Tamassos, assyrisch Ta-me-si/su, altgriechisch Ταμασσός, ist eine seit der Eisenzeit erwähnte Stadt und ein eisenzeitliches Königreich im Zentrum der Mittelmeerinsel Zypern am Ostrand des Troodos-Gebirges. Ruinen finden sich beim Dorf Politiko im Südwesten Nikosias. In der Antike war die Stadt aufgrund reicher Kupfervorkommen bekannt.Homer Odyssee 1,184; Strabon 14,6,5
Siedlungsspuren lassen sich bereits aus der Bronzezeit nachweisen. Die Stadt ist auf der Kition-Stele als „Ta-me-si/su“ belegt. 673/72 v. Chr. wurde die Stadt als selbstständiges Stadtkönigtum „Tamesu/i“ auf dem Prisma des Asarhaddon erwähnt. Sein König war Admesu/Gimesu. Pasykypros, der letzte König der Stadt, verkaufte diese für 50 Talente an König Pumiaton von KitionH. Donner/W. Röllig, Kanaanäische und aramäsche Inschriften 2 (Berlin, 1966–1999) Nr. 32. Alexander der Große unterstellte die Stadt an seinen Verbündeten, den König des zypriotischen Stadtstaates Salamis, Pnytagoras. Später kam die Stadt, wie ganz Zypern, an die Ptolemäer. In christlicher Zeit wurde Tamassos Bischofssitz, auf den das heutige Titularbistum Tamasus zurückgeht.
Bei Ausgrabungen wurden eine hohe Befestigungsmauer, Wohnhäuser aus mehreren Epochen sowie Heiligtümer der Götter Kybele und Aphrodite freigelegt. Zur Nekropole der Stadt gehören Kammergräber aus archaischer Zeit. In der Nähe der Stadt bei Pera, am Ufer des Pediaios, und bei Frangissa wurden zwei Heiligtümer des Apollon gefunden. Im stadtnahen Heiligtum wurden diverse Statuen gefunden, darunter eine Bronzestatue aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., deren erhaltener Kopf als Chatsworth-Kopf bekannt ist und sich heute im Britischen Museum in London befindet. im Britischen Museum
Herakleidios war der erste Bischof von Tamassos. Das dem Heiligen Herakleidios gewidmete Kloster Agios Herakleidios wurde um 400 gegründet.
Literatur Hans-Günter Buchholz und Klaus Untiedt: Tamassos. Ein antikes Königreich auf Zypern. P. Åströms förlag, Jonsered 1996 (Studies in Mediterranean archaeology and literature, Pocket-book 136) ISBN 91-7081-099-0
Einzelnachweise
Weblinks
„Rare Cypriot Sculptures“, Tamassos – archaeology.org, Archaeological Institute of America. Tamassos – Department of Antiquities, Republik Zypern. Cesnola-Sammlung – Harvard Semitic Museum, Harvard University. „Weapons, Tools and Ritual Remains“ – Ashmolean Museum, Oxford.
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