Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland e. V. (ACK) ist ein 1948 im Zusammenhang mit der Gründung und ersten Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen und zunächst aus diesem angehörenden Kirchen gebildeterMartin Elze: Weitere christliche Kirchen und andere religiöse Gemeinschaften. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 495–498, hier S. 495. Zusammenschluss christlicher Kirchen in Deutschland zum Zweck der Förderung ökumenischer Zusammenarbeit und der Einheit der Kirchen. Sie bildet den Nationalen Kirchenrat für Deutschland und ist als solcher assoziierte Organisation beim Weltkirchenrat.
Einzelne Kirchen können Mitglieder-, Gast- oder Beobachterstatus besitzen. Neben der bundesweiten ACK gibt es auch regionale (die zumeist einem Bundesland zugeordnet sind) und örtliche ACKs, und entsprechend gibt es auch bundesweite, regionale und lokale Mitgliedschaften. Zwischen den verschiedenen Mitgliedschaften besteht indes keine zwangsläufige Deckungsgleichheit. So kann etwa eine lokale Gemeinde einer bestimmten Kirche in der örtlichen ACK Mitglied sein, ohne dass die Kirche selbst auf Landes- oder Bundesebene der ACK angehört. Auch der umgekehrte Fall ist möglich.
Die in der ACK zusammengeschlossenen Kirchen „bekennen den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland und trachten darum, gemeinsam zu erfüllen, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (§ 1 der Satzung). Diese Formulierung entspricht der Basisformel des Weltkirchenrates.
Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter Mitglieder Die Mitglieder, Gastmitglieder und Ständigen Beobachter in Deutschland setzen sich aus einer Vielzahl kirchlicher Gruppen zusammen.
Erstens handelt es sich um die orthodoxe Tradition (altorientalische und orthodoxe Kirchen):Einteilung nach Johannes Oeldemann: Die Kirchen des christlichen Ostens. Orthodoxe, orientalische und mit Rom unierte Ostkirchen. Regensburg 2. Aufl. 2008, S. 9–14. Äthiopisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland, Köln Armenisch-Apostolische Kirche in Deutschland, Köln Koptisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland, Höxter Orthodoxe Kirche – Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland, Dortmund Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, Warburg
Zweitens sind Kirchen aus der evangelischen Tradition zu nennen: Apostolische Gemeinschaft, Düsseldorf Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland, Bad Rappenau Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG), Wustermark Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland (BFeG), Witten Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen, Bunde Evangelisch-methodistische Kirche (EmK), Frankfurt am Main Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Hannover Heilsarmee in Deutschland, Köln Evangelische Brüder-Unität (Herrnhuter Brüdergemeine), Bad Boll Kirche des Nazareners, Deutscher Bezirk, Gelnhausen Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden, Bremen Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), Hannover
Drittens werden Kirchen aus der katholischen Tradition gelistet: Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland, Berlin Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, Bonn Römisch-katholische Kirche (Verband der Diözesen Deutschlands), Bonn
Viertens weitere Kirchen: Neuapostolische Kirche
Gastmitglieder und Ständige Beobachter Gastmitglieder sind Apostelamt Jesu Christi, Cottbus Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP), Erzhausen Freikirchlicher Bund der Gemeinde Gottes (FBGG), Hamburg Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland (STA), Hannover und Ostfildern
Ständige Beobachter sind Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker), Bad Pyrmont, Arbeitsgemeinschaft Ökumenischer Kreise in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (AÖK), Spatzenhausen, Deutsche Evangelische Allianz (DEA), Bad Blankenburg, Evangelische Missionswerk, Hamburg, Christinnenrat (Ökumenische Arbeitsgemeinschaft in Deutschland), Düsseldorf.
Organisationsstruktur Mitgliederversammlung und Vorstand mini|Reverend Christopher Easthill beim Kirchentag 2025. Als Leitungsorgan der ACK fungiert die zweimal jährlich tagende Mitgliederversammlung, der Delegierte der Mitglieder, Gastmitglieder und Ständigen Beobachter angehören. Die Legislaturperiode beträgt fünf Jahre. mini|ACK Vorstand 2025–2028 Der Vorstand wird von den Delegierten der Mitglieder der ACK gewählt und setzt sich aus Mitgliedern der unterschiedlichen Konfessionen zusammen. Aktuell setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen: Vorsitzender ist der anglikanische Priester Christopher Easthill (Pfarrer von St. Augustine’s of Canterbury (Wiesbaden)), seine Stellvertreter sind der württembergische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und der orthodoxe Bischof Emmanuel von Christoupolis. Weitere Vorstandsmitglieder sind der römisch-katholische Weihbischof Peter Birkhofer und der Baptistenpastor Manfred Ewaldt.
Ökumenische Centrale (ÖC) Die Ökumenische Centrale (ÖC) in Frankfurt am Main ist die Geschäftsstelle der ACK Deutschland. Sie ist prinzipiell konfessionell paritätisch besetzt, wobei in jüngster Zeit nur noch halbe Stellen für die einzelnen Kirchenfamilien vergeben werden.
Seit 1. April 2019 ist Verena Hammes die Geschäftsführerin der ACK.
Die Referate sind nach Konfessionsfamilien gegliedert, denen zugleich Arbeitsschwerpunkte zugeordnet sind: EKD-Referat: „Migration, Dialog, Kultur“, gleichzeitig Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (seit 1. November 2022 Pastor Jens Daniel Haverland, Nordkirche) Katholisches Referat: „Glaube und Theologie“ (seit 1. April 2019 Verena Hammes, gleichzeitig Geschäftsführerin der ACK) Freikirchliches Referat: „Mission, Zeugnis, Gottesdienst“ (seit 1. September 2020 Pastor Jochen Wagner, BFeG) Orthodoxes Referat: „Kirche und Gesellschaft“ (seit 15. September 2022 Pfarrer Marius-Adrian Călin, Rumänisch-Orthodoxe Kirche)
Deutscher Ökumenischer Studienausschuss 1950 setzte die ACK den Deutschen Ökumenischen Studienausschuss (DÖSTA) als ihre theologische Kommission ein.Erich Geldbach: Der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA). Chronik der ersten fünf Jahrzehnte. Otto Lembeck Verlag, Frankfurt am Main / Bonifatius, Paderborn 2010, S. 21–22. Die Aufgabe des Ausschusses ist es, die ACK in ökumenisch-theologischen Fragen zu beraten. Aus dem DÖSTA gingen zahlreiche Studien, Gutachten und Stellungnahmen zu Fragen der Ökumene und ökumenischer Beziehungen hervor.
Regionale ACKs In Deutschland gibt es 14 regionale ACKs: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg (Ökumenischer Rat), Bremen, Hamburg, Hessen mit Rheinhessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Region Südwest (Saarland mit Rheinland-Pfalz ohne den rheinhessischen Teil), Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein sowie Thüringen.
Vor Ort werden die lokalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen auch als Ökumenische Kreise, Stadtökumene oder Stadt-ACK bezeichnet.
Die deutschlandweite ACK sowie die regionalen und die lokalen ACKs arbeiten zwar in unterschiedlicher Weise zusammen, sie sind aber zueinander nicht über- bzw. untergeordnet.
Literatur Erich Geldbach: Der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA). Chronik der ersten fünf Jahrzehnte. Otto Lembeck Verlag, Frankfurt am Main / Bonifatius, Paderborn 2010, ISBN 978-3-87476-624-1 (Lembeck), ISBN 978-3-89710-474-7 (Bonifatius). Dennis Meier, Annette Reimers-Avenarius (Hrsg.): Den gemeinsamen Glauben bekennen. Erklärungen und Texte der Theologischen Kommission der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Hamburg aus vier Jahrzehnten. Steinmann Verlag, Neuenkirchen, 2., erweiterte Auflage 2019, ISBN 978-3-927043-76-3.
Weblinks Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchliche Organisation Kategorie:Religiöser Verein (Frankfurt am Main) Kategorie:Christliche Organisation (Deutschland) Kategorie:Christliche Organisation (DDR) Kategorie:Ökumenische Organisation Kategorie:Vereinsgründung 1948