miniatur|Mady Christians, Fotografie (um 1928) von Alexander Binder Mady Christians (* 19. Januar 1896 als Margaretha Maria Clara Emma Bertha Christians in Wien, Österreich-UngarnTaufbuch Altlerchenfeld, tom. LVIII, fol. 12 (Faksimile); siehe ferner Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“ Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Acabus-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 123. Abweichend auch 1892 und 1900.; † 28. Oktober 1951 in Norwalk, Connecticut) war eine deutsche Schauspielerin und Sängerin.

Leben Die Tochter des aus dem friesischen Jeverland stammenden Schauspielers Rudolf Christians (1869–1921) und dessen Ehefrau, der Opernsängerin Bertha Klein, zog 1902 mit der Familie nach Berlin. Sie besuchte die Handelsschule und erhielt Schauspielunterricht bei Frank Reicher. Einen erheblichen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie in New York, wo ihr Vater das deutschsprachige Irving Place Theatre in Manhattan leitete.

Bald spielte sie erste Kinderrollen am Theater. Ihren ersten Filmauftritt absolvierte sie in einem amerikanischen Film, doch nach dem Kriegseintritt der USA 1917 kehrte sie nach Deutschland zurück. Sie übernahm Bühnenrollen an Berliner Theatern und konnte ihre Karriere als Stummfilmschauspielerin fortsetzen. Aufmerksamkeit erlangte sie erstmals 1921 in dem Sechsteiler Der Mann ohne Namen an der Seite von Harry Liedtke. Weitere Erfolge hatte sie vor allem 1925 in Ein Walzertraum und in der zweiteiligen Verfilmung Königin Luise (1927/28).

Mady Christians war ab 1923 bis zur 1939 erfolgten Scheidung mit dem Journalisten und Schriftsteller Sven von Müller (1893–1964) verheiratet.Heiratsregister Berlin I, II, Nr. 23/1923. 1928 gründete sie mit Regisseur Ludwig Berger die „Länder-Film GmbH“ in Berlin, die aber bereits nach 1931 ihre Tätigkeit wieder einstellte.

Nach dem Machtantritt der Nazis emigrierte sie in die Vereinigten Staaten. Dort arbeitete sie sowohl in Hollywood als auch am Theater in Charakterrollen. Sie arbeitete mehrfach mit der prominenten Theaterregisseurin Margaret Webster. Am Broadway spielte sie in den Uraufführungen von Lillian Hellmans Watch on the Rhine und John Van Drutens I Remember Mama, in letzterem in der Titelrolle. Beide erfolgreichen Theaterstücke wurden später ohne ihre Mitwirkung verfilmt. 1945 wurde sie Schauspiellehrerin an der Columbia-Universität und gehörte dem Vorstand der amerikanischen Bühnengenossenschaft an. Ihre letzten Filmrollen hatte sie 1948 in Alle meine Söhne und Brief einer Unbekannten, in denen sie jeweils die Mütter der Hauptdarsteller Burt Lancaster bzw. Joan Fontaine darstellte.

Während der McCarthy-Ära bezichtigte sie das FBI 1950 der Verbindung zur Kommunistischen Partei. Diese Anschuldigungen beeinträchtigten ihre bis dahin gut laufende Schauspielkarriere. Im Oktober 1951 starb sie an einer Hirnblutung in ihrem Haus in Connecticut. Es wurde darüber spekuliert, inwieweit die Repressionen durch das FBI und der dadurch verursachte Stress zuvor ihren Tod mitverursacht haben könnten.

Filmografie (Auswahl) 1916: Audrey 1917: Die Krone von Kerkyra 1917: Das verlorene Paradies 1917: Das Edelfräulein 1918: Frau Marias Erlebnis 1918: Am Scheidewege 1918: Die Dreizehn 1918: Am anderen Ufer 1918: Die Verteidigerin 1918: Eine junge Dame von Welt 1919: Die Gesunkenen 1919: Der goldene Klub 1919: Die Nacht des Grauens 1921: Der Mann ohne Namen (6 Teile) 1921: Der Schicksalstag 1923: Der Wetterwart 1923: Buddenbrooks 1923: Ein Glas Wasser 1924: Die Finanzen des Großherzogs 1924: Soll und Haben 1924: Mensch gegen Mensch 1925: Der Abenteurer 1925: Die vom Niederrhein (2 Teile) 1925: Der Farmer aus Texas 1925: Die Verrufenen 1925: Ein Walzertraum 1926: Nanette macht alles 1926: Zopf und Schwert 1926: Die Welt will belogen sein 1926: Die Königin vom Moulin Rouge 1926: Die geschiedene Frau 1927: Der Sohn der Hagar 1927: Grand Hotel …! 1927: Heimweh 1927/28: Königin Luise (2 Teile) 1929: Das brennende Herz 1929: Meine Schwester und ich 1929: Dich hab’ ich geliebt 1931: Das Schicksal der Renate Langen 1932: Der schwarze Husar 1932: Friederike 1933: Salon Dora Green 1933: Ich und die Kaiserin 1933: Manolescu, der Fürst der Diebe 1934: Wicked Woman 1935: Ship Cafe 1936: Nimm, was du kriegen kannst (Come and get it) 1937: The Woman I Love 1937: Heidi 1937: Im siebenten Himmel (Seventh Heaven) 1943: Tender Comrade 1944: Address Unknown 1948: Alle meine Söhne (All My Sons) 1948: Brief einer Unbekannten (Letter from an unknown Woman)

Literatur Alexandra Obradović (AOB): Mady Christians – Schauspielerin. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 29, 1997. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 68 f.

Weblinks

Biografie bei www.cyranos

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1896 Kategorie:Gestorben 1951 Kategorie:Frau