münzen in dem Staat, der die Gedenkmünzen herausgibt.
Die seit 2006 auch für 2-Euro-Gedenkmünzen geltenden Richtlinien zur Neugestaltung der Euro-Münzen bestimmen, dass der Name des ausgebenden Staates, vollständig oder abgekürzt, aufzuprägen ist. Auf eine Wiederholung der Wertangabe auf der nationalen Seite ist zu verzichten, es sei denn, im entsprechenden Land wird ein anderes als das lateinische Alphabet verwendet. Modifizierte Gestaltungsrichtlinien ergingen am 18. Juni 2012 und wurden am 24. Juni 2014 neu gefasst.
Bisherige Ausgaben Die EZB weist monatlich die Mengen umlaufender Euromünzen aus. Ende Juni 2024 kursierten etwa 7,6 Milliarden 2-Euro-Münzen, reguläre und Gedenkmünzen. Bis zu diesem Zeitpunkt gaben die 24 Emissionsländer insgesamt rund 1,9 Milliarden 2-Euro-Gedenkmünzen heraus. Diese machen rund ein Viertel aller umlaufenden 2-Euro-Münzen aus. Da auch defekte Gedenkmünzen ggfs. aus dem Verkehr gezogen und durch neue Kursmünzen ersetzt werden, ist der genannte Anteil i. H. v. gut 25 % aller 2-Euro-Münzen ein Maximalwert.
Deutsche Gedenkmünzen machen 12 % der umlaufenden Zweier (und mit etwa 47 % beinahe die Hälfte aller 2-Euro-Gedenkmünzen) aus, französische und italienische je etwa 3 % (und je ein Achtel aller 2-Euro-Gedenkmünzen) sowie – in absteigender Reihenfolge ihrer Häufigkeit – spanische, belgische, österreichische und griechische je etwa 1 %. Nur 3 % der umlaufenden Zweier sind Gedenkmünzen der restlichen siebzehn Emissionsländer.
Mit Stand Ende Februar 2023 ergaben sich folgende Zahlen:
Land Einwohner-anzahl Anteil anEurozonen-Bevölkerungin % Gedenkmünzen-Auflage in speziellerAusführung bzw.Verpackungin % Anteil anGedenkmünzen-Gesamtauflagein % Gedenkmünzenanteilan umlaufenden2-Euro-Münzenin % Auflage umlaufender2-Euro-Münzen 79.800 1.442.250 100,0 0,07 0,02 11.700.000 3,3 67.427.000 5,6 3,48 0,89 84.700.000 24,3 906.915.810 2,2 46,86 11,92 1.350.000 0,4 17.957.800 1,2 0,93 0,24 5.540.000 1,6 39.750.000 2,1 2,05 0,52 68.000.000 19,5 274.354.036 1,0 14,18 3,61 10.400.000 3,0 65.486.549 1,2 3,38 0,86 5.130.000 1,5 17.318.887 1,4 0,89 0,23 59.000.000 16,9 219.629.640 0,4 11,35 2,89 3.860.000 1,1 255.000 80,4 0,01 0,00 1.900.000 0,5 10.348.000 1,8 0,53 0,14 2.830.000 0,8 10.300.000 1,4 0,53 0,14 653.000 0,2 22.959.800 7,5 1,19 0,30 531.000 0,2 8.417.500 11,4 0,43 0,11 36.500 1.683.009 16,4 0,09 0,02 17.700.000 5,0 49.575.500 1,7 2,56 0,65 9.100.000 2,6 65.880.000 0,8 3,40 0,87 10.400.000 3,0 21.330.798 1,8 1,10 0,28 33.600 2.739.400 99,9 0,14 0,04 5.430.000 1,6 19.500.000 1,1 1,01 0,26 2.100.000 0,6 18.400.000 2,0 0,95 0,24 47.500.000 13,6 86.909.720 1,4 4,49 1,14 500 2.780.768 97,9 0,14 0,04 1.250.000 0,3 4.016.000 3,0 0,21 0,05 Gesamt 1.935.378.467 100,00 25,44 7.608.465.000
Die erste 2-Euro-Gedenkmünze ist 2004 in Griechenland erschienen. Seither gibt es Ausgaben in vielfältigen Formen: Normalprägungen werden großteils als Rollenware oder in Beuteln ausgegeben, für Münzen in besonderer Erhaltung (Stempelglanz, Polierte Platte) gibt es eine Reihe von Sonderverpackungen (Kapseln, Coincards (scheckkartengroße Sichtverpackung), Etuis, Folder, Mitverpackung in Kursmünzsätzen, Numisbriefe u. a.).
Alle der in Sonderverpackungen angebotenen 2-Euro-Gedenkmünzen der vier Kleinstaaten Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt addieren sich bis Oktober 2019 auf fünf Millionen Stück. Zählt man die bis zu diesem Zeitpunkt von Belgien nur in Coincards ausgegebenen knapp zwei Millionen Gedenkmünzen sowie die französischen 300.000 Asterix-Münzen dazu, machen diese an Sammler gerichteten Münzausgaben rund ein halbes Prozent aller ausgegebenen 2-Euro-Gedenkmünzen und ein Tausendstel der umlaufenden 2-Euro-Münzen aus.
Der Sammlerwert von 2-Euro-Münzen liegt normalerweise zwischen 2,50 und 25 Euro. Die Ausgaben von San Marino und der Vatikanstadt werden meist für 30 bis 60 Euro verkauft. Gedenkmünzen Monacos, die z. T. in Auflagen von nur 10.000 bis 20.000 Exemplaren geprägt wurden, werden am höchsten gehandelt. Der Wert der 2-Euro-Gedenkmünzen Monacos von 2007 und 2015 bewegt sich um 3.300 Euro (Stand März 2023).
Die Gestaltung von neuen Ausgaben ist förmlich zu genehmigen. und wird im Amtsblatt der Europäischen Union bekanntgegeben.
Gesamtüberblick Die nachfolgende Tabelle führt die jeweiligen Anzahlen der Gedenkmünzen nach Ländern und Jahrgängen auf. Dabei wird unterschieden zwischen eigenen nationalen Gedenkmünzen der einzelnen Länder (Spaltenüberschrift „E“) und gemeinschaftlich herausgegebenen Gedenkmünzen aller Mitgliedsländer der Eurozone (Spaltenüberschrift „G“) in den Jahren 2007 (Römische Verträge), 2009 (Währungsunion), 2012 (Euro-Bargeld), 2015 (Europaflagge), 2022 (Erasmus-Programm). Die letzte Spalte mit der Überschrift „Σ“ enthält die Gesamtsummen der jeweiligen Länder. Geplante Ausgaben sind in Klammern angegeben. Die vier Kleinstaaten (gelber Hintergrund) sind nicht Mitglieder der Eurozone im engeren Sinn.