Real Madrid Baloncesto ist die Basketballabteilung des renommierten spanischen Sportvereins Real Madrid. Sie wurde am 8. März 1931 gegründet und konnte bislang zahlreiche nationale und internationale Erfolge feiern. Mit acht Siegen im Europapokal der Landesmeister, drei in der EuroLeague, vier im FIBA Europapokal der Pokalsieger, je einem im Korać-Cup und im ULEB Eurocup ist Real Madrid der erfolgreichste Verein des Kontinents. Darüber hinaus liegt der Klub mit 38 Titeln in der Spanischen Meisterschaft und 29 Pokalsiegen auch in Spanien an der Spitze. Ebenso wie die Fußballmannschaft ist auch die Basketballabteilung noch nie aus der obersten Spielklasse abgestiegen. Außer den Madrilenen kann das in der spanischen Liga nur Joventut von sich behaupten.

Geschichte Frühe Jahre (1931–1952) Als Pionier des Basketballs in Kastilien und bei Real Madrid gilt Ángel Cabrera. Dieser, der schon in den 1920er Jahren an der Gründung mehrerer Vereine beteiligt war, setzte sich mit dem Präsidenten Real Madrids Luis Usera und Klubsekretär Pablo Hernández Coronado in Kontakt um eine Sektion der in Spanien recht neuen Sportart zu schaffen. Am 8. März 1931 erschien in der Tageszeitung ABC folgende Annonce:

Am Sonntag, dem 15. März 1931 bestritt die Mannschaft gegen Instituto Escuela das erste Freundschaftsspiel. Die erste offizielle Begegnung fand schließlich am 22. März 1931 im Zuge der Kastilischen Meisterschaft gegen Dumping BBC statt und endete mit einer 5:19-Niederlage. Das Turnier beendete die Mannschaft letztlich auf dem dritten Platz. Der erste Titelerfolg gelang bereits im Jahr 1933, als sich Real Madrid in der Kastilischen Meisterschaft gegen den großen Rivalen früher Zeiten, Rayo Club de Madrid, mit 22:16 durchsetzen konnte. Im selben Jahr erreichte man gegen denselben Gegner auch das erste Endspiel um den Spanischen Pokal, unterlag jedoch mit 11:21.

Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) erreichte der Klub drei weitere Male das Endspiel um den spanischen Pokal, doch 1944, 1948 und 1949 scheiterte man erneut gegen Laietà BC, Joventut Badalona und dem FC Barcelona. Der erste Erfolg beim damals wichtigsten gesamtspanischen Turnier gelang schließlich 1951 durch ein 47:36 gegen den FC Barcelona und konnte 1952 mit einem Finalsieg gegen Joventut de Badalona wiederholt werden.

Goldene Ära unter Raimundo Saporta und Pedro Ferrándiz (1952–1975) mini|Real Madrid in einem Spiel gegen Maccabi Tel Aviv (1975). Als ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Basketballsektion von Real Madrid gilt die Verpflichtung von Raimundo Saporta. Dieser wurde auf Anfrage des damaligen Vereinspräsidenten Santiago Bernabéu im Jahr 1952 zunächst als Berater vom spanischen Verband empfohlen und ging ab 1953 als Funktionär in den Dienst des Klubs. Saporta hatte großen Anteil an der Gründung der Spanischen Basketballliga, die im Jahr 1957 erstmals ausgetragen wurde. Real Madrid gewann den Bewerb auf Anhieb und konnte den Titel auch 1958 verteidigen. Unter Saportas Führung verpflichtete der Klub zudem im Jahr 1955 den jungen Basketballtrainer Pedro Ferrándiz. Dieser übernahm, nach zwei Saisons im Nachwuchs des Vereins und zwei weiteren Jahren als Cheftrainer von CD Hesperia, in der Spielzeit 1959/60 die erste Mannschaft von Real Madrid und sollte den Klub zu einem der erfolgreichsten des Kontinents formen. Neben der Vormachtstellung in der heimischen Liga, Real Madrid gewann von 1959 bis zu Ferrándiz’ Abgang als Trainer 1975 mit Ausnahme der Saison 1966/67 alle Meistertitel, konnte das Team im Europapokal der Landesmeister auch die Dominanz der Mannschaften aus der Sowjetunion brechen. In der Spielzeit 1961/62 erreichten die „Königlichen“ als erstes Team von außerhalb des Ostblocks das Endspiel, unterlagen dort jedoch BK Dinamo Tiflis mit 90:83. Nach einer weiteren Finalniederlage im Folgejahr gegen PBK ZSKA Moskau gelang in der Saison 1963/64 schließlich der Durchbruch, Real Madrid setzte sich gegen den Vertreter der Tschechoslowakei BC Brünn durch und eroberte erstmals den höchsten europäischen Bewerb. Den Titel konnte das Team 1964/65 gegen ZSKA Moskau erfolgreich verteidigen, 1966/67 und 1967/68 folgten gegen Olimpia Milano und BC Brünn zwei weitere Triumphe im Europapokal der Landesmeister und 1968/69 scheiterte die Mannschaft erst im Endspiel an ZSKA Moskau. Tragende Spieler jener Epoche, in der Real Madrid zum erfolgreichsten Basketballklub Europas aufstieg, waren unter anderem die schon in jungen Jahren von Coach Ferrándiz verpflichteten US-Amerikaner Wayne Hightower, der jedoch nach der Saison 1961/62 in die NBA wechselte, Clifford Luyk, Wayne Brabender oder Miles Aiken, sowie die Spanier Emiliano Rodríguez, Lolo Sainz oder Carlos Sevillano.

Der bereits fünfte Titel im Europapokal der Landesmeister sollte 1973/74 folgen. Neben Brabender und Luyk war mit Walter Szczerbiak ein weiterer US-Amerikaner zur Mannschaft gestoßen, Lenker des Spiels war der junge Point Guard aus der eigenen Jugend Juan Antonio Corbalán, der zusammen mit seinen Landsleuten Rafael Rullán, Vicente Ramos oder Carmelo Cabrera die Erfolgsgeschichte des Klubs fortschreiben sollte.

Insgesamt errang Real Madrid unter der Führung von Pedro Ferrándiz als Trainer und Sportdirektor 15 spanische Meisterschaften, 13 Pokalsiege und fünf Triumphe im Europapokal der Landesmeister.

Erfolge unter Lolo Sainz (1975–1989) Im Jahr 1975 ersetzte der ehemalige Spieler und Assistenztrainer Lolo Sainz Ferrándiz als Chefcoach. Sein erster internationaler Erfolg war der Gewinn des Intercontinental Cups 1976, ein Turnier, das Real Madrid drei Mal in Folge gewinnen sollte. In der Saison 1977/78 gelang durch ein 75:67 im Endspiel gegen Pallacanestro Varese der sechste Sieg im Europapokal der Landesmeister. Mann des Spiels war Walter Szczerbiak, der 26 Punkte beisteuerte. Dies sollte die letzte Spielzeit von Starcenter Clifford Luyk in den Reihen der „Königlichen“ sein. Nur zwei Jahre später, in der Saison 1979/80, errang die Mannschaft zum siebten Mal den Sieg im höchsten europäischen Bewerb. Gegner im Endspiel war diesmal Maccabi Tel Aviv, das mit 89:85 bezwungen werden konnte. Bester Mann auf Seiten der Spanier war Rafael Rullán mit 27 Punkten.

Im Jahr 1981 folgte mit dem Sieg bei der Basketball Klub-WM ein weiterer internationaler Titel. Durch Erfolge beim Europapokal der Pokalsieger 1983/84 und 1988/89 sowie im Korac Cup 1987/88 konnte der Klub seine Stellung als erfolgreichste Mannschaft des Kontinents festigen. Bei nationalen Bewerben holte Real Madrid zwar unter Trainer Lolo Sainz bis zu seinem Abgang im Jahr 1989 in 14 Spielzeiten acht Meistertitel, vier Pokalsiege und einen Supercup, ab 1986 verlor man jedoch die Vormachtstellung in Spanien zusehends an den FC Barcelona und Joventut Badalona. Als herausragende Spieler jener Zeit sind neben Szczerbiak, Brabender, Luyk, Corbalán und Rullán auch Fernando Romay, Fernando Martín, Dražen Dalipagić, Mirza Delibašić, Juanma Iturriaga oder der spätere NBA-Spieler Dražen Petrović zu nennen.

Wachsende nationale Konkurrenz und achter Europapokalsieg (1989–1997) Neben dem Erzrivalen FC Barcelona, der sich ab Mitte der 1980er Jahre sukzessive zum dominanten Klub im spanischen Basketball entwickelte, und Joventut Badalona, einem weiteren Traditionsverein der schon während der 1960er und 1970er zwei Meistertitel erobern konnte, gelang es auch immer häufiger weiteren spanische Basketballvereinen konkurrenzfähige Mannschaften zusammenstellen und mit den beiden Großklubs um die nationalen und internationalen Trophäen zu konkurrieren. Zu nennen sind insbesondere Tau Vitoria, Unicaja Málaga, Valencia Basket Club oder während der späten 1990er Jahre auch Bàsquet Manresa.

Die erste Saison nach der Ära Lolo Sainz, in der mit George Karl ein Startrainer mit NBA-Erfahrung die Mannschaft übernahm, war überschattet vom tragischen Tod des Mannschaftskapitäns und Publikumslieblings Fernando Martín. Der Center, der zu jener Zeit als der beste spanische Spieler galt, kam am 3. Dezember 1989 bei einem Autounfall ums Leben. Das Team beendete die Saison nur auf dem dritten Rang und scheiterte im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger an Virtus Bologna.

Nach einer weiteren titellosen Saison mit Ex-Spieler Wayne Brabender als Cheftrainer, folgte ab 1991 der Startschuss zu einer sehr erfolgreichen Epoche. Die Spielzeit begann zunächst mit George Karl auf der Trainerbank, der jedoch noch vor Ende der Saison zu den Seattle SuperSonics wechselte und durch Clifford Luyk ersetzt werden musste. Die Meisterschaft beendete das Team zwar nur als Vizemeister, doch im FIBA Europacup setzte sich Real Madrid mit 65:63 gegen PAOK Thessaloniki durch und eroberte zum dritten Mal den zweithöchsten kontinentalen Bewerb. Angeführt von Spielern wie Arvydas Sabonis, José Biriukov, José Miguel Antúnez, Joe Arlauckas oder Rimas Kurtinaitis stieg die Mannschaft jedoch wieder zu alter Größe auf, feierte sowohl 1992/93 als auch 1993/94 den Gewinn der Meisterschaft und holte 1993 zudem den spanischen Pokal.

Den Höhepunkt jener Epoche sollte aber die Saison 1994/95 bringen. Zwar beendete die von Željko Obradović trainierte Mannschaft die Meisterschaft nur auf dem dritten Platz, doch im Europapokal der Landesmeister setzte sich Real Madrid, angeführt von Star-Center Arvydas Sabonis, mit 73:61 gegen Olympiakos Piräus durch um zum insgesamt achten Mal die wichtigste europäische Trophäe zu erobern.

Der Rückkehr auf den kontinentalen Thron folgte ein Kaderumbau. Mit Sabonis, der zu den Portland Trail Blazers wechselte, Kurtinaitis oder Biriukov verließen einige Größen den Klub. Power Forward Joe Arlauckas verblieb und bildete an der Seite von Neuverpflichtungen wie Dejan Bodiroga, Alberto Herreros, Alberto Angulo, Pablo Laso und Juan Antonio Orenga einen schlagkräftigen Kader, der 1996/97 schließlich durch ein 78:64 gegen Mash Verona zum vierten Mal den FIBA Eurocup gewinnen konnte.

Europäische Durststrecke (1997–2006) Auf diesen internationalen Erfolg sollte eine lange Durststrecke folgen. Der Abgang von Startrainer Obradović und Spielern wie Arlauckas und Mike Smith konnte nicht kompensiert werden. Nach zwei titellosen Jahren gelang Real Madrid schließlich 1999/2000, angeführt von Aleksandar Đorđević und Alberto Angulo und mit Sergio Scariolo als Coach, durch ein 3:2 im Final-Play-off gegen den Erzrivalen FC Barcelona der 28. Meistertitel.

Einen sportlichen Tiefpunkt stellte die Saison 2002/03 dar. Die Mannschaft erreichte nur den 10. Platz in der Meisterschaft, die schlechteste Platzierung in der Vereinsgeschichte, und nahm damit erstmals nicht am Play-off um den Titel teil. In der Spielzeit 2003/04 gelang Real Madrid im ULEB Cup erstmals seit 1997 wieder der Einzug ins Endspiel eines internationalen Wettbewerbs. Dieses verlor die Mannschaft jedoch überraschend mit 72:83 gegen Hapoel Jerusalem.

Unter Trainer Božidar Maljković glückte in der Saison 2004/05, nach fünf schwachen Jahren, ein emotionaler Erfolg. Das Team um Felipe Reyes, Louis Bullock, Axel Hervelle und Mickaël Gelabale erreichte gegen Tau Vitoria das Finale um die Meisterschaft und gewann das entscheidende fünfte Spiel auswärts in der Fernando Buesa Arena mit 70:69, dabei lag das Heimteam nur 42 Sekunden vor Schluss mit 61:69 klar in Führung und schien bereits als sicherer Meister. In einer furiosen Aufholjagd kam Real Madrid innerhalb weniger Sekunden durch einen Drei-Punkte-Treffer von Gelabale, einen Korbleger von Justin Hamilton und einen verwandelten Freiwurf von Moustapha Sonko auf 67:69 heran. Den siegbringenden Drei-Punkte-Treffer verwertete kurz vor der Schlusssirene Mannschaftskapitän Alberto Herreros, der damals zudem seine letzte Spielzeit als Aktiver bestritt.

Eine enttäuschende Saison 2005/06, bei der Real Madrid nur den sechsten Platz in der Meisterschaft erreichte, beendete die Ära Maljković. Die Nachfolge übernahm sein ehemaliger Assistenztrainer Joan Plaza.

Double unter Plaza und Messinas Scheitern (2006–2011)