mini|hochkant|Herbert Batliner (2009) Herbert Batliner (* 26. Dezember 1928 in Vaduz;http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_academies/acdscien/2010/batliner.pdf † 8. Juni 2019 ebendortHerbert Batliner verstorben, 8. Juni 2019, Liechtensteiner Vaterland) war ein liechtensteinischer Rechtsanwalt, Finanztreuhänder und Kunstsammler.

Leben Herbert Batliner war der Sohn einer österreichischen Mutter und eines Liechtensteiner Vaters. Er besass neben der liechtensteinischen auch die österreichische Staatsbürgerschaft. Sein Vater, Eduard Batliner, war 40 Jahre lang Direktor der Liechtensteinischen Landesbank (LLB).Im Wandel beständig 1861–2011, Festschrift zum 150-Jahr-Jubiläum der Liechtensteinischen Landesbank, Vaduz 2011, S. 71 Batliner besuchte die Volksschule in Vaduz. 1948 machte er seine Matura am Kollegium Mariahilf in Schwyz. Er studierte an den Universitäten in Bern, Innsbruck und Lyon. 1952 promovierte er an der Universität Innsbruck zum Doctor iuris utriusque. An der gleichen Universität erfolgte 1953 seine Promotion zum Dr. rer. oec. Er wurde 1955 in Liechtenstein als Rechtsanwalt zugelassen.

Von 1965 bis 1970 war Herbert Batliner Präsident der Verwaltungsbeschwerdeinstanz und von 1975 bis 1980 Präsident des Staatsgerichtshofes von Liechtenstein. Von 1982 bis 1986 war er Parteipräsident der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP)Ansprache des designierten Parteipräsidenten Alexander Batliner zum FBP-Parteitag vom 3. Dezember 2009 in Eschen (PDF; 104 kB), Internetseite der Fortschrittlichen Bürgerpartei Batliner trug seit 1988 den Titel Fürstlicher Kommerzienrat. 1990 verlieh ihm der österreichische Bundespräsident den Berufstitel Professor. Des Weiteren wurde er 1969 Senator h. c. der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck sowie 1994 der Universität Salzburg.

Batliner betrieb bis 2002 die Anlageberatungskanzlei Dr. Dr. Batliner & Partner in Vaduz. Er gilt als Erfinder der Familienstiftungen, mit deren Hilfe Millionäre ihr Vermögen dem Fiskus entziehen konnten. Für die Anlage einer solchen Familienstiftung wurde ein Mindestvermögen von 1,5 Millionen Euro gefordert, für die Gründung verlangte Batliner ca. 30'000 Schweizer Franken.Klaus Brandt: Gold für Staatsanwalts-CD. taz Ruhr, 4. September 2004 Kunden der Kanzlei waren zum Beispiel König Fahd ibn Abd al-Aziz von Saudi-Arabien, der togoische Diktator Gnassingbé Eyadéma, der FIAT-Gesellschafter Giovanni Agnelli, Marc Rich, Rainer Gossmann, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, Sigurd Pütter, Inhaber der Iserlohner Pharma-Firma Medice, die Bacardi-Familie sowie die Vereinigung der mund- und fussmalenden Künstler. MDR, exakt vom 30. November 2004 Batliners Stiftungen wurden auch benutzt, um illegale Parteispenden an die CDU zu verschleiern. Süddeutsche Zeitung, 14. Februar 2008Herbert Batliner, der prominenteste und umstrittenste Treuhänder Liechtensteins, geht in Rente. Die Weltwoche, 2006

2002 stiftete Batliner die Orgel der Sixtinischen Kapelle im Vatikan und durfte sich seither Kammerherr Seiner Heiligkeit nennen.Urs Tremp: Nachruf: Herbert Batliner war der Doyen der Liechtensteiner Treuhänder. NZZ am Sonntag, 15. Juni 2019, September 2019 Sein Vermögen wurde 2006 auf etwa 200 Millionen Schweizer Franken geschätzt. Anwalt, Sammler, Stifter, Mäzen: Herbert Batliner ist tot. Die Presse, 11. Juni 2019 Des Weiteren spendete er 730'000 Euro für die originalgetreue Restaurierung der Orgel in der Stiftskirche zur Alten Kapelle in Regensburg. Zur Einweihung der Orgel im Beisein von Papst Benedikt XVI. am 13. September 2006 wurde daher seine Anwesenheit erwartet. Gegen Batliner ermittelte zu dieser Zeit allerdings die deutsche Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Höhe von 250 Millionen Euro. Batliners Anwälte hatten aus diesem Grund mit der deutschen Justiz freies Geleit nach Regensburg ausgehandelt. Diese entschied, den schwer kranken Mann nicht auf dem Weg zum Papst festzunehmen. Das Verfahren wurde 2007 gegen Zahlung einer Geldauflage von zwei Millionen Euro eingestellt.sueddeutsche.de: Der Fall Batliner, 20. Januar 2009

1997 stiftete er den Corvinus-Preis, der vom (ebenfalls von ihm gestifteten) Budapester Europainstitut vergeben wird.Webseite des Budapester Europainstituts, abgefragt am 9. Januar 2013 In Salzburg bestand von 1997 bis 2015 das von ihm gegründete Herbert-Batliner-Europainstitut als Forschungsinstitut für Europäische Politik, Geschichte und Kultur. Er war Ehrenpräsident dieses Instituts.

Ausserdem sponserte er das Institut für Spielforschung (heute Institut für Spielforschung und Playing Arts) der Universität Mozarteum Salzburg. Dafür erhielt am 30. Januar 1997 die „Goldene Eule auf drei Würfeln“.

Batliner war Mitglied der katholischen Studentenverbindung AV Austria Innsbruck, der AKV Burgundia Bern und der AV Helvetia Oenipontana Innsbruck. Seit dem Jahr 2000 trug er zudem das Ehrenband der KÖStV Cimbria Kufstein. 1956 heiratete er Rita Bühler, eine der Töchter Oswald Bühlers. Aus der Ehe gingen vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter, hervor. Sein Sohn Thomas war als Springreiter und Trainer aktiv. Sein jüngster Sohn Alexander war 2009 bis 2013 Parteipräsident der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP). mini|Batliners Grab (links) auf dem Friedhof Vaduz neben dem seiner Eltern In den 1960er Jahren begannen Herbert und Rita Batliner, Kunstwerke der Klassischen Moderne zu sammeln. Mit rund 500 Werken gehört die Sammlung Batliner mittlerweile zu den grössten europäischen Privatsammlungen der Malerei dieser Stilrichtung. Seit 2007 befindet sie sich als Dauerleihgabe in der Albertina in Wien und wird dort als Dauerausstellung gezeigt.Schausammlung albertina.at, abgerufen am 26. August 2016.

Er wurde in Vaduz bestattet.

Ehrungen und Auszeichnungen 1959: Königlich Belgischer Leopoldsorden 1970: Komturkreuz des Päpstlichen Silvesterordens mit Stern 1975: Komturkreuz des Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstordens 1977: Grosses Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ÖsterreichAufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF-Datei; 6,59 MB) 1979: Ehrennadel in Gold des Bundesfachverbandes für Reiten und Fahren in Österreich 1983: Toni-Russ-Preis 1984: Großer Tiroler Adler-Orden 1985: Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg 1988: Montfortorden in Gold der Vorarlberger Landesregierunghttps://www.sbg.ac.at/whbib/docs/auszei.htm 1993: Grosskreuz des Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstordens 1993: Grosses Ehrenzeichen in Gold des Verdienstordens der Heiligen Rupert und Virgil der Erzdiözese Salzburg 1993: Ehrenzeichen des Landes Tirol 1993: Goldene Ehrenmedaille der Hochschule für Musik und darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg 1994: Rat der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften 1995: Verdienstkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn 1997: Ehrenring und Ehrenmitgliedschaft der Bregenzer Festspiele 1997: Ehrenring der Landeshauptstadt Innsbruck 1998: Gentiluomo di Sua SantitàUlrich Weinzierl: Parcours durch die klassische Moderne, Die Welt online, 4. Oktober 2007 1998: Ring des Landes Salzburg 1999: Grosses Goldenes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich 1999: Ehrendoktorwürde der Eötvös-Loránd-Universität Budapest 2001: Grosskreuz des Päpstlichen Ritterordens des heiligen Gregors des GrossenAAS 94 (2002), n. 1, p. 85. 2003: Grosskreuz mit Brillanten des Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstordens, verliehen durch Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein 2004: Ehrenzeichen des Verdienstordens der Heiligen Rupert und Virgil in Gross-Gold mit Stern der Erzdiözese Salzburg 2007: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 2009: Wolfgang-Schüssel-Preis der International Salzburg Association 2010: Großer Verdienstorden des Landes Südtirol 2010: Goldene Mozartmedaille der Internationalen Stiftung Mozarteum (gemeinsam mit seiner Frau)

Weblinks

Advokaturbüro Dr. Dr. Batliner & Dr. Gasser (Archiv) Internetseite des Herbert-Batliner-Europainstituts in Salzburg Internetseite des Europainstituts in Budapest

Klaus Brandt: Gold für Staatsanwalts-CD taz Ruhr vom 4. September 2004 Leo Müller, Richard Rickelmann: Stern, Ausgabe 38 I vom 14. September 2000, S. 204

Einzelnachweise

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