mini|Das Haus der Sorben (Serbski dom) in Bautzen ist Sitz der Stiftung. Die Stiftung für das sorbische Volk (sorbisch ) unterstützt als gemeinsames Instrument des Bundes und der beiden Länder Brandenburg und Sachsen die Bewahrung und Entwicklung, Förderung und Verbreitung der sorbischen Sprache, Kultur und Traditionen als Ausdruck der Identität des sorbischen Volkes.

Struktur und Geschichte Die Stiftung hat ihren Sitz im Haus der Sorben in Bautzen und unterhält eine Außenstelle in Cottbus. Als Stiftung stellt sie die finanzielle Basis der sorbischen Institutionenlandschaft dar. Sie wurde am 19. Oktober 1991 in der evangelischen Kirche von Lohsa gegründet.Gründungsveranstaltung der Stiftung für das sorbische Volk am 10. Oktober 1991, Filmmaterial des Sorabia-Film-Studios

Der Bund und die Länder Sachsen und Brandenburg fördern die Stiftung auf der Grundlage eines jeweils fünfjährigen Finanzierungsabkommens. Die bis 2013 festgelegte Zuwendungssumme betrug 16,8 Millionen Euro. Sie setzte sich wie folgt zusammen: Bund 8,2 Millionen Euro, Sachsen 5,85 Millionen Euro, Brandenburg 2,77 Millionen Euro.Stiftung für das sorbische Volk – Finanzierung. Homepage der Stiftung, abgerufen am 30. August 2012. Um die absolute Fördermenge und die Verteilung für einzelne Institutionen und Projekte gab es immer wieder öffentliche Kontroversen, die in einigen Fällen zu Demonstrationen führten.Minderheit – Die Sorgen der Sorben. Der Tagesspiegel 29. Mai 2008, abgerufen am 26. September 2012.Rüdiger Trenkler: LausitzNEWS.de, 19. März 2010.

Bundesinnenminister Horst Seehofer, der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dietmar Woidke und der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Michael Kretschmer unterschrieben am 20. Juli 2021 das gemeinsame Finanzierungsabkommen für die nächste Förderperiode. Der Beschluss sah eine finanzielle Förderung in den Jahren 2021 bis 2025 mit einer Jahressumme von 23,916 Millionen Euro vor., RBB24, 19. Mai 2021, abgerufen am 27. Mai 2021. Zu den geförderten Institutionen gehören unter anderem das Sorbische National-Ensemble, die Domowina mit dem Witaj-Sprachzentrum, der Domowina-Verlag, das Sorbische Institut, das Deutsch-Sorbische Volkstheater, das Wendische Museum Cottbus und das Sorbische Museum Bautzen sowie die Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur.

Im April 2026 wurde das fünfte Finanzierungsabkommen von den beiden Ministerpräsidenten sowie Bundesinnenminister Dobrindt unterschrieben. Es sieht eine Förderung für die Jahre 2026 bis 2030 vor, die von jährlich 29,256 Millionen 2026 auf 32,928 Millionen im Jahr 2030 ansteigt. Die relativen Anteile von Brandenburg, Sachsen und Bund bleiben unverändert.Fünftes Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk, zalozba.de; abgerufen am 16. Juni 2026 (PDF-Datei)

Leitung Stiftungsdirektor war von 1992 bis 2015 Marko Suchy; vom 21. Dezember 2015 an führte Michaela Moosche die Geschäfte der Stiftung. Am 12. April 2016 wurde Jan Budar zum neuen Stiftungsdirektor gewählt. Er trat sein Amt am 1. Oktober 2016 an.

Stiftungsrat Das bestimmende Gremium der Stiftung ist der Stiftungsrat, der aus 15 Mitgliedern besteht, darunter sechs sorbische Vertreter (vier aus Sachsen und zwei aus Brandenburg). Seit dem 23. Mai 2023 ist Marko Kowar als Nachfolger von Susann Schenk Vorsitzender des Stiftungsrates.

Vertreter des sorbischen Volkes Sachsen Marko Kowar, ehemaliger Geschäftsführer der Domowina Marlis Müller (Marlis Młynkowa), Sorbischer Schulverein Susanne Hose (Susanne Hozyna), Sorbisches Institut Daniel Nuck (Daniel Nuk)

Brandenburg Marcus Koinzer (Marcus Końcaŕ) Angela Schurmann (Angela Šurmanowa)

Vertreter des Freistaates Sachsen Franziska Brech, Leiterin des Geschäftsbereiches Kultur und Tourismus im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus Kay-Uwe Voß, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium der Finanzen

Vertreter des Landes Brandenburg Tobias Dünow, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Reiner Walleser, Leiter der Zentralabteilung im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur

Vertreter des Bundes Hans-Leo Dirks, Referatsleiter im Bundesministerium des Innern Jan Ehlers, Bundesministerium des Innern

Vertreter des Sächsischen Landkreistages und des Sächsischen Städte- und Gemeindetages Karsten Vogt, Oberbürgermeister der Stadt Bautzen Udo Witschas, Landrat des Landkreises Bautzen

Vertreter des Landkreistages und des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg Helmut Wenzel, Oberbürgermeister der Stadt Lübbenau/Spreewald

Parlamentarischer Beirat Der Parlamentarische Beirat der Stiftung setzt sich aus Vertretern des Deutschen Bundestages sowie der Landtage Brandenburgs und des Freistaates Sachsen zusammen.

Mitglieder des amtierenden Beirats Sylvia Lehmann (SPD), MdB Klaus-Peter Schulze (CDU), MdB Isabell Hiekel (Grüne), MdL in Brandenburg Roswitha Schier (CDU), MdL in Brandenburg Aloysius Mikwauschk (CDU), MdL in Sachsen Marko Schiemann (CDU), MdL in Sachsen, seit 1994 Vorsitzender des Parlamentarischen Beirats

Bekannte frühere Mitglieder Gerd-Rüdiger Hoffmann, MdL in Brandenburg Steffen Reiche, MdB, MdL in Brandenburg Uta-Brigitte Müller, MdL in Brandenburg

Ćišinski-Preis Die Stiftung vergibt in der Regel alle zwei Jahre den nach dem sorbischen Dichter Jakub Bart-Ćišinski benannten Ćišinski-Preis als Haupt- und Förderpreis. Er wird für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der sorbischen Kultur, Kunst und Wissenschaft bzw. für vielversprechende Anfänge in diesen Bereichen verliehen., Website der Stiftung für das sorbische Volk, abgerufen am 16. März 2017 Der Hauptpreis ist mit 12.000 €, der Förderpreis mit 4.000 € dotiert.

Literatur Karlheinz Blaschke u. a.: Die Sorben in Deutschland. 3., überarb. Aufl. Hrsg. von Maria Schiemann. Textbearbeitung von Dietrich Scholze. Fotos und Reproduktionen von Matthias Bulang u. a. Stiftung für das Sorbische Volk, Bautzen 1999, . Ders.: The Sorbs in Germany: Serbja, Serby. 3., überarb. Aufl. Hrsg. von Maria Schiemann. Übers. von Vladimira Šatavová. Redaktion von Dietrich Scholze. Załožba za serbski lud / Stiftung für das sorbische Volk, Bautzen 2000, .

Weblinks stiftung.sorben.com – Website der Stiftung für das sorbische Volk Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen über die Errichtung der „Stiftung für das sorbische Volk“ vom 28. August 1998 (SächsGVBl. 1998 Nr. 23, S. 630, Fsn-Nr.: 103-1V. Fassung gültig ab: 1. Januar 1999), abgerufen am 22. April 2016

Einzelnachweise

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