Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Stuttgart Fläche: 162,7 km² Gliederung: 15 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: 43.749 (31. Dezember 2016) Adresse desDekanatamtes: Pfarrgasse 374354 Besigheim Dekan: Susanne Conrad (Interimsdekanin) Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Besigheim innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg

Der Evangelische Kirchenbezirk Besigheim ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Besigheim.

Geografie Der Kirchenbezirk Besigheim liegt in der nördlichen Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst den Norden des Landkreises Ludwigsburg, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Besigheim, Bietigheim-Bissingen, Bönnigheim, Erligheim, Freudental, Gemmrigheim, Hessigheim, Ingersheim, Kirchheim am Neckar, Löchgau und Walheim sowie die Stadt Lauffen am Neckar und die Gemeinde Neckarwestheim im Süden des Landkreises Heilbronn.

Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Besigheim grenzt an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten): Brackenheim und Heilbronn (beide Prälatur Heilbronn) sowie Marbach, Ludwigsburg und Vaihingen-Ditzingen (alle Prälatur Stuttgart).

Geschichte Das Dekanat geht zurück auf die 1595 eingerichtete Spezialsuperintendentur Bietigheim. Der Specialsuperintendent war zugleich Stadtpfarrer in Bietigheim. Das benachbarte Besigheim gehörte bis zum 16. Jahrhundert zu Baden. Von dort wurde 1554 bis 1558 die Reformation eingeführt. Das zuständige Dekanat befand sich daher zunächst in Pforzheim. Als Besigheim 1595 württembergisch wurde, war das Dekanat in Bietigheim auch für den Raum Besigheim zuständig. Das Dekanat Bietigheim gehörte zunächst zum Generalat Maulbronn, seit 1810 zu Heilbronn, aus dem die heutige Prälatur Heilbronn hervorging. Am 16. Januar 1813 wurde das Dekanatamt von Bietigheim nach Besigheim verlegt, nachdem bereits 1810 auch der Sitz des Oberamts Bietigheim nach Besigheim verlegt worden war. Nunmehr wurde der Stadtpfarrer von Besigheim zugleich Dekan. 1813 wurde auch das benachbarte Dekanat Lauffen am Neckar aufgelöst und dessen Pfarreien Lauffen, Gemmrigheim, Ilsfeld und Neckarwestheim dem Dekanat Besigheim zugeordnet. Die anderen Pfarreien des Dekanats Lauffen wurden den Dekanaten Marbach, Heilbronn und Weinsberg zugeordnet.

Das Gebiet des Kirchenbezirks Besigheim war im Wesentlichen deckungsgleich mit dem Oberamt Besigheim, das 1938 aufgehoben wurde. Der kirchliche Verwaltungsbezirk blieb jedoch bestehen und ist daher mit den heutigen politischen Grenzen nicht mehr identisch. Infolge der Auflösung des Oberamts Besigheim wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurde mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinde Ilsfeld in den Kirchenbezirk Heilbronn umgegliedert. Im Gegenzug erhielt der Kirchenbezirk Besigheim vom Kirchenbezirk Marbach die Kirchengemeinde Ottmarsheim.

Von 1992 bis 2003 gehörte der Kirchenbezirk Besigheim zur Prälatur Ludwigsburg, seither zur Prälatur Stuttgart.

Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Derzeitige Interimsdekanin ist seit Juli 2025 Susanne Digel. Sie ist zugleich geschäftsführende Pfarrerin in Besigheim.

Dekane des Kirchenbezirks Besigheim noch nicht komplett 1800–1831 Georg David Reuss 1832–1840 Bernhard Friedrich Baumeister 1840–1843 Magnus Friedrich Zeller 1844–1854 Wilhelm Heinrich Zeller 1855–1866 Johann Georg Gauss 1866–1873 Ernst Julius von Binder (1820–1899) 1873–1880 Karl Ludwig Heinrich Haug (1818–1880) 1881–1887 Adolf Friedrich Walcker (1830–1896) 1887–1907 Julius Eduard Knapp 1908–1913 Paul Andler (1861–1919) 1913–1923 Theodor Werner (1861–1923) 1924–1932 Alfred Klemm 1932–1958 Dr. Max Sting (1888–1978) 1958–1966 Dr. Eberhard Dieterich (* 1900) 1966–1978 Friedrich Grosch 1978–1990 Theodor Schlatter jun. (1926–2008) 1990–1997 Manfred Junginger (1934–2019) 1997–2014 Martin Luscher (* 1950) 2015–2025 Eberhard Feucht (* 1959) seit 2025 Susanne Conrad (Interimsdekanin ab Juli 2025)

Dekane des früheren Kirchenbezirks Bietigheim noch nicht komplett 1733–1737 Johann Friedrich Hobbahn (1693–1767)

Dekane des früheren Kirchenbezirks Lauffen 1791–1803 Georg Friedrich Fischhaber 1803–1812 Karl Friedrich Harttmann

Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Besigheim gibt es insgesamt 15 Kirchengemeinden. Davon haben sich drei Kirchengemeinden zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.

Die Kirchengemeinden sind zu drei Regionen zusammengefasst: Die Region Nord umfasst die Kirchengemeinden Bönnigheim (mit Hofen und Hohenstein), Gemmrigheim, Kirchheim am Neckar und Lauffen-Neckarwestheim, die Region Mitte die Kirchengemeinden Besigheim, Erligheim, Ingersheim am Neckar, Hessigheim, Löchgau-Freudental und Walheim und die Region Süd die Kirchengemeinden Bietigheim Stadtkirche, Bietigheim Friedenskirche, Bietigheim Pauluskirche, Bissingen an der Enz und Metterzimmern.

Das Gebiet des Kirchenbezirks Besigheim im von alters her überwiegend evangelisch geprägt. Infolgedessen gibt es auch in jedem Dorf eine evangelische Kirchengemeinde und meist auch eine alte Kirche. Katholiken zogen in allen Orten überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.

Kirchengemeinde Besigheim mini|120px|Stadtkirche Besigheim Die Kirchengemeinde BesigheimWebsite der Kirchengemeinde Besigheim. umfasst die Kernstadt von Besigheim. Die Stadtkirche Besigheim wurde bereits 1257 als Kirche des Hl. Cyriacus erwähnt. Die heutige Kirche stammt aus dem 14./15. Jahrhundert, der Chor wurde 1383, das Schiff 1448 geweiht. Danach wurde die Kirche mehrfach verändert, zuletzt 1847 erhöht. Der Turm wurde bereits 1795 erhöht und erhielt eine Kuppel. Der spätgotische Schnitzaltar aus dem Jahr 1520 stammt aus der Werkstatt Christophs von Urach.

mini|links|120px|Evang. Kirche Besigheim-Ottmarsheim Auch der früher die selbständige Kirchengemeinde Ottmarsheim umfassende Stadtteil Ottmarsheim gehört inzwischen zur Kirchengemeinde Besigheim. Die ursprünglich dem Hl. Hippolytus geweihte Kirche kam um 1400 von den Herren von Liebenstein an die von Talheim und 1586 erneut an die von Liebenstein. Erst Ende des 17. Jahrhunderts gelangte sie an Württemberg. Die heutige Kirche St. Hippolyt wurde 1502 im spätgotischen Stil erbaut. Noch im 16. Jahrhundert gab es eine Wallfahrt zum Kirchenheiligen. Besonders sehenswert ist im Innern die Rokokodekoration und die romantische Walcker-Orgel, die einzige historische Orgel im gesamten Kirchenbezirk. Bis 1939 gehörte die Kirchengemeinde Ottmarsheim zum Kirchenbezirk Marbach. Mit Wirkung vom 1. April 1939 wurde sie in den Kirchenbezirk Besigheim umgegliedert.

Gesamtkirchengemeinde Bietigheim Die Gesamtkirchengemeinde Bietigheim (ca. 10.200) umfasst die Stadt Bietigheim-Bissingen, ohne die Stadtteile Bissingen und Metterzimmern. Sie besteht wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 12. Oktober 1965 gebildet, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Bietigheim in die drei selbständigen Teilkirchengemeinden Stadtkirchengemeinde Bietigheim, Friedenskirchengemeinde Bietigheim und Pauluskirchengemeinde Bietigheim aufgeteilt und diese in der gleichzeitig neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde Bietigheim zusammengeschlossen wurden. Das Kultusministerium hatte die Gesamtkirchengemeinde Bietigheim und deren Teilkirchengemeinden mit Schreiben vom 20. August 1965 als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt.

Stadtkirchengemeinde Bietigheim mini|120px|Evang. Kirche Bietigheim-Bissingen Die Stadtkirchengemeinde Bietigheim (ca. 4.300) umfasst die Altstadt Bietigheims. Diese wird überragt von der evangelischen Stadtkirche. Der spätgotische Bau wurde anstelle einer Burgkapelle im 15. Jahrhundert erbaut. Das Schiff wurde 1542/44 erweitert und der Westturm anstelle des eingestürzten Burgturms erbaut, der bis dahin als Glockenturm diente. Im Innern sind Malereien aus der Renaissancezeit zu finden. Die Kirche wurde erst 1496 Pfarrkirche Bietigheims. In jener Zeit wurde Bietigheim Sitz einer Specialsuperintendentur.

mini|links|120px|Peterskirche in Bietigheim Zuvor war die Peterskirche die Pfarrkirche der Stadt. Diese wurde ursprünglich vermutlich durch das Kloster Weißenburg anstelle eines römischen Heiligtums errichtet. Über die Grafen von Vaihingen kam die Kirche an das Kloster Denkendorf, dann an Württemberg und 1411 an das Spital Markgröningen. Um 1390 war sie neu erbaut worden. Sie dient heute als Friedhofskirche. Im Mittelalter sind in Bietigheim auch zahlreiche Kapellen erwähnt. 1813 wurde der Dekanatssitz nach Besigheim verlegt. Die heutige Stadtkirchengemeinde Bietigheim wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 12. Oktober 1965 gebildet, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Bietigheim in drei selbständige Teilkirchengemeinden aufgeteilt und diese in der gleichzeitig neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde Bietigheim zusammengeschlossen wurden.

Friedenskirchengemeinde Bietigheim Die Friedenskirchengemeinde Bietigheim (ca. 2.100) umfasst das Wohngebiet Sand in Bietigheim. Für dieses Wohngebiet wurde 1954 die Friedenskirche erbaut. An ihr wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 12. Oktober 1965 die selbständige Friedenskirchengemeinde Bietigheim errichtet, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Bietigheim in drei selbständige Teilkirchengemeinden aufgeteilt und diese in der gleichzeitig neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde Bietigheim zusammengeschlossen wurden.

Pauluskirchengemeinde Bietigheim Die Pauluskirchengemeinde Bietigheim (ca. 3.800) umfasst das Wohngebiet Buch in Bietigheim und den Wilhelmshof. Für das Wohngebiet Buch mit seinen weithin sichtbaren Hochhäusern wurde 1968 ein eigenes Gemeindezentrum mit der Pauluskirche erbaut. Bereits durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 12. Oktober 1965 war die selbständige Pauluskirchengemeinde Bietigheim errichtet worden, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Bietigheim in drei selbständige Teilkirchengemeinden aufgeteilt und diese in der gleichzeitig neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde Bietigheim zusammengeschlossen wurden.

Der Wilhelmshof gehörte bis 1963 noch zur Kirchengemeinde Heutingsheim im Kirchenbezirk Ludwigsburg und wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 19. Juli 1963 in den Kirchenbezirk Besigheim umgegliedert und der damaligen Kirchengemeinde Bietigheim zugeordnet.

Kirchengemeinde Bissingen an der Enz mini|120px|Kilianskirche in Bissingen Die Kirchengemeinde Bissingen an der Enz (ca. 5.300) umfasst den Stadtteil Bissingen der Stadt Bietigheim-Bissingen. Die Kilianskirche wurde 1517 bis 1520 in spätgotischer Form erbaut. Eine Kirche ist jedoch schon im 9. Jahrhundert erwähnt. Sie war im Besitz des Klosters Weißenburg. 1364 gehörte sie den Herren von Sachsenheim, die sie 1404 an das Spital Markgröningen veräußerten. Sie besitzt eine nahezu vollständige Ausmalung mit biblischen Bildern aus dem 17. Jahrhundert. Infolge starken Zuwachses wurde 1969 eine zweite Kirche, die Martin-Luther-Kirche an der Grenze zu Bietigheim von Architekt Ruff erbaut. Seither hat die Kirchengemeinde Bissingen zwei Predigtstellen.

Bis 1989 gehörte die Kirchengemeinde Bissingen an der Enz zum Kirchenbezirk Ludwigsburg. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 20. März 1989 wurde sie in den Kirchenbezirk Besigheim umgegliedert.

Kirchengemeinde Bönnigheim mini|links|120px|Cyriakuskirche Bönnigheim