Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Stuttgart Fläche: 161,2 km² Gliederung: 21 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 67.800 (2005) Adresse desDekanatamtes: Augustinerster. 12/173728 Esslingen am Neckar Dekan: Bernd Weißenborn Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Esslingen innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Esslingen ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Esslingen.
Geografie Der Kirchenbezirk Esslingen liegt in der südlichen Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst den Norden des Landkreises Esslingen, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Aichwald, Altbach, Baltmannsweiler, Deizisau, Denkendorf, Esslingen am Neckar, Hochdorf, Köngen, Lichtenwald, Plochingen, Reichenbach an der Fils und Wernau (Neckar).
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Esslingen grenzt an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten): Schorndorf (Prälatur Heilbronn) sowie Kirchheim unter Teck, Nürtingen und Kirchenkreis Stuttgart (ehem. Kirchenbezirke Degerloch und Bad Cannstatt, alle Prälatur Stuttgart).
Geschichte mini|hochkant|Blick über die Evang. Stadtkirche Esslingen Das Dekanat Esslingen wurde erst nach dem Übergang der ehemals freien Reichsstadt an Württemberg 1802 gegründet. Damals wurde der Senior der Stadtkirche St. Dionysius Dekan des neuen Dekanats. Das Gebiet wurde danach mehrfach verändert. So kamen zum Beispiel 1841 Köngen und Wendlingen und 1842 Aichschieß und Berkheim zum Dekanat, während Wendlingen 1939 wieder dem Dekanat Nürtingen zugeordnet wurde. Das Dekanat Esslingen gehörte zunächst zum Generalat (heute Prälatur) Ludwigsburg und kam 1954 zur Prälatur Stuttgart.
Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinden Wendlingen und Bodelshofen in den Kirchenbezirk Nürtingen umgegliedert. Im Gegenzug erhielt der Kirchenbezirk Esslingen vom Kirchenbezirk Nürtingen die Kirchengemeinde Hochdorf und vom Kirchenbezirk Göppingen die Kirchengemeinde Reichenbach an der Fils.
Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 15. Juli 1965 wurde die Kirchengemeinde Scharnhausen vom Kirchenbezirk Degerloch in den Kirchenbezirk Esslingen umgegliedert. Mit Wirkung vom 1. Januar 1981 gab der Kirchenbezirk Esslingen diese Kirchengemeinde zusammen mit der Kirchengemeinde Nellingen und der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Nellingen-Parksiedlung an den neu gebildeten Kirchenbezirk Bernhausen ab. Mit Wirkung vom 1. Januar 1979 erhielt der Kirchenbezirk Esslingen noch die Kirchengemeinde Lichtenwald vom Kirchenbezirk Schorndorf.
Für 2029 ist die Fusion des Kirchenbezirks mit dem Kirchenbezirk Bernhausen geplant.Fusion der Kirchenbezirke: Sein Job wird künftig weggespart. In: Stuttgarter Zeitung vom 7. Juni 2026.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Derzeitiger Dekan ist seit 2010 Bernd Weißenborn (* 1960), der zugleich der geschäftsführende Pfarrer an der Stadtkirche St. Dionysius in Esslingen am Neckar ist.
Dekane des Kirchenbezirks Esslingen seit 1802 1802–1820 Johannes Matthäus Becher, bereits seit 1791 Hauptprediger und Senior der Evangelischen Kirche der Freien Reichsstadt Esslingen 1820–1839 Friedrich August Herwig (1768–1839) 1839–1858 Georg Friedrich Simeon Gundert (1782–1858) 1858–1879 Ludwig August Knapp (1812–1886) 1879–1892 Franz Eberhard Kübel (1835–1892) 1892–1901 Emil Demmler (1843–1922) 1901 Wilhelm Lepple bzw. Wilhelm Gruner, jeweils als Stellvertreter 1901–1912 D. Georg Heinrich Planck (1851–1932) 1913–1921 Friedrich Fischer (1853–1933) 1921–1924 Martin Ulrich August Finckh (1856–1950) 1924–1933 Dr. Richard Lempp (1883–1945) 1934–1937 D. Theodor Schlatter sen. (1885–1971) 1934 28.9.–19.11 Friedrich Häcker (1891–1966) komm. von den DC eingesetzt 1937–1942 Dr. Hermann Ströle (1878–1950) 1942–1956 Johannes Hermann (1886–1975) 1956–1965 Helmut Pfeiffer (1909–2002) 1966–1977 Kurt Hennig (1910–1992) 1977–1999 Klaus Scheffbuch (* 1936) 1999–2009 Dieter Kaufmann (* 1955) 2010–2025 Bernd Weißenborn (* 1960) seit 2025 Klaus-Peter Lüdke (* 1968)
Kirchengemeinden Das Gebiet des Kirchenbezirks Esslingen gehörte bis 1802 zum Großteil zur Freien Reichsstadt Esslingen, ansonsten zum alten Kernland Württemberg. In beiden Territorien wurde die Reformation eingeführt. Daher ist das gesamte Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Infolgedessen gibt es auch fast in jedem Dorf eine evangelische Kirchengemeinde und meist auch eine alte Kirche. Katholisch blieb nur Wernau (Neckar), in allen anderen Orten (ohne Esslingen) zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.
Im Kirchenbezirk Esslingen gibt es insgesamt 21 Kirchengemeinden. Davon haben sich 9 Kirchengemeinden zur Gesamtkirchengemeinde Esslingen zusammengeschlossen, bleiben jedoch weiterhin rechtlich selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts.
Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.
Kirchengemeinde Aichwald mini|links|Kirche Aichelberg mini|links|Kirche Schanbach mini|links|Kirche Krummhardt Die Kirchengemeinde AichwaldWebsite der Kirchengemeinde Aichwald entstand zum 1. Januar 2009 aus den drei Kirchengemeinden Aichelberg, Aichschieß-Krummhardt und Schanbach (die zuvor die Gesamtkirchengemeinde Aichwald gebildet hatten). Sie umfasst die politische Gemeinde Aichwald. Das geschäftsführende Pfarramt befindet sich in Schanbach. Die Kirchengemeinde bildet mit den Nachbarkirchengemeinden Baltmannsweiler und Hohengehren den Distrikt „Vorderer Schurwald“.
Bis 1975 wurde die Gesamtkirchengemeinde Aichwald noch mit „Gesamtkirchengemeinde Aichelberg“ bezeichnet. Sie gehörte bis dahin noch zum Kirchenbezirk Schorndorf und wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1976 in den Kirchenbezirk Esslingen umgegliedert. Zunächst bestand sie nur aus den Kirchengemeinden Aichelberg, Krummhardt und Schanbach. Mit der Umgliederung wurde auch die Kirchengemeinde Aichschieß, die bereits zum Kirchenbezirk Esslingen gehörte, in den Verband der Gesamtkirchengemeinde Aichelberg einbezogen, die damit gleichzeitig ihren heutigen Namen erhielt.
Die frühere Kirchengemeinde Aichelberg umfasste den Ortsteil Aichelberg der Gemeinde Aichwald. Kirchlich gehörte der Ort bis 1482 als Filiale zu Beutelsbach, bevor er eine eigene Pfarrei erhielt. 1460 ist eine eigene Kapelle erwähnt, die dem Stift Beutelsbach gehörte. 1532 führten die Herren Thumb die Reformation ein. Die heutige Aichelberger Kirche war einst eine Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau. Sie wurde 1482 erbaut und 1564 und 1760 umgebaut. Sie liegt außerhalb des Ortes in einem ummauerten Friedhof und erhielt in jüngerer Zeit den Namen Feldkirche. Die Wandmalereien im Chor (1969 freigelegt) stammen aus der Erbauungszeit, das Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert. Die 25 Empore-Tafelbilder zum Leben Jesu und den zwölf Aposteln hat Joseph Wagner aus Alfdorf 1760 gemalt. Gerhard Dreher schuf 1970 drei Chorfenster aus Klarglas mit geometrischen Linien-Ornamenten sowie im Kirchenschiff und Turm weitere farbige Fenster. Bis 1975 gehörte die Kirchengemeinde Aichelberg noch zum Kirchenbezirk Schorndorf. Sie bildete bis dahin mit den Kirchengemeinden Krummhardt (1977 aufgehoben) und Schanbach die Gesamtkirchengemeinde Aichelberg. Mit der Umgliederung in den Kirchenbezirk Esslingen zum 1. Januar 1976 wurde auch die Gesamtkirchengemeinde Aichelberg unter Einbeziehung der Kirchengemeinde Aichschieß in Gesamtkirchengemeinde Aichwald umbenannt.
Die frühere Kirchengemeinde Aichschieß-Krummhardt umfasste die Ortsteile Aichschieß und Krummhardt der Gemeinde Aichwald. In Aichschieß ist bereits 1275 eine Kirche bezeugt, die dem Hl. Gereon geweiht war. 1463 wird sie als St. Margareta bezeichnet, nachdem sie neu erbaut worden war. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die evangelische Dorfkirche St. Gereon und St. Margaretha stark zerstört und danach unter teilweise Verwendung der alten Kirche neu erbaut. 1765 wurde sie restauriert und später mehrfach durch Um- und Anbauten verändert, jedoch 1951 wieder nahezu in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Im Schiff und Chor befinden sich Malereien aus der Zeit um 1325, die zu den ältesten in der ganzen Region gehören, zudem weitere Wandbilder aus der Zeit um 1500. Nach der Reformation wurde die Kirche in einen evangelischen, der württembergischen Kirchen- und Gottesdienstordnung angemessenen Gottesdienstraum mit Quersaal-Konzeption umgewandelt: aus dem Chor wurde der Altar herausgerückt, die Kanzel auf Mitte der Nordwand gesetzt, Herrenstühle im Chor und darüber eine Orgelempore eingebaut sowie eine Süd- und Westempore errichtet. Das gesamte Parterre- und Emporengestühl bekam seine Ausrichtung auf die Nordkanzel. Wegen Einsturzgefahr erfolgte bis 1952 durch Architekt Heinz Klatte eine durchgreifende Renovierung und „Bereinigung“ mit dem Verlust wertvoller Substanz durch Neubau der Süd- und Westmauer. Die Glasmalereien vom Jahr 2000 der drei Fenster im Chor stammen von der Glaskünstlerin Renate Gross aus Gilching (Bayern), von Karl Ulrich Nuss stammt der Taufdeckel und weitere Kunstwerke.man um 1500 entdeckt hatte. Die bereits zum Kirchenbezirk Esslingen gehörige Kirchengemeinde Aichschieß wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1976 in die Gesamtkirchengemeinde Aichelberg, die mit ihren damaligen Teilkirchengemeinde Aichelberg, Krummhardt und Schanbach vom Kirchenbezirk Schorndorf in den Kirchenbezirk Esslingen umgegliedert wurde, einbezogen. Gleichzeitig wurde die Gesamtkirchengemeinde Aichelberg in „Gesamtkirchengemeinde Aichwald“ umbenannt.
Im benachbarten, politisch schon seit 1500 zu Aichschieß gehörigen Krummhardt ist 1483 eine Filialkapelle erwähnt. Kirchlich versorgt wurde der Ort damals von Schanbach, nach der Reformation von Aichelberg, dann wieder von Schanbach. Zunächst war Krummhardt eine selbständige Kirchengemeinde im Kirchenbezirk Schorndorf. Sie bildete zusammen mit den Kirchengemeinden Aichelberg und Schanbach die Gesamtkirchengemeinde Aichelberg. Mit Wirkung vom 1. Januar 1976 wurde die Kirchengemeinde Krummhardt mit der Gesamtkirchengemeinde Aichelberg in den Kirchenbezirk Esslingen umgegliedert und dann mit Wirkung vom 4. Dezember 1977 mit der Kirchengemeinde Schanbach zur Kirchengemeinde Krummhardt-Schanbach vereinigt. Mit Wirkung vom 1. Januar 1995 wurde Krummhardt von der Kirchengemeinde Krummhardt-Schanbach abgetrennt und der Kirchengemeinde Aichschieß zugeordnet. Gleichzeitig wurde die Kirchengemeinde Aichschieß in „Kirchengemeinde Aichschieß-Krummhardt“ und die Kirchengemeinde Krummhardt-Schanbach in „Kirchengemeinde Schanbach“ umbenannt. Die um 1720 renovierte Kirche in Krummhardt gilt als eine der reizvollsten Dorfkirchen im Landkreis Esslingen. Sie besitzt noch ein altes Gestühl sowie eine Kanzel und Bänke, die mit Blumenornamenten im Bauernbarock bemalt sind.