mini|hochkant|Waltraut Haas (2016) Waltraut Haas, auch Waltraud Haas und Waltraute Haas-Strahl (* 9. Juni 1927 in Wien; † 23. April 2025 ebenda) war eine österreichische Schauspielerin und Sängerin. Sie erreichte durch ihre Auftritte in Heimat- und Musikfilmen wie Der Hofrat Geiger und Im weissen Rössl große überregionale Bekanntheit.
Leben Die Tochter des Volksschullehrers Walther Haas sowie der Ehefrau Stefanie, geborene Klager, verlor ihren Vater im Alter von fünf Jahren. Ihre Mutter betrieb im Schloss Schönbrunn ein RestaurantWaltraut Haas: Mit 97 hat sie noch viele Träume, Funkuhr, Ausgabe vom April 2025, S. 12., so wuchs Haas im Schlosskomplex auf. Auf Wunsch ihrer Mutter besuchte sie zunächst eine Haushaltsschule und machte die Gesellenprüfung in der Schneiderei. Danach absolvierte sie das Konservatorium für darstellende Kunst in Wien und nahm bei der Burgschauspielerin Julia Janssen zusätzlich privaten Schauspielunterricht. Ihr Debüt gab sie am Landestheater Linz im Sommer 1946 in der Rolle der Hermia in Shakespeares Ein Sommernachtstraum. Ab 1948 spielte sie am Renaissancetheater und an anderen Wiener Bühnen. So trat sie bereits 1949 gemeinsam mit Peter Alexander in Ludwig Schmidseders Operette Abschiedswalzer am Wiener Bürgertheater auf.. Abgerufen am 12. Mai 2010.
Ihren Durchbruch als Filmschauspielerin erlebte sie mit der Rolle des jungen Wachauer Mädels Mariandl Mühlhuber im Heimatfilm Der Hofrat Geiger (1947):
Im Remake Mariandl (1961) und der Fortsetzung Mariandls Heimkehr (1962) verkörperte sie die Mutter, ebenso bei den Wachaufestspielen 2005, bei denen ihr Mann den Hofrat spielte und Regie führte. Er sollte auch im Wiener Gloria-Theater Regie führen, starb jedoch vorher. Im September 2011 hatte dann das Stück mit ihrem Sohn Marcus Strahl als Regisseur Premiere, und Haas spielte die Ziehoma.Anita Kiefer: . In: Niederösterreichische Nachrichten, 1. August 2011
Im Jahr 1953 schien sich die Chance auf eine internationale Karriere zu bieten, als sie für das amerikanisch-britisch-deutsch-spanische Projekt The Story of William Tell mit Hauptdarsteller Errol Flynn verpflichtet wurde. Der im CinemaScope-Verfahren gedrehte Film blieb jedoch unvollendet und kam nicht in die Kinos.Beatrice Weinmann: Waltraut Haas, Residenz Verlag, St. Pölten–Salzburg 2007, S. 128 ff.
Haas war vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren populär, als sie in zahlreichen musikalischen Unterhaltungs- und Operettenfilmen mitspielte, darunter als Rößlwirtin Im weissen Rössl (1960) mit Peter Alexander als Leopold. In den 1960er-Jahren kehrte sie wieder häufiger auf die Bühne zurück. Ab 1990 schrieb sie Märchenbücher.
mini|Waltraud Haas mit Gerald Pichowetz in der Komödie Otello darf nicht platzen, Gloria-Theater (2016) Ab dem 28. Juli 1966 war Waltraut Haas mit dem Schauspieler Erwin Strahl verheiratet. Regisseur Franz Antel filmte die kirchliche Eheschließung am 30. Juli in St. Gilgen bei den Dreharbeiten zu der Produktion 00 sex am Wolfgangsee, benutzte die Trauungsszene aber vereinbarungsgemäß nicht für Filmzwecke. Ihr gemeinsamer Sohn ist der Theaterregisseur und Schauspieler Marcus Strahl. Der Musiker Andy Lee Lang ist ein Großneffe.
Im Jahr 2008 wurde die Künstlerin in Würdigung ihrer langjährigen und herausragenden Verdienste um Theater, Film und Kunst auf Vorschlag von Intendant Hans Pischner und Kammersänger Heiko Reissig zum ordentlichen Ehrenmitglied der Europäischen Kulturwerkstatt (EKW) in Berlin berufen.
Gemeinsam mit Rudi Giovannini nahm sie 2016 zu ihrem 70-jährigen Bühnenjubiläum das Duett Dieses Glücksgefühl auf.
Über 50 Jahren lang lebte Haas in ihrem gemeinsam mit Ehemann Erwin Strahl erbauten Haus am Küniglberg im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing in der Nähe der Rosenhügel-Filmstudios.
Haas starb am 23. April 2025 im Alter von 97 Jahren in Wien. Sie wurde am Hietzinger Friedhof bestattet.
Filmografie Kino
Fernsehen (Auswahl) 1962: Gasparone (TV) 1962: Die Kaiserin (TV) 1966: Meine Schwester und ich (TV) 1966: Das rote Tuch (TV) 1969: Oberinspektor Marek – Einfacher Doppelmord (TV) 1990: Roda Roda (TV-Serie) 1991: Ein Schloß am Wörthersee, Folge: Alte Liebe rostet nicht (TV-Serie) 2020: Das Glück ist ein Vogerl (Fernsehfilm)
Auszeichnungen 1957: Perle des Atlantik bei den Filmfestspielen in Mar del Plata 1979: Pro arte populi (Orden für die Förderung des Wienerliedes im Ausland) 1987: Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold 1988: Robert Stolz-Preis für ihre Interpretation von Der kleine Gardeoffizier 1994: Rouge & Noir (Filmpreis der Casinos Austria) für ihr Lebenswerk 2001: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich (mit Erwin Strahl) 2001: Rose vom Wörthersee als beste Schauspielerin 2002: Operettenpreis von Berlin/Brandenburg (mit Erwin Strahl) 2003: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2006: Goldene Harfe (Ehrenzeichen des Musikvereins Freunde der Operette) 2008: Ehrenmitglied der Europäischen Kulturwerkstatt Berlin-Wien (EKW) 2010: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. In: wien.orf.at, 12. Mai 2010. Abgerufen am 12. Mai 2010. 2016: Goldener Rathausmann der Stadt Wien 2017: Ehrenplakette des Landes Niederösterreich 2018: Dr.-Friedrich-Wilhelm-Prinz-von-Preußen-Preis
Eigene Veröffentlichungen Waltraut Haas: Winzis Abenteuer, Stuttgart, Titania Verlag, 1990 Waltraut Haas: Mein goldenes Märchenbuch, Wien, G&G-Verlag, 2003
Literatur Waltraut Haas, Marina C. Watteck: Jetzt sag ich’s: Erinnerungen. Amalthea Signum, Wien 2018, ISBN 978-3-99050-120-7 Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 338 f. Beatrice Weinmann: Waltraut Haas. Residenz Verlag, St. Pölten/Salzburg 2007, ISBN 978-3-7017-3039-1 Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. John Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 467.
Weblinks
Die Website von Waltraut Haas & Erwin Strahl
Einzelnachweise
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